Autor: Sabine (Seite 1 von 12)

Von Moorea bis zu den Inseln vor dem Winde (Huahine, Raiatea, Tahaa und Bora Bora)

Wir melden uns wieder ordnungsgemäß bei der Port Control und bitten um Erlaubnis, die Landebahn zu kreuzen und auszufahren. Moorea liegt nur cirka 10 Seemeilen westlich von Tahiti, bis zu unserem ersten geplanten Ankerplatz in der Cook’s Bay sollten es etwa 17 Seemeilen sein, also gut in ein paar Stunden zu schaffen.

So verlassen wir Tahiti und setzen die Segel, wie üblich unser Großsegel in das 1. Reff. Wind sollte ja angenehm mit 3 – 4 bft wehen, so daß es eine gemütliche Überfahrt wird. Wir haben natürlich wieder einmal die Welle hier im Pazifik unterschätzt ☹. Zwischen den beiden Inseln kanalisiert sich halt wieder alles und wir haben eine Dünung aus Süd, wobei der Wind aus Ost kommt. Noch dazu in einer Stärke von 5 – 6 bft. Somit wurde die Überfahrt etwas ruppiger, unsere Dicke hat eine ordentliche Salzwasserspülung bekommen und der Skipper war fleißig am Ruder zu Gange. Als wir dann endlich die Nordostspitze Mooreas erreicht haben, ging zumindest die Welle im Inselschatten weg. Zwei bis drei Stunden wilder Ritt sind ja noch gut auszuhalten – dafür waren wir dann ja auch schnell…

So fällt der Anker in der Cook’s Bay auf der Nordseite der Insel, welche schon vom Wasser aus beeindruckend aussieht. Viele zerklüftete Gipfel in üppigem Grün. Wir ankern ziemlich im Ende der Bucht, so daß der Weg mit dem Dinghi zum Anlegesteg am Supermarkt nicht weit ist.

Am Abend dann, als wir gerade unser Abendessen vorbereiten, vermeldet Jochen aus dem Cockpit „oh, am Ufer brennt es“. Mussten wir doch mit ansehen, wie ein kleines Häuschen am Wasser innerhalb einer halben Stunde komplett niedergebrannt ist. Die Häuser hier sind halt wirklich nur Holzbuden, meist mit einem Blechdach und viel brennbarem Material. Durch den starken Wind waren die Flammen sehr hoch und bekamen natürlich ordentlich „Auftrieb“. Am nächsten Tag haben wir dann beim Anlanden gesehen, daß wirklich nichts mehr übrig ist. Direkt nebenan ist ein weiteres Gebäude mit einem Palmdach (oder ähnlichem) – ein Wunder, daß da kein Funkenflug mehr angestellt hat. Die nebenstehenden Palmen waren stark angekokelt.

Bei unserem ersten Landgang haben wir den Supermarkt gecheckt und uns orientiert. So haben wir auch die Pizzeria gefunden, die wir natürlich am Abend testen werden. Leider sind hier die Möglichkeiten, das Dinghi anzulanden, eher schwierig. Es gibt zwar viele Segelboote hier, aber eine Infrastruktur für diese wird nicht aufgebaut. Der einzige Steg ist am Supermarkt, den man nutzen kann. Von hier aus zur Pizzeria ist dann ein Stück zu laufen, also beschließen wir, daß wir unser Dinghi am Strand befestigen. Einen entsprechenden Abschnitt haben wir schon am Tag „ausgeguckt“, um diesen dann im Dunkeln leicht zu finden. So liegt unser FRED halt direkt vor großen Steinblöcken am Anker und ist an Land an einer Palme festgebunden. Nasse Füsse kriegen wir immer! Die Pizza war lecker, nur so viel.

Nächster Tag: heute wird etwas gelaufen. Aber nicht übertreiben!!! Mal probieren, was die Beinchen so sagen. Jochen hat einen kleinen „Rundweg“ von etwa 4 km ausgemacht, der uns eine kleine Anhöhe hinaufbringt, von der wir einen kleinen Überblick über die Bucht haben und auch endlich ein Ananasfeld aus direkter Nähe sehen.

Nachdem dieser erste „Lauftest“ gut lief, ging es am nächsten Tag auf eine größere Tour in die umliegenden Hügel. Und diese hatte es dann in sich und uns und unseren Beinen gleich einmal alles abverlangt. Der Anstieg war wie immer: schweißtreibend über Stock und Stein, aber gut machbar. Im oberen Teil der Strecke waren dann auch wieder Leinen gespannt. Der auf dem Höhenprofil anzuschauende Abstieg sollte leicht sein, war aber dann schlimmer als der Anstieg. Überall lagen Bäume kreuz und quer, zugewuchert und wir mußten wieder alles geben, um über und unter den Bäumen durchzukommen und den Weg zu suchen. Schade für diese doch eigentlich tollen Wege. Bei der hiesigen üppigen Vegetation würde es halt einfach permanenter Pflege bedürfen, um diese sehr alten Wege zu erhalten. Vor allem, da diese auch als Wanderwege ausgezeichnet sind. So haben wir für die 12 km Strecke über 5 Stunden reine Laufzeit benötigt – das sagt schon alles. Und wir waren natürlich entsprechend KO. Die Aussichten waren natürlich gigantisch und dieses üppige Grün in allen Schattierungen, die Mega-Bäume und die Blüten haben die Mühe belohnt. Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher zu den Ananasfeldern machen, aber das haben wir dann mal schön sein lassen. Ach ja – und meine heißgeliebten LOWA-Wanderstiefel haben hier leider ihr Leben ausgehaucht, beide Sohlen sind abgefallen (die waren schon etwas dünn und fingen an sich zu lösen) und ich ging den Rest des Abstieges quasi auf der Einlage ins Tal. Da ist nichts mehr zu machen mit Reparatur und wir haben sie in den Wanderstiefelhimmel geschickt….

Nach dieser Tour mußten wir uns erst einmal erholen und es war rumgammeln angesagt, bevor wir die Ankerbucht gewechselt und in die Opunohu Bay verlegt haben. Hier haben wir uns wieder einmal mit der Lazarina 2 getroffen und etwas gemeinsame Zeit verbracht, bevor sich unsere Wege dann wohl endgültig trennen werden. Wir fahren weiter nach Westen und die beiden fliegen erst einmal zurück nach Frankreich.

Auch von hier aus haben wir wieder eine Wanderung unternommen, dafür bietet sich Moorea einfach an. Es ging wieder in die umliegenden Berge und war auch wieder sehr anstrengend. Die Gipfel waren meist in Wolken gehüllt, das hat das Wandern aber etwas angenehmer gemacht. Aber die Ausblicke waren wieder atemberaubend und am Rastplatz waren ein Hahn und ein Huhn, die die Wanderer wie Hunde angebettelt haben.

Weiter ging es zum nächsten Ankerplatz weiter im Süden, nach Ha’apiti. Hier ging eine kleine Wanderung zu einem ebenso kleinen Wasserfall mitten im Wald. Der Weg war einfach und ging durch wirklich gepflegte Gartenanlagen und vorbei an schönen Häusern, aber auch an einem – ich nenne es „Autofriedhof“. Es geht doch!! Endlich sieht man auch mal, daß die Menschen etwas kultivieren und anbauen – hier wächst doch alles, es ist warm und immer genügend Regen. Dann kommen wir mitten im Wald an und sehen als erstes eine simple Boulderwand in einer einfachen Halle. Dazu ein schönes Gebäude und ringsum im Wald sind diverse einfache Kletterleinen und einzelne kleine Hütten. Ich vermute, daß dies eine Freizeiteinrichtung für Kinder ist. Es sah jetzt nicht verwildert aus, scheint also noch benutzt zu werden. Einzig der Weg ab hier zum Wasserfall war dann wieder schwer auszumachen. Wir sind dann mal losmarschiert und haben ihn dann doch auch gefunden. Der Wasserfall war wirklich sehr klein, aber man konnte dort ein erfrischendes Bad nehmen – wenn diese Moskitos nicht wären. Also schnell raus aus den Klamotten, rein ins Wasser und dann genauso schnell raus, abtrocken und rein in die Kleider und los. Diese Tierchen kommen nur, wenn man stehenbleibt oder zu langsam wird. In Bewegung wird man kaum überfallen. So ging es rasch zurück auf demselben Weg, den wir hergekommen sind.

Nun wollen wir weiterziehen und Moorea hinter uns lassen und nach Huahine übersetzen. Für diese etwa 100 Seemeilen wollen wir wieder über Nacht fahren, um im Tageslicht anzukommen. So ist der Plan, gegen 15 Uhr loszufahren. In der letzten Nacht war es sehr unruhig hier am Ankerplatz, da der Schwell aus Süd über das Riffdach mit ordentlich brechender Welle hereinströmte. So war es für mich fraglich, ob wir bei diesen Bedingungen aus dem Pass ausfahren können. Kommt die Welle mit 3 Metern und mehr an, wird der Pass unpassierbar, da durch die einlaufende Dünung und die ausgehende Strömung dann das Ganze auch in der Passeinfahrt zu steilen Wellen wird.

Am Morgen beim Frühstück beobachten wir dann, wie ein Katamaran ausfahren will und kurz vorher wieder umdreht und in unserer Nähe erneut den Anker wirft. Na – da schauen wir mal, ob das was wird mit der Ausfahrt.

Wir lichten dann wie geplant am Nachmittag den Anker und Jochen fährt auf die Passausfahrt zu – also ich wäre da schon umgedreht, als ich die Brecher über dem Riffdach sehe. Aber der Pass selber sieht gut aus: keine brechenden Wellen im Pass, auch keine hohe anrollende Dünung auszumachen. Und es läuft gut. Es ist zwar eine heranrollende Dünung, aber nichts, was unsere Dicke und den Skipper beeindrucken könnte (nur mich…), die ausgehende Strömung schiebt kräftig, dazu ordentlich Gas geben und schon sind wir wieder ausgespuckt. Es ist einfach unglaublich, wie weit hinaus man die ausfließende Strömung bemerkt und wie lange man die Wasserverwirbelungen noch sieht. So setzen wir Segel und legen Kurs Huahine an. Wir haben uns aufgrund der Wettervorhersage entschlossen, die Insel auf der Ostseite zu umrunden und den Pass, der auf der Nordwestseite liegt, vom Norden her anzufahren. So haben wir immer den Wind mit uns und müssten die komplette Strecke segeln können. Vor allem da der Wind drehen soll und uns dann noch in die Karten spielt.

Dann sehen wir auf unserem Plotter die Schiffskennzeichnung unserer Freunde von der Freefall und einem weiteren Boot auftauchen. Auch sie sind in Moorea losgefahren, allerdings von einem Ankerplatz auf der Nordseite. Kurzer Kontakt via WhatsApp, daß wir alle auf Kanal 68 auf Funk erreichbar sind und schon hören wir Theresa mit Pat vom anderen Boot sprechen. So sind wir also zu dritt auf dem Weg nach Huahine. Wir sehen dann, daß die beiden aber einen anderen Kurs einschlagen als wir. Sie halten sich weiter westlich und wollen wohl Huahine vom Süden aus anfahren. Mal schauen, wer das Rennen gewinnt 😊 Wobei wir sagen müssen, daß die Freefall generell schneller ist als wir: ein größeres Schiff und noch dazu ein Katamaran – die können richtig schnell werden.

