Willkommen in den Cookinseln

Die Cook´s bestehen aus 15 Inseln, die über ein recht weites Gebiet verstreut sind (236,7 km² Landfläche und insgesamt 1.969.553 km² Wirtschaftszone lt. Wikipedia). Es gibt insgesamt nur 3 Einreisehäfen, wir entscheiden uns für Aitutaki, da dies am ehesten auf unserer Route liegt. Die Cookinseln sind ein unabhängiger Staat, aber eng an Neuseeland verknüpft und alle Bürger sind Neuseeländische Staatsangehörige. Auch die Währung ist der neuseeländische Dollar, wobei es aber eigene Münzen und Scheine der Cooks gibt, die nur hier anerkannt sind. Dabei handelt es sich bei den Münzen auch um begehrte Sammlerstücke, da z.B. die 2-Dollar-Münze dreieckig ist. Wir sind jetzt definitiv auch in „Rugby“ angekommen – ab hier wird dies wohl der Nationalsport sein.

Soviel zum Thema Cookinseln. Wer interessiert ist, kann gerne selbst nachlesen. Daher nun zu Aitutaki. Diese Insel ist ein Urlaubsgebiet der Neuseeländer und Australier mit einigen schönen Hotelanlagen. Hier wird viel Wassersport angeboten: Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Kiten, Wingfoilen…. Wir selbst dürfen mit unserem Fred leider nicht in der Lagune umherfahren und selbst erkunden. Dies ist hier verboten. Angeblich zum Schutz des Riffes, aber doch hauptsächlich, um den Einheimischen einen Verdienst zu ermöglichen. Eine einzelne Taxifahrt zur „Honeymooninsel“ schlägt gleich mal mit 30 € einfach pro Person zu. Wir verstehen natürlich das Interesse, den Einheimischen eine Verdienstmöglichkeit zu gewähren – aber dafür sind wirklich genug Pauschaltouristen hier. Die paar Segler würden nicht weh tun, wenn die selbst herumfahren könnten.

Die Passeinfahrt ist noch gar nicht so lange für uns zu befahren. Die ursprüngliche Tiefe betrug nur knapp über einen Meter. Die Insel setzt seit einiger Zeit auch auf die Segler, so wurde die Einfahrt bereits auf 4 m Tiefe ausgegraben und der Hafen soll jetzt nach und nach auch fertig gestellt werden. Wir kommen quasi mitten in der Baustelle an, alles verändert sich täglich und man muss schauen, wo man sich ein Plätzchen ergattern kann. Die Einfahrt selbst ist unter den Seglern schon etwas berüchtigt, schmal, lang und mit viel ausgehender Strömung. Für uns heißt es da das richtige Timing zu treffen. Ist man erst einmal drin, gibt es kein zurück mehr, kein Platz für Experimente. Der Hafen selbst benötigt anlegen nach patagonischer Art (oder offiziell: römisch-katholisch wie im Mittelmeer): Anker schmeißen und dann rückwärts an den Rand und Landleinen über das Heck ausbringen. Was sind wir froh, unsere langen Leinen noch zu haben. Alles wird schon draußen vor dem Atoll vorbereitet, drinnen muss es schnell gehen. Über die örtliche WhatsApp-Gruppe gibt man Bescheid, wann die Ankunft ist – ein paar helfende Hände für die Leinen stehen dann bereit.

Aitutaki Hafenbaustelle, in der Mitte wird derzeit eine Mole für den Bagger aufgefüllt, damit alles ausgebaggert werden kann. Leider haben wir vergessen ein Bild von unserem Platz zu machen. Wir liegen links vom Bild und an den Betonblöcken, die man in der Mitte sieht werden die Landleinen befestigt.

Wir kommen so langsam zur Passeinfahrt, wo soll die bitte wieder sein, wir verlassen uns wieder blind auf die Seekarten. Und siehe da, da taucht sie auf. Verdammt schmal und im Außenbereich brodelt das Wasser von der ausgehenden Strömung. Wir bergen noch unsere Genua, das Großsegel war schon weiter draußen runtergekommen, drinnen ist einfach kein Platz und keine Zeit, um es zur Unterstützung gegen die Strömung oben zu lassen. Die Maschine muss genügen. Die Anspannung steigt, je näher unser Zuhause dem Pass kommt. Die waschbrettartigen Wellen sind erreicht und wir werden auch gleich von der Strömung gebremst, da muss noch mehr Gas gegeben werden. Sobald das Außenriff erreicht ist beruhigt sich gleich das Wellenbild, aber die Strömung steigt und steigt. Jetzt gebe ich schon fast Vollgas und wir kommen gerade mal so auf 1 kn Fahrt über Grund vorwärts. Die ein oder andere Kurskorrektur in der schmalen Spur muss auch noch sein, bevor nach 100 m die Strömung so langsam wieder abnimmt und das Gas so langsam wieder reduziert werden kann. An der Seite stehen einzelne Stangen, nach denen man sich richten kann, die Riffkante ist aber auch so gut zu erkennen. Nach 500 m ist dann auch der erste Spuk vorbei und die Anspannung fällt etwas ab. Jetzt kommt noch das Anlegen. Im Vorfeld hatten ich schon abgestimmt, wo ich mich hinlege, ein paar aktuelle Drohnenaufnahmen von anderen Seglern erleichtern die Orientierung. Die helfenden Hände stehen am Ufer auch schon bereit, wir lassen den Anker fallen und ich ziehe zurück, während Sabine noch entsprechende Ankerkette auslässt. Der Anker scheint auch gleich gut zu halten, jetzt noch schnell den Steuerstand verlassen und die vorbereiteten Landleien zum Ufer werfen. Die erste Leine ist an einem der Betonblöcke fest, das war es. Für den Rest haben wir dann etwas Zeit, die Anspannung fällt ab. Gut das wir das schon einige Male in Patagonien geübt haben, alles läuft perfekt. Wir bringen noch die zweite Landleine aus und richten das Boot aus. Während wir das Boot aufklaren, steht schon der erste Beamte von der Biosecurity in den Startlöchern. Wir hatten uns draußen über Funk bei der Port Control angemeldet und die freundliche Dame am anderen Ende hat schon alle Behörden organisiert, so soll es sein. Für den Beamten müssen wir aber erst einmal unser Dinghy Fred zu Wasser lassen, damit er zu uns an Bord kommen kann, wird sind halt noch nicht so weit. Kein Problem kommt es vom Ufer, dann komme ich später nochmal vorbei, sehr freundlich. Eine halbe Stunde später sind wir dann soweit und der Beamte steht auch wieder da. Er setzt über und kommt an Bord. Wir werden aufgeklärt das keine mitgebrachten Lebensmittel an Land gebracht werden darf, genauso wie auch der Müll. Einzig hier gekaufte Gegenstände dürfen in den Müll kommen. Er macht noch einen Rundumblick durch das Boot, das war`s auch schon. Er nimmt noch den aktuellen Müll den wir an Bord haben mit und verabschiedet sich. Kurz darauf kommt noch Bob vom Zoll und die Dame von der Gesundheitsbehörde vorbei. Alle sehr freundlich und entspannt. Was es heißt hier krank anzukommen, erfahren wir einige Tage später. Ein kleines Kreuzfahrtschiff legt sich draußen vor Anker und fährt einige Stunden später wieder ab. Wie wir erfahren haben, gab es wohl 6 kranke Personen an Bord, so wurde dem ganzen Schiff die Anlandung verweigert, konsequent kann man da nur sagen. Nach den ganzen Formalitäten dürfen wir auch offiziell das Land betreten, was wir dann auch nutzen. Aber erstmal um unseren Freunden Isabell und Jeff von der „Ouante Vas“ beim Festmachen zu helfen. Sie kommen etwa 3 Stunden später nach uns an. Ich hatte sie schon benachrichtigt über die Örtlichkeiten hier. Auch sie schmeißen den Anker, der aber nicht hält. Erst beim zweiten Versuch scheint er zu greifen. Die Leinen werden versucht an Land zu schmeißen, aber leider ein einziges Leinenchaos, ich komme an Bord um zu helfen. Wir schaffen es gerade so das Schiff in Position zu halten bis das Chaos entwirrt ist und das Schiff sicher vertäut ist. In dem Moment, als die Beiden ihr Dinghy zu Wasser lassen, löst sich ihr Anker erneut. Ich gebe Isabell Anweisungen wie sie das Boot in Position halten kann. Wir machen ihr Dinghy mit dem Außenborder startklar und sichern das Schiff nach vorne mit einem unserer langen Landleinen quer hinüber zu den großen Schiffscontainern und blockieren damit den ganzen Hafen. Die Einheimischen, die gerade aus- oder einfahren wollen haben Verständnis und nehmen es gelassen. Wir nehmen den Anker samt Kette ins Dinghy auf und bringen diesen dann wieder aus. Bei dem Versuch die Kette auf Zug zu bekommen reisst der Anker wieder aus, welch ein Drama. Wieder kommt der Anker mit Kette ins Dinghy und das Spiel wiederholt sich noch einmal. Bei diesem 4. Versuch scheinen wir dann Glück zu haben. So langsam fällt die Anspannung auch bei Ihnen. Ich bin gerade auf unserem Boot zurück, als sich deren Anker ein weiters mal selbstständig macht. Schnell eilen wir wieder zur Hilfe und das Spiel beginnt von vorne. Dieser Versuch sollte jetzt aber wirklich der letzte sein. Wie das Beispiel zeigt, so kann es auch gehen, da haben wir ja Glück gehabt. Für Isabell und Jeff war es das erste Anlegemanöver dieser Art, ich denke das nächste Mal sind sie besser vorbereitet und wissen, was zu tun ist.

Anschließend ist es Zeit für die erste Erkundungstour in dem kleinen Städtchen. Für den nächsten Tag ist dann ein kräftiger Wind vorhergesagt. Ich plane am Morgen noch einen Landleine an den Bug anzubringen, um den Anker etwas zu entlasten. Gesagt getan. Aber genau in diesem Moment bricht der Anker von Jean-Luc, dem Nachbarboot, das vor uns schon da war, aus. Ich sichere sein Boot über eine Bugleine von uns aus. Das mit dem Anker ins Dinghy aufnehmen und wieder ausbringen kennen jetzt ja schon alle zu genüge, alles geht gut koordiniert und schnell von der Bühne, der erste Versuch ist auch gleich von Erfolg gekrönt. Ein Wunder das unser Anker hält, bei 4 m Wassertiefe und nur 10m Kette draußen. Zur Sicherheit holen wir unser Eisen auch noch einmal hoch, er hat verdammt gut gehalten. Aber sicher ist sicher, der Wind wird nicht weniger. So haben wir dann 30 m Kette draußen, beruhigt das Gewissen und lässt einen ruhiger schlafen. Dieser Hafen ist halt derzeit in Bearbeitung und die „Mono-Alley“, wo Einrumpfboote mit Tiefgang wie wir ankern können, ist sehr begrenzt. Da ist zwischen Bug und gegenüberliegender Mole nur etwa 10 Meter Platz. Wir haben uns schließlich etwas schräg ausgerichtet, um die 30 m Kette ausbringen zu können.

Nach der Anfangsaufregung haben wir dann ein paar entspannte Tage auf der schönen Insel. Wir können unseren Berg Wäsche wieder mal zu vernünftigen Preisen waschen lassen und der Hol- und Bringservice für kleines Geld macht es auch noch einfach. So leihen wir uns Tags darauf mit Isabell und Jeff zusammen Scooter aus, um eine Inselrundfahrt zu unternehmen, bei der wir alle Sehenswürdigkeiten abklappern. Zuerst erklimmen wir zu Fuß den höchsten Punkt, um die Aussicht über das Atoll zu genießen auf 124 m Höhe. Anschließend geht’s vorbei an dem kleinen Flughafen und Golfplatz (!) zur blauen Lagune mit einem Mittagssnack in dem dortigen Restaurant. Dieses war sehr liebevoll dekoriert mit altem Schiffszubehör. Weiter auf unserer Inselrunde geht es zum Crazy-Tree, einem riesigen Baum, der quer über die Straße wächst und man quasi „im Tunnel“ durchfährt. Schnell noch eine alte Versammlungsstätte gesucht, bevor wir jetzt aber einen Kaffee haben wollen. So fahren wir zu einem kleinen Cafe, dem Avatea-Cafe, das sehr gute Kritiken hat. Leider ist es bereits 15 Uhr und sie haben geschlossen. Ähnlich wie überall im Pazifik bisher sind hier die Restaurants, Cafes etc. von 10 – 14 Uhr und dann wieder ab 17 Uhr geöffnet. Das können wir Europäer mit unserem 15-Uhr-Kaffee-trinken-gehen-wollen nicht verstehen….

Aber: es gibt ja ein Restaurant, das durchgängig den ganzen Tag offen hat!!! Also gehen wir halt da hin. Ach ja: der Tag fing ja super an mit den Scootern. Wir bekamen diese an die Boote geliefert. Sabine und ich wollten dann noch schnell unsere Gasflasche zum Füllen bringen und sind schon mal vorausgefahren. Weit sind wir nicht gekommen. Bereits nach 300 Metern mussten wir anhalten, da der Vorderreifen platt war. So standen wir vor der Touristinfo, die natürlich geschlossen war, da Samstag ist. Aber eine nette Dame hielt an, fragte ober wir Hilfe gebrauchen könnten und rief für uns beim Verleiher an, der dann auch kam und einen neuen Vorderreifen brachte. Bis dieser da war, haben uns auch Jeff und Isabell eingeholt 😊

Wir haben dann auch noch zu Fuß eine kleine Farm besucht, wo man diverse Gemüse, Salate und Kräuter kaufen kann. Leider gab es derzeit noch nicht so viel – ist ja Winter. Aber immerhin haben wir wieder einmal einen frischen Salat, der sogar schon geputzt ist und das noch zu einem recht fairen Preis. Und obendrein bekamen wir dann auch noch 4 Papaya geschenkt. Wir haben es wieder einmal genossen, lecker Essen zu gehen – nicht nur Steak oder Burger, was hier überall so üblich ist. Auch wollten wir die Happy Hour in einem Hotel nutzen. Die Stunde stimmte, aber das mit dem Happy müssen wir noch mal üben. Es gab eine spezielle Happy-Hour-Karte mit 4 alkoholischen Cocktails, die jeweils etwa 1,50 € günstiger waren, als auf der normalen Karte. Da waren wir von Happy ganz weit weg….

Wir haben am Abend dann in besagtem Hotel noch eine Tanzvorführung angeschaut. Diese wird 2 mal wöchentlich dargeboten und die Gäste können vorher an einem Buffet teilnehmen. Dieses Geld sparen wir uns und kommen einfach direkt als Zaungäste zur Vorstellung. Das ist gar kein Problem und machen einige hier.

Alles in allem muß man sagen, daß es uns hier schon sehr gugt gefallen hat. Die Menschen sind unwahrscheinlich freundlich und suchen das Gespräch. Kaum stehst Du irgendwo und guckst etwas dumm in der Gegend rum, schon wird Dir Hilfe oder eine Autofahrt angeboten, wenn man die Straße langläuft. Die Häuser und Gärten sind gepflegt und alles sieht sehr ordentlich aus. Es gab leckeren Kaffee und Smoothies und auch eine kleine „Dorfdisco“ war vorhanden.

Von Aitutaki aus wollen wir weiter nach Palmerston. Diese Insel gehört auch zu den Cook’s, man benötigt jedoch eine Genehmigung (Permit) hierfür und muß diese per E-Mail beantragen. Dies haben wir bereits gemacht, als wir angekommen sind. Eigentlich wollten wir auch eine Einwohnerin von Palmerston aus Aitutaki mitnehmen, die über die WhatsApp-Gruppe eine Mitfahrgelegenheit gesucht hatte. Denn es gibt dort keinen Flughafen und auch keine Fährverbindung. Jedoch hat sie uns 2 Tage vor der geplanten Abfahrt mitgeteilt, daß sich bei ihr etwas verzögert und sie in der kommenden Woche mit einem anderen Boot mitfährt. So haben wir entschieden, nicht bis Samstag mit der Abfahrt zu warten und schon am Freitag loszufahren. So haben wir definitiv auch bessere Bedingungen.

Also wieder zu unserem Zoll und ausklarieren und alle Schulden bezahlen. Hier gibt es eine Gebühr für die Biosicherheit, für die Gesundheitsbehörde, eine Hafengebühr für das Ankern sowie eine Abreisegebühr. Alles in allem kommt da schon ein schönes Sümmchen zusammen, dafür daß wir in so einer Baustelle ankern. Aber: wir sind am Ende der Welt!

Das schöne hier ist, daß in den WhatsApp-Gruppen auch Einheimische aktiv sind und vor allem auch die, die für etwas zuständig sind. Diese kümmern sich und helfen, wo sie können. So hatten wir im Vorfeld bereits Kontakte nach Palmerston geknüpft und nachgefragt, ob noch etwas benötigt wird, was wir mitbringen können. Da wir aber ja eigentlich eine Dame mitnehmen wollten, hat niemand mehr sonst noch etwas beauftragt – ging man doch davon aus, daß unser Boot schon voll wird.

So sind wir dann am Freitagmorgen mit dem ersten Tageslicht gegen 7.30 Uhr aufgebrochen und haben unsere Leinen gelöst und den Anker gelichtet. Alles lief reibungslos. Der Hafen war inzwischen leer – nur noch Pat und wir waren da. So hatten wir Platz zum hantieren und mussten nicht auf andere Schiffe aufpassen; wir konnten mit Ruhe unsere langen Landleinen aufrollen und gleich wieder verräumen (3x 100 Meter Leine wollen erst mal aufgerollt werden), während wir noch am Anker hingen und den Platz in der schmalen Gasse für uns hatten.

Fahrt in den Sonnenuntergang

Die Passausfahrt war total entspannt und noch war das Meer ruhig im Inselschatten. Wir setzten die Segel und setzen Kurs auf Palmerston. Nach kurzer Zeit setzt dann die Dünung und Windsee ein, auch wenn die Wellen nicht all zu hoch sind, sind deren Abstände recht kurz und die Fahrt etwas ruppig. Aber alles nicht so schlimm, die 210 sm schaffen wir bis zum späten Samstagnachmittag. Gerade noch rechtzeitig, daß uns Edward und Julianna besuchen kommen und den Check-in erledigen. Wir werden noch schnell über die Gepflogenheiten der Insel aufgeklärt und das war es. Hier liegen wir im Außenbereich des Atoll´s an einer Boje. Edward hat hier einige Bojen mithilfe von anderen Seglern installiert, um das Korallenriff zu schützen. Einen Pass in das Atoll für Schiffe gibt es nicht. Die Öffnung durch das Riffdach ist so klein und flach, das man es nur mit kleinen Booten befahren kann. Es wird auch empfohlen, nicht mit dem eigenen Dinghy zu fahren, zu schwierig ist der Zugang. So kommt es, daß wir gleich mit Edward einen Shuttle für Sonntagfrüh um 9 Uhr verabreden, denn um 10 ist Kirche, da muss er zurück sein. Fast pünktlich kommt er dann am nächsten Morgen an, um uns abzuholen, wir erleben so live die Durchfahrt. Aber als wir auf ihn warteten, tauchten 50 m neben unserem Boot zwei Buckelwale auf, welch ein Erlebnis die Giganten der Meere zu beobachten, immer wieder. Ich überlege noch kurz, ob ich mich schnell ins Wasser begebe, ein Traum von mir ist es, diese Tiere auch mal Unterwasser zu sehen, aber ich verkneife es mir, es kommt bestimmt noch eine Gelegenheit. Edward kennt natürlich die Örtlichkeiten hier im Schlaf und zirkelt das Boot, nachdem wir eingestiegen sind, durch Strömung und Untiefen. Wir werden dann herzlich von der Familie empfangen und werden zum Mittagessen eingeladen. Zuvor geht es aber noch in die Kirche, wir gehen da auch mit. Aber Sabine hat nur kurze Hose und Shirt an, das geht gar nicht. So bekommt sie von Meli, Edwards Schwiegertochter, noch ein passendes Outfit, Kleid und Hut verpasst. Ich hatte mir schon vorsorglich eine lange Hose mitgebracht. So haben wir von den 37 Inselbewohnern schon einmal 21 gesehen. Was die paar Leute für eine Lautstärke beim Gesang an den Tag legen war auch schon sehr beeindruckend, wobei noch Mann und Frau mehrstimmig das ganze gestalteten. Zurück am Haus gab es dann leckeres Essen und das ein oder andere wurde ausgetauscht. Der Nachmittag ist hier, am Tag des Herrn, ganz der Entspannung gewidmet, alle legen sich zum Schlafen hin. Wir machen uns da auf die Socken und erkunden das kleine Eiland. So staunen wir, als wir die Schule besichtigen: nicht schlecht für die 11 Kinder, die hier leben. Daneben gibt es gleich noch einen Lerngarten, in dem Gemüse angebaut wird. Ob das einmal Früchte trägt und die Bewohner ihr eigenes Gemüse anbauen ist aber eine andere Frage. Es ist natürlich sehr mühselig hier etwas anzubauen, aber Zeit hätten sie ja. Gleich neben der Schule steht die relativ neue Energiezentrale der Insel, ein kleiner Solarpark mit Batteriespeicher und falls es nicht ausreicht ein Dieselgenerator. So ist es auch nicht verwunderlich, daß auf den kleinen Wegen überall Straßenlaternen angebracht sind, ein Kuriosum das wir so nicht erwartet hätten. Leute sind um diese Uhrzeit sonst keine zu sehen, mit denen man sich unterhalten könnte, so sind wir dann am Strand entlang noch einmal rundherum gelaufen. Zum Teil sind auch noch schwere Baumaschinen zu sehen, wo man sich fragt, wie sie die auf die Insel gebracht haben, leider werden diese nicht gepflegt und werden einfach der Natur überlassen. So steht ein Bagger am Strand, der Fahrerstand ist noch in einem neuwertigen Zustand, nur das Fahrgestell und die Ketten sind schon so von der Salzluft zerfressen, so daß er keine 5 m mehr fahren würde. Wie auf allen bisherigen Inseln fehlt es an Wissen und/oder Ersatzteilen, um alles am Laufen zu halten. So verabreden wir uns noch vor der Abfahrt zurück zu unserem Boot mit Edward für den nächsten Tag, um einen seiner Außenbordmotoren zu reparieren. Für seine Taxidienste übergebe ich ihm noch 10 Liter von dem kostbaren Sprit den wir dabeihaben, wir bekommen wenigsten wieder welchen, wenn wir an einer der größeren Inseln vorbeikommen. Obenauf lege ich noch eine unserer Landleinen von Patagonien, die dankbar angenommen wird. Hier ist alles sehr rar, das Versorgungsschiff kommt nur alle 3- 4 Monate!!!

