Von Ua Huka habe ich ja außer vom Festival bisher noch gar nichts erzählt. Hmmm – viel können wir auch nicht erzählen, da wir nicht wirklich mehr gesehen haben, als das kleine Örtchen, vor dem wir vor Anker gelegen haben und dem Festivalgelände.
Von der gesamten Insel haben wir sonst nichts besucht, eine kleine Wanderung zu einem ehemaligen Zeremonienplatz, das war es – gibt wohl auch nicht wirklich viele Möglichkeiten. Wir (also ich) waren dann auch froh, den Ankerplatz zu wechseln. Rollig sind hier ja alle Ankerplätze, aber speziell hier sind doch immer ordentliche Fallböen von den Berghängen heruntergekommen – was sich auch gerade nachts beim Schlafen nicht besonders beruhigend anhört…
So sind wir dann wenigstens noch auf einen Ankerplatz auf der Westseite von Ua Huka gewechselt. Als wir dort angekommen sind, war das Wasser glatt und wir lagen sehr ruhig. So sind wir dann auch gleich noch in unser Dinghi gestiegen und an Land gefahren. Soll es hier doch eine schöne Höhle geben.
Das Anlanden am Strand war dann doch etwas schwieriger, als vom Wasser aus zu erkennen. Es hat sich doch eine kleine Welle dort aufgebaut und gebrochen, so daß wir schnell sein mussten, um das Dinghi auf den Strand zu ziehen. Am Strand gab es in den Felsen dann gleich ein paar Petroglyphen zu entdecken, bevor wir auf den Hügel hinaufgestiegen sind. Von oben ging es dann in eine leicht zugängliche Grotte und wir konnten von oben auf das strahlende Blau des Wassers über dem Sandgrund blicken. Das Wasser wurde mit jeder Welle ordentlich hereingedrückt und hat ein lautes Grollen von sich gegeben. Das sind schon gewaltige Kräfte, obwohl es keine großartigen Wellen draußen auf dem Meer gab. Aber wenn das Wasser mit der Dünung durch ein kleines Loch gepresst wird, entsteht doch ordentlich Druck. In der Nähe der Grotte fanden wir auch sehr viele Hinterlassenschaften der hiesigen freilaufenden Ziegen – scheint es sich hier doch auch für sie um ein schattiges „Heim“ zu handeln, das Sicherheit bietet.
Zurück zum Strand und mal sehen, wie wir von diesem wieder wegkommen. Vorsichthalber habe ich schon mal meinen Rock ausgezogen. Das hätte ich mit dem T-Shirt auch mal machen sollen, denn wie vorhergesehen, war ich komplett naß, bis das Dinghi im Wasser und über den brechenden Wellen war. Aber zum Glück ist es ja warm und das Wasser auch nicht kalt.
Leider mußten wir dann am Boot feststellen, daß es nun auch hier rollig war – kein Wind und das Boot steht quer zu Welle – also eine weitere Nacht mit unruhigem Boot. So sind wir dann auch gleich am nächsten Morgen frühzeitig losgefahren, um nach Nuku Hiva überzusetzen. Eine Strecke von etwa 30 Seemeilen, was gut in einer Tagesetappe zu schaffen ist.
Auf Nuku Hiva wollen wir einige Zeit verbringen, da doch rund um die Insel wunderschöne Ankerplätze sein sollen. Dies ist die zweitgrößte Insel Polynesiens und bietet in seiner Hauptstadt (was man als Hauptstadt bezeichnen möchte) gute Versorgungsmöglichkeiten und auch die Chance, wieder einmal ein Restaurant zu besuchen.
So sind wir zunächst in die nächstgelegene Ankerbucht, die Controllers Bay eingelaufen und haben unseren Anker geworfen. In dem kleinen Örtchen dieser Bucht gibt es zu unserer Freude eine Boulangerie, in der wir neben dem obligatorischen Baguette auch köstliche Croissants und Schokoteile erwerben können. Was ein Genuss! Da es hier einen Wasserfall geben soll, haben wir uns am nächsten Morgen natürlich auf den Weg gemacht, ohne genau zu Wissen, wie weit wir eigentlich laufen müssen. Netterweise hat uns ein Herr des hiesigen Wasser-/Energieversorgung in seinem Pickup mitgenommen, so daß wir uns einen mühsamen Marsch erspart haben. Der Weg war einfach doch etwa 7 km, was bei dieser Hitze echt unangenehm ist. An den Wasserfall selbst sind wir leider nicht herangekommen. An dem kleinen Flußlauf sind wir ausgestiegen, der Mann ist seiner Arbeit nachgegangen: den Rechen vom Laub befreien und die Anlage prüfen.
Wir haben dann versucht, in dem Flußlauf voran zu kommen, um an den Wasserfall heranzukommen. Ein unleidiges Unterfangen. Kaum am Wasser wurden wir schon von den Heerscharen an Moskitos überfallen. Unser Mückenspray hat diese nicht wirklich abgehalten. Da mir die Steine dann irgendwann zu hoch wurden, bin ich dann umgedreht und Jochen hat dann noch versucht, etwas weiterzukommen. Aber er hat dann auch irgendwann vor den Mücken kapituliert. So sind wir dann den Weg wieder zurückmarschiert, um an der Boulangerie als Belohnung nochmals ein kühles Getränk zu uns zu nehmen.