Der Wind ist uns gewogen, die Welle mit etwa 1,5 Metern ist akzeptabel und so können wir komplett unter Segel bis in die Lagune von Huahine einfahren. Als wir dort auf der Westseite ankommen, sehen wir die Freefall wieder auf unserem Plotter. Sie nähern sich von Süden, sind aber noch ein Stückchen weiter weg als wir. So ist unser Plan mit dem uns gewogenen Wind doch gut aufgegangen. Auf dem Weg in der Lagune gen Süden auf den ausgesuchten Ankerplatz sehen wir dann auch Pat mit seiner Fairtide auf den Pass zuhalten.

Wir machen fest an einer Mooringboje in der Baie d’Avea. Das erste Mal seit langem wieder an einer Mooring, ohne den eigenen Anker zu bemühen. Hat auch mal wieder was. Diese Ankerbucht war auch sehr schön, wir genossen zusammen mit anderen Booten einen Sundowner zur Happy Hour im hiesigen Hotel La Mahana. Dieses Hotel ist Seglern sehr offen zugetan und wir dürfen unsere Dinghi’s an deren Pier festmachen, wenn wir an Land wollen. Ebenso organisieren sie gerne einen Leihwagen oder etwas ähnliches für uns Segler. Das finde ich sehr zuvorkommend!

Wir waren hier dann mit dem Dinghi unterwegs, um wieder einmal zu schnorcheln und es war wirklich toll. Vom Dinghi aus sah alles aus, als gäbe es keine Fische. Aber sobald der Kopf dann unter Wasser war, brummte das Leben doch. So sind wir quasi die ganze Strecke von etwa 2 km zurück wieder geschnorchelt (ok – mit der Strömung), wobei ich Fred schön brav an der Leine hatte.

Wir haben hier auch wieder eine kleine Wanderung gemacht. Diese führte uns gemütlich durch die Siedlung, wo wir wieder schöne Häuser und Gärten sehen konnten. Hier achten die Einwohner wohl sehr stolz auf ihren Besitz. Bei der Rückkehr in Richtung Boot sind uns dann Feierlichkeiten aufgefallen. Wird hier der Muttertag doch Ende Mai an einem Sonntag ordentlich gefeiert. Die Restaurants werden schön dekoriert, die Frauen tragen tolle Kleider und ihre Blumenkränze auf dem Kopf und es spielt zum Teil Livemusik.

Nachdem wir hier bei ordentlichem Südschwell auch wieder eine sehr rollige Nacht hatten, haben wir beschlossen, daß wir in die geschützte Bucht Port Bourayne verlegen werden. Hier liegen wir etwas hinter Insel versteckt zwischen Hügeln und sind so vor Wind und vor allem Schwell geschützt. Die Ankertiefe ist dafür beträchtlich: diesmal müssen wir auf 27 Metern ankern. Neben uns legt sich die Freefall vor Anker und auch unsere Franzosen von der Penny Lane sind an einer Mooring-Boje. So ergibt es sich, daß wir einen Schlechtwetternachmittag dazu nutzen, wieder einmal Karten zu spielen. Charles und Jeanne hatten wir ja bereits früher schon in „Wizard“ eingelernt, nun sind Theresa und Joe an der Reihe. Es war wieder sehr gesellig.

Nun stand auch hier eine kleine Wanderung den Hügel hinauf an. Hierfür sind wir mit dem Dinghi „ums Eck“ an einen Strand gefahren, von dem aus ein Weg den Hügel hinauf ging. Dieser bot uns wieder einen tolle Ausblicke über unsere Ankerbucht und die umliegende Gegend – und war relativ einfach.

Aber dann wollten wir dann doch mal wieder etwas mehr Leben haben und beschlossen, auf den Ankerplatz bei Fare, der Hauptstadt zu verlegen. Nachdem Jochen schon bemerkte, daß unser Schwojkreis in der Nacht aber sehr eingeschränkt war und wir evtl. mit der Ankerkette irgendwo hängen, baten wir die Freefall darum, uns evtl. zur Hand zu gehen, falls nötig.

Und so kam es, wie es kommen mußte: Ankerauf ging nicht, wir hingen wirklich fest. Bei 27 Meter Tiefe mußte dann halt das Tauchgerät herhalten und unsere Erfahrung als Rettungstaucher bei der Wasserwacht hat sich hier bewährt. So ging Jochens auf Tauchstation mit einer Leine zum „Reden“ in der Hand und wir haben unsere Leinensignale abgestimmt, wann ich Anker auf, ab oder stoppen sollte. Ich sah dann viele, viele Luftblasen – was bedeutet: Jochen ist ordentlich am Arbeiten auf Tiefe. Auch spürte ich die Bewegungen an der Ankerkette. Die beiden von der Freefall haben uns ebenso beobachtet, ob sie irgendwie helfend eingreifen können oder müssen. Doch nach etwa 30 Minuten und einigen Anker-auf’s sah ich dann Jochen an der Ankerkette hängen und seine Dekompressionsstopps machen. Wir hatten es geschafft.

Was war passiert? Wir haben eine alte Mooringbojen-Verankerung gefunden!! Da hing auf etwa 20 Metern Tiefe noch eine alte Boje als Auftriebskörper, befestigt an einer schweren, dicken Kette. Also stand da quasi ein „Kettenbaum“ etwa 7 Meter senkrecht in die Höhe und wir haben unsere Ankerkette beim Schwojen mehrmals darum gewickelt. Ebenso fand Jochen auf dem Grund noch eine große Baggerschaufel – vielleicht war diese einmal als Grundgewicht gedacht. Auf alle Fälle mußte Jochen unsere Ankerkette aufzwirbeln, was auf 27 Metern Tiefe ordentliche Arbeit ist. Das ist halt leider das Übel, wenn hier Moorings installiert, aber nicht gepflegt und überprüft werden. Die gehen kaputt, verfallen und die Reste liegen irgendwo herum und man verheddert sich darin.

Wir sind nur froh, daß wir das geschafft haben und Jochen meinte nur, daß sich die Übungen mit der Unterwasserarbeit bei unserer Wasserwachtsausbildung nun doch wieder mal bezahlt gemacht hat. So haben wir nach einer Stunde doch noch unseren Anker aufgeholt und konnten an die „Stadt“ verlegen.

Das Ankerfeld vor der Stadt war schon ziemlich voll und unser erster Ankerversuch verlief erfolglos. Der Ankergrund war einfach nur schlecht. Der zweite Versuch an einem anderen Platz klappte dann, allerdings waren wir nun schon sehr nah an einigen Bommies. Aber da hier immer eine Strömung vorhanden war, sind wir erstmal so verblieben und schauen, ob sich da was ändert und unser Schiff das schwojen anfängt.

Auch hier gab es ein Restaurant („Yacht Club“!!!), in dem es zwischen 17 und 18 Uhr eine Happy Hour gab. Dies wurde von uns auch täglich genutzt, so günstig kommen wir hier nie mehr an einen Drink. Auch haben wir natürlich die Empfehlungen anderer Segler zusammen mit Pat ausprobiert und sind einige Male gut zum Essen gegangen. Mehr haben wir hier eigentlich nicht unternommen, es war einmal Füße hochlegen angesagt.

Und es kam, wie es kommen mußte. Hatten wir 2 Tage permanent Strömung hier in der Lagune, wachten wir morgens auf hörten einen kleines Klong. Nichts wie raus und nachschauen. Klar, Strömung weg, etwas Wind und wir sind geschwojt. Also hieß es, sofort Anker auf und verlegen. Somit haben wir nochmals den Ankerplatz „gewechselt“, bevor wir am nächsten Tag sowieso nach Raiatea übersetzen wollen. Nachdem wir umgeankert hatten, kam dann auch später wieder die gewohnte Strömung und wir hingen wieder in der üblichen Richtung – Murphys Gesetz.

In Raiatea wollen wir vor allem unseren Dieselvorrat auffüllen und beim dortigen großen Carrefour unsere Lebensmittelvorräte für die nächsten Monate auffüllen, so daß wir gut bis Neuseeland durchkommen, ohne unterwegs viel nachkaufen zu müssen.

Nach Raiatea sind es nur etwa 20 Seemeilen, so daß wir hierfür nur ein kurzen günstiges Wetterfensterchen benötigen. So legen wir ab und können gemütlich, nur unter Genua, hinübersegeln und machen dann in der Bucht Fa’aroa ganz entspannt an einer vorhandenen Boje fest. In dieser tiefen Bucht konnten wir am Ende mit dem Dinghi den Fluß hinauffahren bis zu einem botanischen Garten. Hier sind die Pflanzen Polynesiens erklärt: Berg- oder Sumpfpflanzen, invasiv, eingeführt oder endemisch und für was diese benutzt werden. Sehr schön angelegt mit der Möglichkeit, ein Picknick zu machen.

Gegenüber des botanischen Gartens, auf der anderen Flußseite (etwa 10 Meter breit), befindet sich der private Garten von Andre, der auch gerne Besucher willkommen heißt und ihnen seinen Garten zeigt. Er hat Jochen dann auch zugewunken, hinüberzukommen und das haben wir natürlich getan. Es hat uns seinen Garten auf etwa 1 ha mit seinen ganzen Pflanzen gezeigt, uns etliche Obstsorten probieren lassen (Orange, Passionsfrucht, Banane, Litschi) und uns mit frischem Obst versorgt. So haben wir eine ganze Bananenstaude heimgetragen, einen Strang Litschi, Passionsfrucht und Pampelmusen. Die Bananen haben wir dann später an unsere Seglerfreunde zum Teil verteilt, die können wir ja gar nicht alle verarbeiten. Wir haben ihm dann etwas Geld gegeben, lt. anderen Seglern nimmt er auch gerne Lebensmittel oder Angelzubehör im Tausch entgegen. Wir hatten leider nichts dabei, da wir gar nicht geplant hatten, zu ihm zu gehen.

Am nächsten Tag sind wir in die Hauptstadt Uturoa zur Tankstelle gefahren. Hier kann man bequem am Pier der Tankstelle anlegen und direkt das Boot betanken. Das erspart uns das lästige Kanister schleppen. Eine Stunde später: Tank voll – Geldbeutel leer… so verlegen wir auf die Westseite der Insel vor die dortige Marina und Werft, da wir hier unsere Gasflasche füllen lassen möchten. Leider haben diese keinen passenden Adapter für unsere Flasche und wir müssen mit unserer leeren Flasche wieder abfahren. Wir hätten diese an der Tankstelle abgeben können, dann wäre diese Freitags nach Tahiti gefahren worden und wir hätten sie Dienstag wieder abholen können. Das machen wir nicht, da es unseren wetterbedingten Zeitplan sonst durcheinander bringt.

