Nach Hiva Oa wollten wir ja auf alle Fälle noch einmal zurückkommen, da wir hier bisher ja nur eine Nacht verbracht haben, bevor wir auf das Festival nach Ua Huka gefahren sind. Darüber hinaus haben wir auf dem Festival auch Tattoo-Künstler kennengelernt, von denen wir ein Tattoo als Erinnerung wollten – und diese waren eben auch zufällig aus Hiva Oa ansässig. Auf dem Festival wollten wir uns kein Tattoo zulegen, das wollten wir in Ruhe im Studio machen – mit Aircondition inklusive.

Und so war unser erster wichtiger Gang natürlich zum Tattoo-Studio, um einen zeitnahen Termin zu bekommen. Soll man doch nach dem Stechen etwa 3 Wochen Sonne und Salzwasser meiden – diese Zeit wollen wir in Hiva Oa verbringen, um bei evtl. auftretenden Problemen ebenfalls in der Nähe eine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können.

So kam es, daß wir bereits 3 Tage später bei Kaha unter der Nadel lagen. Nach einer kurzen Besprechnung, was wir uns jeweils vorstellen, ging es schon los mit dem direkten Aufzeichnen auf der Haut – von wegen einer Papierschablone. Hier wird noch schön gleich freihand auf der Haut gezeichnet. Nach schnellen 3,5 Stunden waren beide Tattoos gestochen und wir sind glücklich wieder abgezogen. Danke Kaha!

Zu diesen Tattoos möchte ich noch anmerken bzw. habe ich ja schon erwähnt, daß jedes Symbol auch eine Bedeutung hat. So steht z.B. die Schildkröte auf der einen Seite für die Familie, da sie ja viele Nachkommen zeugt aber ebenso auch für eine sichere Navigation – da sie immer wieder an den Strand ihrer Geburt zurückkommt, um dort selbst ihre Eier abzulegen. So haben wir auch uns bewußt unsere Symbole im Vorfeld ausgesucht, die wir haben möchten und Kaha hat dann „drumherumgebaut“ mit den dazu passenden Symbole wie Sonne, Wind, Wellen… So hat Jochen in seinem Manta sämtliche großen Meerestiere wie den Buckelwal, den Hammerhai, den Delfin, die Schildkröte aber auch den Albatros und den Gecko versteckt sowie einen Tiki. Als auch das Kreuz der Marquesas, es steht für das Gleichgewicht der vier Elemente: Feuer, Erde, Wasser, Luft. Wer findet und erkennt alle Symbole?

So haben wir uns auch wieder einmal ein Auto für zwei Tage gemietet und sind alle Möglichkeiten auf der Insel abgefahren – vom lachenden Tiki über die archäologische Anlage Ma’ae Lipona, in der das größte Tiki steht, zu den Petroglyphen, dem alten Friedhof von Teivitete und dem Zeremonienplatz von Upeke. Zu Upeke muss man noch sagen, daß nach einer Sage hier der Baum des Lebens gestanden hat in dem alle Vögel brüteten. Als der Baum umgefallen ist, sind die Äste auf die anderen Inseln der Marquesas gefallen, auf denen sich schließlich die Vögel verteilt haben. Anhand dieser Sage kann man erahnen, wie wichtig dieser Ort für die Ureinwohner war, entsprechend groß auch die Anlage, die nur zum Teil freigelegt ist. Ein Großteil befindet sich im Wald und will entdeckt werden. Natürlich haben wir mit dem Auto auch noch unsere Besorgungen erledigt, vor allem die schweren Getränkedosen sind doch einfacher zu transportieren, wenn man einen fahrbaren Untersatz hat und nicht 4 km hin und 4 km zurück laufen muß, da der Hafen/Ankerplatz doch etwas von der Stadt entfernt ist.

Wir haben die Zeit in Hiva Oa genossen, haben wir doch dort auch wieder unsere neuseeländischen Freunde Gordi und Juliet getroffen, haben Kevin aus Südafrika kennengelernt und…… wieder einmal ein deutsches Boot begrüßen dürfen. Michael und Andrea von der Gleda sind aus Panama angekommen. Ach…und unsere französischen Freunde von der Lazarina sind wieder aus ihrem Heimaturlaub zurückgekommen und haben ihr Schiff wieder fit gemacht und zu Wasser gelassen. So war das Patagonien-Dream-Team wieder beieinander. Schließlich haben wir einige gesellige Abende gemeinsam verbracht, sei es zum Sundowner oder auch zum gemeinschaftlichen Essen.

hier noch etwas andere Kunst, die überall zu finden ist: geht nicht mehr – wird abgestellt und bleibt da