So war der Ankerplatz vor der Stadt auch unser nächstes Ziel für den nächsten Morgen, um hier auf alle Fälle Weihnachten zu verbringen. Dies bedeutete lediglich eine Fahrtzeit von etwa 1,5 Stunden. Bei unserer Ankunft wurde uns gleich von einem anderen Boot mitgeteilt, daß am Abend ein Festival mit öffentlichem Essen (wie in Ua Huka) stattfindet. Da gehen wir natürlich hin. Was ein Kulturschock 😊 Der Festplatz quillt über von Schneemännern aus Fässern und Reifen, aus blinkenden und blitzenden Lichtern, ein Kaminzimmer wurde nachgestellt – mehr Kitsch, als deutsche Weihnachtsmärkte zu bieten haben. Und alle haben etwas auf dem Kopf – sei es ein Haarreif als Elch, blinkende Mützen, und, und, und. Das Essen war dann auch sehr lecker und die Vorführung war quasi nochmals das, was wir in Ua Huka gesehen hatten. Hinzu noch eine reine Kindergruppe im Vorfeld. Sehr schön, aber irgendwie merkwürdig in dieser Weihnachtsumgebung.





Nuku Hiva ist eine tolle Insel. Die Küste wirkt bei der Anfahrt rauh und felsig zerklüftet. Im Inneren ist diese jedoch grün und dicht bewachsen. Hier gibt es auch alle Arten von Früchten: Brotfrucht, Papaya, Mango, Sternfrucht, Bananen, Pampelmuse….
Fast alle Boote, die vorher in Ua Huka waren, haben sich über die Feiertage hier versammelt. So haben wir den Weihnachts- und Silvesterabend zusammen mit einigen anderen englischsprachigen Booten (wir nennen es die No-Francais-Conection) verbracht. Hierfür durften wir die Tische und Bänke eines Imbisses direkt am Pier benutzen. Jeder hat etwas zu Essen und Trinken mitgebracht und wir haben dann zusammengesessen, alles geteilt und eine schöne Zeit gemeinsam verbracht.

Wir haben zusammen mit eben diese 3 anderen Booten 2 Autos geliehen und sind einen Tag lang über die asphaltierten Straßen in andere Buchten gefahren. Die Insel hat auch recht hohe Berge, so daß sich auch die Vegetation ziemlich ändert. In den Bergen sind wir in den Wolken gefahren und hier oben sah es fast so aus wie zu Hause im Allgäu oder Oberbayern: Nadelbäume und Tierweiden. Nur, daß hier die freilebenden Pferde dann einfach so auf oder direkt neben der Straße stehen und man beim Fahren um eine Kurve aufpassen muß, daß nicht plötzlich ein Tier vor dem Kühler steht. Auf der Nordseite der Insel haben wir dann unter Mittag in einem sehr leckeren Restaurant Halt gemacht und köstlich gegessen. Zum ersten Mal haben wir Brotfrucht gekostet – diese wird wie Kartoffel gekocht und hier dann zusätzlich frittiert. Wir haben noch nirgend so viele neue Dinge kennengelernt wie in Polynesien (gut, wir waren ja auch nie in der Karibik – da gibt es das wohl auch alles). In der Nähe der kleinen Ortschaft war dann noch eine Ruinenstätte der Ureinwohner. Die Stätte wurde vor einiger Zeit freigelegt und die Gebäude nachgebildet. Auch hier wieder beeindruckend wie vor langer Zeit riesige Steinblöcke passgenau bewegt und gesetzt wurden. Bis wir dann die beiden asphaltierten Straßen abgefahren hatten war es dann schon dunkel als wir zurück waren. Leider hatte wir kein Allradfahrzeug, sonst hätten wir eine Rundstrecke fahren können. Bei Ankunft im Ort entdeckten wir dann eine hell beleuchtete Sitzgruppe, wir stoppten und wurden auch gleich Begrüßt. Es war ein offenes Restaurant und der Abendsnack war gesichert. Es stellte sich dann noch heraus das sich hier die Einheimischen zum Bingo spielen treffen.
Wir haben dann noch einen Ankerplatz im Norden der Insel besucht, die Anaho-Bay. Eine schöne Bucht ohne Anbindung an eine Straße, in der sich wieder etliche bekannte Boote versammelt hatten. Von hier aus konnten wir eine Wanderung machen, Richtung Osten zu einer großen Bucht mit sehr langem Sandstrand. Diese riesige Bucht ist leider nicht zum Ankern geeignet, da sie komplett nach Osten, also der vorherrschenden Wind- und Wellenrichtung offen ist. Auf dem Weg dorthin (ein reiner Fußpfad) kamen wir bei einem „Bauern“ vorbei, der hier auf 10 Hektar Fläche Gemüse und Obst anbaut. Alles von Hand, ohne Hilfe eines Traktors oder anderen schweren Gerätes. Lediglich 5 Pferde dienen ihm zum Transport des Gemüses in die Anaho-Bay, wo es dann auf Boote verladen wird zum Verkauf in der Stadt. Diese 10 Hektar bewirtschaftet er mit seiner Frau und seinem Sohn – eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, wie üppig hier alles wuchert. Da bedarf es schon ordentlicher Pflege, alles in Schuss zu halten, damit nur das wächst, was man auch haben möchte. Wir haben uns bei ihm dann auch mit Gemüse und Obst eingedeckt.