Am Abend als wir uns ins Bett legen hören wir ein, ich sage mal, rhythmisches Geräusch. Zuerst denke ich wieder mal eine neue Geräuschkulisse am Boot, die ich noch nicht kenne. Was könnte das wieder sein? Nur passt es so gar nicht zu den Bewegungen die das Boot an der Boje macht, was eigentlich der Fall ist. Wir hören beide gespannt und überlegen. Plötzlich ändert sich das Klangbild, es sind Wale, die sich unterhalten. Auch so ein Traum den ich mal erleben wollte, erfüllt, hoffentlich erleben wir noch mehr davon. Da ist unser Aluminiumdampfer ein guter Resonanzkörper und wir hören im Schiff mehr als außerhalb. Ein wirklich krönender Abschluss für einen fantastischen Tag. So sind wir am Montag wieder abgeholt worden. Nach der obligatorischen Begrüßung, Sabine hatte einen Kuchen mitgebracht, der gleich getestet wurde, wollte Edward das wir erst einmal noch die Insel erkunden und nach dem Mittagessen könne wir uns ja mal den Motor anschauen. Da hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht. Ich mache im deutlich, daß ich gleich mit dem Motor anfange, das hat ihn dann, so glaube ich, ganz schön gestresst 😊. So hat er mir dann doch das Problem gezeigt und ich habe mich über den Motor her gemacht. Schnell war klar, daß es nichts Großes ist, das eigentliche Problem, ein hängender Schwimmer im Vergaser, schnell behoben. Laufen tut er leider doch nicht so rund. Ich probiere die Verunreinigungen im Vergaser zu beseitigen, leider sind die so stark, daß mir hier die richtige Ausrüstung fehlt. Ich zeige im am Handy einen Ultraschallreiniger, der hier helfen würde, vielleicht hat einer der nächsten Segler einen dabei oder er bestellt einen und lässt ihn mit dem nächsten Versorgungsschiff kommen. Wie der Zufall so will, soll nächste Woche das Schiff kommen, nur leider ist das zu spät für eine Bestellung, dann halt erst in ca. 3-4 Monaten. Es läuft ja nicht davon, die Uhren ticken hier halt etwas anders. Leider zwingt uns das Wetter schon für den nächsten Tag wieder zur Weiterfahrt. Die einzige Chance noch Wind bis zu unserem nächsten Ziel zu haben. Da wir uns in dem Bereich der Interkonvergenzzone befinden, das viel Windstille und Turbulenzen beinhaltet, das will genutzt werden. Wenn wir nicht abfahren, müssen wir hier für mindesten die nächsten 10 Tage bleiben, das ist uns dann doch etwas zu lange. So verabschieden wir uns nach getaner Arbeit von der Familie und Edward bringt uns am Nachmittag zurück zum Boot. Dort beginnen wir mit den Vorbereitungen für die Fahrt zum Beveridge Riff, die wir am nächsten Morgen starten werden. Früh lösen wir unsere Leine dann von der Boje und blicken ein letztes mal zurück zu dem kleine Eiland auf dem Atoll.

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Die letzten Inseln Französisch Polynesiens

Die Überfahrt von Tahaa nach Bora Bora verläuft unspektakulär und für die hiesigen Verhältnisse easy. Wir haben einen konstanten Wind aus Ost in guter Windstärke und nur eine Welle von etwa 1 mtr, so daß wir nach 5,5 Stunden Fahrt unseren Anker in der Baie Fa’anui werfen können. Unsere Freunde von der Matatoa, die nach uns hereinkommen nehmen sich eine Boje vor dem Yacht Club.

Zu Bora Bora muß man sagen, daß es hier nur zwei freie Ankerplätze gibt, an denen man sich offiziell nur 36 Stunden aufhalten darf. Ansonsten sind hier nur ausgewiesene Muringplätze genehmigt. Und eine Nacht an einer Boje kostet 6000 CFP, bleibt man länger als eine Nacht reduziert sich das auf 4000 CFP pro Nacht – egal an welchen Bojenplatz im gesamten Atoll man geht. Das sind aber immer noch lockere 35 € pro Nacht. Die einzige Inklusivleistung hierbei ist, daß zweimal wöchentlich der Müll direkt am Boot abgeholt wird. Wir müssen unseren Müll halt selber in den Containern am Hafenbecken entsorgen. Bora Bora ist ein Traumziel für viele; stellt sich auch als Exklusiv dar. Die Hotelbungalowanlagen schauen schon super aus, haben aber auch ihren Preis. Ebenso sind Gäste auf Charterbooten auch gerne gesehen, diese lassen viel Geld da. Uns einfaches Segelvolk, das nur durchzieht, will man hier eigentlich gar nicht so gerne haben. Daher werden auch wir uns hier nur kurz aufhalten – wir müssen hier ausklarieren, um FP zu verlassen.

Daher ist unser Ankerplatz auch kein „Super“-Plätzchen, was die Aussicht und die Lage angeht, auch die Tiefe mit über 20 Metern ist wieder ordentlich. Aber das ist uns egal, wir haben unseren tollen Anker und mit Fred ein zuverlässiges Dinghi, das uns überall hinbringt. So liegen wir in einer Bucht hinter den Muringbojen am Yachtclub, die wir in 10 Minuten Fahrt erreichen.  Wir bekommen den Wind, der als Düse zwischen den Hügeln herunterkommt voll ab, hängen aber dadurch immer schön gleichmäßig mit dem Bug im Wind und schwojen nicht herum. Wir haben spürbare keine Welle oder Schwell an unserer Dicken. Lediglich die Fahrt mit dem Dinghi über die Bucht ist meist feucht, da hier die Welle durch den Wind aufgebaut wird und die gegenläufige Dünung etwas Kreuzsee verursacht. Aber es ist warm und das trocknet wieder.

Insgesamt bleiben wir in Bora Bora 6 Nächte, ehe sich das Wetter so ändert, daß sich eine Weiterfahrt lohnt. Nachdem dann auch noch unsere Freunde von der Freefall eingetroffen sind, haben wir gemeinsam dem windigen und regnerischen Wetter hier zu sechst bei Spielenachmittagen getrotzt und auch unseren neuseeländischen Freunden noch unser „Wizard“ beigebracht.

Jochen hatte sich als Ziel gesetzt, den Gipfel von Bora Bora zu besteigen. Da klar war, daß dies ein sehr steiler Anstieg werden wird, habe ich mich von vorneherein ausgeklinkt. Aber Gordi von der Matatoa war Feuer und Flamme. So sind wir zu viert losgezogen und wir Damen sind ein Stück des Weges mit hinaufgegangen, ehe es uns zu steil wird (Juliet hat ein Hüftproblem und ist eh raus). Wir haben dann unsere Bergziegen verabschiedet und sind lieber einen Cafe trinken gegangen, haben noch etwas besorgt und uns auf die JOSA zurückgezogen. Jochen darf nun hier etwas zu seinem Gipfel sagen:

Der Weg war wie schon zu vermuten, steil, steiler, am steilsten. Über 600 Höhenmeter auf weniger als 3 km Strecke sind schon für Seglerbeine beeindruckende Werte. Der Weg, der eigentlich nur über Felsen und Wurzeln geht, gibt noch den Rest dazu; der Vorteil: man hat meistens einen sicheren Tritt und etwas zum Hinlangen. Besonders steile Abschnitte sind mit Seilen zur Unterstützung versehen, ja es gibt sogar einige Trittstufen, die in den Felsen verankert sind. Die Strecke verläuft überwiegend im Wald, so hat man einen ausreichenden Sonnenschutz, die kühlende Brise bleibt da leider aus. Oben angekommen lässt es einen die Anstrengungen aber sofort vergessen, der Ausblick über die Insel ist atemberaubend schön. Man kann den Weg noch etwas weiter gehen zum nächsten Gipfel, der nicht weit entfernt ist. Dieser verläuft auf einem schmalen Grat entlang, bei Windgeschwindigkeiten über 30 kn verkneifen wir uns das aber. So wie die anderen Wanderer auch, die wir hier oben antreffen – viele sind hier nicht unterwegs, zu schwierig der Aufstieg. Der Wind hier oben kühlt einen dann doch recht schnell aus, für unsere Stärkung suchen wir etwas Schutz hinter der halbhohen Vegetation, bevor wir den Abstieg beginnen. Dieser gestaltete sich dann noch schwieriger wie der Aufstieg, aber Ende gut, alles Gut. Wir kommen ohne Blessuren wieder unten an, machen noch einen Abstecher zum Supermarkt um unseren Energiehaushalt wieder etwas aufzufüllen. Leider war es schon Nachmittag und alle Läden, die eine Verköstigung anbieten, haben gerade geschlossen.

Ansonsten haben wir letztmalig Restaurantbesuche genossen und waren bei der Gendarmerie vorstellig, um unsere Ausreisepapiere zu erhalten. Unser ursprünglicher Plan war, am Montag abzureisen. Daher sind wir gleich am Freitag, dem Tag nach unserer Ankunft zur Gendarmerie. Diese müssen die Papiere von Tahiti genehmigen lassen, daher benötigt man mindestens einen Tag Vorlauf (als Europäer – als Nicht-EU kann das auch etwas länger dauern). So sollten wir am Sonntag unsere Genehmigung wieder abholen. Da aber das Wetter sehr schlecht wurde, sind wir am Sonntag nicht mit dem Dinghi über die Bucht übergesetzt und haben uns lieber im Boot verschanzt. Am Montag haben wir dann die Abfahrt auf Mittwoch ändern lassen, also somit am Dienstag unsere Papiere abgeholt. Ja, man muß immer ein bisschen hin und her und her und hin machen. Dieser letzte Gang in die „Stadt“ haben wir dann noch mit einem Besuch in der Eisdiele belohnt. Diese zu finden ist als Nichtwissender gar nicht so einfach. Wir hatten den Eintrag in der NFL-App gefunden. Von der Straße aus ist nicht zu erkennen, daß dort eine Eisdiele ist. Weder eine Werbetafel noch eine Fahne weisen darauf hin – aber Jochen kann ja Eis riechen……

So sind wir dann am Mittwochmorgen aufgebrochen, um die 30 Seemeilen nach Maupiti zu fahren. Für Maupiti muß man ein wirklich passendes Wetterfenster haben. Die Passeinfahrt in dieses Atoll ist sehr schmal, genau auf Nord ausgerichtet und wenn der Südschwell auf diese Einfahrt mehr als 2 Meter beträgt, dann ist es sehr hart, hier hereinzufahren. Dann hat man brechende Welle im Pass und das will man nicht erleben. Daher mußten wir auch die Abfahrt auf Mittwoch verschieben. Wären wir am Montag losgefahren, hätten wir den Pass mit vollem Wind aus Nord und gegenstehender Dünung nehmen müssen – kann man machen, sollte man aber nicht.

Die Überfahrt verlief auch angenehm, leider hatten wir etwas zu wenig Wind für die kleine Welle, so daß die Segel permanent geschlagen hätten. So sind wir unter Maschine und mit gesetzter Genua hinübergefahren. Die Zufahrt auf Maupiti war schon interessant. Von weitem hat man wirklich nur die Insel im Hintergrund gesehen und eine weiße brechende Wellenwand auf die Riffkante. Und da soll ein Loch für uns drin sein?????

Aber je näher wir gekommen sind, umso klarer wurde: ja, da ist wirklich eine schmale Spur, wo keine Welle bricht; schön markiert mit einer grünen und einer roten Tonne. Vor dem Pass gab es einige Wirbel im Wasser, die versucht haben, das Boot zu versetzen. Aber Jochen und unsere Dicke lassen sich da nicht so schnell aus der Ruhe bringen und setzen sich durch. So sind wir bei eigentlich einfachen Bedingungen eingefahren und haben direkt hinter dem Motu am Pass unseren Anker geworfen. Hier lagen bereits 6 Boote, die alle am selben Tagen von Bora Bora rübergekommen sind. Tja, auch die anderen können die Wettervorhersage und die Bedingungen lesen und ihre Chance nutzen.

Maupiti ist bekannt dafür zwei Manta-Spots zu haben. Das bedeutet: es gibt hier zwei Stellen von Korallenblöcken, an denen die sanften Riesen täglich vorbeikommen, um sich von den Putzerfischen die Kiemen und Haut reinigen zu lassen.

Da die Mantas gerne morgens zum Reinigen kommen, heißt das auch für uns zum Frühaufsteher zu werden und schon saßen wir um 7.30 in Fred auf dem Weg zu Mantaspot Nummer 1. Und wirklich. Zunächst haben wir einen einzelnen Manta seine Kreise ziehen sehen, wenig später dann noch eine 3er-Gruppe. Als wir dann an Mantaspot Nr. 2 ankamen, waren schon einige Touristenboote da. Dies ist natürlich eine große Einnahmequelle hier und daher ist auch sinnvoll, als Segler schon früh aufzustehend, bevor die Touristengruppen eintreffen. Hier handelt es sich halt auch gerne einmal um ungeübte Schnorchler, die dann eher ein Wassertreten verursachen und herumplatschen und nicht wissen, wie sie sich ruhig ins Wasser legen, um einfach nur zu Beobachten – vor allem, wenn dann noch etwas Wellenbewegung dabei ist.

Einen kleinen Disput hatten wir mit einem dieser Guides, als wir an einem Morgen am Spot waren. Er hatte eine Gruppe “Schnorchler“ dabei an einer Leine, die er sich hinter herzog. Alle ohne Flossen und er sichtlich überfordert, diese alle bei der Wellenbewegung im Griff zu haben. Er wollte uns dann aus „dem Bild“ scheuchen und erklärte mir dann, daß Jochen auf dem Korallenblock stehen würde. Ohne Worte…. Der Block ist in 3 Meter Tiefe und Jochen mag groß sein, aber das schafft auch er nicht. Wir sind dann einfach etwas weitergeschwommen, die Mantas auch – auch denen war das zu viel des Guten. Wir hatten unsere Momente mit den friedlichen Riesen alleine und haben diese definitv nicht gestört, sonst wären sie uns nicht so Nahe gekommen.

Samstags wird auf dem Motu Tiapa’a von einer Familie ein polynesisches Essen aus dem Erdofen veranstaltet. Hierfür haben wir uns mit mehreren angemeldet und sind gegen 11 Uhr mit dem Dinghi hinübergefahren. Zu diesem Essen kommen auch sämtliche Touristen aus den umliegenden Resorts und Einheimische. Um die 200 Leute werden somit jeden Samstag verköstigt. Hierbei erklärt auch ein Familienmitglied die Insel und die Inselgeschichte. Ebenso werden auch noch kleine Spiele veranstaltet. Leider ist das halt wieder mal alles in einer uns unverständlichen Sprache: französisch. Isabell war so nett und hat uns einige Teile übersetzt. Es war ein geselliges Vergnügen und wir haben dann auch gleich noch ein weiteres Segelboot aus Neuseeland kennengelernt. Für den Abend haben wir dann spontan einen Sundowner auf der JOSA vereinbart, wo wir einen wirklich schönen Abschluss für diesen Tag mit 7 Personen von 4 Booten hatten. (Und JOSA ging nicht unter)

Ein weiterer interessanter Punkt auf Maupiti war auch die Besteigung des hiesigen Gipfels. Jeder hat uns erzählt, daß wir da hinauf müssten und so ein toller Blick über die gesamte Lagune wäre. Da dies hier nicht so hoch und nicht so steil wie in Bora Bora ist, bin auch ich mitgelaufen und habe gesagt, ich gehe mit, soweit ich mir das traue. Es war wirklich eine schöne Wanderung und es ging dann auch wieder einmal ordentlich hinauf, aber immer gut gebar. Dann kamen die ersten Seilabsicherungen – diese waren kein Problem, wären auch an dieser Stelle meiner Meinung gar nicht nötig gewesen. An der nächsten Stelle dann ging es wirklich 2 Meter senkrecht nach oben mit Abhang im Rücken. Hier war bereits ein spanisches Pärchen, wo er sagte, er kann hier nicht mehr weiter. Ich habe dann auch Jochen erstmal alleine weitergeschickt „ich warte mal hier“ – habe mich dann aber doch entschlossen, da kommst Du doch einfach hoch und bin dann ein paar anderen hinterhergestiegen. Jetzt war ich da oben, wie komme ich denn da wieder runter?!?!? Der Weg ging dann um eine kleine Kurve und da war dann das nächste Hindernis. Nee, da war es dann aus für mich. Rauf ginge ja, aber runter?

So habe ich mir einige Kletterkünstler angeschaut, wo ich mir noch dachte, wie kommen die wieder runter, wenn die beim raufsteigen schon hochgeschoben und gezogen werden müssen…… man sollte schon wissen, wo seine Grenzen sind. Irgendwann tauchte dann Jochen wieder auf und meinte, er würde gerne einen anderen Weg runter gehen – über den Bergkamm. Der wäre einfacher, aber länger. So haben wir vereinbart, daß wir uns am Festplatz treffen, dort etwa kommt Jochen dann raus. So bin ich wieder abgestiegen (es waren ja genug andere Leute unterwegs) und habe am Festplatz gewartet. Auf der App habe ich gesehen, wo Jochen rauskommen sollte und bin dann nochmals losmarschiert. Wieso soll ich hier rumsitzen und warten, wenn ich ihm doch entgegengehen kann…

Der Zugang war etwas schwer zu finden, da er versteckt hinter Gebüsch war. Aber kaum etwas den Weg hinauf kam mir Jochen dann schon entgegen. Auf der Karte waren dann noch in der Nähe ein paar Petroglypen eingezeichnet. „Also die gucken wir uns noch an, wenn wir schon da sind“. Es war auch nur ein kurzer Abstecher und so sind wir dann zurück zum Festgelände und haben uns dort mit einem Mittagessen belohnt.

Von Maupiti sollte es noch zur letzten westlichen Insel von FP gehen, nach Maupihaa (oder Mopelia). Auf dieser Insel leben laut letzten Angaben noch 9 Personen und diese ist so weit abgelegen, daß dort kein Versorgungsschiff mehr hinfährt. Sollte man als Segler dort hinfahren wollen, soll man vorher Kontakt mit Einheimischen aufnehmen, um Lebensmittel oder sonstige Dinge für die Bewohner mitzunehmen. Ich habe versucht, mit einer Angehörigen Kontakt aufzunehmen, erhielt aber keine Antwort. Unser Freund Pat teilte mir mit, daß er schon in Kontakt mit jemand steht und Ware mitnimmt. Also habe ich mich nicht mehr weiter bemüht.

Nach Maupihaa sind es etwa 100 Seemeilen, somit wollen wir gegen Mittag losfahren, um am nächsten Tag bei Tageslicht anzukommen. Auch in Maupihaa ist der Pass anspruchsvoll. Sehr schmal, lang und am Ende sind einige Korallenblöcke, so daß man mit guten Sichtverhältnissen einlaufen sollten.

So haben wir uns noch das deutsche Fußballdrama angetan, aber beschlossen, daß wir Verlängerung nicht vor Ort schauen, sondern dies nur unterwegs tun werden. Da geht uns zu viel Zeit verloren. Der Wind und Welle sollten uns gewogen sein, es war nichts Wildes vorhergesagt. Und es ging auch gut los. Aus dem Pass sind wir gut hinausgekommen; klar, die Strömung schiebt ja auch ordentlich hinaus. Wir konnten Segel setzen und bei Windstärke 3 und nur kleiner Welle gemütlich dahinsegeln. Aber wie immer: nie passt die Vorhersage so ganz. Der Wind steigerte sich langsam und auch die Welle wurde immer unangenehmer. Sind wir am Anfang mit 4 Knoten Fahrt bei vollem Großsegel und Genua gemütlich vorwärtsgekommen, haben wir am Abend die Genua komplett eingerollt, um sicher durch die Nacht zu kommen und hatten dann am Morgen eine Fahrt mit 6 Knoten auf der Logge stehen. So sind wir ordentlich durch die Nacht gefahren mit einer Welle die sich so langsam aufgebaut hat.

Kurz vor der Passeinfahrt haben wir dann die Genua wieder gesetzt und dafür das Groß heruntergeholt. In den Pass wollen wir mit einem einfach zu handhabenden Segel hineinfahren, das unseren Motor unterstützt, um gegen die Strömung anzukommen. Der Pass liegt auf der Westseite des Atolls, so daß wir zumindest aus der Dünung raus waren. Und es war wie in Maupiti auch, Verwirbelungen, kleine kabbelige See und ein wirklich schmaler langer Pass. Aber die beiden Riffkanten links und rechts sehr klar und gut zu sehen. Wir sind gegen 10.30 Uhr in den Pass eingefahren und hatten 3 – 4 Knoten Strömung gegen uns. Ein anderes Boot berichtete von 8 kn, die sie gegen sich hatten. Uns wurde dann auch bestätigt, daß es am besten frühmorgens ist einzufahren. Dann hat man wohl am wenigsten Gegenströmung, so wie es unseren Freunden von der Ounte Vas am Morgen ergangen ist. Diese lagen bereits vor Anker am nordöstlichen Ankerplatz.

Hier wohnt auch die derzeitig einzige Bewohnerin Faimanu mit ihrem 4jährigen Sohn Teunu und wartet bereits sehnsüchtig auf das Boot, das ihre Lebensmittel mitbringt. Wir haben sie am Nachmittag auch gleich besucht und Hallo gesagt. Sie hat uns ihr kleines Reich gleich gerne gezeigt. Normalerweise leben ihre Eltern auch noch hier, diese sind jedoch vor etwa 3 Wochen nach Maupiti zurück und sollten in ein paar Wochen wieder kommen. Solange ist sie ganz alleine mit ihren 2 Schweinen, 2 Hunden, Hühnern und Gänsen.

Wir haben ihr dann am nächsten Tag etwas von unseren Vorräten gebracht, damit sie wieder etwas Abwechslung hat. Sie könne keine Papaya mehr sehen, dies ist das Einzige Obst, das hier wächst. Wir sind dann auch zu einem Spaziergang über die Insel losgezogen, hier gibt es einen relativ guten Weg, der sich durch die ganze Insel zieht. Hier wurde früher Kopra erzeugt und einmal im Jahr 40 Tonnen davon mit dem Versorgungsschiff abgeholt, entsprechend ziehen sich hier kleine Wege über die Insel. Dies wurde jedoch vor 3 Jahren eingestellt, da das Unternehmen alle 3 Monate 40 Tonnen haben wollte, damit sich der Aufwand hierher zu fahren auch lohnt. Aber 40 Tonnen Kopra in 3 Monaten zu erzeugen, ist für eine Handvoll Bewohner nicht zu schaffen. Entsprechend keine Kopra und kein Versorgungsschiff mehr und auch keine Bewohner.

Nachdem wir von unserem Spaziergang zurückkamen, hat uns Faimanu bereits erwartet und uns zu einer Pizza zum Mittagessen eingeladen, um sich für die Lebensmittelspenden zu bedanken. Am Abend sind wir im Dunkeln gemeinsam mit 2 weiteren Booten und ihr auf Kokoskrabben-Jagd gegangen. Diese kommen nur im Dunkeln heraus und sollen eine Delikatesse sein. Schnell haben wir 5 Stück dieser imposanten Tiere gefangen (also gefangen hat sich eigentlich nur Faimanu, wir anderen waren nur Sucher). Zurück an ihrer Unterkunft kam jedes dieser Tierchen in eine große blaue Tonne, aus denen sie nicht fliehen können. Falsch gedacht, eine der großen Krabben war am nächsten Tag leider geflohen…Ihre blaue Tonne hatte ein paar kleine Löcher, an denen sie sich wohl hochhangeln konnte. Das sind sehr kräftige Tiere, die ihre langen Beine und Scheren gut einsetzen. Auch ein Finger ist da mal ganz schnell ab.

Die Kokoskrabben gab es dann am nächsten Abend zu Essen. Wir Segler haben Beilagen mitgebracht und Faimanu hat die Krabben gekocht. Jochen und ich sind etwas früher zu ihr rübergefahren. Wir wollten sehen, wie diese getötet werden (ein Stich zwischen die Augen) und zubereitet. Und ich muß sagen: seehr lecker. Da es sich ja um Landkrabben handelt, schmeckt hier nix fischig und das Fleisch ist relativ fest. Nur die viele Arbeit, sich das Fleisch zu erarbeiten ist doch mühsam. Da ist so ein Steak doch einfacher gegessen. Die Tage hier sind für uns mit die ereignis- und lehrreichsten. So haben wir an einem Tag auch gleich noch von Konrad und Gabi einen geangelten Fisch vorbeigebracht bekommen, haben bei Jeff und Isabell Maoa probiert (eine Schnecke, die auf dem Riffplateau aufgesammelt werden kann) und eben Kokoskrabben gejagt und gegessen.