Der Ankergrund hier ist auch sehr schlecht, der Platz nicht wirklich schön, so daß wir hier wirklich nur die eine Nacht bleiben. Am nächsten Tag fahren wir wieder nach Uturoa, um unsere Lebensmittel einzukaufen. Hier darf man am Stadtpier tagsüber anlegen, muß aber am Abend wieder weg sein. Unser Timing war wieder etwas blöde. Als wir ankommen, sehen wir, daß ein großes Kreuzfahrtschiff da ist. Der Pier, an dem wir eigentlich anlegen dürfen ist mit 2 Katamaranen zum Teil besetzt, der Rest ist Baustelle. Also legen wir am anderen Stadtpier an und liegen damit genau vor der kleinen Hafeneinfahrt. Diese ist halt gerade rege besucht, da die ganzen Kreuzfahrttouristen auf Tagesausflüge mit Booten gehen und diese natürlich nicht langsam aus dem kleinen Hafen ausfahren, sondern mit ordentlich Speed, Zeit ist Geld 😉. Dies erzeugt natürlich Welle und unser Schiff wird an der Hafenmauer ordentlich bewegt. Wir fragen noch kurz bei einem Ausflugsboot, ob wir hier überhaupt liegen dürfen und er meinte, für ein bis zwei Stunden wäre das OK. So marschieren wir los zum nahegelegenen Carrefour und kommen mit einem vollen Einkaufswagen wieder zurück. Während ich die Sachen soweit unter Deck schaffe und schon etwas verstaue, bringt Jochen den Wagen wieder zurück. Genau jetzt sind die Ausflüge der Touristen auch schon wieder vorbei und alle kommen sie wieder zurück. Also wieder das gleiche Spiel an der Hafenmauer. Mit dem Ablegen warten wir, bis die meisten Ausflugsboote zurück sind und wir bei ruhigem Wasser die Leinen lösen können. Nun ist es schon Nachmittag und wir wollen direkt nach Tahaa fahren.

Laut Wettervorhersage kommt die nächsten Tage ein großer Schwell aus dem Süden angerollt und bleibt einige Tage bestehen. Vor diesem wollen wir uns in eine kleine Bucht auf der Westseite von Tahaa verkrümeln. Hierher haben sich auch unsere Freunde von der Matatoa verzogen, die wir nun endlich wieder treffen können. Mit ihnen hatten wir letztes Jahr Weihnachten und Silvester in Nuku Hiva verbracht und sie seitdem nicht mehr gesehen. Außerdem habe ich Ihnen noch etwas an Lebensmitteln besorgt. So schreibe ich sie an, daß „der Brokkoli auf dem Weg ist“ und sie warten auf uns.

Noch im letzten Sonnenlicht können wir unseren Anker in der Bucht Tapuamu werfen und unser Ankerbier gemeinsam mit Juliet und Gordie genießen. Auf Tahaa genießen wir gemeinsam die Tage in der ruhigen Bucht, vom Südschwell ist hier nichts zu merken, lediglich einige Windböen kommen die Berge runtergerauscht. So leihen wir uns an einem Tag ein paar E-Bikes und umrunden gemeinsam die Insel, besichtigen kostenlos eine Perlfarm, eine Vanillefarm (diese ist auch gleichzeitig ein Cafe und eine Unterkunft) und die Rumdestillerie, in der man auch kostenlos Rum probieren kann. Aber das ist ja eh nicht unser Geschmack, so trinke ich lieber ein Fläschchen eines Bieres der Destillerie.

Der Besuch der Perlfarm war sehr aufschlussreich, wußten wir doch theoretisch von den Gambierinseln, wie die Perlen gewonnen werden. Den Besuch einer Perlfarm dort hatten wir uns verkniffen, da die dort sehr viel Geld dafür wollten. Das war es uns nicht wert. Perlen zu züchten ist eine zeitaufwendige Handarbeit, müssen doch die Austern alle 3 Monate aus dem Wasser genommen und gereinigt werden. In die Auster wird per Hand von meist chinesischen Mitarbeitern (nur die haben wohl wirklich das Händchen dafür) ein Stückchen Austernmuskel als DNA-Spender sowie ein kleiner Kugelkörper eingesetzt, um den sich im Laufe der Zeit dann das Perlmaterial ansetzt. Für die erste Perle benötigt man etwa 12 Monate. Diese wird dann entnommen und neues Material implantiert für die nächste Anzucht. Die entnommenen Perlen werden dann evtl. wieder implantiert, damit diese noch größer wird. Ein laufender Prozess. Austern, die nicht mehr zur Anzucht verwendet werden können, werden dann komplett zerlegt und das Austernfleisch auch zum Verzehr entnommen. Die Muschelschale ist dann Müll oder wird auch für Souvenirs verwendet.

Auch die Vanillefarm hat uns viele Erkenntnisse gebracht. Besichtigt hatten wir ja schon eine, nur haperte es da an der Verständigung. Hier war der Chef ein junger Mann, der fließend Englisch sprach und so war es alles gut zu verstehen. Und er lebt Vanille! So erklärte er uns, daß jede einzelne Vanilleblüte in der Blütezeit per Hand bestäubt wird, da die einzige Biene, die das von Haus aus machen kann, hier nicht vorkommt (auch die Vanille wurde hierher importiert) und auch nicht anzusiedeln ist. Die Blüten gehen hier morgens mit dem Sonnenlicht auf und schließen sich zur Mittagsstunde wegen der Hitze wieder. Daher ist Bestäubungszeit auch nur zwischen 6 und ungefähr 11 Uhr möglich – Akkordarbeit. Eine einzelne Vanilleschote kann bis zu 8 USD bringen, je nach Qualität. Daher gibt es hier auch das Problem, daß die Vanilleschoten gerne geklaut werden und die Vanillefarmer hier gegenhalten müssen. Gerne kommen wohl die Räuber von anderen Inseln und spionieren die Bauern aus. Viele Vanillebauern ernten daher die Schoten schon, bevor diese ganz ausgereift sind. Hier auf Tahaa hat wohl so ziemlich jede Familie eine Vanillepflanze, wenn man hier wandern geht, sieht man mitten im Wald auch überall Vanillepflanzen in Büschen und Bäumen. Die gehören immer jemanden! PS: Vanille ist ja übrigens eine Orchideenart. In seinem kleinen Cafe konnten wir dann noch etwas trinken, ich genoß einen Cafe Latte Vanille – super lecker mit frischer Vanille. Zum Abschied hat er uns noch eine Vanilleschote in die Hand gedrückt; aber wohl eher aufgrund der Tatsache, daß unsere neuseeländischen Freunde mit ihm einige Gemeinsamkeiten hatten und entsprechend lange mit ihm geredet haben und er sich so gefreut hat.

Auch über Rum wissen wir jetzt etwas mehr. Ähnlich wie beim Wein oder Hopfen gibt es auch hier unterschiedliche Zuckerrohrpflanzen, die den ein oder anderen Vor- und Nachteil haben und entsprechend gemischt wird. Diese kleine Rumdestillerie ist sehr innovativ und entwickelt ihre diversen Spezialitäten über mehrere Jahre hinweg und ist permanent am experimentieren. Das von mir verköstigte Bier war übrigens seehr lecker.

Auch eine kleine Wanderung musste auf Tahaa wieder sein. Was soll sagen? Wie immer schön? Wir Damen haben es Blütenwanderung genannt….Man kann diese Grünschattierungen, Üppigkeit und Blütenpracht halt leider gar nicht in Worte fassen. Einfach immer wieder nur zu genießen.

Nachdem der Südschwell dann vorbei war, hieß es für uns Anker auf und rüber nach Bora Bora. Darüber dann mehr im nächsten Bericht, das wird hier ja langsam viel zu viel.

Tahiti – Traum vieler Deutschen

Wir verlegen in Tikehau am Spätnachmittag vom Mantapoint an den Ankerplatz an der Riffpassage und machen hier bereits in der Dämmerung an einer Muringboje fest (dies, weil wir diesen Platz ja bereits kennen und wissen, wo die Untiefen und die Bojen liegen). So haben wir uns in der Lagune wieder einige Seemeilen erspart und können gemütlich nach dem Frühstück in Richtung Tahiti aufbrechen. Mit unserem Start am Morgen haben wir für die ca. 170 sm nur eine Nachtfahrt und sollten auch noch schön bei Tageslicht ankommen mit den vorhergesagten Winden.

Die Passausfahrt ist einfach und wir setzen Segel mit direktem Kurs auf Tahiti. Kurz vor uns ist die SY Freefall gestartet, die wir eifrig am Plotter und auch visuell am Horizont verfolgen. Sie sind für uns auch ein kleiner Indikator, wie das Wettergeschehen einige Seemeilen voraus ist 😊, indem wir am Plotter ihre Kurslinie und ihre Geschwindigkeit regelmäßig anschauen. Keine Ausreißer? Keine Probleme zu erwarten.

Wir steuern auf Tahiti den nördlichen Ankerplatz „Venus Point“ an. Dieser liegt nicht innerhalb eines Riffsaumes und ist auch bei Dunkelheit einfach anzufahren. Außerdem liegen dort unsere amerikanischen Freunde von der „Whatever she wants“, die wir zuletzt auf Nuku Hiva gesehen hatten. Seit einiger Zeit sind wir immer einige Tage hinter ihnen – in Tahiti werden wir sie endlich wieder treffen.

Tahiti voraus – wieder Berge statt flacher Atolle

Wir erreichen Venus Point am Nachmittag, werfen unseren Anker und gönnen uns natürlich unser Ankergetränk nebst frischem Popcorn, das inzwischen bei uns dazugehört. Wenn ich früher gewusst hätte, wie einfach doch Popcorn herzustellen ist…. Natürlich machen wir auch noch am selben Tag einen Abstecher zu unseren Amerikanern. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir beschließen, daß wir uns gemeinsam einen Leihwagen nehmen, um die Insel zu erkunden und unsere gesamten Besorgungen zu erledigen.

Leuchtturm am Point Venus – der erste Leuchtturm im Pazifik

So entscheiden wir, daß wir den Leihwagen aber nicht am Wochenende nehmen, da an diesem die Geschäfte geschlossen haben und auch viele Restaurants, Bars, etc. ebenso. Da wäre es Blödsinn, über die Insel zu fahren und nirgends einkehren zu können. Also – Beschluss gefasst, ab Montag bis Mittwoch werden wir Autofahrer sein. 

So machen wir am Donnerstag einen ersten Landgang; mit dem Dinghi müssen wir durch eine kleine Riffpassage „um’s Eck“ fahren zum Anlegepier. Dieser liegt auf der windzugewandten Seite, so daß wir hier einige kleine, wilde Ritte erleben werden (kommt gleich 😊). Zu den Einkaufsmöglichkeiten bzw. zum Bus sind es dann etwa 1,5 km zu laufen. Aber die beiden Supermärkte hier sind super ausgestattet – es gibt also eigentlich keinen Grund mit dem Boot in die überfüllte Hauptstadt zu verlegen, vor allem da dort die Ankerplätze auch eine längere Dinghifahrt nach sich ziehen. Wir bleiben hier vor Anker und erledigen alles mit dem Bus bzw. dann dem Auto. Die Bucht ist ruhig und geschützt, lediglich eine kleine Welle bildet sich, wenn der Wind heftig bläst. Aber – das ist in Papeete genauso. Hier finden wir wieder Zivilisation pur: geteerte mehrspurige Straßen, Autos ohne Ende, Supermärkte, Läden aller Art.

So bleiben wir vor Anker in der Nähe des Leuchtturmes, der hier 1867 aus Korallensteinen und Findlingen erbaut wurde. Dieser wurde vom Vater des Schatzinsel-Autors errichtet und liegt direkt an einem schwarzen Basaltstrand. Auch James Cook war hier um den Venustransit von 1769 zu beobachten, von dem der heutige Name wohl stammt. Drumherum ist ein Park angelegt, der für viele Insulaner aus Papeete ein Naherholungsziel ist. Wir hatten aber zu keiner Zeit das Gefühl, daß es hier zu voll ist und uns sehr wohl gefühlt.