Und täglich grüßt das Murmeltier – die Shopbetreiber der Tankstelle kannten uns dann auch schon. Denn fast täglich nach der Mittagszeit sind wir dort aufgeschlagen, haben unseren Eisbecher aus der Tiefkühlung genommen und ein Eis gelöffelt, während wir zum Kontrollgang in den Yardbereich gegangen sind, um zu sehen, wie die Arbeiten an den Booten unserer Freunde vorwärts gehen. Denn sehr viele, die wir bisher in FP kennengelernt haben, haben ihr Boot dort aus dem Wasser geholt, um einige Arbeiten, vor allem den Unterwasseranstrich, zu erledigen. Da muß man schon mal schauen, ob das allen ordnungsgemäß vorwärts geht! Als dann einmal kein Eis an der üblichen Stelle zu finden war und wir nachfragten, wußte die Dame gleich, was sie uns aus dem Lager zu holen hat 😊

Wir hatten das Glück, daß wir einen einigermaßen guten Ankerplatz im kleinen Hafenbecken erwischt haben. Ziemlich hinten drin, weit weg vom täglichen Schiffsverkehr. Der ein oder andere mußte schon mal verlegen, als das Versorgungsschiff ankam und manövrieren mußte. Auch war unser Platz noch relativ gut geschützt vom Schwell, so daß unser „Gewackel“ nicht ganz so groß war wie von manch anderen. Wir haben dann auch einen Tag genutzt, um kurz an den Pier zu verlegen, dort festzumachen, wo normalerweise die kleine Fähre liegt und unser Ankergeschirr auf der Pier aufzulegen, zu reinigen, zu drehen und die Farbmarkierungen für die Tiefenangaben neu aufzutragen (mit der Sprühdose farbliche Streifen sprühen). Dabei konnten wir feststellen, daß das Wasser in diesem Hafenbecken ganz schön aggressiv sein muß. Unser schöner Edelstahlanker strahlt plötzlich in einem Orangeton.

Aber egal, funktionieren muß er und nicht schön ausschauen. Kaum liegen wir wieder an unserem Ankerplatz, kommt die Fähre auch schon wieder zurück – das nennt man Timing.

Und schon naht der Abschied – wir wollen noch einige Tage auf die Nachbarinsel Tahuata in die Hanamoenoa-Bucht mit ihrem weißen Sandstrand und den täglichen Mantabegegnungen. Auch einige der hier liegenden Boote wechseln in diese Bucht, so daß unser Grüppchen doch noch nicht ganz auseinandergerissen wird. Bei der kurzen Überfahrt stellt wir auch fest das uns einiges an Geschwindigkeit fehlt. Eigentlich dachten wir, daß sich bei dem dreckigen Brackwasser im Hafenbecken der Unterwasserbewuchs in Grenzen hält, falsch gedacht.

So war die erste Amtshandlung in der sauberen Bucht Hanamoenoa: Unterwasserschiff sauber machen. Das Ganze hat sich über zwei Tage gezogen, bis die ganzen Seepocken wieder ab waren. Leider sind bei dieser Aktion ein paar Quallen zu nah an die Wade von Jochen gekommen. Im Wasser noch nichts bemerkt, fühlte es sich an Deck wie ein Sonnenbrand an, nur die Röte dazu hat gefehlt. Am nächsten Morgen dann die Überraschung, alles mit kleinen Bläschen übersät. So könne und wollen wir nicht zu unserem nächsten Ziel starten. Erst einmal auskurieren. Schließlich verbringen wir hier auch noch einige schöne Tage, haben zusammen mit Gordi und Juliet und den Dänen von der Sommerwind, Silvia und Frank, ein Lagerfeuer am Strand mit Stockbrot, verbringen zwei Spielabende mit der Crew der Carosy und der Penny Lane und lernen hier dann den nächsten deutschen Neuankömmling kennen – Dirk von der Manus 2. So liegen wir hier kurzzeitig mit 3 deutschen Booten – Gott, wie lange hatten wir das denn nicht mehr – Unterhaltung nur in der Heimatsprache.

ein traumhafter Strand, nur die Welle kann einen manchmal ganz schön von den Füßen hauen…

Auch das Schnorcheln mit den Mantas konnten wir noch einige Male genießen. Und schon hieß es wieder – Wetter beobachten, wir wollen dann doch einmal von den Marquesas wegkommen in die Tuamotus. Hierfür haben wir uns als erste Anlaufstelle das Atoll Amanu ausgesucht, das ziemlich genau 480 Seemeilen südlich liegt; also wieder einmal 4 Tage auf See.

immer wieder ein Erlebniss

So hieß es dann auch, das Boot klarzumachen: die Windsteueranlage wieder montieren, unseren Fred verräumen und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in die Schaps wegräumen oder verzurren.