Und zu guter Letzt kam dann noch der Schreckmoment, als wir die Nachricht bekamen, daß Konrad beim Angeln von einem Hai gebissen wurde und medizinische Hilfe bräuchte. Er hat dummerweise beim Angeln vom Dinghi aus beim Einholen eines Fisches seinen Fuß ins Wasser hängen lassen – und da hat ein Hai den Fuß mit dem Fisch verwechselt und zugebissen. So sind sie schnell mit dem Dinghi zum nächstliegenden Boot gefahren und haben dort um Hilfe gebeten. Alle Boote hier sind dann zusammengekommen, um zu helfen, haben telefonische Beratung eingeholt und beratschlagt, was zu tun ist. Jochen hat dann die Wunde mit Kochsalzlösung und Desinfektionsmittel gereinigt und verbunden. Konrad und Gabi sind dann auch gleich wieder mit dem Segelboot abgefahren und direkt nach Bora Bora in die Klinik, wo er dann versorgt wurde. Dabei wurden sie aber von der JRCC (Zentrum für maritime Such- und Rettungsoperationen) Tahiti telefonisch und mittels AIS überwacht; damit auch sicher war, daß unterwegs keine Probleme sind und sie sicher ankommen.

Das ist leider das Übel: normalerweise sind Haie zwar neugierig und kommen schon einmal auf einen zugeschwommen, wenn man beim Schnorcheln oder Tauchen ist. Aber sobald sie merken, daß da etwas Größeres ist, das nicht in ihr Beuteschema passt, drehen sie ab und sind halt einfach nur neugierig, wer da so durch ihr Wohnzimmer planscht. Anders mit zappelnden Fischen in der Nähe: So passieren leider auch immer wieder Unfälle, wenn Menschen mit Harpunen auf Fischjagd gehen. Ein zappelnder Fisch ist für einen Hai ein Anzeichen, daß dieser verletzt ist oder stirbt und ein einfaches Fressen ist. Und dann wird zugebissen. Daß da hintendran vielleicht die Hand, der Arm oder der Körper eines Menschen ist, kann der Hai ja nicht wissen.

Für uns stand dann auch noch ein Besuch auf der „Vogelinsel“ an. Ein kleines Motu hier, auf dem viele Vogelarten brüten und ihre Jungtiere aufziehen. Was ein Erlebnis. Noch viel mehr Vögel wie auf der Vogelinsel in Tikehau und eine Lautstärke!! Hier brüten die Vögel direkt auf dem Boden, da liegt das Ei einfach so rum. Sie haben hier halt keinerlei Fressfeinde. Hoffen wir mal, daß hierher keine Ratten und Co eingeschleppt werden, damit das auch so bleibt.

Für die geschichtlich Interessierten gibt es über Maupihaa auch etwas nachzulesen. Hier am Außenriff ist der deutsche Hilfskreuzer „Seeadler“ (ein Segelschiff) von Kapitän Felix Graf von Luckner im Ersten Weltkrieg aufgelaufen und gesunken. Dieser war ein Kaperfahrer, der sich selber den Namen „Seeteufel“ gegeben hat. Das Schiff lief aufgrund eines Ankerfehlers auf das Riff, Luckner hat jedoch später behauptet, es wäre durch eine durch ein Seebeben erzeugte Welle auf das Riff geworfen worden (wohl um sich und seine Offiziere zu schützen). Dies konnte später widerlegt werden. Im Jahr 2021 wurden die Reste durch das deutsche Forschungsunternehmen Submaris von Florian Huber untersucht. Hierzu gibt es auch ein You-Tube-Video. Wir konnten nicht dorthin, uns hat das Außenriff am Pass doch etwas zu viel Dünung und Strömung.  

Dies ist nun die letzte Insel in FP für uns. Von hier aus werden wir dann die Segel wieder Richtung Westen setzen und die Insel Aitutaki anlaufen, die zu den Cook Inseln gehört. Und damit sind wir dann wieder im Englischsprachigen Raum unterwegs und verlassen den Einflussbereich Frankreichs.

Wir hatten eine schöne Zeit in Französisch Polynesien, viele verschiedene Inseln und Atolle gesehen mit so vielen unterschiedlichen Lebensformen der Menschen; von einfachsten Behausungen und Hütten zu schicken, gepflegten Villen auf den reichen Touristeninseln (und natürlich die schicken Hotelanlagen). Wenn man mit einem Pauschalurlaub auf eine dieser Touri-Inseln bucht, sieht man halt aber nur das schöne, hergerichtete und vorgeführte polynesische Leben, nicht das wirkliche Leben der Einheimischen widerspiegelt, welches wirklich sehr einfach sein kann. Das hält uns wieder einmal vor Augen, welch ein gemütliches, angenehmes Leben wir in Deutschland führen, wo jederzeit jedes Produkt innerhalb eines Tages verfügbar ist. Hier auf den Inseln wird teilweise wochen- und monatelang auf etwas gewartet.

Wir verlassen Maupihaa am Montagvormittag gegen 11 Uhr und planen für die Passage von etwa 360 Seemeilen 3 Tage Fahrt ein, so daß wir am Donnerstag auch bei Tageslicht ankommen sollten. In der Lagune hat sich über Nacht bei Südwind eine ordentliche Welle aufgebaut, so daß an Schlaf nicht viel zu denken war und wir froh sind, die Lagune jetzt zu verlassen – mehr kann es draußen auch nicht schaukeln. Die Passausfahrt war total easy, da dieser ja im Westen liegt und so vor der Süddünung durch das Riff und die Inselchen gut geschützt ist. Der Wind war natürlich wieder einmal stärker, als vorhergesagt und auch eine Welle war vorhanden, die uns schon etwas durchgewackelt hat – aber der Vorteil: wir konnten in den ersten 24 Stunden eine Strecke von 165 Seemeilen zurücklegen (wir rechnen ja immer mit 120) – das müsste unser neuer Rekord sein. Wenn wir so weitersegeln, sind wir ja schon nach 2 Tagen da…. Der Wind hat sich dann aber so langsam verabschiedet und dazu von Süd auf Ost gedreht, so daß unser Kurs immer leicht abgewichen hat.

Die Geschwindigkeit, die wir am ersten Tag gutgemacht haben, haben wir dann so langsam wieder eingebüst und mussten zum Schluß hin dann auch etwas bremsen, um nicht in der Nacht nach 2,5 Tagen anzukommen. So sind wir bei Sonnenaufgang an der Nordspitze von Aitutaki angekommen, um dann gemütlich den hier anzupeilenden Pass anzulaufen. Über die Passeinfahrt und das Einlaufen im Hafen dann mehr in unserem Bericht über die Cook-Inseln. Neues Land – neuer Bericht 😊

15

Von Moorea bis zu den Inseln unter dem Winde (Huahine, Raiatea, Tahaa und Bora Bora)

Wir melden uns wieder ordnungsgemäß bei der Port Control und bitten um Erlaubnis, die Landebahn zu kreuzen und auszufahren. Moorea liegt nur cirka 10 Seemeilen westlich von Tahiti, bis zu unserem ersten geplanten Ankerplatz in der Cook’s Bay sollten es etwa 17 Seemeilen sein, also gut in ein paar Stunden zu schaffen.

So verlassen wir Tahiti und setzen die Segel, wie üblich unser Großsegel in das 1. Reff. Wind sollte ja angenehm mit 3 – 4 bft wehen, so daß es eine gemütliche Überfahrt wird. Wir haben natürlich wieder einmal die Welle hier im Pazifik unterschätzt ☹. Zwischen den beiden Inseln kanalisiert sich halt wieder alles und wir haben eine Dünung aus Süd, wobei der Wind aus Ost kommt. Noch dazu in einer Stärke von 5 – 6 bft. Somit wurde die Überfahrt etwas ruppiger, unsere Dicke hat eine ordentliche Salzwasserspülung bekommen und der Skipper war fleißig am Ruder zu Gange. Als wir dann endlich die Nordostspitze Mooreas erreicht haben, ging zumindest die Welle im Inselschatten weg. Zwei bis drei Stunden wilder Ritt sind ja noch gut auszuhalten – dafür waren wir dann ja auch schnell…

So fällt der Anker in der Cook’s Bay auf der Nordseite der Insel, welche schon vom Wasser aus beeindruckend aussieht. Viele zerklüftete Gipfel in üppigem Grün. Wir ankern ziemlich im Ende der Bucht, so daß der Weg mit dem Dinghi zum Anlegesteg am Supermarkt nicht weit ist.

Am Abend dann, als wir gerade unser Abendessen vorbereiten, vermeldet Jochen aus dem Cockpit „oh, am Ufer brennt es“. Mussten wir doch mit ansehen, wie ein kleines Häuschen am Wasser innerhalb einer halben Stunde komplett niedergebrannt ist. Die Häuser hier sind halt wirklich nur Holzbuden, meist mit einem Blechdach und viel brennbarem Material. Durch den starken Wind waren die Flammen sehr hoch und bekamen natürlich ordentlich „Auftrieb“. Am nächsten Tag haben wir dann beim Anlanden gesehen, daß wirklich nichts mehr übrig ist. Direkt nebenan ist ein weiteres Gebäude mit einem Palmdach (oder ähnlichem) – ein Wunder, daß da kein Funkenflug mehr angestellt hat. Die nebenstehenden Palmen waren stark angekokelt.

Bei unserem ersten Landgang haben wir den Supermarkt gecheckt und uns orientiert. So haben wir auch die Pizzeria gefunden, die wir natürlich am Abend testen werden. Leider sind hier die Möglichkeiten, das Dinghi anzulanden, eher schwierig. Es gibt zwar viele Segelboote hier, aber eine Infrastruktur für diese wird nicht aufgebaut. Der einzige Steg ist am Supermarkt, den man nutzen kann. Von hier aus zur Pizzeria ist dann ein Stück zu laufen, also beschließen wir, daß wir unser Dinghi am Strand befestigen. Einen entsprechenden Abschnitt haben wir schon am Tag „ausgeguckt“, um diesen dann im Dunkeln leicht zu finden. So liegt unser FRED halt direkt vor großen Steinblöcken am Anker und ist an Land an einer Palme festgebunden. Nasse Füsse kriegen wir immer! Die Pizza war lecker, nur so viel.

Nächster Tag: heute wird etwas gelaufen. Aber nicht übertreiben!!! Mal probieren, was die Beinchen so sagen. Jochen hat einen kleinen „Rundweg“ von etwa 4 km ausgemacht, der uns eine kleine Anhöhe hinaufbringt, von der wir einen kleinen Überblick über die Bucht haben und auch endlich ein Ananasfeld aus direkter Nähe sehen.

Nachdem dieser erste „Lauftest“ gut lief, ging es am nächsten Tag auf eine größere Tour in die umliegenden Hügel. Und diese hatte es dann in sich und uns und unseren Beinen gleich einmal alles abverlangt. Der Anstieg war wie immer: schweißtreibend über Stock und Stein, aber gut machbar. Im oberen Teil der Strecke waren dann auch wieder Leinen gespannt. Der auf dem Höhenprofil anzuschauende Abstieg sollte leicht sein, war aber dann schlimmer als der Anstieg. Überall lagen Bäume kreuz und quer, zugewuchert und wir mußten wieder alles geben, um über und unter den Bäumen durchzukommen und den Weg zu suchen. Schade für diese doch eigentlich tollen Wege. Bei der hiesigen üppigen Vegetation würde es halt einfach permanenter Pflege bedürfen, um diese sehr alten Wege zu erhalten. Vor allem, da diese auch als Wanderwege ausgezeichnet sind. So haben wir für die 12 km Strecke über 5 Stunden reine Laufzeit benötigt – das sagt schon alles. Und wir waren natürlich entsprechend KO. Die Aussichten waren natürlich gigantisch und dieses üppige Grün in allen Schattierungen, die Mega-Bäume und die Blüten haben die Mühe belohnt. Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher zu den Ananasfeldern machen, aber das haben wir dann mal schön sein lassen. Ach ja – und meine heißgeliebten LOWA-Wanderstiefel haben hier leider ihr Leben ausgehaucht, beide Sohlen sind abgefallen (die waren schon etwas dünn und fingen an sich zu lösen) und ich ging den Rest des Abstieges quasi auf der Einlage ins Tal. Da ist nichts mehr zu machen mit Reparatur und wir haben sie in den Wanderstiefelhimmel geschickt….

Nach dieser Tour mußten wir uns erst einmal erholen und es war rumgammeln angesagt, bevor wir die Ankerbucht gewechselt und in die Opunohu Bay verlegt haben. Hier haben wir uns wieder einmal mit der Lazarina 2 getroffen und etwas gemeinsame Zeit verbracht, bevor sich unsere Wege dann wohl endgültig trennen werden. Wir fahren weiter nach Westen und die beiden fliegen erst einmal zurück nach Frankreich.

Auch von hier aus haben wir wieder eine Wanderung unternommen, dafür bietet sich Moorea einfach an. Es ging wieder in die umliegenden Berge und war auch wieder sehr anstrengend. Die Gipfel waren meist in Wolken gehüllt, das hat das Wandern aber etwas angenehmer gemacht. Aber die Ausblicke waren wieder atemberaubend und am Rastplatz waren ein Hahn und ein Huhn, die die Wanderer wie Hunde angebettelt haben.

Weiter ging es zum nächsten Ankerplatz weiter im Süden, nach Ha’apiti. Hier ging eine kleine Wanderung zu einem ebenso kleinen Wasserfall mitten im Wald. Der Weg war einfach und ging durch wirklich gepflegte Gartenanlagen und vorbei an schönen Häusern, aber auch an einem – ich nenne es „Autofriedhof“. Es geht doch!! Endlich sieht man auch mal, daß die Menschen etwas kultivieren und anbauen – hier wächst doch alles, es ist warm und immer genügend Regen. Dann kommen wir mitten im Wald an und sehen als erstes eine simple Boulderwand in einer einfachen Halle. Dazu ein schönes Gebäude und ringsum im Wald sind diverse einfache Kletterleinen und einzelne kleine Hütten. Ich vermute, daß dies eine Freizeiteinrichtung für Kinder ist. Es sah jetzt nicht verwildert aus, scheint also noch benutzt zu werden. Einzig der Weg ab hier zum Wasserfall war dann wieder schwer auszumachen. Wir sind dann mal losmarschiert und haben ihn dann doch auch gefunden. Der Wasserfall war wirklich sehr klein, aber man konnte dort ein erfrischendes Bad nehmen – wenn diese Moskitos nicht wären. Also schnell raus aus den Klamotten, rein ins Wasser und dann genauso schnell raus, abtrocken und rein in die Kleider und los. Diese Tierchen kommen nur, wenn man stehenbleibt oder zu langsam wird. In Bewegung wird man kaum überfallen. So ging es rasch zurück auf demselben Weg, den wir hergekommen sind.

Nun wollen wir weiterziehen und Moorea hinter uns lassen und nach Huahine übersetzen. Für diese etwa 100 Seemeilen wollen wir wieder über Nacht fahren, um im Tageslicht anzukommen. So ist der Plan, gegen 15 Uhr loszufahren. In der letzten Nacht war es sehr unruhig hier am Ankerplatz, da der Schwell aus Süd über das Riffdach mit ordentlich brechender Welle hereinströmte. So war es für mich fraglich, ob wir bei diesen Bedingungen aus dem Pass ausfahren können. Kommt die Welle mit 3 Metern und mehr an, wird der Pass unpassierbar, da durch die einlaufende Dünung und die ausgehende Strömung dann das Ganze auch in der Passeinfahrt zu steilen Wellen wird.

Am Morgen beim Frühstück beobachten wir dann, wie ein Katamaran ausfahren will und kurz vorher wieder umdreht und in unserer Nähe erneut den Anker wirft. Na – da schauen wir mal, ob das was wird mit der Ausfahrt.

Wir lichten dann wie geplant am Nachmittag den Anker und Jochen fährt auf die Passausfahrt zu – also ich wäre da schon umgedreht, als ich die Brecher über dem Riffdach sehe. Aber der Pass selber sieht gut aus: keine brechenden Wellen im Pass, auch keine hohe anrollende Dünung auszumachen. Und es läuft gut. Es ist zwar eine heranrollende Dünung, aber nichts, was unsere Dicke und den Skipper beeindrucken könnte (nur mich…), die ausgehende Strömung schiebt kräftig, dazu ordentlich Gas geben und schon sind wir wieder ausgespuckt. Es ist einfach unglaublich, wie weit hinaus man die ausfließende Strömung bemerkt und wie lange man die Wasserverwirbelungen noch sieht. So setzen wir Segel und legen Kurs Huahine an. Wir haben uns aufgrund der Wettervorhersage entschlossen, die Insel auf der Ostseite zu umrunden und den Pass, der auf der Nordwestseite liegt, vom Norden her anzufahren. So haben wir immer den Wind mit uns und müssten die komplette Strecke segeln können. Vor allem da der Wind drehen soll und uns dann noch in die Karten spielt.

Dann sehen wir auf unserem Plotter die Schiffskennzeichnung unserer Freunde von der Freefall und einem weiteren Boot auftauchen. Auch sie sind in Moorea losgefahren, allerdings von einem Ankerplatz auf der Nordseite. Kurzer Kontakt via WhatsApp, daß wir alle auf Kanal 68 auf Funk erreichbar sind und schon hören wir Theresa mit Pat vom anderen Boot sprechen. So sind wir also zu dritt auf dem Weg nach Huahine. Wir sehen dann, daß die beiden aber einen anderen Kurs einschlagen als wir. Sie halten sich weiter westlich und wollen wohl Huahine vom Süden aus anfahren. Mal schauen, wer das Rennen gewinnt 😊 Wobei wir sagen müssen, daß die Freefall generell schneller ist als wir: ein größeres Schiff und noch dazu ein Katamaran – die können richtig schnell werden.

Der Wind ist uns gewogen, die Welle mit etwa 1,5 Metern ist akzeptabel und so können wir komplett unter Segel bis in die Lagune von Huahine einfahren. Als wir dort auf der Westseite ankommen, sehen wir die Freefall wieder auf unserem Plotter. Sie nähern sich von Süden, sind aber noch ein Stückchen weiter weg als wir. So ist unser Plan mit dem uns gewogenen Wind doch gut aufgegangen. Auf dem Weg in der Lagune gen Süden auf den ausgesuchten Ankerplatz sehen wir dann auch Pat mit seiner Fairtide auf den Pass zuhalten.

Wir machen fest an einer Mooringboje in der Baie d’Avea. Das erste Mal seit langem wieder an einer Mooring, ohne den eigenen Anker zu bemühen. Hat auch mal wieder was. Diese Ankerbucht war auch sehr schön, wir genossen zusammen mit anderen Booten einen Sundowner zur Happy Hour im hiesigen Hotel La Mahana. Dieses Hotel ist Seglern sehr offen zugetan und wir dürfen unsere Dinghi’s an deren Pier festmachen, wenn wir an Land wollen. Ebenso organisieren sie gerne einen Leihwagen oder etwas ähnliches für uns Segler. Das finde ich sehr zuvorkommend!

Wir waren hier dann mit dem Dinghi unterwegs, um wieder einmal zu schnorcheln und es war wirklich toll. Vom Dinghi aus sah alles aus, als gäbe es keine Fische. Aber sobald der Kopf dann unter Wasser war, brummte das Leben doch. So sind wir quasi die ganze Strecke von etwa 2 km zurück wieder geschnorchelt (ok – mit der Strömung), wobei ich Fred schön brav an der Leine hatte.

Wir haben hier auch wieder eine kleine Wanderung gemacht. Diese führte uns gemütlich durch die Siedlung, wo wir wieder schöne Häuser und Gärten sehen konnten. Hier achten die Einwohner wohl sehr stolz auf ihren Besitz. Bei der Rückkehr in Richtung Boot sind uns dann Feierlichkeiten aufgefallen. Wird hier der Muttertag doch Ende Mai an einem Sonntag ordentlich gefeiert. Die Restaurants werden schön dekoriert, die Frauen tragen tolle Kleider und ihre Blumenkränze auf dem Kopf und es spielt zum Teil Livemusik.

Nachdem wir hier bei ordentlichem Südschwell auch wieder eine sehr rollige Nacht hatten, haben wir beschlossen, daß wir in die geschützte Bucht Port Bourayne verlegen werden. Hier liegen wir etwas hinter Insel versteckt zwischen Hügeln und sind so vor Wind und vor allem Schwell geschützt. Die Ankertiefe ist dafür beträchtlich: diesmal müssen wir auf 27 Metern ankern. Neben uns legt sich die Freefall vor Anker und auch unsere Franzosen von der Penny Lane sind an einer Mooring-Boje. So ergibt es sich, daß wir einen Schlechtwetternachmittag dazu nutzen, wieder einmal Karten zu spielen. Charles und Jeanne hatten wir ja bereits früher schon in „Wizard“ eingelernt, nun sind Theresa und Joe an der Reihe. Es war wieder sehr gesellig.

Nun stand auch hier eine kleine Wanderung den Hügel hinauf an. Hierfür sind wir mit dem Dinghi „ums Eck“ an einen Strand gefahren, von dem aus ein Weg den Hügel hinauf ging. Dieser bot uns wieder einen tolle Ausblicke über unsere Ankerbucht und die umliegende Gegend – und war relativ einfach.

Aber dann wollten wir dann doch mal wieder etwas mehr Leben haben und beschlossen, auf den Ankerplatz bei Fare, der Hauptstadt zu verlegen. Nachdem Jochen schon bemerkte, daß unser Schwojkreis in der Nacht aber sehr eingeschränkt war und wir evtl. mit der Ankerkette irgendwo hängen, baten wir die Freefall darum, uns evtl. zur Hand zu gehen, falls nötig.

Und so kam es, wie es kommen mußte: Ankerauf ging nicht, wir hingen wirklich fest. Bei 27 Meter Tiefe mußte dann halt das Tauchgerät herhalten und unsere Erfahrung als Rettungstaucher bei der Wasserwacht hat sich hier bewährt. So ging Jochens auf Tauchstation mit einer Leine zum „Reden“ in der Hand und wir haben unsere Leinensignale abgestimmt, wann ich Anker auf, ab oder stoppen sollte. Ich sah dann viele, viele Luftblasen – was bedeutet: Jochen ist ordentlich am Arbeiten auf Tiefe. Auch spürte ich die Bewegungen an der Ankerkette. Die beiden von der Freefall haben uns ebenso beobachtet, ob sie irgendwie helfend eingreifen können oder müssen. Doch nach etwa 30 Minuten und einigen Anker-auf’s sah ich dann Jochen an der Ankerkette hängen und seine Dekompressionsstopps machen. Wir hatten es geschafft.

Was war passiert? Wir haben eine alte Mooringbojen-Verankerung gefunden!! Da hing auf etwa 20 Metern Tiefe noch eine alte Boje als Auftriebskörper, befestigt an einer schweren, dicken Kette. Also stand da quasi ein „Kettenbaum“ etwa 7 Meter senkrecht in die Höhe und wir haben unsere Ankerkette beim Schwojen mehrmals darum gewickelt. Ebenso fand Jochen auf dem Grund noch eine große Baggerschaufel – vielleicht war diese einmal als Grundgewicht gedacht. Auf alle Fälle mußte Jochen unsere Ankerkette aufzwirbeln, was auf 27 Metern Tiefe ordentliche Arbeit ist. Das ist halt leider das Übel, wenn hier Moorings installiert, aber nicht gepflegt und überprüft werden. Die gehen kaputt, verfallen und die Reste liegen irgendwo herum und man verheddert sich darin.