Ein erster Besuch in Papeete überrascht mich dann doch: alle sagen, es wäre so voll, so viele Autos und, und, und. Ja, es ist schon so – aber nicht dramatisch, ich würde eher sagen: typische Kleinstadt. Außerdem bin ich erst mal froh, wieder etwas „Normalität“ zu erleben. So wünsche ich mir momentan ganz sehnlichst einen einfachen, guten Cappuccino. Unser erster Gang führt zu einer Zahnärztin, müssen doch unsere Beisserchen wieder mal gecheckt werden und mein Skipper hat sich gestern am Popcorn einen Zahn abgebrochen. Nichts Schlimmes, sollte aber gemacht werden. Und zu unserer Überraschung dürfen wir gleich auf dem Stuhl Platz nehmen, ein angekündigter Patient ist noch nicht da und wir dürfen Lückenfüller spielen. Super, nach einer Stunde alles gemacht und der eigentliche Patient ist mittlerweile auch eingetroffen. Unvorstellbar bei uns – eine Stunde zu spät zum ausgemachten Termin zu kommen….“kommen Sie in einem viertel Jahr wieder“.

Nach dem Zahnarzt: der kleine Hunger macht sich bemerkbar. So laufen wir los, mal schauen, was es gibt und wir besuchen meinen 2. Wunsch auf der Liste: McDonalds. Ich wollte einmal wieder das schlabberige McDonalds-Brötchen sehen. Und es war wieder einmal gut nach so langer Zeit etwas zu essen, das man von zu Hause genauso kennt – ohne irgendwelche lokalen Unterschiede. Danach noch einen leckeren Cappuccino im Kon Tiki Cafe getrunken; also meine Wunschliste ist voll erfüllt worden und das schon am ersten Tag. Auf dem Heimweg zufällig noch an einem Autoverleiher vorbeigekommen und Preise gecheckt.

Am Freitag wollen wir mit unseren Freunden gemeinsam in die Stadt fahren, einige Dinge erledigen, ein Auto buchen und etwas zu Mittag essen. Nachdem wir einige Zeit an der Bushaltestelle standen, kam ein Einheimischer und erklärte uns, daß heute kein Bus fährt, da Feiertag ist. Oh, nein, was nun? Also versuchen wir es bei einem naheliegenden Scooterverleiher, doch der ist nicht da…So gehen wir in den Supermarkt (die haben nämlich immer offen) shoppen und halt dann zurück zum Boot. Morgen neuer Anlauf….

Zurück auf dem Boot vergleichen wir natürlich die diversen Autoverleiher und obiger fällt leider in den Beurteilungen zurück. Also suchen wir uns online einen aus und ich stelle meine Anfrage für ein Fahrzeug.

Am Sonntag wollen wir uns mit Bekannten aus dem TO-Verein in deren Marina Taina treffen. Da ja hier, wie wir feststellen mussten, an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich kein öffentlicher Transport stattfindet, werden wir das Fahrzeug schon so buchen, daß wir am Sonntag fahrbereit sind. Unser Verleiher gibt die Option, das Auto am Vorabend ab 16.30 Uhr abzuholen gegen einen kleinen Aufpreis, ebenso die Rückgabe am Folgetag bis 8.00 Uhr.

So verbringen wir den Samstag gemeinsam in der Stadt und holen am Spätnachmittag unseren fahrbaren Untersatz ab. Das hat schon mal gut geklappt. Zwischenzeitlich habe ich von einer Bekannten aus Kitzingen erfahren, daß wiederum ihr Bekannter auch gerade in der Marina Taina ist und stellt den Kontakt her. So verabreden wir uns für den Sonntag mittag auch gleich noch mit Daniel und erledigen in der Marina alles auf einen Rutsch.😊

Leider ist das Timing des Autoleihens etwas schlecht ausgefallen. Bereits am Samstag hat es nur geregnet. Bis wir mit dem Dinghi wieder zurück auf unseren beiden Booten sind, sind wir alle klatsch naß. Die ganze Nacht hindurch regnet es, wir nutzen am Sonntag eine Regenlücke, um an Land zu fahren. Bereits Thomas hat uns mitgeteilt, daß wir wohl nicht auf seinem Boot sitzen können – das Cockpit ist nass und unter Deck ist aufgrund der Bauarbeiten an seinem Schaden eher schlecht zu sitzen. Bei Daniel dasselbe. Das Boot, daß er eigentlich mit seinem Skipper in die Karibik überführen wollte, ist ein einziges Wasserloch. Von unten und oben kommt hier Wasser rein. So könnte es sein, daß wir den ganzen Tag in einem Restaurant mit verschiedenen Leuten sitzen werden – es gibt schlimmeres.

So treffen wir zunächst Daniel und seinen Skipper Peer und erfahren deren Geschichte mit dem geplatzten Überführungstörn. Sie waren von den Gambiers gestartet in Richtung Osterinsel, haben auf diesem Am-Wind-Kurs mit Krängung massiv Salzwasser in der Bilge, die sie per Hand ausschöpfen mussten, da keine elektrische Pumpe ging. Nach 14 Stunden hat dann der Motor beschlossen, daß er keine Lust mehr hat. Des Weiteren sind auf diesem Boot viele kleine und große Baustellen, so daß der Skipper beschlossen hat, umzudrehen und Tahiti anzulaufen, um das Boot wieder in die Ausgangsmarina zu bringen und er den Überführungstörn abbricht.

Zum Kaffee begeben wir uns dann doch zu Thomas und Gabriela auf das Boot. Sie haben extra unter Deck aufgeräumt, damit wir gemütlich sitzen können und uns austauschen. Es war ein sehr geselliger Nachmittag mit sehr angenehmen Menschen. Es ist doch schön, endlich jemanden persönlich kennenzulernen, mit dem man vorher unzählige Male schriftlich korrespondiert hat (ach ja, und ein Videocall).

Auf dem Heimweg machen wir noch Station an einem Foodtruck abseits der Touristenroute. Sehr leckeres Essen in größeren Portionen – so, wie die Einheimischen halt essen: viel. So kommen wir spät an unserem Dinghidock an, welches in einem Park liegt. Dieser wird ab 7 Uhr abends verschlossen. Es ist jedoch ein Securitymitarbeiter da, dem ich erkläre, daß wir da rein müssten, um auf unser Boot zu kommen. Nach einigen Google-Übersetzungen lässt er uns reinfahren und parken.

Wir haben uns inzwischen angewöhnt, daß wir zur Dinghifahrt unsere Wander-Regenhosen sowie Regenjacken überziehen. Gesagt, getan. Bei viel Wind und ordentlich Welle sind wir wieder einmal komplett nass, bis wir auf dem Boot sind. Dann fällt Jochen auf, daß er sein Handy nicht hat und das wohl offen im Auto liegt. Also das Ganze wieder retour: Dinghi wieder zu Wasser lassen, Regenklamotten wieder anziehen und zurückfahren. Wir beschließen, nicht ans Dinghidock zu fahren sondern an den Strand, der auf unserer Seite (also Windabgewand hinter Bäumen und Häusern) liegt. Hier haben wir es dann „nur“ mit kleinen Brandungswellen zu tun.

Jochen schlägt sich mit seiner Stirnlampe zum Auto durch und wird auch gleich wieder vom Securitymitarbeiter empfangen. OK, alles klar – nur was vergessen. So ist es dann schließlich schon 22.30 Uhr, bis wir letztendlich verräumt auf unserem Boot sind.

Am nächsten Tag geht es früh los. Heute ist Erledigungstag angesagt, da es ja eh Dauerregnet und es keinen Sinn macht, die Insel abzuklappern. Dies ist für den Mittwoch auf der Agenda, an dem das Wetter endlich besser werden soll. So besorgen wir die Tax-free-Zertifikate für den Dieseleinkauf, diverse Ersatzteile in den Bootschandlern; Sandalen, Bikini etc. gibt es dann im Decathlon und schlussendlich gehen wir noch den Carrefour besichtigen. Hier werden wir dann am Tag darauf zuschlagen und unsere Vorräte aufstocken. In der Marina Taina gibt es das letzte Ersatzteil für Gary im dortigen Zubehör und Jochen geht „noch mal schnell“ zu Thomas, weil er noch etwas wissen wollte.

Nachdem wir mit Gary’s shopping fertig waren, sind wir halt auch mal Richtung Bootsbaustelle aufgebrochen und siehe da, wer sitzt da gemütlich im Cockpit? Also stellen sich alle wieder vor, wir sitzen gemeinsam einige Minuten beieinander und beschließen, daß wir jetzt zur Happy-Hour in das Marinarestaurant gehen. Diese rentiert sich wirklich bei den hiesigen Preisen: 50 % auf die Getränke und ebenso auf 2 ausgewählte Pizzas.

So sitzen wir wieder länger als ursprünglich geplant und kommen wieder zur „Sperrstunde“ an unserem Park an. Das Tor ist noch offen, wir fahren rein, ziehen uns wieder an und schon steht die Gendarmerie da und erklärt uns, daß geschlossen wird. Wir sagen dann, daß wir das wissen und auf unser Boot gehen. Dann bekommen wir höflich mitgeteilt, daß wir in der Bucht nur 48 Stunden bleiben dürften. Ja, Ok – wir sind erst seit gestern da 😉

Und natürlich – vier Personen in einem Dinghi mit ordentlich Wind und Welle. Salz- und Regenwasserdusche natürlich inclusive bis zum Boot. Das schlimmste Eck ist direkt am Pier, da hier der Wind voll draufsteht. Sind wir dann in dem schmalen Kanal, haben wir den Wind von hinten und es geht einigermaßen. Verlassen wir dann jedoch den Kanal auf der anderen Seite der kleinen Halbinsel und queren die Lagune, haben wir hier die Welle von der Seite, da die sich hier etwas landabgewandt etwas aufbaut. So haben wir wieder einige Querschläger und Salzwassermengen.

Dienstag – nächster Shoppingtag. Wir fahren in den Carrefour und toben uns dort aus. Nachdem wir unsere Einkäufe auf den Booten verstaut hatten, beschlossen wir, nochmals loszufahren. MaryAnn hatte sich noch einen Restaurantbesuch bei einem empfohlenen Asiaten gewünscht. Warum nicht heute? Das bietet sich doch an. Und es hat sich wirklich gelohnt….wieder einmal eine andere Geschmacksrichtung zu erleben. Alleine das Bestellen war schon sehr nett. Wir Damen haben uns eingebildet, wir wollen Ente haben. Nachdem auch die Jungs Ihre Wünsche geäußert hatten, hat unsere super nette Bedienung uns dann erklärt, was sie uns nun bringen wird, so daß wir alles teilen können und jeder seine Geschmacksrichtung hat. Das Essen war sehr lecker, leider waren wir die einzigen Gäste. Woran das liegt? Keine Ahnung. Am Essen kann es nicht liegen und an der Art der Betreiber auch nicht. Als wir am Abend wieder aus dem Auto stiegen, kam erneut die Gendarmerie angefahren. Diesmal jedoch eine andere Person – dieser wies uns nur darauf hin, daß der Park nun geschlossen wird und hat uns eine gute Nacht gewünscht. Nix von – Ihr müsst hier weg….