In Richtung Westen konnten wir dann von dieser Bucht noch in die Nachbarbucht (in der wir zuvor schon mit dem Auto waren) laufen, die dann wieder Anbindung an den Straßenverkehr hat. Der Weg dorthin geht über den Bergrücken und war wohl früher auch einmal ein befahrbarer Weg. Aber die Einwohner der Bucht wollten das nicht und haben den Weg nicht gepflegt, so daß man wirklich nur zu Fuß oder Pferd (evtl. auch mit einem passendem Motorrad) hierher kommt. In der Bucht hat man dann die Möglichkeit, ein Restaurant zu besuchen oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Aber: der Weg ist das Ziel und es war eine schöne Wanderung bergauf- und -ab.
Weiter ging es bei unserer Inselumrundung dann noch auf die Westseite der Insel. Der Weg dorthin war wieder einmal sehr spannend. Auf der Nordseite der Insel hatten wir ja den Wind von hinten, ebenso die Wellen, die nicht gerade klein waren. Dann ging es „um’s Eck“, war der Wind dann natürlich aufgrund der Berge weg und die Dünung ebenso. So ist das halt, wenn man in einen Inselschatten fährt, ähnlich wenn man um ein Häusereck geht und sich in den Windschatten stellt. So ging es von viel Wind auf ziemlich null Wind.
Auf der Westseite der Insel haben wir noch zwei weitere Buchten besucht. In der Anse Tapueahu konnten wir eine Wanderung im trockenen Flussbett machen hinein in den „Grand Canyon“. Diesen hatten wir bei unserer Inselrundfahrt schon von einem Aussichtspunkt gesehen. Wieder eine spektakuläre Landschaft! Das Flußbett alleine war schon gigantisch – was hier an Felsen drin war. Wie gerne würde ich das mal sehen, wenn hier Regenzeit ist und der Fluß sich füllt. Momentan ist hier ja alles trocken. Hohe Felswände zu beiden Seiten und dann die vielen Vögel, die hier an den Felsen nisten. Überall an den Hängen sieht und hört man die Ziegen. Bilder können dies überhaupt nicht wiedergeben. Wir versuchen es jedoch immer wieder entsprechend einzufangen.
Danach ging es wieder auf die Südseite der Insel, in die wohl geschützteste Bucht – der Daniel’s Bay. Sind wir auf der Westseite mit wenig Wind und Welle gestartet (der Wind kam zu unserer Überraschung aus Südwest!), wurde es am Südkap wieder ordentlich ruppig. Hier traf uns dann wieder die Welle aus Ost und der Wind setzte auch wieder kräftig aus dieser Richtung, als wir aus dem Inselschatten herauskamen. Aber wir konnten alles gut segeln, mußten jedoch ordentlich gen Süden ziehen, um die Daniel’s Bay dann unter Segel anlaufen zu können. Und wirklich: da kommst Du mit ordentlich Wellengang in die Bucht angeschaukelt und kaum geht es etwas um das Eck, wird es total ruhig. (Naja: für die hiesigen Verhältnisse total ruhig 😊)
Hier kann man ebenso in ein kleines Örtchen und zu einem Wasserfall laufen, was wir natürlich auch gemacht haben. Der Wasserfall selbst ist jetzt nicht gigantisch: es hat ja grad wenig Wasser. Aber der Weg dahin war wieder einmal toll und der Wasserfall befindet sich am Ende eines langen, schmalen Canyons. Rundherum steil aufragender Fels mit einem kleinen Flußlauf und üppigem Grün. Aufgrund der Mücken haben wir es uns verkniffen, uns auszuziehen und in das Wasser zu hüpfen.
Jochen ist dann auch nochmal alleine losgezogen, um einen der umliegenden Gipfel zu besteigen. Mir ist das in dieser Hitze einfach zu anstrengend und zu steil. Ich begnüge mich dann auch mit seinen Fotos.
Nach der Daniel’s Bay ging es noch einmal zurück in die „Hauptstadt“ Taiohae. Ein letzter gemeinsamer Abend in der Pizzeria mit Roy und den Neuseeländern, noch einmal Shopping und dann verlassen wir Nuku Hiva in Richtung Ua Pou. Wir wollen ja doch mal weiterkommen.
Wir hoffen, daß unsere Fotos einigermaßen ausdrücken, was wir hier an Natur vorfinden und bei Euch das Reisefieber wecken 😊

























































































































































































































































