Wir sind nur froh, daß wir das geschafft haben und Jochen meinte nur, daß sich die Übungen mit der Unterwasserarbeit bei unserer Wasserwachtsausbildung nun doch wieder mal bezahlt gemacht hat. So haben wir nach einer Stunde doch noch unseren Anker aufgeholt und konnten an die „Stadt“ verlegen.

Das Ankerfeld vor der Stadt war schon ziemlich voll und unser erster Ankerversuch verlief erfolglos. Der Ankergrund war einfach nur schlecht. Der zweite Versuch an einem anderen Platz klappte dann, allerdings waren wir nun schon sehr nah an einigen Bommies. Aber da hier immer eine Strömung vorhanden war, sind wir erstmal so verblieben und schauen, ob sich da was ändert und unser Schiff das schwojen anfängt.

Auch hier gab es ein Restaurant („Yacht Club“!!!), in dem es zwischen 17 und 18 Uhr eine Happy Hour gab. Dies wurde von uns auch täglich genutzt, so günstig kommen wir hier nie mehr an einen Drink. Auch haben wir natürlich die Empfehlungen anderer Segler zusammen mit Pat ausprobiert und sind einige Male gut zum Essen gegangen. Mehr haben wir hier eigentlich nicht unternommen, es war einmal Füße hochlegen angesagt.

Und es kam, wie es kommen mußte. Hatten wir 2 Tage permanent Strömung hier in der Lagune, wachten wir morgens auf hörten einen kleines Klong. Nichts wie raus und nachschauen. Klar, Strömung weg, etwas Wind und wir sind geschwojt. Also hieß es, sofort Anker auf und verlegen. Somit haben wir nochmals den Ankerplatz „gewechselt“, bevor wir am nächsten Tag sowieso nach Raiatea übersetzen wollen. Nachdem wir umgeankert hatten, kam dann auch später wieder die gewohnte Strömung und wir hingen wieder in der üblichen Richtung – Murphys Gesetz.

In Raiatea wollen wir vor allem unseren Dieselvorrat auffüllen und beim dortigen großen Carrefour unsere Lebensmittelvorräte für die nächsten Monate auffüllen, so daß wir gut bis Neuseeland durchkommen, ohne unterwegs viel nachkaufen zu müssen.

Nach Raiatea sind es nur etwa 20 Seemeilen, so daß wir hierfür nur ein kurzen günstiges Wetterfensterchen benötigen. So legen wir ab und können gemütlich, nur unter Genua, hinübersegeln und machen dann in der Bucht Fa’aroa ganz entspannt an einer vorhandenen Boje fest. In dieser tiefen Bucht konnten wir am Ende mit dem Dinghi den Fluß hinauffahren bis zu einem botanischen Garten. Hier sind die Pflanzen Polynesiens erklärt: Berg- oder Sumpfpflanzen, invasiv, eingeführt oder endemisch und für was diese benutzt werden. Sehr schön angelegt mit der Möglichkeit, ein Picknick zu machen.

Gegenüber des botanischen Gartens, auf der anderen Flußseite (etwa 10 Meter breit), befindet sich der private Garten von Andre, der auch gerne Besucher willkommen heißt und ihnen seinen Garten zeigt. Er hat Jochen dann auch zugewunken, hinüberzukommen und das haben wir natürlich getan. Es hat uns seinen Garten auf etwa 1 ha mit seinen ganzen Pflanzen gezeigt, uns etliche Obstsorten probieren lassen (Orange, Passionsfrucht, Banane, Litschi) und uns mit frischem Obst versorgt. So haben wir eine ganze Bananenstaude heimgetragen, einen Strang Litschi, Passionsfrucht und Pampelmusen. Die Bananen haben wir dann später an unsere Seglerfreunde zum Teil verteilt, die können wir ja gar nicht alle verarbeiten. Wir haben ihm dann etwas Geld gegeben, lt. anderen Seglern nimmt er auch gerne Lebensmittel oder Angelzubehör im Tausch entgegen. Wir hatten leider nichts dabei, da wir gar nicht geplant hatten, zu ihm zu gehen.

Am nächsten Tag sind wir in die Hauptstadt Uturoa zur Tankstelle gefahren. Hier kann man bequem am Pier der Tankstelle anlegen und direkt das Boot betanken. Das erspart uns das lästige Kanister schleppen. Eine Stunde später: Tank voll – Geldbeutel leer… so verlegen wir auf die Westseite der Insel vor die dortige Marina und Werft, da wir hier unsere Gasflasche füllen lassen möchten. Leider haben diese keinen passenden Adapter für unsere Flasche und wir müssen mit unserer leeren Flasche wieder abfahren. Wir hätten diese an der Tankstelle abgeben können, dann wäre diese Freitags nach Tahiti gefahren worden und wir hätten sie Dienstag wieder abholen können. Das machen wir nicht, da es unseren wetterbedingten Zeitplan sonst durcheinander bringt.

Der Ankergrund hier ist auch sehr schlecht, der Platz nicht wirklich schön, so daß wir hier wirklich nur die eine Nacht bleiben. Am nächsten Tag fahren wir wieder nach Uturoa, um unsere Lebensmittel einzukaufen. Hier darf man am Stadtpier tagsüber anlegen, muß aber am Abend wieder weg sein. Unser Timing war wieder etwas blöde. Als wir ankommen, sehen wir, daß ein großes Kreuzfahrtschiff da ist. Der Pier, an dem wir eigentlich anlegen dürfen ist mit 2 Katamaranen zum Teil besetzt, der Rest ist Baustelle. Also legen wir am anderen Stadtpier an und liegen damit genau vor der kleinen Hafeneinfahrt. Diese ist halt gerade rege besucht, da die ganzen Kreuzfahrttouristen auf Tagesausflüge mit Booten gehen und diese natürlich nicht langsam aus dem kleinen Hafen ausfahren, sondern mit ordentlich Speed, Zeit ist Geld 😉. Dies erzeugt natürlich Welle und unser Schiff wird an der Hafenmauer ordentlich bewegt. Wir fragen noch kurz bei einem Ausflugsboot, ob wir hier überhaupt liegen dürfen und er meinte, für ein bis zwei Stunden wäre das OK. So marschieren wir los zum nahegelegenen Carrefour und kommen mit einem vollen Einkaufswagen wieder zurück. Während ich die Sachen soweit unter Deck schaffe und schon etwas verstaue, bringt Jochen den Wagen wieder zurück. Genau jetzt sind die Ausflüge der Touristen auch schon wieder vorbei und alle kommen sie wieder zurück. Also wieder das gleiche Spiel an der Hafenmauer. Mit dem Ablegen warten wir, bis die meisten Ausflugsboote zurück sind und wir bei ruhigem Wasser die Leinen lösen können. Nun ist es schon Nachmittag und wir wollen direkt nach Tahaa fahren.

Laut Wettervorhersage kommt die nächsten Tage ein großer Schwell aus dem Süden angerollt und bleibt einige Tage bestehen. Vor diesem wollen wir uns in eine kleine Bucht auf der Westseite von Tahaa verkrümeln. Hierher haben sich auch unsere Freunde von der Matatoa verzogen, die wir nun endlich wieder treffen können. Mit ihnen hatten wir letztes Jahr Weihnachten und Silvester in Nuku Hiva verbracht und sie seitdem nicht mehr gesehen. Außerdem habe ich Ihnen noch etwas an Lebensmitteln besorgt. So schreibe ich sie an, daß „der Brokkoli auf dem Weg ist“ und sie warten auf uns.

Noch im letzten Sonnenlicht können wir unseren Anker in der Bucht Tapuamu werfen und unser Ankerbier gemeinsam mit Juliet und Gordie genießen. Auf Tahaa genießen wir gemeinsam die Tage in der ruhigen Bucht, vom Südschwell ist hier nichts zu merken, lediglich einige Windböen kommen die Berge runtergerauscht. So leihen wir uns an einem Tag ein paar E-Bikes und umrunden gemeinsam die Insel, besichtigen kostenlos eine Perlfarm, eine Vanillefarm (diese ist auch gleichzeitig ein Cafe und eine Unterkunft) und die Rumdestillerie, in der man auch kostenlos Rum probieren kann. Aber das ist ja eh nicht unser Geschmack, so trinke ich lieber ein Fläschchen eines Bieres der Destillerie.

Der Besuch der Perlfarm war sehr aufschlussreich, wußten wir doch theoretisch von den Gambierinseln, wie die Perlen gewonnen werden. Den Besuch einer Perlfarm dort hatten wir uns verkniffen, da die dort sehr viel Geld dafür wollten. Das war es uns nicht wert. Perlen zu züchten ist eine zeitaufwendige Handarbeit, müssen doch die Austern alle 3 Monate aus dem Wasser genommen und gereinigt werden. In die Auster wird per Hand von meist chinesischen Mitarbeitern (nur die haben wohl wirklich das Händchen dafür) ein Stückchen Austernmuskel als DNA-Spender sowie ein kleiner Kugelkörper eingesetzt, um den sich im Laufe der Zeit dann das Perlmaterial ansetzt. Für die erste Perle benötigt man etwa 12 Monate. Diese wird dann entnommen und neues Material implantiert für die nächste Anzucht. Die entnommenen Perlen werden dann evtl. wieder implantiert, damit diese noch größer wird. Ein laufender Prozess. Austern, die nicht mehr zur Anzucht verwendet werden können, werden dann komplett zerlegt und das Austernfleisch auch zum Verzehr entnommen. Die Muschelschale ist dann Müll oder wird auch für Souvenirs verwendet.

Auch die Vanillefarm hat uns viele Erkenntnisse gebracht. Besichtigt hatten wir ja schon eine, nur haperte es da an der Verständigung. Hier war der Chef ein junger Mann, der fließend Englisch sprach und so war es alles gut zu verstehen. Und er lebt Vanille! So erklärte er uns, daß jede einzelne Vanilleblüte in der Blütezeit per Hand bestäubt wird, da die einzige Biene, die das von Haus aus machen kann, hier nicht vorkommt (auch die Vanille wurde hierher importiert) und auch nicht anzusiedeln ist. Die Blüten gehen hier morgens mit dem Sonnenlicht auf und schließen sich zur Mittagsstunde wegen der Hitze wieder. Daher ist Bestäubungszeit auch nur zwischen 6 und ungefähr 11 Uhr möglich – Akkordarbeit. Eine einzelne Vanilleschote kann bis zu 8 USD bringen, je nach Qualität. Daher gibt es hier auch das Problem, daß die Vanilleschoten gerne geklaut werden und die Vanillefarmer hier gegenhalten müssen. Gerne kommen wohl die Räuber von anderen Inseln und spionieren die Bauern aus. Viele Vanillebauern ernten daher die Schoten schon, bevor diese ganz ausgereift sind. Hier auf Tahaa hat wohl so ziemlich jede Familie eine Vanillepflanze, wenn man hier wandern geht, sieht man mitten im Wald auch überall Vanillepflanzen in Büschen und Bäumen. Die gehören immer jemanden! PS: Vanille ist ja übrigens eine Orchideenart. In seinem kleinen Cafe konnten wir dann noch etwas trinken, ich genoß einen Cafe Latte Vanille – super lecker mit frischer Vanille. Zum Abschied hat er uns noch eine Vanilleschote in die Hand gedrückt; aber wohl eher aufgrund der Tatsache, daß unsere neuseeländischen Freunde mit ihm einige Gemeinsamkeiten hatten und entsprechend lange mit ihm geredet haben und er sich so gefreut hat.

Auch über Rum wissen wir jetzt etwas mehr. Ähnlich wie beim Wein oder Hopfen gibt es auch hier unterschiedliche Zuckerrohrpflanzen, die den ein oder anderen Vor- und Nachteil haben und entsprechend gemischt wird. Diese kleine Rumdestillerie ist sehr innovativ und entwickelt ihre diversen Spezialitäten über mehrere Jahre hinweg und ist permanent am experimentieren. Das von mir verköstigte Bier war übrigens seehr lecker.

Auch eine kleine Wanderung musste auf Tahaa wieder sein. Was soll sagen? Wie immer schön? Wir Damen haben es Blütenwanderung genannt….Man kann diese Grünschattierungen, Üppigkeit und Blütenpracht halt leider gar nicht in Worte fassen. Einfach immer wieder nur zu genießen.

Nachdem der Südschwell dann vorbei war, hieß es für uns Anker auf und rüber nach Bora Bora. Darüber dann mehr im nächsten Bericht, das wird hier ja langsam viel zu viel.

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Tahiti – Traum vieler Deutschen

Wir verlegen in Tikehau am Spätnachmittag vom Mantapoint an den Ankerplatz an der Riffpassage und machen hier bereits in der Dämmerung an einer Muringboje fest (dies, weil wir diesen Platz ja bereits kennen und wissen, wo die Untiefen und die Bojen liegen). So haben wir uns in der Lagune wieder einige Seemeilen erspart und können gemütlich nach dem Frühstück in Richtung Tahiti aufbrechen. Mit unserem Start am Morgen haben wir für die ca. 170 sm nur eine Nachtfahrt und sollten auch noch schön bei Tageslicht ankommen mit den vorhergesagten Winden.

Die Passausfahrt ist einfach und wir setzen Segel mit direktem Kurs auf Tahiti. Kurz vor uns ist die SY Freefall gestartet, die wir eifrig am Plotter und auch visuell am Horizont verfolgen. Sie sind für uns auch ein kleiner Indikator, wie das Wettergeschehen einige Seemeilen voraus ist 😊, indem wir am Plotter ihre Kurslinie und ihre Geschwindigkeit regelmäßig anschauen. Keine Ausreißer? Keine Probleme zu erwarten.

Wir steuern auf Tahiti den nördlichen Ankerplatz „Venus Point“ an. Dieser liegt nicht innerhalb eines Riffsaumes und ist auch bei Dunkelheit einfach anzufahren. Außerdem liegen dort unsere amerikanischen Freunde von der „Whatever she wants“, die wir zuletzt auf Nuku Hiva gesehen hatten. Seit einiger Zeit sind wir immer einige Tage hinter ihnen – in Tahiti werden wir sie endlich wieder treffen.

Tahiti voraus – wieder Berge statt flacher Atolle

Wir erreichen Venus Point am Nachmittag, werfen unseren Anker und gönnen uns natürlich unser Ankergetränk nebst frischem Popcorn, das inzwischen bei uns dazugehört. Wenn ich früher gewusst hätte, wie einfach doch Popcorn herzustellen ist…. Natürlich machen wir auch noch am selben Tag einen Abstecher zu unseren Amerikanern. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir beschließen, daß wir uns gemeinsam einen Leihwagen nehmen, um die Insel zu erkunden und unsere gesamten Besorgungen zu erledigen.

Leuchtturm am Point Venus – der erste Leuchtturm im Pazifik

So entscheiden wir, daß wir den Leihwagen aber nicht am Wochenende nehmen, da an diesem die Geschäfte geschlossen haben und auch viele Restaurants, Bars, etc. ebenso. Da wäre es Blödsinn, über die Insel zu fahren und nirgends einkehren zu können. Also – Beschluss gefasst, ab Montag bis Mittwoch werden wir Autofahrer sein. 

So machen wir am Donnerstag einen ersten Landgang; mit dem Dinghi müssen wir durch eine kleine Riffpassage „um’s Eck“ fahren zum Anlegepier. Dieser liegt auf der windzugewandten Seite, so daß wir hier einige kleine, wilde Ritte erleben werden (kommt gleich 😊). Zu den Einkaufsmöglichkeiten bzw. zum Bus sind es dann etwa 1,5 km zu laufen. Aber die beiden Supermärkte hier sind super ausgestattet – es gibt also eigentlich keinen Grund mit dem Boot in die überfüllte Hauptstadt zu verlegen, vor allem da dort die Ankerplätze auch eine längere Dinghifahrt nach sich ziehen. Wir bleiben hier vor Anker und erledigen alles mit dem Bus bzw. dann dem Auto. Die Bucht ist ruhig und geschützt, lediglich eine kleine Welle bildet sich, wenn der Wind heftig bläst. Aber – das ist in Papeete genauso. Hier finden wir wieder Zivilisation pur: geteerte mehrspurige Straßen, Autos ohne Ende, Supermärkte, Läden aller Art.

So bleiben wir vor Anker in der Nähe des Leuchtturmes, der hier 1867 aus Korallensteinen und Findlingen erbaut wurde. Dieser wurde vom Vater des Schatzinsel-Autors errichtet und liegt direkt an einem schwarzen Basaltstrand. Auch James Cook war hier um den Venustransit von 1769 zu beobachten, von dem der heutige Name wohl stammt. Drumherum ist ein Park angelegt, der für viele Insulaner aus Papeete ein Naherholungsziel ist. Wir hatten aber zu keiner Zeit das Gefühl, daß es hier zu voll ist und uns sehr wohl gefühlt.

Ein erster Besuch in Papeete überrascht mich dann doch: alle sagen, es wäre so voll, so viele Autos und, und, und. Ja, es ist schon so – aber nicht dramatisch, ich würde eher sagen: typische Kleinstadt. Außerdem bin ich erst mal froh, wieder etwas „Normalität“ zu erleben. So wünsche ich mir momentan ganz sehnlichst einen einfachen, guten Cappuccino. Unser erster Gang führt zu einer Zahnärztin, müssen doch unsere Beisserchen wieder mal gecheckt werden und mein Skipper hat sich gestern am Popcorn einen Zahn abgebrochen. Nichts Schlimmes, sollte aber gemacht werden. Und zu unserer Überraschung dürfen wir gleich auf dem Stuhl Platz nehmen, ein angekündigter Patient ist noch nicht da und wir dürfen Lückenfüller spielen. Super, nach einer Stunde alles gemacht und der eigentliche Patient ist mittlerweile auch eingetroffen. Unvorstellbar bei uns – eine Stunde zu spät zum ausgemachten Termin zu kommen….“kommen Sie in einem viertel Jahr wieder“.

Nach dem Zahnarzt: der kleine Hunger macht sich bemerkbar. So laufen wir los, mal schauen, was es gibt und wir besuchen meinen 2. Wunsch auf der Liste: McDonalds. Ich wollte einmal wieder das schlabberige McDonalds-Brötchen sehen. Und es war wieder einmal gut nach so langer Zeit etwas zu essen, das man von zu Hause genauso kennt – ohne irgendwelche lokalen Unterschiede. Danach noch einen leckeren Cappuccino im Kon Tiki Cafe getrunken; also meine Wunschliste ist voll erfüllt worden und das schon am ersten Tag. Auf dem Heimweg zufällig noch an einem Autoverleiher vorbeigekommen und Preise gecheckt.

Am Freitag wollen wir mit unseren Freunden gemeinsam in die Stadt fahren, einige Dinge erledigen, ein Auto buchen und etwas zu Mittag essen. Nachdem wir einige Zeit an der Bushaltestelle standen, kam ein Einheimischer und erklärte uns, daß heute kein Bus fährt, da Feiertag ist. Oh, nein, was nun? Also versuchen wir es bei einem naheliegenden Scooterverleiher, doch der ist nicht da…So gehen wir in den Supermarkt (die haben nämlich immer offen) shoppen und halt dann zurück zum Boot. Morgen neuer Anlauf….

Zurück auf dem Boot vergleichen wir natürlich die diversen Autoverleiher und obiger fällt leider in den Beurteilungen zurück. Also suchen wir uns online einen aus und ich stelle meine Anfrage für ein Fahrzeug.

Am Sonntag wollen wir uns mit Bekannten aus dem TO-Verein in deren Marina Taina treffen. Da ja hier, wie wir feststellen mussten, an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich kein öffentlicher Transport stattfindet, werden wir das Fahrzeug schon so buchen, daß wir am Sonntag fahrbereit sind. Unser Verleiher gibt die Option, das Auto am Vorabend ab 16.30 Uhr abzuholen gegen einen kleinen Aufpreis, ebenso die Rückgabe am Folgetag bis 8.00 Uhr.

So verbringen wir den Samstag gemeinsam in der Stadt und holen am Spätnachmittag unseren fahrbaren Untersatz ab. Das hat schon mal gut geklappt. Zwischenzeitlich habe ich von einer Bekannten aus Kitzingen erfahren, daß wiederum ihr Bekannter auch gerade in der Marina Taina ist und stellt den Kontakt her. So verabreden wir uns für den Sonntag mittag auch gleich noch mit Daniel und erledigen in der Marina alles auf einen Rutsch.😊

Leider ist das Timing des Autoleihens etwas schlecht ausgefallen. Bereits am Samstag hat es nur geregnet. Bis wir mit dem Dinghi wieder zurück auf unseren beiden Booten sind, sind wir alle klatsch naß. Die ganze Nacht hindurch regnet es, wir nutzen am Sonntag eine Regenlücke, um an Land zu fahren. Bereits Thomas hat uns mitgeteilt, daß wir wohl nicht auf seinem Boot sitzen können – das Cockpit ist nass und unter Deck ist aufgrund der Bauarbeiten an seinem Schaden eher schlecht zu sitzen. Bei Daniel dasselbe. Das Boot, daß er eigentlich mit seinem Skipper in die Karibik überführen wollte, ist ein einziges Wasserloch. Von unten und oben kommt hier Wasser rein. So könnte es sein, daß wir den ganzen Tag in einem Restaurant mit verschiedenen Leuten sitzen werden – es gibt schlimmeres.

So treffen wir zunächst Daniel und seinen Skipper Peer und erfahren deren Geschichte mit dem geplatzten Überführungstörn. Sie waren von den Gambiers gestartet in Richtung Osterinsel, haben auf diesem Am-Wind-Kurs mit Krängung massiv Salzwasser in der Bilge, die sie per Hand ausschöpfen mussten, da keine elektrische Pumpe ging. Nach 14 Stunden hat dann der Motor beschlossen, daß er keine Lust mehr hat. Des Weiteren sind auf diesem Boot viele kleine und große Baustellen, so daß der Skipper beschlossen hat, umzudrehen und Tahiti anzulaufen, um das Boot wieder in die Ausgangsmarina zu bringen und er den Überführungstörn abbricht.

Zum Kaffee begeben wir uns dann doch zu Thomas und Gabriela auf das Boot. Sie haben extra unter Deck aufgeräumt, damit wir gemütlich sitzen können und uns austauschen. Es war ein sehr geselliger Nachmittag mit sehr angenehmen Menschen. Es ist doch schön, endlich jemanden persönlich kennenzulernen, mit dem man vorher unzählige Male schriftlich korrespondiert hat (ach ja, und ein Videocall).

Auf dem Heimweg machen wir noch Station an einem Foodtruck abseits der Touristenroute. Sehr leckeres Essen in größeren Portionen – so, wie die Einheimischen halt essen: viel. So kommen wir spät an unserem Dinghidock an, welches in einem Park liegt. Dieser wird ab 7 Uhr abends verschlossen. Es ist jedoch ein Securitymitarbeiter da, dem ich erkläre, daß wir da rein müssten, um auf unser Boot zu kommen. Nach einigen Google-Übersetzungen lässt er uns reinfahren und parken.

Wir haben uns inzwischen angewöhnt, daß wir zur Dinghifahrt unsere Wander-Regenhosen sowie Regenjacken überziehen. Gesagt, getan. Bei viel Wind und ordentlich Welle sind wir wieder einmal komplett nass, bis wir auf dem Boot sind. Dann fällt Jochen auf, daß er sein Handy nicht hat und das wohl offen im Auto liegt. Also das Ganze wieder retour: Dinghi wieder zu Wasser lassen, Regenklamotten wieder anziehen und zurückfahren. Wir beschließen, nicht ans Dinghidock zu fahren sondern an den Strand, der auf unserer Seite (also Windabgewand hinter Bäumen und Häusern) liegt. Hier haben wir es dann „nur“ mit kleinen Brandungswellen zu tun.