Am Mittwoch ist unsere geplante Inselrunde. Am Morgen kurz vor der Abfahrt haben wir noch strahlenden Sonnenschein. Kaum sitzen wir im Dinghi – was kommt? Wasser von oben. Wir fahren mit dem Auto auf der Nordseite der Insel Richtung Osten, also genau in die Richtung, aus der das Wetter hier aktuell herkommt. Dort soll unser erstes Ziel ein Wasserfall sein. Auf dem dortigen Parkplatz beschließen wir, daß wir das mal auslassen und evtl. am Nachmittag noch mal kommen. Den Wasserfall hätten wir sonst direkt beim Öffnen der Autotür 🙂 Sind ja nur rund 2 Stunden um die gesamte Insel. Also weiter geht’s weiter Richtung Osten. Gary hat sich in Google Maps einen Plan gemacht, wo wir überall hinfahren wollen.

da ist ordentlich Wasser zusammengekommen….

Und als wir an der Südostseite der Insel ankommen, hört auch endlich dieser Regen auf. So besuchen wir den Surfstrand, an dem die olympischen Wettbewerbe der Wellenreiter von Paris 2024 ausgetragen wurden. Danach ging es in den Wassergarten Vaipahi – eigentlich ein wunderschöner Ort. Ein kleiner botanischer Garten mit Wasserfällchen und Teichen und vielen schöne Pflanzen. Leider ist alles etwas durch den Dauerregen aufgeweicht, so daß wir einmal durchlaufen und wieder gehen, der angeschlossene Wanderweg war gesperrt.

Nächster Tagesordnungspunkt: Aale schauen. Es gibt eine kleine Quelle, an der man auch baden kann. Hier gibt es einige angefütterte große Aale, die zu einem kommen und hoffen, etwas abzubekommen. Diese lassen sich auch anfassen. Ein Highlight für Mary-Ann!

Weiter geht es zu den Grotten De Mara’a, Mata Va’a und Teanateatea. Diese liegen nahe beieinander in einer kleinen Anlage. Durch den bisherigen Dauerregen tropft es hier ordentlich von der Decke. Die Einheimischen kommen hier wohl auch zum Süsswasserbaden her, wobei Schilder dies aber verbieten. Wir waren dort die einzigen Besucher, also kann ich nicht sagen, was nun Sache ist. Uns war definitiv nicht nach baden bei all dem vergangenen Regen – am Wasserfall wären wir gerne mal drunter gegangen; aber da haben wir auch noch Sonne erwartet….

Nun war es bereits 15.30 Uhr, so daß es eigentlich fast schon zu spät ist, nochmals zum Wasserfall zu fahren. Wir würden mindestens eine Stunde dorthin brauchen im Feierabendverkehr und ab 17.30 Uhr wird es dann auch schon langsam dunkel. Da wir noch ein Ersatzteil in der Marina Taina abzuholen hatten, das sowieso auf dem Weg lag, fuhren wir also dorthin. Und nun ja – es war dann ja auch wieder Happy Hour Time 😊 Wir haben dann auf dem Rückweg schon Scherze gemacht, daß Jochen heute mit der Gendarmerie sprechen muss.

Aber er blieb verschont, als wir am Tor ankamen, schoben dieses bereits einige Einheimischen auf, um mit dem Auto einzufahren. Wir sind dann gleich mal hinterher. Auch beim Anziehen der Regenkleidung kam niemand mehr. Und wieder einmal hat es sich bewahrheitet – in Papeete ist nichts zu merken von Wind und Regen und hier an unserem Ankerplatz erwischt es uns wieder.

Am nächsten Morgen müssen wir das Auto um 8 Uhr abgeben. Also vereinbaren wir, daß wir gegen 7.20 Uhr starten. Glücklicherweise schreibt mir Daniel noch kurz am Morgen, daß ja wieder Feiertag (Christi Himmelfahrt) ist und kein Bus fährt!!! Ach herrjee. Also kurzer Abgleich mit unseren Freunden – wir bringen das Auto alleine zurück, da 2 Personen auf dem Rückweg einfacher ein Auto anhalten können als 4.

So bringen Jochen und ich das Auto pünktlich zum Verleiher zurück und beschließen, auf dem Rückweg noch am Grab des letzten Königs Pomare V. vorbeizulaufen, der zu seinem Tod mit 52 Jahren schwerer Alkoholiker war. So behaupten Einheimische und Guides, daß der Aufsatz auf dem Grab keine Urne, sondern eine Schnapsflasche darstelle… Sind ja nur etwa 5 km… So erlaufen wir das noch, knipsen unsere obligatorischen Fotos dort und machen uns weiter auf den Weg Richtung Marina. Nach einem weiteren Kilometer hält dann eine nette französische Dame an, die uns bis zu unseren Supermärkten mitnimmt. 5 km Laufen gespart – auch schön. So gehen wir nochmals kurz shoppen und zurück auf das Boot.

Das Grabmal von Pomare V.

Zwischenzeitlich hatten unsere Freunde auch Besuch am Boot. Ein junger Gendarm wies sie darauf hin, daß sie schon zu lange hier in der Bucht seien. Um die Natur zu schützen, mögen sie doch bitte verlegen. Also beschließen wir, daß wir auch am nächsten Tag nach Papeete auf den Ankerplatz am Flughafen verlegen werden. Für unseren letzten Abend hier hatten wir im Vorfeld schon geplant, daß wir am Abend Sauerkraut kochen werden – unsere beiden Ami’s lieben Sauerkraut und deutsches Essen. Wir hatten in den Tiefen unserer dicken noch Original Hengstenberg Kraut, also kochen wir Bratwürste (haben hier echt gute gefunden), Sauerkraut und Kartoffelpürree – wie zu Hause.

Und es war lecker!!! Wenn wir jetzt für Mary-Ann noch irgendwo eine typisch deutsche Buttercremetorte auftreiben könnten, wären wir die Kings. Ever.

Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück ins Cockpit gehen, sehen wir nur noch das Heck Ihres Schiffes – sie sind schon auf dem Weg. Dafür kam in der Nacht dann noch Stephane mit seiner Lazarina 2 in der Bucht an. Diese schlafen aber noch, als wir uns später auf den Weg in die Stadt machen.

Für die Einfahrt in den Papeete Pass muss man sich bei der Port Control via Funk anmelden und um Erlaubnis bitten. Ebenso muß man sich melden, wenn man das Rollfeld am Flughafen passieren will. Da man hier genau in der Einflugsschneise der Rollbahn mit seinem Boot verbeifährt, könnte ein landendes Flugzeug sonst den Mast streifen. Die Port Control macht hier den Abgleich mit dem Tower und gibt die Vorbeifahrt frei. Alles gut – wir dürfen passieren und lassen den Anker schließlich im Ankerfeld seitlich am Flughafen fallen. Hier ist ziemlich viel los, aber wir finden noch ein Plätzchen.

Es kommt Wind aus Nord auf und eine kleine Welle bildet sich hier in der Lagune. So wird die Fahrt mit dem Dinghi in das Stadtzentrum zu einer leicht feuchten und wackeligen Angelegenheit, sind es doch etwa 3 Seemeilen dahin. Jochen möchte noch ein Ersatzteil kaufen und wir nutzen die Chance, um Stephane und Michelle zu begrüßen, die zwischenzeitlich auch von Point Venus in die Stadt in die Marina Papeete verlegt haben. Sie werden dort Ihre Tochter am Dienstag vom Boot verabschieden.

Für den späten Nachmittag haben wir natürlich wieder ein Happy-Hour Date am anderen Ende der Stadt in der Marina. Dort treffen wir uns mit Gary und Mary-Ann. Zum Glück hat der Wind und die Welle nachgelassen, so daß die Heimfahrt am Abend dann trocken und angenehm ist. Unterwegs fangen wir noch ein losgerissenes Dinghi ein und bringen es seinem Besitzer an das Boot zurück.

Der nächste Tag, ein Samstag gibt uns ein bisschen das Gefühl, wieder in Brasilien zu sein. Am Riff neben unserem Ankerplatz machen die ganzen Partyboote fest, die uns mit Musik beschallen und die feiernden mit Ihren Getränken auf dem Riff im Wasser sitzen und stehen. Wir beschließen, daß wir Tahiti am nächsten Tag verlassen werden, um nach Moorea überzusetzen. Das ist uns dann doch etwas zu viel Trubel, die Wege mit dem Dinghi sind zu weit und überhaupt wollen wir weiter…

Den letzten Abend verbringen wir bei Gary und Mary-Ann, heute kocht sie ein indisches Curry. Sehr lecker, very spicy 😊 Die beiden bleiben noch einige Tage, da Gary erst seine ganzen Projekte am Boot abschließen möchte, bevor er weiterzieht. Wir werden am nächsten Tag den Anker aufholen und Tahiti verlassen.

So – und nun unser Fazit zu Tahiti…

Viel gesehen von der Insel haben wir aufgrund des langanhaltenden Regens nicht, wobei die Möglichkeiten auch begrenzt sind. In das Hinterland und die Berge kommt man mangels Straßen auch nicht wirklich. Es war schön, wieder einmal „richtige“ Zivilisation und Kleinstadtleben zu genießen. Aber Tahiti ist und bleibt für mich kein „To-Do“ auf einer Reiseliste. Für uns Segler ist sie ein To-Do, wenn man sich Verproviantieren muß oder Ersatzteile benötigt – also fährt hier jeder mal rein. Aber schönere, leere Ankerplätze sind auf den kleineren Inseln doch eher zu finden als hier. Tahiti ist einfach das Drehkreuz Polynesiens – für Flugzeuge und Versorgungsschiffe, für an- und abreisende Urlauber und vieles mehr. Dieses reale Leben wird in den gängigen Dokumentarfilmen oder dem „Traumschiff“ halt nicht gezeigt. Wenn die Kreuzfahrtschiffe hier anlegen, liegen sie inmitten einer aktiven Stadt zwischen Berufshafen und mehrspuriger Straße: da ist nichts mit Ruhe. Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden, was ihm gefällt. Es ist sicherlich toll, in einer der teuren Bungalow-Hotel-Anlagen mit Pool und eigenem Strand abzusteigen und sich verwöhnen zu lassen – aber da sieht man halt nicht viel vom täglichen Leben.

Genug hierzu, jetzt geht es weiter auf die Nachbarinsel, nach Moorea.

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Hiva Oa und Tahuata

Nach Hiva Oa wollten wir ja auf alle Fälle noch einmal zurückkommen, da wir hier bisher ja nur eine Nacht verbracht haben, bevor wir auf das Festival nach Ua Huka gefahren sind. Darüber hinaus haben wir auf dem Festival auch Tattoo-Künstler kennengelernt, von denen wir ein Tattoo als Erinnerung wollten – und diese waren eben auch zufällig in Hiva Oa ansässig. Auf dem Festival wollten wir uns kein Tattoo zulegen, das wollten wir in Ruhe im Studio machen – mit Aircondition inklusive.

Und so war unser erster wichtiger Gang natürlich zum Tattoo-Studio, um einen zeitnahen Termin zu bekommen. Soll man doch nach dem Stechen etwa 3 Wochen Sonne und Salzwasser meiden – diese Zeit wollen wir in Hiva Oa verbringen, um bei evtl. auftretenden Problemen ebenfalls in der Nähe eine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können.