Jochen schlägt sich mit seiner Stirnlampe zum Auto durch und wird auch gleich wieder vom Securitymitarbeiter empfangen. OK, alles klar – nur was vergessen. So ist es dann schließlich schon 22.30 Uhr, bis wir letztendlich verräumt auf unserem Boot sind.

Am nächsten Tag geht es früh los. Heute ist Erledigungstag angesagt, da es ja eh Dauerregnet und es keinen Sinn macht, die Insel abzuklappern. Dies ist für den Mittwoch auf der Agenda, an dem das Wetter endlich besser werden soll. So besorgen wir die Tax-free-Zertifikate für den Dieseleinkauf, diverse Ersatzteile in den Bootschandlern; Sandalen, Bikini etc. gibt es dann im Decathlon und schlussendlich gehen wir noch den Carrefour besichtigen. Hier werden wir dann am Tag darauf zuschlagen und unsere Vorräte aufstocken. In der Marina Taina gibt es das letzte Ersatzteil für Gary im dortigen Zubehör und Jochen geht „noch mal schnell“ zu Thomas, weil er noch etwas wissen wollte.

Nachdem wir mit Gary’s shopping fertig waren, sind wir halt auch mal Richtung Bootsbaustelle aufgebrochen und siehe da, wer sitzt da gemütlich im Cockpit? Also stellen sich alle wieder vor, wir sitzen gemeinsam einige Minuten beieinander und beschließen, daß wir jetzt zur Happy-Hour in das Marinarestaurant gehen. Diese rentiert sich wirklich bei den hiesigen Preisen: 50 % auf die Getränke und ebenso auf 2 ausgewählte Pizzas.

So sitzen wir wieder länger als ursprünglich geplant und kommen wieder zur „Sperrstunde“ an unserem Park an. Das Tor ist noch offen, wir fahren rein, ziehen uns wieder an und schon steht die Gendarmerie da und erklärt uns, daß geschlossen wird. Wir sagen dann, daß wir das wissen und auf unser Boot gehen. Dann bekommen wir höflich mitgeteilt, daß wir in der Bucht nur 48 Stunden bleiben dürften. Ja, Ok – wir sind erst seit gestern da 😉

Und natürlich – vier Personen in einem Dinghi mit ordentlich Wind und Welle. Salz- und Regenwasserdusche natürlich inclusive bis zum Boot. Das schlimmste Eck ist direkt am Pier, da hier der Wind voll draufsteht. Sind wir dann in dem schmalen Kanal, haben wir den Wind von hinten und es geht einigermaßen. Verlassen wir dann jedoch den Kanal auf der anderen Seite der kleinen Halbinsel und queren die Lagune, haben wir hier die Welle von der Seite, da die sich hier etwas landabgewandt etwas aufbaut. So haben wir wieder einige Querschläger und Salzwassermengen.

Dienstag – nächster Shoppingtag. Wir fahren in den Carrefour und toben uns dort aus. Nachdem wir unsere Einkäufe auf den Booten verstaut hatten, beschlossen wir, nochmals loszufahren. MaryAnn hatte sich noch einen Restaurantbesuch bei einem empfohlenen Asiaten gewünscht. Warum nicht heute? Das bietet sich doch an. Und es hat sich wirklich gelohnt….wieder einmal eine andere Geschmacksrichtung zu erleben. Alleine das Bestellen war schon sehr nett. Wir Damen haben uns eingebildet, wir wollen Ente haben. Nachdem auch die Jungs Ihre Wünsche geäußert hatten, hat unsere super nette Bedienung uns dann erklärt, was sie uns nun bringen wird, so daß wir alles teilen können und jeder seine Geschmacksrichtung hat. Das Essen war sehr lecker, leider waren wir die einzigen Gäste. Woran das liegt? Keine Ahnung. Am Essen kann es nicht liegen und an der Art der Betreiber auch nicht. Als wir am Abend wieder aus dem Auto stiegen, kam erneut die Gendarmerie angefahren. Diesmal jedoch eine andere Person – dieser wies uns nur darauf hin, daß der Park nun geschlossen wird und hat uns eine gute Nacht gewünscht. Nix von – Ihr müsst hier weg….

Am Mittwoch ist unsere geplante Inselrunde. Am Morgen kurz vor der Abfahrt haben wir noch strahlenden Sonnenschein. Kaum sitzen wir im Dinghi – was kommt? Wasser von oben. Wir fahren mit dem Auto auf der Nordseite der Insel Richtung Osten, also genau in die Richtung, aus der das Wetter hier aktuell herkommt. Dort soll unser erstes Ziel ein Wasserfall sein. Auf dem dortigen Parkplatz beschließen wir, daß wir das mal auslassen und evtl. am Nachmittag noch mal kommen. Den Wasserfall hätten wir sonst direkt beim Öffnen der Autotür 🙂 Sind ja nur rund 2 Stunden um die gesamte Insel. Also weiter geht’s weiter Richtung Osten. Gary hat sich in Google Maps einen Plan gemacht, wo wir überall hinfahren wollen.

da ist ordentlich Wasser zusammengekommen….

Und als wir an der Südostseite der Insel ankommen, hört auch endlich dieser Regen auf. So besuchen wir den Surfstrand, an dem die olympischen Wettbewerbe der Wellenreiter von Paris 2024 ausgetragen wurden. Danach ging es in den Wassergarten Vaipahi – eigentlich ein wunderschöner Ort. Ein kleiner botanischer Garten mit Wasserfällchen und Teichen und vielen schöne Pflanzen. Leider ist alles etwas durch den Dauerregen aufgeweicht, so daß wir einmal durchlaufen und wieder gehen, der angeschlossene Wanderweg war gesperrt.

Nächster Tagesordnungspunkt: Aale schauen. Es gibt eine kleine Quelle, an der man auch baden kann. Hier gibt es einige angefütterte große Aale, die zu einem kommen und hoffen, etwas abzubekommen. Diese lassen sich auch anfassen. Ein Highlight für Mary-Ann!

Weiter geht es zu den Grotten De Mara’a, Mata Va’a und Teanateatea. Diese liegen nahe beieinander in einer kleinen Anlage. Durch den bisherigen Dauerregen tropft es hier ordentlich von der Decke. Die Einheimischen kommen hier wohl auch zum Süsswasserbaden her, wobei Schilder dies aber verbieten. Wir waren dort die einzigen Besucher, also kann ich nicht sagen, was nun Sache ist. Uns war definitiv nicht nach baden bei all dem vergangenen Regen – am Wasserfall wären wir gerne mal drunter gegangen; aber da haben wir auch noch Sonne erwartet….

Nun war es bereits 15.30 Uhr, so daß es eigentlich fast schon zu spät ist, nochmals zum Wasserfall zu fahren. Wir würden mindestens eine Stunde dorthin brauchen im Feierabendverkehr und ab 17.30 Uhr wird es dann auch schon langsam dunkel. Da wir noch ein Ersatzteil in der Marina Taina abzuholen hatten, das sowieso auf dem Weg lag, fuhren wir also dorthin. Und nun ja – es war dann ja auch wieder Happy Hour Time 😊 Wir haben dann auf dem Rückweg schon Scherze gemacht, daß Jochen heute mit der Gendarmerie sprechen muss.

Aber er blieb verschont, als wir am Tor ankamen, schoben dieses bereits einige Einheimischen auf, um mit dem Auto einzufahren. Wir sind dann gleich mal hinterher. Auch beim Anziehen der Regenkleidung kam niemand mehr. Und wieder einmal hat es sich bewahrheitet – in Papeete ist nichts zu merken von Wind und Regen und hier an unserem Ankerplatz erwischt es uns wieder.

Am nächsten Morgen müssen wir das Auto um 8 Uhr abgeben. Also vereinbaren wir, daß wir gegen 7.20 Uhr starten. Glücklicherweise schreibt mir Daniel noch kurz am Morgen, daß ja wieder Feiertag (Christi Himmelfahrt) ist und kein Bus fährt!!! Ach herrjee. Also kurzer Abgleich mit unseren Freunden – wir bringen das Auto alleine zurück, da 2 Personen auf dem Rückweg einfacher ein Auto anhalten können als 4.

So bringen Jochen und ich das Auto pünktlich zum Verleiher zurück und beschließen, auf dem Rückweg noch am Grab des letzten Königs Pomare V. vorbeizulaufen, der zu seinem Tod mit 52 Jahren schwerer Alkoholiker war. So behaupten Einheimische und Guides, daß der Aufsatz auf dem Grab keine Urne, sondern eine Schnapsflasche darstelle… Sind ja nur etwa 5 km… So erlaufen wir das noch, knipsen unsere obligatorischen Fotos dort und machen uns weiter auf den Weg Richtung Marina. Nach einem weiteren Kilometer hält dann eine nette französische Dame an, die uns bis zu unseren Supermärkten mitnimmt. 5 km Laufen gespart – auch schön. So gehen wir nochmals kurz shoppen und zurück auf das Boot.

Das Grabmal von Pomare V.

Zwischenzeitlich hatten unsere Freunde auch Besuch am Boot. Ein junger Gendarm wies sie darauf hin, daß sie schon zu lange hier in der Bucht seien. Um die Natur zu schützen, mögen sie doch bitte verlegen. Also beschließen wir, daß wir auch am nächsten Tag nach Papeete auf den Ankerplatz am Flughafen verlegen werden. Für unseren letzten Abend hier hatten wir im Vorfeld schon geplant, daß wir am Abend Sauerkraut kochen werden – unsere beiden Ami’s lieben Sauerkraut und deutsches Essen. Wir hatten in den Tiefen unserer dicken noch Original Hengstenberg Kraut, also kochen wir Bratwürste (haben hier echt gute gefunden), Sauerkraut und Kartoffelpürree – wie zu Hause.

Und es war lecker!!! Wenn wir jetzt für Mary-Ann noch irgendwo eine typisch deutsche Buttercremetorte auftreiben könnten, wären wir die Kings. Ever.

Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück ins Cockpit gehen, sehen wir nur noch das Heck Ihres Schiffes – sie sind schon auf dem Weg. Dafür kam in der Nacht dann noch Stephane mit seiner Lazarina 2 in der Bucht an. Diese schlafen aber noch, als wir uns später auf den Weg in die Stadt machen.

Für die Einfahrt in den Papeete Pass muss man sich bei der Port Control via Funk anmelden und um Erlaubnis bitten. Ebenso muß man sich melden, wenn man das Rollfeld am Flughafen passieren will. Da man hier genau in der Einflugsschneise der Rollbahn mit seinem Boot verbeifährt, könnte ein landendes Flugzeug sonst den Mast streifen. Die Port Control macht hier den Abgleich mit dem Tower und gibt die Vorbeifahrt frei. Alles gut – wir dürfen passieren und lassen den Anker schließlich im Ankerfeld seitlich am Flughafen fallen. Hier ist ziemlich viel los, aber wir finden noch ein Plätzchen.

Es kommt Wind aus Nord auf und eine kleine Welle bildet sich hier in der Lagune. So wird die Fahrt mit dem Dinghi in das Stadtzentrum zu einer leicht feuchten und wackeligen Angelegenheit, sind es doch etwa 3 Seemeilen dahin. Jochen möchte noch ein Ersatzteil kaufen und wir nutzen die Chance, um Stephane und Michelle zu begrüßen, die zwischenzeitlich auch von Point Venus in die Stadt in die Marina Papeete verlegt haben. Sie werden dort Ihre Tochter am Dienstag vom Boot verabschieden.

Für den späten Nachmittag haben wir natürlich wieder ein Happy-Hour Date am anderen Ende der Stadt in der Marina. Dort treffen wir uns mit Gary und Mary-Ann. Zum Glück hat der Wind und die Welle nachgelassen, so daß die Heimfahrt am Abend dann trocken und angenehm ist. Unterwegs fangen wir noch ein losgerissenes Dinghi ein und bringen es seinem Besitzer an das Boot zurück.

Der nächste Tag, ein Samstag gibt uns ein bisschen das Gefühl, wieder in Brasilien zu sein. Am Riff neben unserem Ankerplatz machen die ganzen Partyboote fest, die uns mit Musik beschallen und die feiernden mit Ihren Getränken auf dem Riff im Wasser sitzen und stehen. Wir beschließen, daß wir Tahiti am nächsten Tag verlassen werden, um nach Moorea überzusetzen. Das ist uns dann doch etwas zu viel Trubel, die Wege mit dem Dinghi sind zu weit und überhaupt wollen wir weiter…

Den letzten Abend verbringen wir bei Gary und Mary-Ann, heute kocht sie ein indisches Curry. Sehr lecker, very spicy 😊 Die beiden bleiben noch einige Tage, da Gary erst seine ganzen Projekte am Boot abschließen möchte, bevor er weiterzieht. Wir werden am nächsten Tag den Anker aufholen und Tahiti verlassen.

So – und nun unser Fazit zu Tahiti…

Viel gesehen von der Insel haben wir aufgrund des langanhaltenden Regens nicht, wobei die Möglichkeiten auch begrenzt sind. In das Hinterland und die Berge kommt man mangels Straßen auch nicht wirklich. Es war schön, wieder einmal „richtige“ Zivilisation und Kleinstadtleben zu genießen. Aber Tahiti ist und bleibt für mich kein „To-Do“ auf einer Reiseliste. Für uns Segler ist sie ein To-Do, wenn man sich Verproviantieren muß oder Ersatzteile benötigt – also fährt hier jeder mal rein. Aber schönere, leere Ankerplätze sind auf den kleineren Inseln doch eher zu finden als hier. Tahiti ist einfach das Drehkreuz Polynesiens – für Flugzeuge und Versorgungsschiffe, für an- und abreisende Urlauber und vieles mehr. Dieses reale Leben wird in den gängigen Dokumentarfilmen oder dem „Traumschiff“ halt nicht gezeigt. Wenn die Kreuzfahrtschiffe hier anlegen, liegen sie inmitten einer aktiven Stadt zwischen Berufshafen und mehrspuriger Straße: da ist nichts mit Ruhe. Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden, was ihm gefällt. Es ist sicherlich toll, in einer der teuren Bungalow-Hotel-Anlagen mit Pool und eigenem Strand abzusteigen und sich verwöhnen zu lassen – aber da sieht man halt nicht viel vom täglichen Leben.

Genug hierzu, jetzt geht es weiter auf die Nachbarinsel, nach Moorea.

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Tuamotus, zweiter Teil

Wir gehen um 2 Uhr in der Früh Anker auf und verlassen Tahanea, die Passausfahrt ist einfach und eine ruhige, entspannte Nachtfahrt nach Fakarava liegt vor uns. Wir erreichen den Südpass gegen 11 Uhr, das Timing stimmt. Wir fahren mit leichter Gegenströmung in den anfangs breiten Pass. Die Wassertiefe steigt von 30 m bis auf knapp über 4 m an und wir müssen etwas Schlangenlinien fahren, um in der Einfahrt den Untiefen auszuweichen. Kurz darauf fällt der Anker in einem Minenfeld aus Bommis, einen kleinen Sandfleck für unseren Anker zu finden gestaltet sich nicht ganz einfach, wird aber gemeistert und wir lassen unsere Kette mit den Bojen schwimmen, um die Korallenblöcke nicht zu beschädigen. Diese Ankertechnik wenden wir zu Zeit eigentlich immer an, um auf Nummer sicher zu gehen. Es erleichtert auch das Aufholen des Ankers/ Kette. Bei Winddrehern schwebt die Kette eben über die Korallen und verhängt sich nicht in diesen, oder wickelt sich gar drumherum. Der Südpass von Fakarava hat auch einen sehr bekannten Tauchplatz, die „Wall of Shark“, den wir auch besuchen wollen. Kurz nach unserer Ankunft sehe ich die ersten Tauchboote zum Pass fahren, das richtige Indiz für die richtige Zeit. Denn auch hier zählt, das richtige Timing zu beachten, daß man mit der beginnenden einlaufenden Strömung den Tauchgang startet. Zu früh hat man noch Gegenströmung und auch eine schlechtere Sicht, zu spät wird die Strömung zu stark für einen entspannten Tauchgang. Ich beschließe mit Fred zum Pass zu fahren und einen Schnorchelausflug zu unternehmen, Sabine hat keine Lust. So habe ich, mit Fred im Schlepptau, einen wirklich schönen Schnorchelgang, ich sehe wie die Taucher sich treiben lassen und natürlich jede Menge an Haien. Außerdem noch einige große Napoleonfische und Fischschwärme, die sich mir präsentieren.

Leider ändert sich die Wetterlage und ein Nordwind soll sich für die nächsten Tage einstellen. Wir beschließen uns in die südöstliche Ecke vom Atoll zu verstecken. Bei einem 30 sm langen Atoll wird sich da einiges an Welle aufbauen, die sehr ungemütlich werden kann, außerdem liegen wir dann Legerwall, sprich wir werden auf die Küste gedrückt. Sollte hier ein Problem mit dem Anker auftreten kann es schnell kritisch werden. Das Umfeld vom Südpass ist natürlich auch stark frequentiert, hier in der Ecke ist dagegen wieder entspannte Ruhe. Wir sind in Kontakt mit Dirk von der Manus 2, er hatte ja den direkten Weg zum Nordende vom Atoll genommen, um seinen Besuch am Flughafen abzuholen, er will schließlich am Tag darauf zu uns stoßen. Wir machen aus, daß wir uns auf dem Weg zum Südpass machen um, nachdem sich der Wind etwas abgeschwächt hatte, zu schauen wie die Bedingungen sind. Vor Ort stellt sich heraus, daß die Wellen doch noch sehr ungemütlich sind, wir drehen kurzerhand wieder um, geben Dirk Bescheid, und treffen uns dann in der Südostecke. Schließlich lernen wir Peter kennen, sein Freund der auf Besuch gekommen ist. Wir unternehmen noch einen Landgang und Schnorchelausflug zusammen und genießen die gemeinsamen Sundowner auf einem unserer Boote, inclusive der Geburtstage der beiden, die aufeinander folgen.

Danach ist es endlich soweit, wir verlegen uns zurück zum Südpass. So unternehmen wir gemeinsam Landgang, Restaurantbesuch, schnorcheln und natürlich einen Tauchgang im Südpass. Dazu fahren wir gemeinsam mit Fred zum Pass, Sabine und ich machen den Anfang, während uns die Manus-Crew schnorchelnd mit Fred im Schlepptau folgt und uns am Ende des Tauchgangs schließlich wieder aufnimmt. Das ganze wieder zurück und auf Anfang, nur mit umgekehrter Besatzung. Um es kurz zu machen, es war ein fantastisches Erlebnis nach über 12 Jahren wieder mal mit der Pressluftflasche Unterwasser zu gehen und das noch an einem solchen Platz. Wir sehen eine Unmenge an Haien an uns vorbeiziehen, es sollen bis zu siebenhundert Stück hier leben. Des Weiteren gibt es große Napoleonfische und diverse Fischschwärme, die sich am Riff präsentieren.

Wieder treiben uns die Wetteraussichten zwei Tage später voran, es ist der einzige Tag wo wir unter Segel in den Norden kommen, bevor sich erstmal Flaute einstellt. Wir wollen nach Rotoava, dem Ort von Fakarava, schließlich kommt das Versorgungsschiff dort morgen an. Unsere Frischevorräte sind leer und wollen aufgefüllt werden, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Auch ist es hier Zeit Abschied zu nehmen von Dirk und Peter, die beiden müssen nach Tahiti weiter, um rechtzeitig zum Flieger zu kommen. Für Peter ist der Urlaub zu Ende, kurz darauf fliegt auch Dirk für einen Heimaturlaub nach Hause. Eine schöne Zeit ist vorbei, vielleicht treffen sich unsere Wege wieder im weiteren Verlauf. Wir gehen dann 2 Tage später Anker auf und wollen dem Nordpass einen Besuch abstatten, konnten aber in der Zwischenzeit mit Stephane von der Lazarina 2 ein kleines Wiedersehen feiern.

Am Nordpass waren dann die Bedingungen alles andere als schön, unsere Josa veranstaltete einen kleinen Rodeoritt vor Anker. Wir beschlossen den Pass nicht zu besuchen: alleine das zu-Wasser-lassen von Fred und wieder retour wäre eine Herausforderung geworden. So bleiben wir nur über Nacht und vollbrachten am nächsten Tag das kurze Stück von 20 sm nach Toau. Wir bleiben ein paar Tage in dem nahezu unbewohnten Atoll, vertreiben uns die Zeit mit ausgiebigen Schnorchelausflügen in den beiden Pässen, die in unmittelbarer Nähe liegen und selbstverständlich auch an den kleinen Riffen, die auf dem Weg dorthin sind. Ja und die kleinen Arbeiten die da wieder mal zu erledigen sind, wollen auch abgearbeitet werden. In einem Atoll wo es sonst nichts weiter gibt eine gute Möglichkeit, diese von der ToDo-Liste streichen zu können. Nach 5 Tagen geht es dann ans Nordende von Toau: in den Blindpass. Das ist ein Pass, der nur von der Außenseite zugänglich ist und quasi eine Sackgasse ist. Es ist auch der erste Ort, an der es wirklich Festmacherbojen gibt, an denen wir uns festmachen können. Eigentlich eine perfekte Sache, so werden die Korallen durch die vielen Anker und Ketten verschont. An vielen Orten markiert, aber nur an wenigen vorhanden, leider. Es wurden schon einige Bojen gesetzt, leider fehlt es an deren Pflege und sie sind wieder verschwunden. Wenn ich als Yachti mich an so einer Boje befestige, möchte ich auch die Gewissheit haben, daß sie hält und nicht mein Boot bei aufkommenden Winden auf Drift geht, wenn die Befestigung reißt. Hier ist alles gut, die Bojen gehören wohl einem der beiden Familien, die hier leben und werden regelmäßig kontrolliert. Dafür muss man auch einen kleinen Obolus bezahlen, was auch völlig ok ist. Trotzdem haben wir Glück und liegen umsonst hier, der Besitzer ist aktuell nicht da, den anderen interessiert es nicht. Auch hier wieder schnorcheln vom Feinsten, es gibt jede Menge an Haien, die um das Boot und beim schnorcheln zu sehen sind.

Von hier aus geht es dann zum 100 sm entfernten Atoll Rangiroa, was wir wieder einmal mit einer Nachtfahrt bewerkstelligen wollen. Die Überfahrt gestaltet sich dann alles andere als einfach. Es zieht ein ausgewachsenes Regenband über uns, das von Flaute bis Starkwind alles im Gepäck hat, Winddreher von weit über 90 Grad inclusive. Ich schaffe es irgendwie auf 2 Stunden Schlaf in der Nacht zu kommen, aber was soll es, ist ja nur eine Nacht. Am Vormittag fällt der Anker vor Tiputa, der Stadt des Atolls. Rangiroa empfinden wir als das touristischste Atoll der Tuamotus, täglich starten und landen mehrere Flugzeuge, die die Gäste anbringen/ abholen. Die örtlichen Tauchschulen fahren ihre Kundschaft fleißig zu den Tauchspots, die wir nur schnorchelnd erkunden. Ein wohl sehr lohnenswerter Tauchgang soll am Außenriff der Passeinfahrt sein, wir entscheiden uns dagegen, zu schlecht sind die aktuellen Sichtbedingungen aufgrund der Wind- und Wetterbedingungen. Der Schnorchelgang an der kleinen Insel an der Innenseite vom Pass entschädigt für so einiges, wenn auch hier die Sicht eingeschränkt ist. In der Zwischenzeit habe ich Kontakt mit einem anderen Boot aufgenommen, das Motorenprobleme hat; sie kommen zu uns gesegelt und ich schaue mal, ob ich da weiterhelfen kann. Sie kommen am späten Abend an und am nächsten Morgen wird schließlich Hand angelegt. Nach einigen Stunden ist das Problem gelöst und der Motor schnurrt wieder, wie er soll, alle sind Glücklich.