So kam es, daß wir bereits 3 Tage später bei Kaha unter der Nadel lagen. Nach einer kurzen Besprechnung, was wir uns jeweils vorstellen, ging es schon los mit dem direkten Aufzeichnen auf der Haut – von wegen einer Papierschablone. Hier wird noch schön gleich freihand auf der Haut gezeichnet. Nach schnellen 3,5 Stunden waren beide Tattoos gestochen und wir sind glücklich wieder abgezogen. Danke Kaha!

Zu diesen Tattoos möchte ich noch anmerken bzw. habe ich ja schon erwähnt, daß jedes Symbol auch eine Bedeutung hat. So steht z.B. die Schildkröte auf der einen Seite für die Familie, da sie ja viele Nachkommen zeugt aber ebenso auch für eine sichere Navigation – da sie immer wieder an den Strand ihrer Geburt zurückkommt, um dort selbst ihre Eier abzulegen. So haben wir auch uns bewußt unsere Symbole im Vorfeld ausgesucht, die wir haben möchten und Kaha hat dann „drumherumgebaut“ mit den dazu passenden Symbole wie Sonne, Wind, Wellen… So hat Jochen in seinem Manta sämtliche großen Meerestiere wie den Buckelwal, den Hammerhai, den Delfin, die Schildkröte aber auch den Albatros und den Gecko versteckt sowie einen Tiki. Als auch das Kreuz der Marquesas, es steht für das Gleichgewicht der vier Elemente: Feuer, Erde, Wasser, Luft. Wer findet und erkennt alle Symbole?

So haben wir uns auch wieder einmal ein Auto für zwei Tage gemietet und sind alle Möglichkeiten auf der Insel abgefahren – vom lachenden Tiki über die archäologische Anlage Ma’ae Lipona, in der das größte Tiki steht, zu den Petroglyphen, dem alten Friedhof von Teivitete und dem Zeremonienplatz von Upeke. Zu Upeke muss man noch sagen, daß nach einer Sage hier der Baum des Lebens gestanden hat in dem alle Vögel brüteten. Als der Baum umgefallen ist, sind die Äste auf die anderen Inseln der Marquesas gefallen, auf denen sich schließlich die Vögel verteilt haben. Anhand dieser Sage kann man erahnen, wie wichtig dieser Ort für die Ureinwohner war, entsprechend groß auch die Anlage, die nur zum Teil freigelegt ist. Ein Großteil befindet sich im Wald und will entdeckt werden. Natürlich haben wir mit dem Auto auch noch unsere Besorgungen erledigt, vor allem die schweren Getränkedosen sind doch einfacher zu transportieren, wenn man einen fahrbaren Untersatz hat und nicht 4 km hin und 4 km zurück laufen muß, da der Hafen/Ankerplatz doch etwas von der Stadt entfernt ist.

Wir haben die Zeit in Hiva Oa genossen, haben wir doch dort auch wieder unsere neuseeländischen Freunde Gordi und Juliet getroffen, haben Kevin aus Südafrika kennengelernt und…… wieder einmal ein deutsches Boot begrüßen dürfen. Michael und Andrea von der Gleda sind aus Panama angekommen. Ach…und unsere französischen Freunde von der Lazarina sind wieder aus ihrem Heimaturlaub zurückgekommen und haben ihr Schiff wieder fit gemacht und zu Wasser gelassen. So war das Patagonien-Dream-Team wieder beieinander. Schließlich haben wir einige gesellige Abende gemeinsam verbracht, sei es zum Sundowner oder auch zum gemeinschaftlichen Essen.

hier noch etwas andere Kunst, die überall zu finden ist: geht nicht mehr – wird abgestellt und bleibt da

Und täglich grüßt das Murmeltier – die Shopbetreiber der Tankstelle kannten uns dann auch schon. Denn fast täglich nach der Mittagszeit sind wir dort aufgeschlagen, haben unseren Eisbecher aus der Tiefkühlung genommen und ein Eis gelöffelt, während wir zum Kontrollgang in den Yardbereich gegangen sind, um zu sehen, wie die Arbeiten an den Booten unserer Freunde vorwärts gehen. Denn sehr viele, die wir bisher in FP kennengelernt haben, haben ihr Boot dort aus dem Wasser geholt, um einige Arbeiten, vor allem den Unterwasseranstrich, zu erledigen. Da muß man schon mal schauen, ob das allen ordnungsgemäß vorwärts geht! Als dann einmal kein Eis an der üblichen Stelle zu finden war und wir nachfragten, wußte die Dame gleich, was sie uns aus dem Lager zu holen hat 😊

Wir hatten das Glück, daß wir einen einigermaßen guten Ankerplatz im kleinen Hafenbecken erwischt haben. Ziemlich hinten drin, weit weg vom täglichen Schiffsverkehr. Der ein oder andere mußte schon mal verlegen, als das Versorgungsschiff ankam und manövrieren mußte. Auch war unser Platz noch relativ gut geschützt vom Schwell, so daß unser „Gewackel“ nicht ganz so groß war wie von manch anderen. Wir haben dann auch einen Tag genutzt, um kurz an den Pier zu verlegen, dort festzumachen, wo normalerweise die kleine Fähre liegt und unser Ankergeschirr auf der Pier aufzulegen, zu reinigen, zu drehen und die Farbmarkierungen für die Tiefenangaben neu aufzutragen (mit der Sprühdose farbliche Streifen sprühen). Dabei konnten wir feststellen, daß das Wasser in diesem Hafenbecken ganz schön aggressiv sein muß. Unser schöner Edelstahlanker strahlt plötzlich in einem Orangeton.

Aber egal, funktionieren muß er und nicht schön ausschauen. Kaum liegen wir wieder an unserem Ankerplatz, kommt die Fähre auch schon wieder zurück – das nennt man Timing.

Und schon naht der Abschied – wir wollen noch einige Tage auf die Nachbarinsel Tahuata in die Hanamoenoa-Bucht mit ihrem weißen Sandstrand und den täglichen Mantabegegnungen. Auch einige der hier liegenden Boote wechseln in diese Bucht, so daß unser Grüppchen doch noch nicht ganz auseinandergerissen wird. Bei der kurzen Überfahrt stellt wir auch fest das uns einiges an Geschwindigkeit fehlt. Eigentlich dachten wir, daß sich bei dem dreckigen Brackwasser im Hafenbecken der Unterwasserbewuchs in Grenzen hält, falsch gedacht.

So war die erste Amtshandlung in der sauberen Bucht Hanamoenoa: Unterwasserschiff sauber machen. Das Ganze hat sich über zwei Tage gezogen, bis die ganzen Seepocken wieder ab waren. Leider sind bei dieser Aktion ein paar Quallen zu nah an die Wade von Jochen gekommen. Im Wasser noch nichts bemerkt, fühlte es sich an Deck wie ein Sonnenbrand an, nur die Röte dazu hat gefehlt. Am nächsten Morgen dann die Überraschung, alles mit kleinen Bläschen übersät. So könne und wollen wir nicht zu unserem nächsten Ziel starten. Erst einmal auskurieren. Schließlich verbringen wir hier auch noch einige schöne Tage, haben zusammen mit Gordi und Juliet und den Dänen von der Sommerwind, Silvia und Frank, ein Lagerfeuer am Strand mit Stockbrot, verbringen zwei Spielabende mit der Crew der Carosy und der Penny Lane und lernen hier dann den nächsten deutschen Neuankömmling kennen – Dirk von der Manus 2. So liegen wir hier kurzzeitig mit 3 deutschen Booten – Gott, wie lange hatten wir das denn nicht mehr – Unterhaltung nur in der Heimatsprache.

ein traumhafter Strand, nur die Welle kann einen manchmal ganz schön von den Füßen hauen…

Auch das Schnorcheln mit den Mantas konnten wir noch einige Male genießen. Und schon hieß es wieder – Wetter beobachten, wir wollen dann doch einmal von den Marquesas wegkommen in die Tuamotus. Hierfür haben wir uns als erste Anlaufstelle das Atoll Amanu ausgesucht, das ziemlich genau 480 Seemeilen südlich liegt; also wieder einmal 4 Tage auf See.

immer wieder ein Erlebniss

So hieß es dann auch, das Boot klarzumachen: die Windsteueranlage wieder montieren, unseren Fred verräumen und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in die Schaps wegräumen oder verzurren.

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Ua Pou – „Zwei Säulen“

Ua Pou ist die drittgrößte Insel der Marquesas und für mich mit die eindrucksvollste. Sie hat steile, an Zuckerhüte erinnernde Berge, die der Insel den Namen Ua Pou „Zwei Säulen“ gab.

Blick über den Hafen auf die Basaltfelsen

Zunächst ging es für uns in den Hauptort Hakahau auf der Nordseite der Insel. Hier soll man sich etwas hinter den Wellenbrecher legen, um vor der heranrollenden Dünung geschützter zu liegen. Tja – leider voll. So liegen wir also voll in der Dünung und wackeln so vor uns hin. Zum Glück kommt der Wind stabil und die Dünung aus derselben Richtung, so daß das Boot mit dem Bug im Wind und der Dünung liegt und wir nur schaukeln und nicht von links nach rechts rollen. Immerhin!

Das Örtchen selbst ist wieder ganz nett mit 2 Supermärkten und mehreren Möglichkeiten, ein Restaurant aufzusuchen. So sind wir beim ersten Landgang auch in den Genuss von handgemachter Eiscreme in der Bauernkooperative gekommen. Sehr lecker! Und auch die beiden anderen Restaurants haben wir einmal ausprobiert. Man muß seine Chancen nutzen, bald wird das nicht mehr möglich sein, wenn wir einmal in die Tuamotus aufgebrochen sind.

Eine kleine Wanderung zum Gipfelkreuz haben wir noch unternommen und sind auch so mehrfach durch das Örtchen gebummelt. Hier liegt eindrucksvoll ein Segelboot gestrandet am Strand, gut vertäut, damit es nicht wieder rückwärts in die See gezogen wird. Da blutet einem das Herz, wenn man sieht, wie so ein stolzer Kahn auf der Seite liegt und vor sich hin verkümmert. Das Schiff schaut eigentlich noch ziemlich gut aus und auch sämtliche Anbauteile wie Radarschüssel etc. sind noch vorhanden und nicht abmontiert. Vielleicht will der Eigner doch noch versuchen, es wieder ins Wasser zu ziehen?

Nachdem das Versorgungsschiff da war, haben wir uns nochmals mit etwas Lebensmitteln eingedeckt und sind „um die Ecke“ nach Hakahetau verlegt. Von hier aus soll es eine schöne Wanderung zu den Bergen geben und auch Schoko-Manfred will besucht werden. Ein deutscher Auswanderer, der hier lebt und seine eigene Schokolade herstellt, nebst allen Zutaten hierfür, die im eigenen Garten im Wald angebaut werden.

beim Umzug des Ankerplatzes vorbei am Inselflugplatz – spannende Landebahn

Dieses Örtchen fand ich wirklich wunderschön. Total ruhig, nette Anwesen, unwahrscheinlich freundliche Menschen. Das wäre jetzt so das erste Örtchen hier auf den Marquesas, wo ich sagen könnte: ja, da ein klein Häuschen mit Garten. Obwohl… viel zu warm auf Dauer.

Das Anlanden mit dem Dinghi ist etwas spannend; es gibt hier zwar eine kleine Hafenmole, aber die Dünung rollt hier rein und der Betonsteg ist bei Niedrigwasser schon schwer zu bezwingen vom Dinghi aus (für Kurzbeiner). Auch ist der Zugang oft überspült und die Oberfläche entsprechend schon sehr glatt von den Algen und sonstigem Bewuchs. Also: vorsichtig laufen hier. Die Kinder finden das natürlich klasse und haben eine ebene Rutschbahn.

unser Dinghiplatz: links toll ausgespülter Fels, rechts die Hafenmole – a bisserl überspült

Im Örtchen selbst gab es auch einen ganz kleinen Laden für das nötigste und auch ein Restaurant soll vorhanden sein, aber nur auf Vorbestellung. Am Nachmittag treffen sich die Dorfbewohner und spielen Volleyball in der Nähe des Piers. Und das gar nicht mal schlecht.

Jochen hat sich dann auch aufgemacht, „die Gipfel zu bezwingen“. Hierbei handelt es sich um einen Rundweg um den Mount Poumaka, der mitunter sehr steil ist und den man nicht machen sollte, wenn es kürzlich oder aktuell regnet, da es dann sehr schlüpfrig wird. Ich habe mich von dieser Wanderung gleich ausgeklinkt, weil ich so schon mit der Hitze hier zu kämpfen habe und definitiv nicht die Kondition und den Willen habe, hier 4 bis 5 Stunden in der Hitze steile Berghänge zu bezwingen. Noch dazu mag ich ja auch ausgesetzte Stellen am Berg nicht, da bleib ich lieber am Boot und beschäftige mich hier.

  • Die Wanderung war, um es kurz zu sagen, ein Genuss der Extraklasse. Es sollte zu den markanten Basaltfelsen gehen, für die die Insel bekannt ist und auch schon von Weitem zu sehen sind, wenn sie nicht gerade in den Wolken verschwinden.  Zuerst ging es ein Stück auf der Straße entlang, bevor der Abzweig auf den Schotterweg gekommen ist. Hier entlang an dem ein oder anderen Anwesen vorbei; immer weiter hinein in die fantastische Natur. Schließlich gab es keine Bebauung mehr, der Weg wurde schmaler und steiler. Schließlich wurde er nur noch zu einem Pfad, extrem steil. Keine Stufen oder dergleichen und nur noch blanker Boden unter den Füßen. Links und rechts etwas kräftigeres Gras, an dem man sich etwas festhalten konnte, mehr nicht. Jetzt war ich an der Stelle angekommen, den andere so beschrieben haben: „nur mit gutem Schuhwerk zu gehen“; ich hatte meine abgelaufenen Treckingsandalen an, lach. Ich hatte aber soweit Glück bzw. hatte ich so geplant (wieder lach), daß es zuletzt trocken war und der Boden dann auch entsprechend gehalten hat. Je weiter es nach oben ging, desto feuchter wurde es dann doch – den tiefhängenden Wolken geschuldet. Aber alles noch gut machbar. Fast oben angekommen, öffnen sich die Baumkronen und ein fantastischer Blick über das Tal in die Ankerbucht ist zu erblicken. Ich mache die erste kleine Pause und genieße erst einmal den Ausblick. Nur noch ein kleiner Endspurt und ich stehe am Fuße einer dieser unglaublichen Basaltsäulen. In diesem Moment lichtet sich auch etwas die Wolkendecke und ich kann das obere Ende sehen, welch ein Zufall. Ich genieße den Augenblick und mach noch das ein oder andere Bild, bevor ich den Abstieg angehe. Zulange warte ich damit aber nicht, hier oben pfeift der Wind ordentlich. Im ersten Moment eine willkommene Abkühlung, was zu viel ist, ist aber zu viel. Der Abstieg ist genauso steil wie es rauf ging, nur geht es hier zwischen Bäumen und Sträuchern runter. Zwischen Wurzeln und Steinen haben sich auch Stufen gebildet, die es etwas erleichtern nach unten zu kommen. Dafür ist der Abstieg um einiges länger, in dem es so steil bergab geht, an einigen Stellen sind jetzt sogar mal Seile angebracht. Kaum ist das Steile geschafft, steht man auch schon bei Schoko-Manfred mitten im Garten, der Weg führt durch sein Grundstück hindurch. Ich werde von den Hunden lautstark begrüßt, kurz darauf kommt mir seine Frau entgegen und lädt mich direkt ein. Manfred war gerade noch etwas an seinem selbstgebauten Wasserrad am Richten. Er nutzt es neben Solar zu Stromerzeugung. Kurz darauf steht ein Teller mit Proben seiner selbst gemachten Schokolade auf dem Tresen und wir erzählen unsere Geschichten, meist ist es aber nur Manfred, der erzählt. Er hat vor 40 Jahren einen Fernsehbeitrag über Französisch Polynesien gesehen, eine Woche später war er mit seinem Hab und Gut im Flieger nach Tahiti gesessen – ohne jegliche Sprachkenntnisse. Seit 26 Jahren lebt er jetzt auf Ua Pou und hat sich sein eigenes Reich geschaffen. Ich wollte morgen mit Sabine nochmal kommen, hatte ja dummerweise auch mein Geld vergessen, um etwas mitzunehmen. Nachdem die Schoki leer war, machte ich mich dann aber mal auf dem Weg, war ja noch ein Stück und ein Highlight sollte ja noch kommen. Auf halben Weg von hier zum Boot war da noch ein Abzweig zum Wasserfall. Der kurze Abstecher hat sich voll gelohnt. Zwar ist es ein relativ kleiner Wasserfall, aber die Kulisse traumhaft und die Möglichkeit, den Schweiß in dem Schwimmbecken abzuspülen, genial. Einzig musste man sich zügig ausziehen und schauen ins Wasser zu kommen. Den kleinen Biestern, Nonos genannt (eine Kriebelmückenart), sei Dank. Winzig klein und nicht zu sehen, sind die Hinterlassenschaften deutlich. Kleine rote Bissstellen, die fürchterlich über Tage jucken. Genauso schnell natürlich wieder raus aus dem Wasser, rein in die Klamotten. Was nicht abgedeckt ist gleich wieder mit Mückenabwehr einsprühen – und das reichlich. Frisch abgekühlt und gereinigt sind die letzten 2 km bis zum Boot nur noch ein leichter Spaziergang, der bergab geht.

Als Jochen dann wieder zurück war, erzählte er mir, daß er Schoko-Manfred besucht hat (das liegt auf dem Weg) und wir da morgen noch mal hingehen können.

Das haben wir dann auch gemacht, dieses Unikat möchte ich auch kennenlernen. Und wirklich mitten im Wald am Berghang hat sich Manfred da sein kleines Paradies geschaffen. Er hat dort sein Haus gebaut und seinen Garten / Plantage angelegt nachdem er 120 Kokospalmen gefällt hat. Zunächst haben wir an seiner Theke Platz genommen und bekamen auch seine Schokolade zum Probieren hingestellt. Dann hat er sein Fotoalbum herausgeholt und uns seine Lebensgeschichte erzählt. In unserer Segler-App wurde unter anderem von anderen Leuten moniert, daß Manfred so viele sexistische Witze machen würde und sich die jungen Mädels da unwohl fühlen und niemals alleine hingehen würden. Mein Gott!! Ihr kennt meine Familie nicht. Da werden auch ständig sexistische Witze erzählt und Verbalerotik betrieben. Stellt Euch mal alle nicht so an – ich konnte gut mit ihm lachen. Aber das liegt wohl auch an der heutigen Zeit, wo sich jeder über alles nur noch aufregt und alles gleich in entsprechende Schubladen gelegt wird. Ganz wichtig: nicht vergessen zu Gendern!!!

Wir haben dann natürlich auch Schokolade in verschiedenen Geschmacksrichtungen gekauft. Sehr lecker. Schokolade ohne irgendwelche Zusatzstoffe wie Palmfett oder Zucker. Wirklich Kakao, Kakaofett und die Geschmackszutat wie Orange, Nüsse, Cashew, usw. Lecker. Er hat an die 15 verschiedene Geschmacksrichtungen, die erworben werden können.

Dann bekamen wir noch eine Führung durch seinen Garten, weil uns das doch interessierte. Stolz führte er uns seine Kakaopflanzen vor, die von der ersten Miniblüte bis zur erntereifen Frucht 6 Monate benötigt. Ganz stolz war er auch, daß er eigene Erdbeerpflanzen hat – die haben wir bisher in den Marquesas noch nicht entdecken können.

Nachdem wir Manfred besuchten, sind wir auf dem Rückweg noch am Wasserfall vorbeigegangen. Auch wieder eine sehr nette Cascade mit einem kleinen Becken, das zum Schwimmen und abkühlen einlädt. Nur leider diese unleidlichen Nonos und Mücken. Das war ein schnelles abkühlen und noch schnelleres abtrocknen und wieder anziehen und mit Mückenspray besprühen.

Da aber auch hier der Ankerplatz sehr bewegt ist, haben wir dann zeitnah unseren Anker aufgeholt und sind auf der Westseite in die Hakaotu Bucht verlegt. Eine kleine, sehr gut geschützte Bucht, an der das Anlanden mit dem Dinghi aber irgendwie nicht möglich schien und wir es erst gar nicht versucht haben. Jochen hat sich wieder einmal am Schnorcheln versucht, aber leider ist auch hier das Wasser sehr trübe. Da hoffen wir jetzt wirklich auf die Tuamotus mit ihrem glasklaren Wasser – Zeit wird es, daß man wirklich mal was zu sehen bekommt, unter Wasser.

Und dann ging es schon wieder los mit dem Beobachten des Wetters, damit wir nach Hiva Oa übersetzen können. Hierfür müssen wir wieder nach Südosten fahren, was bedeutet, daß wir nahe an der vorherrschenden Windrichtung fahren müssen. Achje.

Eine Strecke von gut 70 Seemeilen, die wir wieder über Nacht fahren wollen. Um schon einmal die ersten 5 Seemeilen hinter uns zu bringen, beschließen wir, daß wir zunächst in die südlichste Bucht von Ua Pou zu verlegen. Was wir haben, haben wir. Also raus aus unserer geschützten Bucht, in der wir so gar nichts von Wind und Welle mitkriegen. Und dann ging es auch schon los. Wellengang und ordentlich Wind, natürlich voll auf die Nase. Also mit Motor durchkämpfen. Als wir am geplanten Zielort ankommen: Nee, da ist nichts mit Ankern. Da steht voll die Welle drauf, da können wir nicht bleiben. Also wieder umdrehen und ein Stück zurückfahren in die etwas geschütztere Nachbarbucht, die Baie Hikeu, aber immerhin 4 Seemeilen abgekürzt von der Gesamtstrecke.

Dann wie geplant Anker auf für die Nachtfahrt nach Hiva Oa. Der Wind soll angeblich aus Nordost kommen, das sollte uns einen schöne Halbwindkurs bei Windstärken 4 – 5 bft bescheren. Aber zunächst müssen wir ja erst mal die Westseite von Ua Pou hinter uns lassen, um etwas nach Südost schwenken zu können. Der Wind war auch gleich mit der Windstärke da, natürlich aus Ost und ordentlich Wellen. Vorsichtshalber haben wir unser Großsegel schon gleich nur im 2. Reff gesetzt.