In der Zwischenzeit haben wir uns auch festgelegt, daß es am Ende vom Jahr nach Neuseeland gehen soll. Die ganze Zeit war es noch völlig offen, was wir machen. Neuseeland, Australien oder gleich nach Indonesien, wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber wenn wir schon einmal so „Nah“ dran sind, sollten wir das auch ausnutzen. So ist natürlich auch einiges zu Planen und zu Organisieren, langweilig wird es bestimmt nicht.

Nach der getätigten Arbeit geht es dann auch schon weiter zu unserem letzten Stopp in den Tuamotus, auf nach Tikehau. Die 45 sm sollten gut in einer Tagesetappe zu schaffen sein, ja wäre nicht die zeitliche Abstimmung mit der Passausfahrt. Bei Tagesanbruch ist eigentlich die ungünstigste Zeit, die man sich aussuchen kann, ich beschließe 2 Stunden später zu starten. Die entscheidenden 300 m durch den Pass werden trotzdem wild, das Wasser wird mehrfach über das Deck gespült, aber unser Dickschiff meistert die Passage in gewohnter Souveränität. Leider lässt uns ausgerechnet auf dieser Passage die Wind- und Strömungsverhältnisse im Stich. Um noch vor Einbruch der Dunkelheit und natürlich auch zur rechten Zeit am Pass zu sein, entscheiden wir uns, unseren Motor mitlaufen zu lassen, wir Motorsegeln die Strecke. Wir kommen wie geplant an, die Passeinfahrt passt wieder und der auserkorene Ankerplatz ist gleich um die Ecke. Am nächsten Tag geht es noch zum schnorcheln in den Pass, die Zeit am Vormittag sollte passen, am Nachmittag wollen wir noch innerhalb des Atolls verlegen. Leider gibt es aktuell kein einlaufendes Wasser in den Pass, es gibt nur einen kurzes Zeitfenster, in der das Wasser zum Stillstand kommt, die Sicht ist entsprechend schlecht. Zu diesem Ereignis kommt es durch die aktuellen starken Ostwinde die auf der anderen Seite vom Atoll jede Menge Wasser durch die Öffnungen drückt und dann an der Westseite, an der wir uns befinden, nur noch abfließen. Nach dem schnorcheln geht es Anker auf und wir verlegen auf die Ostseite vom Atoll. Der Wind kommt genau von Vorne, ein kreuzen durch das Atoll möchten wir nicht, zu viele Untiefen sind auf dem Weg, denen ausgewichen werden muss. So kommt wieder der Motor zum Einsatz und bringt uns auf die andere Seite. Hier liegen wir jetzt wie im Abrahams Schoss, absolut ruhig und geschützt. Der Anker liegt vor dem „Garden Eden“, zwei Familien die hier noch Obst und Gemüse anbauen, in den Tuamotus absolut einmalig. Sie stellen aus Kompost Erde her, auf denen sie alles anpflanzen. Leider ist zur Zeit nur Pok Choy fertig und die letzten Eier hat die Yacht vor uns mitgenommen, Pech gehabt. Wir bekommen vom Besitzer noch einen Rundgang durch die Anlage, in der er uns alles erklärt und zeigt, leider habe ich keine Kamera, dabei um es euch hier zu zeigen. Die Familien bauen alle möglichen Gemüsesorten an, die sie aus Samen selbst kultivieren, haben diverse Früchte wie Papaya und Banane, ebenso Vanille und stellen sogar eigenes Meersalz her. Ebenso besteht noch eine kleine Perlzucht.

Da uns die Abfahrt nach Tahiti bevorsteht, haben wir hier noch ein strammes Programm. Das Wetter gibt uns wieder den Takt vor. Im Moment zeichnet sich eine stabile Wetterlage ab und für drei Tage sollten die Wellen auch sehr moderat sein, das wollen wie ausnutzen. Wir könnten es auch etwas entspannter Angehen, aber dann wird es wahrscheinlich eine Woche später. Hier eine Woche und da eine Woche, wir wollen weiterkommen. Um nach Neuseeland zu kommen, muss es auch zeitlich passen, die Zyklonsaison fängt im November an. Lieber geben wir jetzt etwas Gas, wenn sich die Möglichkeit ergibt, als es uns am Ende fehlt.

So bleiben wir auch nur zwei Nächte hier um noch an den Mantapoint zu verlegen, ein Ort an dem es eine Putzerstation für die sanften Riesen geben soll, das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zuvor machen wir aber noch einen Ausflug mit Fred zur Vogelinsel, die vor dem Garten Eden liegt. Auf diesem kleinen, unbewohnten Eiland brüten tausende von Seevögeln unterschiedlicher Art. Auf der Insel ist ein kleiner Rundweg angelegt, der mit Leinen markiert ist. Bei dem ständigen Vogelgezwitscher können wir Weißkopfnoddys, Braunnoddys, Feenseeschwalben und Rotfußtölpel identifizieren. Letztere sind gerade mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Die Vögel haben auch keine Angst vor uns, wir kommen sehr nah an die Vögel ran. Einfach ein paradiesischer Ort hier. Weiter geht es dann zum Ankerplatz Mantapoint, es ist schwachwindig. Es ist ein schöner Tag und keine Welle, so segeln wir gemächlich unserem Ziel entgegen, für die 10 sm braucht es über 4 Stunden bis der Anker wieder fällt. Beim ersten Schnorchelausflug gibt es auch gleich einen der sanften Riesen zu sehen, wie er gemütlich um den Bommie kreist und sich dabei von den Putzerfischen verwöhnen lässt. Es ist so Windstill das wir am Platz bleiben können und nochmal ins Wasser absteigen, auf der Suche nach den Riesen. Leider ist das Wasser sehr trüb und die Sicht sehr begrenzt. Nach drei Nächten heißt es jetzt, Tahiti wir kommen.

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1000 Tage Wochenende

Ja es steht ein kleines Jubiläum im Raum, am 7. Mai sind wir seit unserem Start in Hamburg, nun schon so lange unterwegs. Es gibt ein Buch von einem Segler der in drei Jahren um die Welt ist, der Titel: „1200 Tage Sonntag“. Dem kann ich so nicht zustimmen, Wochenende passt da wohl besser. Sonntag ist für mich so ein Tag an dem es heißt, Füße hochlegen. Der Samstag ist dann so der Arbeitstag an dem das ein oder andere zu erledigen ist, typisch Deutsch halt. Wobei sich das mit den Wochentagen ja schon lange erledigt hat. Was für ein Tag ist heute? Keine Ahnung, ich müsste nachschauen. Da sind mit Sicherheit arbeitsreiche Sonntage dabei gewesen, dafür „unter der Woche“ Füße hoch angesagt.

Es nun schon eine lange Zeit her seit dem Beginn, aber Erinnerungen, Erlebnisse oder Begegnungen haben sich in das Gedächtnis eingebrannt. Wie es der Zufall will, ist auch der Tag, an dem ich mein Zuhause verlassen habe nur wenige Tage entfernt, es war der 11. Mai. Wenige Tage zuvor wurde unser Schiff für den Transport auf der Straße verladen. Der Aufruf in der Whatsapp-Gruppe von Willanzheim zu sehr später Stunde für ein paar helfende Hände. Bei der Abfahrt vom LKW stellte sich heraus, daß der Mast falsch liegt und mal eben um 1 m verschoben werden muss. 30 Minuten später waren genügend Helfer da, um das Ganze per Muskelkraft zu korrigieren, Dorfgemeinschaft sei Dank. Ja und dann kam die sehr emotionale Abfahrt von zu Hause, mitten in der Nacht, durch die leeren Straßen. Wenn ich heute diese Zeilen schreibe und zurück denke, wird es wieder emotional. Letzter Besuch beim Arbeitgeber, um Tschüß zu sagen und alles abzugeben. Ankunft in Kappeln: Wo ist unser Boot? Die letzten Stationen der Vorbereitungen, um das Boot fertig zu bekommen waren in Kappeln, Flensburg, Kiel und Hamburg. In der Zwischenzeit Besuch von Freunden, die sich verabschiedeten. Und ganz wichtig: der Besuch von meiner Familie, die sich auch nochmals verabschiedet hat, emotional wieder. In Hamburg letztendlich Besuch von Arbeitskollegen und schließlich Chris, der uns die erste Etappe die Elbe hoch bis nach Cuxhafen begleitet hat.

Erste nervenaufreibende Motorenprobleme in Belgien, nach deren Lösung es den dann aber weitestgehend problemlos weiter geht. Es folgte die Biskaya, weiter die Küste runter bis Lissabon und schließlich auf die Kanaren. Heute muss ich sagen, daß wir hier eine einschneidende Begegnung hatten. Wir trafen Andrea und Dirk von der Southeast, ausgesprochene Südamerikaliebhaber, die die weitere Reiseplanung quasi auf den Kopf gestellt haben, sehr zum positiven! Genauso haben unsere Erlebnisse sie inspiriert und sie sind mittlerweile mit dem eigenen Boot in Brasilien angekommen, sehr zu unserer Freude.

Es folgen die Kap Verden und der Sprung über den Atlantik nach Brasilien mit der Äquatorüberquerung. In Jacare lernen wir Kerstin und Mike von der Salto kennen, die wir immer wieder auf den Weg in den Süden treffen, auf der Isla Los Estados unsere erste gemeinsame Woche im tiefen Süden verbringen, bis wir gemeinsam in Ushuaia ankommen. Leider haben sich durch unsere erneuten Motorenprobleme die Wege in Puerto Williams getrennt. Erst in Puerto Montt gab es ein Wiedersehen. Immer wieder sind es auch diese zufälligen Begegnungen, die es so Besonders machen. Freundliche Menschen die, auch wenn sie wenig haben, teilen und helfen wo sie können, überall auf unserer Reise.

Dann sind wir ja auch so völlig untypische Segler, man muss inzwischen „leider“ dazu sagen. Wenn wir irgendwo vor Anker gehen, setzten wir uns ins Dinghy, fahren eine Begrüßungsrunde zu den Nachbarliegern und stellen uns vor. Wenn jemand keine Lust auf Kommunikation hat, stellt man das innerhalb von Sekunden fest. Mit der ein oder anderen Besatzung hat man dann auch vielleicht das ein oder andere Treffen und eine schöne gemeinsame Zeit. Und dann gibt es noch die Anderen, bei denen sich eine Freundschaft entwickelt. So bei Andres und Guillermo, Argentinier die wir in Brasilien kennengelernt haben und später eine wunderbare Zeit zusammen in ihrer Heimat verbracht haben. In Uruguay war es dann einmal anders herum, wir liegen fest im Hafen als plötzlich an unserem Boot ein deutsches Hallo ertönt. Wir lernen dadurch Daniel und Mechtild kennen, ein uruguayisch-deutsches Ehepaar, die uns dazu verleiteten, doch ein paar Tage länger in dem dortigen Hafen zu verweilen, bis Daniel schließlich eine Etappe mit uns gesegelt ist.

Bei einem weiteren Zwischenstopp haben wir dann auch unseren ersten Kontakt mit Ulf von der Farvel, einem Solosegler, mit dem wir später gemeinsam Patagonien bereisen und am Kap Horn waren. Nora und Hacko von der Anixi, die wir endlich in Pueto Williams persönlich kennenlernen, wir hatten schon lange zuvor Kontakt über Handy. Sie haben Patagonien von Nord nach Süd durchquert und sind uns quasi entgegen gekommen. Man könnte die Liste unendlich weiterführen. Hier in Französisch Polynesien treffen wir viele, die eine ähnliche Route wie wir fahren, man trifft sich immer mal wieder und hat eine schöne Zeit zusammen, lernt immer wieder neue Segler aus unterschiedlichen Ländern kennen, die gemeinsam mit uns den Südseetraum leben.

Auf der bisherigen Reise war aber für mich das absolute Highlight natürlich Patagonien mit seiner fantastischen Natur. Auch wenn es viele andere schöne Orte gegeben hat, war dieser schon etwas Besonderes. Als kultureller Höhepunkt war schließlich das Marquesasfestival auf Ua Huka. So, jetzt genug von dem kleinen Rückblick. Die nächste Etappe steht vor der Tür und die Planungen für Neuseeland laufen, unserem nächsten großen Ziel, das ihr wieder alle auf der Karte findet.

Auf die nächsten 19400sm (ca.36000km) 😉
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Tuamotus – weg von Bergen hin zu flachen Atollen

So sind wir am Dienstagnachmittag aufgebrochen gen Süden. Wir haben auch gleich wieder unsere Angel ausgebracht und Kraki schwimmen lassen – und tatsächlich: direkt vor Hapatoni, noch in der Landabdeckung, haben wir Bewegung an der Angel. Jochen hat schwer gekämpft, wir haben dann die (noch) Motorfahrt unterbrochen, um es etwas leichter zu machen. Wir hatten einen kapitalen Gelbflossenthunfisch dran, der partout nicht an die Wasseroberfläche wollte. Jochen hatte ihn dann endlich in Bootsnähe und dieser Fisch wollte sich immer unter unserer Dicken verstecken. Leider hat er es dabei geschafft, die Angelschnur an der Windsteueranlage aufzureiben und diese ist dann gerissen. Weg – Fisch und Köder, heul. Das war es dann mit Angeln. Zuerst muss das Equipment wieder startklar gemacht werden, aber bei den anschließenden Bedingungen vermeiden wir es sowieso zu Angeln.

Inzwischen waren wir auch aus dem Wind- und Wellenschatten der Insel hinaus und die übliche südpazifische Welle ging wieder los. Wir hatten fast während der gesamten Überfahrt einen schönen Halbwind von 4 – 5 Beaufort, aber dazu halt leider auch die Welle direkt von der Seite auf das Boot. So hieß es denn wieder einmal 4 Tage rumrollen mit Schräglage, glücklicherweise sind wir von vorneherein nur im 2. Reff beim Großsegel losgefahren. Es war Wind von 3  – 4 bft angesagt und da wir wissen, daß wir da immer noch was draufpacken müssen, haben wir uns gleich für Reff 2 entschieden. Wir möchten nicht bei Wind und Welle noch am Mast rumturnen müssen, um die Segelfläche zu verkleinern, was ein großer Kraftakt ist, wenn Winddruck vorhanden ist. Und das war eine sehr gute Wahl. Wir sind auch so teilweise mit 7 Knoten Fahrt dahingerauscht. Und so konnten wir die Geschwindigkeit gut über die Genua kontrollieren. Nachts sicherheitshalber etwas weniger Segel und tagsüber halt etwas mehr. Noch dazu bekamen wir dann auch einmal wieder etwas Wetter ab, so daß Jochen wieder einmal klatschnass war vom Regen, währenddem er die Genua reffen musste. Nachdem zahlreiche Regenzellen uns besucht haben, beruhigte sich das wechselhafte Wetter auch wieder und nach und nach wurde die Welle auch etwas weniger.

hier kämpft der Skipper noch mit dem großen Fisch

Und so waren wir ziemlich flott, kalkulierten, daß wir wohl am Samstag morgen ankommen werden. Und Glück muß man halt auch haben – man soll in die Atolle vorzugsweise bei Slack einfahren. Slack bedeutet der Stillstand der Ein- und Ausströmung bei Wechsel von Ebbe und Flut. Und laut unseren Daten sollte Hochwasser am Samstag morgen um 5:00 Uhr sein. Je nach örtlicher Gegebenheit und Wetterlage verschieben sich dann noch die optimalen Einfahrzeiten. Die letzten Stunden vor Ankunft können wir die Geschwindigkeit sogar etwas selbst regulieren, um zur richtigen Zeit anzukommen. Und wir hatten den Sonnenaufgang direkt über dem Atoll, an dessen Westseite sich der Pass befindet, durch den wir einfahren konnten. Gegen 6 Uhr war es dann soweit, wir sind vor dem Pass angekommen, haben die Genua weggepackt, den Motor angeworfen und sind mal auf den Pass zugefahren. Das ist schon etwas ehrfurchtgebietend, wenn man die Berichte von anderen Seglern liest. Eine schmale Einfahrt, in der viele Turbulenzen und Wellen stehen können. Kommt man zur falschen Zeit, sind dann noch starke Strömungen dabei, die uns geradewegs wieder rückwärts ausspucken würden. Es gibt Atolle, bei denen Strömungen von über 12 Knoten im Pass erreicht werden. Bei den Atollen sind sehr wenige Öffnungen vorhanden, in denen das ganze Wasser ein- und wieder ausfließen muß; entsprechend groß kann daher die Strömung sein, wenn entsprechend viel Wasser aus dem Atoll heraus möchte.

Wir kommen an und sehen rein gar nichts dergleichen, wir sind zur perfekten Zeit hier angekommen, wir fahren hinein und hatten nur 0,8 Knoten Gegenströmung, quasi nix.

Im Pass angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg ans nord-östliche Ende vom Atoll Amanu, nochmal eine Strecke von 15 sm. Ab Sonntag war kräftiger Wind aus Ost angesagt, so liegen wir gleich geschützt für die kommenden Tage. Wir ankern hinter einem großen Motu und genießen es, daß unser Boot absolut ruhig liegt, nichts bewegt sich, das hatten wir das letzte Mal in Valdivia/Chile. Wir genießen die nächsten Tage am Strand zu spazieren, im klaren Wasser zu schnorcheln und nach langer Zeit auch einfach wieder alleine am Ankerplatz zu liegen. Nach vier Tagen war dann die Vorhersage so gut, daß wir uns an den nächsten Ankerplatz verlegten, jetzt im östlichen Teil des Atolls. Hier zeigt sich das Motu in einem ganz anderen Gewand. Neben der kleinen Insel gibt es große Flächen, die trotz des geringen Tidenhubs überspült werden und dann wieder trocken fallen, ein einzigartiges Naturschauspiel. Ein großer Bommie der Nahe am Ankerplatz ist, ist ein hervorragender Schnorchelspot, Herz was willst du mehr. Auf unserem Weg zurück zum kleinen Ort an der Passeinfahrt, gibt’s es noch schließlich einen Stopp an einem Riff das mittig im Atoll liegt. Wir schmeißen unseren Anker und unternehmen gleich einen Schnorchelausflug. Auf dem Rückweg zum Schiff werfen wir noch einen Blick auf unseren Anker, ob dieser auch gut liegt, das gefällt uns aber nicht. Das heißt umankern oder gleich weiter, Zeit genug ist noch. Da uns das Riff jetzt nicht so ganz gut gefallen hat, ist die Entscheidung schnell gefallen, wir brechen auf und verlegen direkt an den Ort. Hier in Ikitake leben ca. 120 Menschen, von denen wir bei unserem Besuch am nächsten Tag, nur wenige zu Gesicht bekommen. Der Ort hat aber immerhin top betonierte Straßen, die einzigen fahrbereiten Fahrzeuge, die wir sehen, sind die der Gemeinde. So vertreten wir uns noch etwas die Beine auf den wenigen Wegen die es gibt, bevor es zurück auf´s Schiff geht.

Wir planen die Weiterfahrt zum nächsten Atoll von Hao, denn auch die Ausfahrt aus dem Pass muss soweit zeitlich stimmen. Da Hao nur 15 sm entfernt liegt, muss es auch so passen, hier wieder zur richtigen Zeit anzukommen. Ihr seht schon, es ist viel Timing nötig für die Navigation in und um die Atolle. So lassen wir uns am nächsten Morgen mit etwas ablaufenden Strom aus dem Atoll schieben, um dann zur richtigen Zeit im Hao-Pass zu sein. Alles passt perfekt und der Anker fällt zur Mittagszeit vor Otepa, dem Ort des hiesigen Atolls. Wir machen das Schiff wieder klar und bereiten Fred gleich vor, um einen Besuch beim Nachbarlieger abzustatten. Dann noch gleich weiter zum kleinen Hafen, hier liegen ein deutsches und schweizerisches Boot. Aber hier ist leider niemand zu Hause, alles ausgeflogen. So geht es wieder zurück und wir genießen den Nachmittag. Gegen Abend gehen wir in den Ort, wir wollten uns eine Pizza im Restaurant gönnen. Leider hatten wir kein Glück, die Besitzer teilten uns mit, daß sie kein Material mehr haben, sie müssen erst wieder auf das Versorgungsschiff warten. So ist das Leben auf so abgeschiedenen Flecken Erde, nix mit wir gehen mal schnell einkaufen. Wenn leer, dann leer. Auf der Straße stehend beratschlagen wir, was wir machen, als vier Leute auf uns zugelaufen kommen. Es stellt sich heraus, daß es die zwei Crews der beiden Boote im Hafen sind. Sie sind auch gerade auf dem Weg zum Essen gehen. Es gibt noch ein weiteres Restaurant, mal schauen ob die offen haben und auch noch etwas anbieten können, so die Aussage. Wir schließen uns an und haben einen schönen gemeinsamen Abend mit etwas zu essen. Die Bordküche kann kalt bleiben. Da dieses Atoll über 30 sm lang ist und nichts Außergewöhnliches zu erwarten ist, beschließen wir nur vor dem Ort zu bleiben. Ein paar Kleinigkeiten am Boot erledigen und uns den Ort anschauen. Immerhin leben hier schon über eintausend Menschen, also etwas größer das Ganze. Was man noch erwähnen sollte, Hao hat eine etwas traurige Vergangenheit. Hier war das Logistikzentrum der französischen Armee für die Atombombentests, die etwas weiter südlich auf zweien der Atolle stattgefunden haben. Entsprechend gut ist hier auch noch die Infrastruktur der Insel mit großem Flughafen in dessen Nähe eine, sagen wir einmal, provisorisch abgedeckte Fläche besteht. Hier sollen die Beobachtungsflugzeuge nach ihren Einsätzen dekontaminiert worden sein, die radioaktive Strahlung besteht wohl bis heute noch. Ansonsten war am Sonntag Bürgermeisterwahl der drei zusammengehörigen Atolle. Die läuft hier etwas anders, wie es wir gewohnt sind. Es ist ein Event an dem es den ganzen Tag Unterhaltung geboten wird, mit Essen und Trinken natürlich. Gegen Abend versammeln sich dann nochmals sehr viele der Bewohner um das Ergebnis abzuwarten und zu feiern. Es könnte durchaus sein, daß dieses „Event“ eine höhere Wahlbeteiligung garantiert. Gewonnen hat die bisherige Amtsinhaberin; mit genau 2 Stimmen mehr hatte sie die nötigen 51 %. So hatten wir heuer auch „unsere“ Gemeindewahl.

Nach diesem Ereignis haben wir uns schnell entschlossen, Hao wieder zu verlassen und weiter nach Makemo zu fahren. Dort befinden sich inzwischen schon bekannte Boote, die wir doch gerne noch mal sehen möchten. Die etwa 170 sm sollten wir in etwa 1,5 Tagen schaffen, so daß wir gegen Nachmittag von Hao losfahren möchten, um genügend Zeit bei Sonnenlicht zum dortigen Einlaufen zu haben. Und wir haben es mit der passenden Tide wieder geschafft, aus Hao gemütlich auszufahren. Bei unserer Ausfahrt auf den Pass zu haben wir dann schon unsere norwegischen Freunde von der Pele auf dem AIS gesehen, die sich kurz hinter dem Pass für die Nacht auf Anker gelegt hatten. Sie sind gerade eingefahren. Und schon hat uns Espen auch angefunkt, wir haben uns kurz abgestimmt und hoffen, daß wir uns dann in einem der nächsten Atolle nochmals treffen werden.

Da sehr wenig Wind vorhergesagt war, haben wir uns auch entschlossen, gleich unser Leichtwindsegel zu setzen und mit diesem zu arbeiten. Und es ging seeehr langsam los, die erste Zeit hatten wir gerade einmal 3 Knoten Fahrt im Schiff. Ja, wenn das so weitergeht, benötigen wir mehr als 2 Tage und kommen doch im Dunkeln an!!! Aber irgendwann war es dann soweit, daß wir zwischenzeitlich gut Fahrt gemacht haben und das wieder aufholen konnten, so daß unser Zeitplan wieder einmal aufgegangen ist. Irgendwann waren es dann in der zweiten Nacht doch auch einige starke Böen, somit entschied der Skipper den Blister herunterzuholen und mit Genua weiterzuarbeiten, um den Rest der Nacht auch noch etwas zum Schlafen zu kommen. Die Genua ist dann doch besser zu regulieren, wenn was Kräftiges ankommt.

unser Blister zieht uns wieder….

So ging es durch die Nacht mit einigen Wind-, Wolken- und Regenfelder. Es wurde nicht langweilig. Das Atoll Makemo kam dann auch am Morgen in Sicht. Das Unschöne: wir müssen etwa 15 Seemeilen am Atoll entlangfahren, um zum Pass zu kommen. Wisst Ihr, wie das ist? Das Ziel vor Augen, der Wind wird schwächer und schwächer und Du willst endlich da rein? Aber…Timing ok, der Skipper schmeißt den Motor zur Unterstützung an und wir fahren wieder entspannt durch einen Pass. Wir sehen zwar das Wasser leicht brodeln, aber wir haben weder zu viel Strömung mit uns noch gegen uns. Und so werfen wir den Anker vor dem Ort Pouheva, direkt neben einem anderen deutschen Boot.

Dieses Atoll gefällt uns schon vom ersten Eindruck sehr gut.

So verbringen wir die ersten Tage hier vor dem Ort, genießen die Landgänge mit den sehr freundlichen Leuten und haben eine schöne Zeit mit den Nachbarbooten. Dazu gehören: Paul, Kelly, Jesica von der Oops, Dirk von der Manus 2 und Jan von der Makamea. Zu guter Letzt erfahren wir noch, daß das Versorgungsschiff am Sonntag ankommen soll, das passt ja perfekt. So können wir am Montag Nachmittag noch mal unsere Vorräte mit Frischwaren ergänzen, bevor wir am Dienstag gegen Mittag unseren Anker lichten, um in den Osten des Atolls zu verlegen, Dirk folgt uns, Jan kommt noch nach. Auch hier muss wieder die Abfahrt geplant werden. Auf dem Weg dorthin sind sehr viel Bommis, denen es auszuweichen gilt. Um diese gut zu sehen, sollte man die Sonne im Rücken haben, bzw. muss diese hoch stehen – sonst wird das nichts. Auf dem Weg dahin helfen unter anderem auch Satellitenbilder von diversen Anbietern, auf denen diese gut zu erkennen sind, zumindest bei größeren Wassertiefen. Die letzten Seemeilen zum Ankerplatz gleichen einem Minenfeld, Sabine muss in den Bug, um Ausschau zu halten und wir kommen im Zick-Zack-Kurs sicher an. Ein traumhafter Ort empfängt uns, klares, türkisfarbenes Wasser inclusive. Der Platz ist bestens geschützt vor den aktuellen Winden und wir liegen wie in Abrahams Schoß. Wir machen einen Landausflug zu einem „Swimmingpool“, als hätten wir nicht genug Platz um uns herum 😊. Dieser Pool ist etwas abgetrennt von dem Inneren des Atolls und durch die Landmasse abgetrennt vom offenen Pazifik. So genießen wir eine übergroße Badewanne mit 30° Wassertemperatur und sehen die Brandung auf das Atoll treffen mit der dazugehörigen Geräuschkulisse, traumhaft. Tags darauf machen unsere 3 Boote dann noch ein schönes BBQ am Strand. Schließlich müssen die Kalorien auch mal wieder verbrannt werden: wir starten eine Schnorcheltour am Riff. Das Riff hat sehr viele blaue Korallen und hat deshalb den Spitznamen Schwedenriff. Außerdem erleben wir hier die besten Sichtweiten Unterwasser, die wir bisher haben; zu sehen gab es auch sehr viel Fisch in den unterschiedlichsten Größen und Arten. So schön es auch hier ist, so langsam zieht es uns dann auch wieder weiter. Dirk folgt uns wieder, er bekommt einen Gast der nach Fakarava geflogen kommt, da bleibt dann auch nicht mehr viel Zeit. Wir legen auf dem weiteren Weg einen Tagesstopp am Ort ein, gehen nochmal einkaufen und am Abend gönnen wir uns nochmal Pizza im Ort. Hier begleitet uns noch Richard von der Mistral, ihn kennen wir bereits von den Marquesas, auch er ist gestern hier angekommen. Da es jetzt nach Westen geht, starten wir am frühen Morgen – der Sonne wegen, ihr wisst ja… Wir wollen nochmal einen Stopp im Nordwesten vom Atoll ansteuern und dort ein paar Tage bleiben, bis die Bedingungen für eine Weiterreise nach Tahanea passen. Hier im Makemo-Atoll haben wir die Möglichkeit einen weiteren Pass im Westen zu nutzen, so können wir einmal quer durchs Atoll und müssen nicht wieder zurück, auch schön um etwas mehr zu sehen. So verbringen wir hier noch die Tage mir schnorcheln, Landspaziergang und beobachten der Wetteraussichten.

Geplant war am Mittwochnachmittag zum Westpass zu fahren und dort die Nacht vor Anker zu verbringen, um uns dann früh mit den ersten Lichtstrahlen auf den Weg zu machen nach Tahanea. Tja, Segler und ihre Planung. Am Westpass angekommen schmeißen wir den Anker unter sehr welligen Bedingungen, keine guten Voraussetzungen für die Nacht. Nach kurzer Rücksprache mit Dirk beschließen wir noch am Abend zu starten, dann eben eine Nachtfahrt zum nächsten Atoll. Hat im dem Fall auch noch eine Nachtankunft am nächsten Pass zur Folge. Wir hatten dies natürlich auch besprochen, konnten aber aus diversen Berichten erkennen, daß dieser Pass zu den einfachen gehört und wir uns das dann auch zutrauen. So heißt es um 16 Uhr Anker auf und auf uns wartet eine entspannte Nachtfahrt. Zuerst Sternenklar, gegen 21 Uhr geht dann der Mond auf und leuchtet uns den rechten Weg. Gegen 3 Uhr in der Früh kommen wir an der Einfahrt von Tahanea an, unser Timing passt mal wieder hervorragend und wir können mit 1 kn Schiebestrom durch die breite Wasserstraße hindurchfahren. Gleich um die Ecke fällt der Anker, kurz das Schiff aufklaren und ab in die Koje. Nach dem Ausschlafen geht es im nächsten Bericht weiter…….

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Hiva Oa und Tahuata

Nach Hiva Oa wollten wir ja auf alle Fälle noch einmal zurückkommen, da wir hier bisher ja nur eine Nacht verbracht haben, bevor wir auf das Festival nach Ua Huka gefahren sind. Darüber hinaus haben wir auf dem Festival auch Tattoo-Künstler kennengelernt, von denen wir ein Tattoo als Erinnerung wollten – und diese waren eben auch zufällig in Hiva Oa ansässig. Auf dem Festival wollten wir uns kein Tattoo zulegen, das wollten wir in Ruhe im Studio machen – mit Aircondition inklusive.

Und so war unser erster wichtiger Gang natürlich zum Tattoo-Studio, um einen zeitnahen Termin zu bekommen. Soll man doch nach dem Stechen etwa 3 Wochen Sonne und Salzwasser meiden – diese Zeit wollen wir in Hiva Oa verbringen, um bei evtl. auftretenden Problemen ebenfalls in der Nähe eine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können.

So kam es, daß wir bereits 3 Tage später bei Kaha unter der Nadel lagen. Nach einer kurzen Besprechnung, was wir uns jeweils vorstellen, ging es schon los mit dem direkten Aufzeichnen auf der Haut – von wegen einer Papierschablone. Hier wird noch schön gleich freihand auf der Haut gezeichnet. Nach schnellen 3,5 Stunden waren beide Tattoos gestochen und wir sind glücklich wieder abgezogen. Danke Kaha!

Zu diesen Tattoos möchte ich noch anmerken bzw. habe ich ja schon erwähnt, daß jedes Symbol auch eine Bedeutung hat. So steht z.B. die Schildkröte auf der einen Seite für die Familie, da sie ja viele Nachkommen zeugt aber ebenso auch für eine sichere Navigation – da sie immer wieder an den Strand ihrer Geburt zurückkommt, um dort selbst ihre Eier abzulegen. So haben wir auch uns bewußt unsere Symbole im Vorfeld ausgesucht, die wir haben möchten und Kaha hat dann „drumherumgebaut“ mit den dazu passenden Symbole wie Sonne, Wind, Wellen… So hat Jochen in seinem Manta sämtliche großen Meerestiere wie den Buckelwal, den Hammerhai, den Delfin, die Schildkröte aber auch den Albatros und den Gecko versteckt sowie einen Tiki. Als auch das Kreuz der Marquesas, es steht für das Gleichgewicht der vier Elemente: Feuer, Erde, Wasser, Luft. Wer findet und erkennt alle Symbole?

So haben wir uns auch wieder einmal ein Auto für zwei Tage gemietet und sind alle Möglichkeiten auf der Insel abgefahren – vom lachenden Tiki über die archäologische Anlage Ma’ae Lipona, in der das größte Tiki steht, zu den Petroglyphen, dem alten Friedhof von Teivitete und dem Zeremonienplatz von Upeke. Zu Upeke muss man noch sagen, daß nach einer Sage hier der Baum des Lebens gestanden hat in dem alle Vögel brüteten. Als der Baum umgefallen ist, sind die Äste auf die anderen Inseln der Marquesas gefallen, auf denen sich schließlich die Vögel verteilt haben. Anhand dieser Sage kann man erahnen, wie wichtig dieser Ort für die Ureinwohner war, entsprechend groß auch die Anlage, die nur zum Teil freigelegt ist. Ein Großteil befindet sich im Wald und will entdeckt werden. Natürlich haben wir mit dem Auto auch noch unsere Besorgungen erledigt, vor allem die schweren Getränkedosen sind doch einfacher zu transportieren, wenn man einen fahrbaren Untersatz hat und nicht 4 km hin und 4 km zurück laufen muß, da der Hafen/Ankerplatz doch etwas von der Stadt entfernt ist.

Wir haben die Zeit in Hiva Oa genossen, haben wir doch dort auch wieder unsere neuseeländischen Freunde Gordi und Juliet getroffen, haben Kevin aus Südafrika kennengelernt und…… wieder einmal ein deutsches Boot begrüßen dürfen. Michael und Andrea von der Gleda sind aus Panama angekommen. Ach…und unsere französischen Freunde von der Lazarina sind wieder aus ihrem Heimaturlaub zurückgekommen und haben ihr Schiff wieder fit gemacht und zu Wasser gelassen. So war das Patagonien-Dream-Team wieder beieinander. Schließlich haben wir einige gesellige Abende gemeinsam verbracht, sei es zum Sundowner oder auch zum gemeinschaftlichen Essen.

hier noch etwas andere Kunst, die überall zu finden ist: geht nicht mehr – wird abgestellt und bleibt da

Und täglich grüßt das Murmeltier – die Shopbetreiber der Tankstelle kannten uns dann auch schon. Denn fast täglich nach der Mittagszeit sind wir dort aufgeschlagen, haben unseren Eisbecher aus der Tiefkühlung genommen und ein Eis gelöffelt, während wir zum Kontrollgang in den Yardbereich gegangen sind, um zu sehen, wie die Arbeiten an den Booten unserer Freunde vorwärts gehen. Denn sehr viele, die wir bisher in FP kennengelernt haben, haben ihr Boot dort aus dem Wasser geholt, um einige Arbeiten, vor allem den Unterwasseranstrich, zu erledigen. Da muß man schon mal schauen, ob das allen ordnungsgemäß vorwärts geht! Als dann einmal kein Eis an der üblichen Stelle zu finden war und wir nachfragten, wußte die Dame gleich, was sie uns aus dem Lager zu holen hat 😊

Wir hatten das Glück, daß wir einen einigermaßen guten Ankerplatz im kleinen Hafenbecken erwischt haben. Ziemlich hinten drin, weit weg vom täglichen Schiffsverkehr. Der ein oder andere mußte schon mal verlegen, als das Versorgungsschiff ankam und manövrieren mußte. Auch war unser Platz noch relativ gut geschützt vom Schwell, so daß unser „Gewackel“ nicht ganz so groß war wie von manch anderen. Wir haben dann auch einen Tag genutzt, um kurz an den Pier zu verlegen, dort festzumachen, wo normalerweise die kleine Fähre liegt und unser Ankergeschirr auf der Pier aufzulegen, zu reinigen, zu drehen und die Farbmarkierungen für die Tiefenangaben neu aufzutragen (mit der Sprühdose farbliche Streifen sprühen). Dabei konnten wir feststellen, daß das Wasser in diesem Hafenbecken ganz schön aggressiv sein muß. Unser schöner Edelstahlanker strahlt plötzlich in einem Orangeton.

Aber egal, funktionieren muß er und nicht schön ausschauen. Kaum liegen wir wieder an unserem Ankerplatz, kommt die Fähre auch schon wieder zurück – das nennt man Timing.

Und schon naht der Abschied – wir wollen noch einige Tage auf die Nachbarinsel Tahuata in die Hanamoenoa-Bucht mit ihrem weißen Sandstrand und den täglichen Mantabegegnungen. Auch einige der hier liegenden Boote wechseln in diese Bucht, so daß unser Grüppchen doch noch nicht ganz auseinandergerissen wird. Bei der kurzen Überfahrt stellt wir auch fest das uns einiges an Geschwindigkeit fehlt. Eigentlich dachten wir, daß sich bei dem dreckigen Brackwasser im Hafenbecken der Unterwasserbewuchs in Grenzen hält, falsch gedacht.

So war die erste Amtshandlung in der sauberen Bucht Hanamoenoa: Unterwasserschiff sauber machen. Das Ganze hat sich über zwei Tage gezogen, bis die ganzen Seepocken wieder ab waren. Leider sind bei dieser Aktion ein paar Quallen zu nah an die Wade von Jochen gekommen. Im Wasser noch nichts bemerkt, fühlte es sich an Deck wie ein Sonnenbrand an, nur die Röte dazu hat gefehlt. Am nächsten Morgen dann die Überraschung, alles mit kleinen Bläschen übersät. So könne und wollen wir nicht zu unserem nächsten Ziel starten. Erst einmal auskurieren. Schließlich verbringen wir hier auch noch einige schöne Tage, haben zusammen mit Gordi und Juliet und den Dänen von der Sommerwind, Silvia und Frank, ein Lagerfeuer am Strand mit Stockbrot, verbringen zwei Spielabende mit der Crew der Carosy und der Penny Lane und lernen hier dann den nächsten deutschen Neuankömmling kennen – Dirk von der Manus 2. So liegen wir hier kurzzeitig mit 3 deutschen Booten – Gott, wie lange hatten wir das denn nicht mehr – Unterhaltung nur in der Heimatsprache.

ein traumhafter Strand, nur die Welle kann einen manchmal ganz schön von den Füßen hauen…

Auch das Schnorcheln mit den Mantas konnten wir noch einige Male genießen. Und schon hieß es wieder – Wetter beobachten, wir wollen dann doch einmal von den Marquesas wegkommen in die Tuamotus. Hierfür haben wir uns als erste Anlaufstelle das Atoll Amanu ausgesucht, das ziemlich genau 480 Seemeilen südlich liegt; also wieder einmal 4 Tage auf See.

immer wieder ein Erlebniss

So hieß es dann auch, das Boot klarzumachen: die Windsteueranlage wieder montieren, unseren Fred verräumen und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in die Schaps wegräumen oder verzurren.

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Ua Pou – „Zwei Säulen“

Ua Pou ist die drittgrößte Insel der Marquesas und für mich mit die eindrucksvollste. Sie hat steile, an Zuckerhüte erinnernde Berge, die der Insel den Namen Ua Pou „Zwei Säulen“ gab.

Blick über den Hafen auf die Basaltfelsen

Zunächst ging es für uns in den Hauptort Hakahau auf der Nordseite der Insel. Hier soll man sich etwas hinter den Wellenbrecher legen, um vor der heranrollenden Dünung geschützter zu liegen. Tja – leider voll. So liegen wir also voll in der Dünung und wackeln so vor uns hin. Zum Glück kommt der Wind stabil und die Dünung aus derselben Richtung, so daß das Boot mit dem Bug im Wind und der Dünung liegt und wir nur schaukeln und nicht von links nach rechts rollen. Immerhin!

Das Örtchen selbst ist wieder ganz nett mit 2 Supermärkten und mehreren Möglichkeiten, ein Restaurant aufzusuchen. So sind wir beim ersten Landgang auch in den Genuss von handgemachter Eiscreme in der Bauernkooperative gekommen. Sehr lecker! Und auch die beiden anderen Restaurants haben wir einmal ausprobiert. Man muß seine Chancen nutzen, bald wird das nicht mehr möglich sein, wenn wir einmal in die Tuamotus aufgebrochen sind.

Eine kleine Wanderung zum Gipfelkreuz haben wir noch unternommen und sind auch so mehrfach durch das Örtchen gebummelt. Hier liegt eindrucksvoll ein Segelboot gestrandet am Strand, gut vertäut, damit es nicht wieder rückwärts in die See gezogen wird. Da blutet einem das Herz, wenn man sieht, wie so ein stolzer Kahn auf der Seite liegt und vor sich hin verkümmert. Das Schiff schaut eigentlich noch ziemlich gut aus und auch sämtliche Anbauteile wie Radarschüssel etc. sind noch vorhanden und nicht abmontiert. Vielleicht will der Eigner doch noch versuchen, es wieder ins Wasser zu ziehen?

Nachdem das Versorgungsschiff da war, haben wir uns nochmals mit etwas Lebensmitteln eingedeckt und sind „um die Ecke“ nach Hakahetau verlegt. Von hier aus soll es eine schöne Wanderung zu den Bergen geben und auch Schoko-Manfred will besucht werden. Ein deutscher Auswanderer, der hier lebt und seine eigene Schokolade herstellt, nebst allen Zutaten hierfür, die im eigenen Garten im Wald angebaut werden.

beim Umzug des Ankerplatzes vorbei am Inselflugplatz – spannende Landebahn

Dieses Örtchen fand ich wirklich wunderschön. Total ruhig, nette Anwesen, unwahrscheinlich freundliche Menschen. Das wäre jetzt so das erste Örtchen hier auf den Marquesas, wo ich sagen könnte: ja, da ein klein Häuschen mit Garten. Obwohl… viel zu warm auf Dauer.

Das Anlanden mit dem Dinghi ist etwas spannend; es gibt hier zwar eine kleine Hafenmole, aber die Dünung rollt hier rein und der Betonsteg ist bei Niedrigwasser schon schwer zu bezwingen vom Dinghi aus (für Kurzbeiner). Auch ist der Zugang oft überspült und die Oberfläche entsprechend schon sehr glatt von den Algen und sonstigem Bewuchs. Also: vorsichtig laufen hier. Die Kinder finden das natürlich klasse und haben eine ebene Rutschbahn.

unser Dinghiplatz: links toll ausgespülter Fels, rechts die Hafenmole – a bisserl überspült

Im Örtchen selbst gab es auch einen ganz kleinen Laden für das nötigste und auch ein Restaurant soll vorhanden sein, aber nur auf Vorbestellung. Am Nachmittag treffen sich die Dorfbewohner und spielen Volleyball in der Nähe des Piers. Und das gar nicht mal schlecht.

Jochen hat sich dann auch aufgemacht, „die Gipfel zu bezwingen“. Hierbei handelt es sich um einen Rundweg um den Mount Poumaka, der mitunter sehr steil ist und den man nicht machen sollte, wenn es kürzlich oder aktuell regnet, da es dann sehr schlüpfrig wird. Ich habe mich von dieser Wanderung gleich ausgeklinkt, weil ich so schon mit der Hitze hier zu kämpfen habe und definitiv nicht die Kondition und den Willen habe, hier 4 bis 5 Stunden in der Hitze steile Berghänge zu bezwingen. Noch dazu mag ich ja auch ausgesetzte Stellen am Berg nicht, da bleib ich lieber am Boot und beschäftige mich hier.

  • Die Wanderung war, um es kurz zu sagen, ein Genuss der Extraklasse. Es sollte zu den markanten Basaltfelsen gehen, für die die Insel bekannt ist und auch schon von Weitem zu sehen sind, wenn sie nicht gerade in den Wolken verschwinden.  Zuerst ging es ein Stück auf der Straße entlang, bevor der Abzweig auf den Schotterweg gekommen ist. Hier entlang an dem ein oder anderen Anwesen vorbei; immer weiter hinein in die fantastische Natur. Schließlich gab es keine Bebauung mehr, der Weg wurde schmaler und steiler. Schließlich wurde er nur noch zu einem Pfad, extrem steil. Keine Stufen oder dergleichen und nur noch blanker Boden unter den Füßen. Links und rechts etwas kräftigeres Gras, an dem man sich etwas festhalten konnte, mehr nicht. Jetzt war ich an der Stelle angekommen, den andere so beschrieben haben: „nur mit gutem Schuhwerk zu gehen“; ich hatte meine abgelaufenen Treckingsandalen an, lach. Ich hatte aber soweit Glück bzw. hatte ich so geplant (wieder lach), daß es zuletzt trocken war und der Boden dann auch entsprechend gehalten hat. Je weiter es nach oben ging, desto feuchter wurde es dann doch – den tiefhängenden Wolken geschuldet. Aber alles noch gut machbar. Fast oben angekommen, öffnen sich die Baumkronen und ein fantastischer Blick über das Tal in die Ankerbucht ist zu erblicken. Ich mache die erste kleine Pause und genieße erst einmal den Ausblick. Nur noch ein kleiner Endspurt und ich stehe am Fuße einer dieser unglaublichen Basaltsäulen. In diesem Moment lichtet sich auch etwas die Wolkendecke und ich kann das obere Ende sehen, welch ein Zufall. Ich genieße den Augenblick und mach noch das ein oder andere Bild, bevor ich den Abstieg angehe. Zulange warte ich damit aber nicht, hier oben pfeift der Wind ordentlich. Im ersten Moment eine willkommene Abkühlung, was zu viel ist, ist aber zu viel. Der Abstieg ist genauso steil wie es rauf ging, nur geht es hier zwischen Bäumen und Sträuchern runter. Zwischen Wurzeln und Steinen haben sich auch Stufen gebildet, die es etwas erleichtern nach unten zu kommen. Dafür ist der Abstieg um einiges länger, in dem es so steil bergab geht, an einigen Stellen sind jetzt sogar mal Seile angebracht. Kaum ist das Steile geschafft, steht man auch schon bei Schoko-Manfred mitten im Garten, der Weg führt durch sein Grundstück hindurch. Ich werde von den Hunden lautstark begrüßt, kurz darauf kommt mir seine Frau entgegen und lädt mich direkt ein. Manfred war gerade noch etwas an seinem selbstgebauten Wasserrad am Richten. Er nutzt es neben Solar zu Stromerzeugung. Kurz darauf steht ein Teller mit Proben seiner selbst gemachten Schokolade auf dem Tresen und wir erzählen unsere Geschichten, meist ist es aber nur Manfred, der erzählt. Er hat vor 40 Jahren einen Fernsehbeitrag über Französisch Polynesien gesehen, eine Woche später war er mit seinem Hab und Gut im Flieger nach Tahiti gesessen – ohne jegliche Sprachkenntnisse. Seit 26 Jahren lebt er jetzt auf Ua Pou und hat sich sein eigenes Reich geschaffen. Ich wollte morgen mit Sabine nochmal kommen, hatte ja dummerweise auch mein Geld vergessen, um etwas mitzunehmen. Nachdem die Schoki leer war, machte ich mich dann aber mal auf dem Weg, war ja noch ein Stück und ein Highlight sollte ja noch kommen. Auf halben Weg von hier zum Boot war da noch ein Abzweig zum Wasserfall. Der kurze Abstecher hat sich voll gelohnt. Zwar ist es ein relativ kleiner Wasserfall, aber die Kulisse traumhaft und die Möglichkeit, den Schweiß in dem Schwimmbecken abzuspülen, genial. Einzig musste man sich zügig ausziehen und schauen ins Wasser zu kommen. Den kleinen Biestern, Nonos genannt (eine Kriebelmückenart), sei Dank. Winzig klein und nicht zu sehen, sind die Hinterlassenschaften deutlich. Kleine rote Bissstellen, die fürchterlich über Tage jucken. Genauso schnell natürlich wieder raus aus dem Wasser, rein in die Klamotten. Was nicht abgedeckt ist gleich wieder mit Mückenabwehr einsprühen – und das reichlich. Frisch abgekühlt und gereinigt sind die letzten 2 km bis zum Boot nur noch ein leichter Spaziergang, der bergab geht.

Als Jochen dann wieder zurück war, erzählte er mir, daß er Schoko-Manfred besucht hat (das liegt auf dem Weg) und wir da morgen noch mal hingehen können.

Das haben wir dann auch gemacht, dieses Unikat möchte ich auch kennenlernen. Und wirklich mitten im Wald am Berghang hat sich Manfred da sein kleines Paradies geschaffen. Er hat dort sein Haus gebaut und seinen Garten / Plantage angelegt nachdem er 120 Kokospalmen gefällt hat. Zunächst haben wir an seiner Theke Platz genommen und bekamen auch seine Schokolade zum Probieren hingestellt. Dann hat er sein Fotoalbum herausgeholt und uns seine Lebensgeschichte erzählt. In unserer Segler-App wurde unter anderem von anderen Leuten moniert, daß Manfred so viele sexistische Witze machen würde und sich die jungen Mädels da unwohl fühlen und niemals alleine hingehen würden. Mein Gott!! Ihr kennt meine Familie nicht. Da werden auch ständig sexistische Witze erzählt und Verbalerotik betrieben. Stellt Euch mal alle nicht so an – ich konnte gut mit ihm lachen. Aber das liegt wohl auch an der heutigen Zeit, wo sich jeder über alles nur noch aufregt und alles gleich in entsprechende Schubladen gelegt wird. Ganz wichtig: nicht vergessen zu Gendern!!!

Wir haben dann natürlich auch Schokolade in verschiedenen Geschmacksrichtungen gekauft. Sehr lecker. Schokolade ohne irgendwelche Zusatzstoffe wie Palmfett oder Zucker. Wirklich Kakao, Kakaofett und die Geschmackszutat wie Orange, Nüsse, Cashew, usw. Lecker. Er hat an die 15 verschiedene Geschmacksrichtungen, die erworben werden können.

Dann bekamen wir noch eine Führung durch seinen Garten, weil uns das doch interessierte. Stolz führte er uns seine Kakaopflanzen vor, die von der ersten Miniblüte bis zur erntereifen Frucht 6 Monate benötigt. Ganz stolz war er auch, daß er eigene Erdbeerpflanzen hat – die haben wir bisher in den Marquesas noch nicht entdecken können.

Nachdem wir Manfred besuchten, sind wir auf dem Rückweg noch am Wasserfall vorbeigegangen. Auch wieder eine sehr nette Cascade mit einem kleinen Becken, das zum Schwimmen und abkühlen einlädt. Nur leider diese unleidlichen Nonos und Mücken. Das war ein schnelles abkühlen und noch schnelleres abtrocknen und wieder anziehen und mit Mückenspray besprühen.

Da aber auch hier der Ankerplatz sehr bewegt ist, haben wir dann zeitnah unseren Anker aufgeholt und sind auf der Westseite in die Hakaotu Bucht verlegt. Eine kleine, sehr gut geschützte Bucht, an der das Anlanden mit dem Dinghi aber irgendwie nicht möglich schien und wir es erst gar nicht versucht haben. Jochen hat sich wieder einmal am Schnorcheln versucht, aber leider ist auch hier das Wasser sehr trübe. Da hoffen wir jetzt wirklich auf die Tuamotus mit ihrem glasklaren Wasser – Zeit wird es, daß man wirklich mal was zu sehen bekommt, unter Wasser.

Und dann ging es schon wieder los mit dem Beobachten des Wetters, damit wir nach Hiva Oa übersetzen können. Hierfür müssen wir wieder nach Südosten fahren, was bedeutet, daß wir nahe an der vorherrschenden Windrichtung fahren müssen. Achje.

Eine Strecke von gut 70 Seemeilen, die wir wieder über Nacht fahren wollen. Um schon einmal die ersten 5 Seemeilen hinter uns zu bringen, beschließen wir, daß wir zunächst in die südlichste Bucht von Ua Pou zu verlegen. Was wir haben, haben wir. Also raus aus unserer geschützten Bucht, in der wir so gar nichts von Wind und Welle mitkriegen. Und dann ging es auch schon los. Wellengang und ordentlich Wind, natürlich voll auf die Nase. Also mit Motor durchkämpfen. Als wir am geplanten Zielort ankommen: Nee, da ist nichts mit Ankern. Da steht voll die Welle drauf, da können wir nicht bleiben. Also wieder umdrehen und ein Stück zurückfahren in die etwas geschütztere Nachbarbucht, die Baie Hikeu, aber immerhin 4 Seemeilen abgekürzt von der Gesamtstrecke.

Dann wie geplant Anker auf für die Nachtfahrt nach Hiva Oa. Der Wind soll angeblich aus Nordost kommen, das sollte uns einen schöne Halbwindkurs bei Windstärken 4 – 5 bft bescheren. Aber zunächst müssen wir ja erst mal die Westseite von Ua Pou hinter uns lassen, um etwas nach Südost schwenken zu können. Der Wind war auch gleich mit der Windstärke da, natürlich aus Ost und ordentlich Wellen. Vorsichtshalber haben wir unser Großsegel schon gleich nur im 2. Reff gesetzt.

Tschüss Ua Pou

Vor Ua Pou im Süden liegt noch eine vorgelagerte Insel und zwischen diesen beiden Inseln ist eine ordentliche Kanalwirkung. Wir schaukeln so wild unter Motor voran mit einer Geschwindigkeit, die dir auf die Tränendrüse drückt. Wenn wir jetzt noch ordentlich Strömung gegenan kriegen, fahren wir ja rückwärts. Von Jochen kam dann irgendwann: „wenn das nach der Insel nicht besser wird, drehen wir um“. Es wurde dann von der Welle her etwas besser, aber der Wind bzw. die Windrichtung hat uns wieder mal nicht so unterstützt, wie sie sollte. Es war ein harter Kampf Hoch am Wind zu fahren und mit etwas kreuzen. Irgendwann meinte der Skipper dann, ich steuere jetzt Ua Huka im Norden an und wir fahren dann von dort aus in einem besseren Winkel direkt nach Süden nach Hiva Oa.  Kurs geändert, Richtung Ua Huka. Skipper legt sich etwas hin, Wind dreht und ich stelle fest, daß wir mit diesem Kurs jetzt eine Ua Pou-Umrundung fahren. Also doch wieder Kursänderung auf Hiva Oa. Es war ein Hin und Her und die Nacht nicht langweilig.

Schlußendlich haben wir Hiva Oa wirklich erreicht, hatten aber dann 94 Seemeilen ins Logbuch eintragen dürfen. Direkter Kurs wären etwa 74 Seemeilen gewesen. Happy, to be hier, Anker zu werfen und etwas zu schlafen.

20

Ua Huka und Nuku Hiva

Von Ua Huka habe ich ja außer vom Festival bisher noch gar nichts erzählt. Hmmm – viel können wir auch nicht erzählen, da wir nicht wirklich mehr gesehen haben, als das kleine Örtchen, vor dem wir vor Anker gelegen haben und dem Festivalgelände.

Von der gesamten Insel haben wir sonst nichts besucht, eine kleine Wanderung zu einem ehemaligen Zeremonienplatz, das war es – gibt wohl auch nicht wirklich viele Möglichkeiten. Wir (also ich) waren dann auch froh, den Ankerplatz zu wechseln. Rollig sind hier ja alle Ankerplätze, aber speziell hier sind doch immer ordentliche Fallböen von den Berghängen heruntergekommen – was sich auch gerade nachts beim Schlafen nicht besonders beruhigend anhört…

So sind wir dann wenigstens noch auf einen Ankerplatz auf der Westseite von Ua Huka gewechselt. Als wir dort angekommen sind, war das Wasser glatt und wir lagen sehr ruhig. So sind wir dann auch gleich noch in unser Dinghi gestiegen und an Land gefahren. Soll es hier doch eine schöne Höhle geben.

Das Anlanden am Strand war dann doch etwas schwieriger, als vom Wasser aus zu erkennen. Es hat sich doch eine kleine Welle dort aufgebaut und gebrochen, so daß wir schnell sein mussten, um das Dinghi auf den Strand zu ziehen. Am Strand gab es in den Felsen dann gleich ein paar Petroglyphen zu entdecken, bevor wir auf den Hügel hinaufgestiegen sind. Von oben ging es dann in eine leicht zugängliche Grotte und wir konnten von oben auf das strahlende Blau des Wassers über dem Sandgrund blicken. Das Wasser wurde mit jeder Welle ordentlich hereingedrückt und hat ein lautes Grollen von sich gegeben. Das sind schon gewaltige Kräfte, obwohl es keine großartigen Wellen draußen auf dem Meer gab. Aber wenn das Wasser mit der Dünung durch ein kleines Loch gepresst wird, entsteht doch ordentlich Druck. In der Nähe der Grotte fanden wir auch sehr viele Hinterlassenschaften der hiesigen freilaufenden Ziegen – scheint es sich hier doch auch für sie um ein schattiges „Heim“ zu handeln, das Sicherheit bietet.

Zurück zum Strand und mal sehen, wie wir von diesem wieder wegkommen. Vorsichthalber habe ich schon mal meinen Rock ausgezogen.  Das hätte ich mit dem T-Shirt auch mal machen sollen, denn wie vorhergesehen, war ich komplett naß, bis das Dinghi im Wasser und über den brechenden Wellen war. Aber zum Glück ist es ja warm und das Wasser auch nicht kalt.

Leider mußten wir dann am Boot feststellen, daß es nun auch hier rollig war – kein Wind und das Boot steht quer zu Welle – also eine weitere Nacht mit unruhigem Boot. So sind wir dann auch gleich am nächsten Morgen frühzeitig losgefahren, um nach Nuku Hiva überzusetzen. Eine Strecke von etwa 30 Seemeilen, was gut in einer Tagesetappe zu schaffen ist.

Auf Nuku Hiva wollen wir einige Zeit verbringen, da doch rund um die Insel wunderschöne Ankerplätze sein sollen. Dies ist die zweitgrößte Insel Polynesiens und bietet in seiner Hauptstadt (was man als Hauptstadt bezeichnen möchte) gute Versorgungsmöglichkeiten und auch die Chance, wieder einmal ein Restaurant zu besuchen.

So sind wir zunächst in die nächstgelegene Ankerbucht, die Controllers Bay eingelaufen und haben unseren Anker geworfen. In dem kleinen Örtchen dieser Bucht gibt es zu unserer Freude eine Boulangerie, in der wir neben dem obligatorischen Baguette auch köstliche Croissants und Schokoteile erwerben können. Was ein Genuss! Da es hier einen Wasserfall geben soll, haben wir uns am nächsten Morgen natürlich auf den Weg gemacht, ohne genau zu Wissen, wie weit wir eigentlich laufen müssen. Netterweise hat uns ein Herr des hiesigen Wasser-/Energieversorgung in seinem Pickup mitgenommen, so daß wir uns einen mühsamen Marsch erspart haben. Der Weg war einfach doch etwa 7 km, was bei dieser Hitze echt unangenehm ist. An den Wasserfall selbst sind wir leider nicht herangekommen. An dem kleinen Flußlauf sind wir ausgestiegen, der Mann ist seiner Arbeit nachgegangen: den Rechen vom Laub befreien und die Anlage prüfen.

Wir haben dann versucht, in dem Flußlauf voran zu kommen, um an den Wasserfall heranzukommen. Ein unleidiges Unterfangen. Kaum am Wasser wurden wir schon von den Heerscharen an Moskitos überfallen. Unser Mückenspray hat diese nicht wirklich abgehalten. Da mir die Steine dann irgendwann zu hoch wurden, bin ich dann umgedreht und Jochen hat dann noch versucht, etwas weiterzukommen. Aber er hat dann auch irgendwann vor den Mücken kapituliert. So sind wir dann den Weg wieder zurückmarschiert, um an der Boulangerie als Belohnung nochmals ein kühles Getränk zu uns zu nehmen.

So war der Ankerplatz vor der Stadt auch unser nächstes Ziel für den nächsten Morgen, um hier auf alle Fälle Weihnachten zu verbringen. Dies bedeutete lediglich eine Fahrtzeit von etwa 1,5 Stunden. Bei unserer Ankunft wurde uns gleich von einem anderen Boot mitgeteilt, daß am Abend ein Festival mit öffentlichem Essen (wie in Ua Huka) stattfindet. Da gehen wir natürlich hin. Was ein Kulturschock 😊 Der Festplatz quillt über von Schneemännern aus Fässern und Reifen, aus blinkenden und blitzenden Lichtern, ein Kaminzimmer wurde nachgestellt – mehr Kitsch, als deutsche Weihnachtsmärkte zu bieten haben. Und alle haben etwas auf dem Kopf – sei es ein Haarreif als Elch, blinkende Mützen, und, und, und. Das Essen war dann auch sehr lecker und die Vorführung war quasi nochmals das, was wir in Ua Huka gesehen hatten. Hinzu noch eine reine Kindergruppe im Vorfeld. Sehr schön, aber irgendwie merkwürdig in dieser Weihnachtsumgebung.

Nuku Hiva ist eine tolle Insel. Die Küste wirkt bei der Anfahrt rauh und felsig zerklüftet. Im Inneren ist diese jedoch grün und dicht bewachsen. Hier gibt es auch alle Arten von Früchten: Brotfrucht, Papaya, Mango, Sternfrucht, Bananen, Pampelmuse….

Fast alle Boote, die vorher in Ua Huka waren, haben sich über die Feiertage hier versammelt. So haben wir den Weihnachts- und Silvesterabend zusammen mit einigen anderen englischsprachigen Booten (wir nennen es die No-Francais-Conection) verbracht. Hierfür durften wir die Tische und Bänke eines Imbisses direkt am Pier benutzen. Jeder hat etwas zu Essen und Trinken mitgebracht und wir haben dann zusammengesessen, alles geteilt und eine schöne Zeit gemeinsam verbracht.

Jochen, Henk (NL), Ann (IR), Roy (GB), Sabine, Carolyn (NL), Mary-Ann und Gary (US) – die Non-Francaise-Connection beim geselligen Abend auf Roy’s Boot

Wir haben zusammen mit eben diese 3 anderen Booten 2 Autos geliehen und sind einen Tag lang über die asphaltierten Straßen in andere Buchten gefahren. Die Insel hat auch recht hohe Berge, so daß sich auch die Vegetation ziemlich ändert. In den Bergen sind wir in den Wolken gefahren und hier oben sah es fast so aus wie zu Hause im Allgäu oder Oberbayern: Nadelbäume und Tierweiden. Nur, daß hier die freilebenden Pferde dann einfach so auf oder direkt neben der Straße stehen und man beim Fahren um eine Kurve aufpassen muß, daß nicht plötzlich ein Tier vor dem Kühler steht. Auf der Nordseite der Insel haben wir dann unter Mittag in einem sehr leckeren Restaurant Halt gemacht und köstlich gegessen. Zum ersten Mal haben wir Brotfrucht gekostet – diese wird wie Kartoffel gekocht und hier dann zusätzlich frittiert. Wir haben noch nirgend so viele neue Dinge kennengelernt wie in Polynesien (gut, wir waren ja auch nie in der Karibik – da gibt es das wohl auch alles). In der Nähe der kleinen Ortschaft war dann noch eine Ruinenstätte der Ureinwohner. Die Stätte wurde vor einiger Zeit freigelegt und die Gebäude nachgebildet. Auch hier wieder beeindruckend wie vor langer Zeit riesige Steinblöcke passgenau bewegt und gesetzt wurden. Bis wir dann die beiden asphaltierten Straßen abgefahren hatten war es dann schon dunkel als wir zurück waren. Leider hatte wir kein Allradfahrzeug, sonst hätten wir eine Rundstrecke fahren können. Bei Ankunft im Ort entdeckten wir dann eine hell beleuchtete Sitzgruppe, wir stoppten und wurden auch gleich Begrüßt. Es war ein offenes Restaurant und der Abendsnack war gesichert. Es stellte sich dann noch heraus das sich hier die Einheimischen zum Bingo spielen treffen.

Wir haben dann noch einen Ankerplatz im Norden der Insel besucht, die Anaho-Bay. Eine schöne Bucht ohne Anbindung an eine Straße, in der sich wieder etliche bekannte Boote versammelt hatten. Von hier aus konnten wir eine Wanderung machen, Richtung Osten zu einer großen Bucht mit sehr langem Sandstrand. Diese riesige Bucht ist leider nicht zum Ankern geeignet, da sie komplett nach Osten, also der vorherrschenden Wind- und Wellenrichtung offen ist. Auf dem Weg dorthin (ein reiner Fußpfad) kamen wir bei einem „Bauern“ vorbei, der hier auf 10 Hektar Fläche Gemüse und Obst anbaut. Alles von Hand, ohne Hilfe eines Traktors oder anderen schweren Gerätes. Lediglich 5 Pferde dienen ihm zum Transport des Gemüses in die Anaho-Bay, wo es dann auf Boote verladen wird zum Verkauf in der Stadt. Diese 10 Hektar bewirtschaftet er mit seiner Frau und seinem Sohn – eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, wie üppig hier alles wuchert. Da bedarf es schon ordentlicher Pflege, alles in Schuss zu halten, damit nur das wächst, was man auch haben möchte. Wir haben uns bei ihm dann auch mit Gemüse und Obst eingedeckt.

In Richtung Westen konnten wir dann von dieser Bucht noch in die Nachbarbucht (in der wir zuvor schon mit dem Auto waren) laufen, die dann wieder Anbindung an den Straßenverkehr hat. Der Weg dorthin geht über den Bergrücken und war wohl früher auch einmal ein befahrbarer Weg. Aber die Einwohner der Bucht wollten das nicht und haben den Weg nicht gepflegt, so daß man wirklich nur zu Fuß oder Pferd (evtl. auch mit einem passendem Motorrad) hierher kommt. In der Bucht hat man dann die Möglichkeit, ein Restaurant zu besuchen oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Aber: der Weg ist das Ziel und es war eine schöne Wanderung bergauf- und -ab.

Weiter ging es bei unserer Inselumrundung dann noch auf die Westseite der Insel. Der Weg dorthin war wieder einmal sehr spannend. Auf der Nordseite der Insel hatten wir ja den Wind von hinten, ebenso die Wellen, die nicht gerade klein waren. Dann ging es „um’s Eck“, war der Wind dann natürlich aufgrund der Berge weg und die Dünung ebenso. So ist das halt, wenn man in einen Inselschatten fährt, ähnlich wenn man um ein Häusereck geht und sich in den Windschatten stellt. So ging es von viel Wind auf ziemlich null Wind.

Auf der Westseite der Insel haben wir noch zwei weitere Buchten besucht. In der Anse Tapueahu konnten wir eine Wanderung im trockenen Flussbett machen hinein in den „Grand Canyon“. Diesen hatten wir bei unserer Inselrundfahrt schon von einem Aussichtspunkt gesehen. Wieder eine spektakuläre Landschaft! Das Flußbett alleine war schon gigantisch – was hier an Felsen drin war. Wie gerne würde ich das mal sehen, wenn hier Regenzeit ist und der Fluß sich füllt. Momentan ist hier ja alles trocken. Hohe Felswände zu beiden Seiten und dann die vielen Vögel, die hier an den Felsen nisten. Überall an den Hängen sieht und hört man die Ziegen. Bilder können dies überhaupt nicht wiedergeben. Wir versuchen es jedoch immer wieder entsprechend einzufangen.

Danach ging es wieder auf die Südseite der Insel, in die wohl geschützteste Bucht – der Daniel’s Bay. Sind wir auf der Westseite mit wenig Wind und Welle gestartet (der Wind kam zu unserer Überraschung aus Südwest!), wurde es am Südkap wieder ordentlich ruppig. Hier traf uns dann wieder die Welle aus Ost und der Wind setzte auch wieder kräftig aus dieser Richtung, als wir aus dem Inselschatten herauskamen. Aber wir konnten alles gut segeln, mußten jedoch ordentlich gen Süden ziehen, um die Daniel’s Bay dann unter Segel anlaufen zu können. Und wirklich: da kommst Du mit ordentlich Wellengang in die Bucht angeschaukelt und kaum geht es etwas um das Eck, wird es total ruhig. (Naja: für die hiesigen Verhältnisse total ruhig 😊)

Hier kann man ebenso in ein kleines Örtchen und zu einem Wasserfall laufen, was wir natürlich auch gemacht haben. Der Wasserfall selbst ist jetzt nicht gigantisch: es hat ja grad wenig Wasser. Aber der Weg dahin war wieder einmal toll und der Wasserfall befindet sich am Ende eines langen, schmalen Canyons. Rundherum steil aufragender Fels mit einem kleinen Flußlauf und üppigem Grün. Aufgrund der Mücken haben wir es uns verkniffen, uns auszuziehen und in das Wasser zu hüpfen.

Jochen ist dann auch nochmal alleine losgezogen, um einen der umliegenden Gipfel zu besteigen. Mir ist das in dieser Hitze einfach zu anstrengend und zu steil. Ich begnüge mich dann auch mit seinen Fotos.

Nach der Daniel’s Bay ging es noch einmal zurück in die „Hauptstadt“ Taiohae. Ein letzter gemeinsamer Abend in der Pizzeria mit Roy und den Neuseeländern, noch einmal Shopping und dann verlassen wir Nuku Hiva in Richtung Ua Pou. Wir wollen ja doch mal weiterkommen.

Wir hoffen, daß unsere Fotos einigermaßen ausdrücken, was wir hier an Natur vorfinden und bei Euch das Reisefieber wecken 😊

die Fischer nehmen am Pier (Dinghi-Dock) ihre Fische aus und werfen die Abfälle ins Wasser

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