Tschüss Ua Pou

Vor Ua Pou im Süden liegt noch eine vorgelagerte Insel und zwischen diesen beiden Inseln ist eine ordentliche Kanalwirkung. Wir schaukeln so wild unter Motor voran mit einer Geschwindigkeit, die dir auf die Tränendrüse drückt. Wenn wir jetzt noch ordentlich Strömung gegenan kriegen, fahren wir ja rückwärts. Von Jochen kam dann irgendwann: „wenn das nach der Insel nicht besser wird, drehen wir um“. Es wurde dann von der Welle her etwas besser, aber der Wind bzw. die Windrichtung hat uns wieder mal nicht so unterstützt, wie sie sollte. Es war ein harter Kampf Hoch am Wind zu fahren und mit etwas kreuzen. Irgendwann meinte der Skipper dann, ich steuere jetzt Ua Huka im Norden an und wir fahren dann von dort aus in einem besseren Winkel direkt nach Süden nach Hiva Oa.  Kurs geändert, Richtung Ua Huka. Skipper legt sich etwas hin, Wind dreht und ich stelle fest, daß wir mit diesem Kurs jetzt eine Ua Pou-Umrundung fahren. Also doch wieder Kursänderung auf Hiva Oa. Es war ein Hin und Her und die Nacht nicht langweilig.

Schlußendlich haben wir Hiva Oa wirklich erreicht, hatten aber dann 94 Seemeilen ins Logbuch eintragen dürfen. Direkter Kurs wären etwa 74 Seemeilen gewesen. Happy, to be hier, Anker zu werfen und etwas zu schlafen.

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Ua Huka und Nuku Hiva

Von Ua Huka habe ich ja außer vom Festival bisher noch gar nichts erzählt. Hmmm – viel können wir auch nicht erzählen, da wir nicht wirklich mehr gesehen haben, als das kleine Örtchen, vor dem wir vor Anker gelegen haben und dem Festivalgelände.

Von der gesamten Insel haben wir sonst nichts besucht, eine kleine Wanderung zu einem ehemaligen Zeremonienplatz, das war es – gibt wohl auch nicht wirklich viele Möglichkeiten. Wir (also ich) waren dann auch froh, den Ankerplatz zu wechseln. Rollig sind hier ja alle Ankerplätze, aber speziell hier sind doch immer ordentliche Fallböen von den Berghängen heruntergekommen – was sich auch gerade nachts beim Schlafen nicht besonders beruhigend anhört…

So sind wir dann wenigstens noch auf einen Ankerplatz auf der Westseite von Ua Huka gewechselt. Als wir dort angekommen sind, war das Wasser glatt und wir lagen sehr ruhig. So sind wir dann auch gleich noch in unser Dinghi gestiegen und an Land gefahren. Soll es hier doch eine schöne Höhle geben.

Das Anlanden am Strand war dann doch etwas schwieriger, als vom Wasser aus zu erkennen. Es hat sich doch eine kleine Welle dort aufgebaut und gebrochen, so daß wir schnell sein mussten, um das Dinghi auf den Strand zu ziehen. Am Strand gab es in den Felsen dann gleich ein paar Petroglyphen zu entdecken, bevor wir auf den Hügel hinaufgestiegen sind. Von oben ging es dann in eine leicht zugängliche Grotte und wir konnten von oben auf das strahlende Blau des Wassers über dem Sandgrund blicken. Das Wasser wurde mit jeder Welle ordentlich hereingedrückt und hat ein lautes Grollen von sich gegeben. Das sind schon gewaltige Kräfte, obwohl es keine großartigen Wellen draußen auf dem Meer gab. Aber wenn das Wasser mit der Dünung durch ein kleines Loch gepresst wird, entsteht doch ordentlich Druck. In der Nähe der Grotte fanden wir auch sehr viele Hinterlassenschaften der hiesigen freilaufenden Ziegen – scheint es sich hier doch auch für sie um ein schattiges „Heim“ zu handeln, das Sicherheit bietet.

Zurück zum Strand und mal sehen, wie wir von diesem wieder wegkommen. Vorsichthalber habe ich schon mal meinen Rock ausgezogen.  Das hätte ich mit dem T-Shirt auch mal machen sollen, denn wie vorhergesehen, war ich komplett naß, bis das Dinghi im Wasser und über den brechenden Wellen war. Aber zum Glück ist es ja warm und das Wasser auch nicht kalt.

Leider mußten wir dann am Boot feststellen, daß es nun auch hier rollig war – kein Wind und das Boot steht quer zu Welle – also eine weitere Nacht mit unruhigem Boot. So sind wir dann auch gleich am nächsten Morgen frühzeitig losgefahren, um nach Nuku Hiva überzusetzen. Eine Strecke von etwa 30 Seemeilen, was gut in einer Tagesetappe zu schaffen ist.

Auf Nuku Hiva wollen wir einige Zeit verbringen, da doch rund um die Insel wunderschöne Ankerplätze sein sollen. Dies ist die zweitgrößte Insel Polynesiens und bietet in seiner Hauptstadt (was man als Hauptstadt bezeichnen möchte) gute Versorgungsmöglichkeiten und auch die Chance, wieder einmal ein Restaurant zu besuchen.

So sind wir zunächst in die nächstgelegene Ankerbucht, die Controllers Bay eingelaufen und haben unseren Anker geworfen. In dem kleinen Örtchen dieser Bucht gibt es zu unserer Freude eine Boulangerie, in der wir neben dem obligatorischen Baguette auch köstliche Croissants und Schokoteile erwerben können. Was ein Genuss! Da es hier einen Wasserfall geben soll, haben wir uns am nächsten Morgen natürlich auf den Weg gemacht, ohne genau zu Wissen, wie weit wir eigentlich laufen müssen. Netterweise hat uns ein Herr des hiesigen Wasser-/Energieversorgung in seinem Pickup mitgenommen, so daß wir uns einen mühsamen Marsch erspart haben. Der Weg war einfach doch etwa 7 km, was bei dieser Hitze echt unangenehm ist. An den Wasserfall selbst sind wir leider nicht herangekommen. An dem kleinen Flußlauf sind wir ausgestiegen, der Mann ist seiner Arbeit nachgegangen: den Rechen vom Laub befreien und die Anlage prüfen.

Wir haben dann versucht, in dem Flußlauf voran zu kommen, um an den Wasserfall heranzukommen. Ein unleidiges Unterfangen. Kaum am Wasser wurden wir schon von den Heerscharen an Moskitos überfallen. Unser Mückenspray hat diese nicht wirklich abgehalten. Da mir die Steine dann irgendwann zu hoch wurden, bin ich dann umgedreht und Jochen hat dann noch versucht, etwas weiterzukommen. Aber er hat dann auch irgendwann vor den Mücken kapituliert. So sind wir dann den Weg wieder zurückmarschiert, um an der Boulangerie als Belohnung nochmals ein kühles Getränk zu uns zu nehmen.

So war der Ankerplatz vor der Stadt auch unser nächstes Ziel für den nächsten Morgen, um hier auf alle Fälle Weihnachten zu verbringen. Dies bedeutete lediglich eine Fahrtzeit von etwa 1,5 Stunden. Bei unserer Ankunft wurde uns gleich von einem anderen Boot mitgeteilt, daß am Abend ein Festival mit öffentlichem Essen (wie in Ua Huka) stattfindet. Da gehen wir natürlich hin. Was ein Kulturschock 😊 Der Festplatz quillt über von Schneemännern aus Fässern und Reifen, aus blinkenden und blitzenden Lichtern, ein Kaminzimmer wurde nachgestellt – mehr Kitsch, als deutsche Weihnachtsmärkte zu bieten haben. Und alle haben etwas auf dem Kopf – sei es ein Haarreif als Elch, blinkende Mützen, und, und, und. Das Essen war dann auch sehr lecker und die Vorführung war quasi nochmals das, was wir in Ua Huka gesehen hatten. Hinzu noch eine reine Kindergruppe im Vorfeld. Sehr schön, aber irgendwie merkwürdig in dieser Weihnachtsumgebung.

Nuku Hiva ist eine tolle Insel. Die Küste wirkt bei der Anfahrt rauh und felsig zerklüftet. Im Inneren ist diese jedoch grün und dicht bewachsen. Hier gibt es auch alle Arten von Früchten: Brotfrucht, Papaya, Mango, Sternfrucht, Bananen, Pampelmuse….

Fast alle Boote, die vorher in Ua Huka waren, haben sich über die Feiertage hier versammelt. So haben wir den Weihnachts- und Silvesterabend zusammen mit einigen anderen englischsprachigen Booten (wir nennen es die No-Francais-Conection) verbracht. Hierfür durften wir die Tische und Bänke eines Imbisses direkt am Pier benutzen. Jeder hat etwas zu Essen und Trinken mitgebracht und wir haben dann zusammengesessen, alles geteilt und eine schöne Zeit gemeinsam verbracht.

Jochen, Henk (NL), Ann (IR), Roy (GB), Sabine, Carolyn (NL), Mary-Ann und Gary (US) – die Non-Francaise-Connection beim geselligen Abend auf Roy’s Boot

Wir haben zusammen mit eben diese 3 anderen Booten 2 Autos geliehen und sind einen Tag lang über die asphaltierten Straßen in andere Buchten gefahren. Die Insel hat auch recht hohe Berge, so daß sich auch die Vegetation ziemlich ändert. In den Bergen sind wir in den Wolken gefahren und hier oben sah es fast so aus wie zu Hause im Allgäu oder Oberbayern: Nadelbäume und Tierweiden. Nur, daß hier die freilebenden Pferde dann einfach so auf oder direkt neben der Straße stehen und man beim Fahren um eine Kurve aufpassen muß, daß nicht plötzlich ein Tier vor dem Kühler steht. Auf der Nordseite der Insel haben wir dann unter Mittag in einem sehr leckeren Restaurant Halt gemacht und köstlich gegessen. Zum ersten Mal haben wir Brotfrucht gekostet – diese wird wie Kartoffel gekocht und hier dann zusätzlich frittiert. Wir haben noch nirgend so viele neue Dinge kennengelernt wie in Polynesien (gut, wir waren ja auch nie in der Karibik – da gibt es das wohl auch alles). In der Nähe der kleinen Ortschaft war dann noch eine Ruinenstätte der Ureinwohner. Die Stätte wurde vor einiger Zeit freigelegt und die Gebäude nachgebildet. Auch hier wieder beeindruckend wie vor langer Zeit riesige Steinblöcke passgenau bewegt und gesetzt wurden. Bis wir dann die beiden asphaltierten Straßen abgefahren hatten war es dann schon dunkel als wir zurück waren. Leider hatte wir kein Allradfahrzeug, sonst hätten wir eine Rundstrecke fahren können. Bei Ankunft im Ort entdeckten wir dann eine hell beleuchtete Sitzgruppe, wir stoppten und wurden auch gleich Begrüßt. Es war ein offenes Restaurant und der Abendsnack war gesichert. Es stellte sich dann noch heraus das sich hier die Einheimischen zum Bingo spielen treffen.

Wir haben dann noch einen Ankerplatz im Norden der Insel besucht, die Anaho-Bay. Eine schöne Bucht ohne Anbindung an eine Straße, in der sich wieder etliche bekannte Boote versammelt hatten. Von hier aus konnten wir eine Wanderung machen, Richtung Osten zu einer großen Bucht mit sehr langem Sandstrand. Diese riesige Bucht ist leider nicht zum Ankern geeignet, da sie komplett nach Osten, also der vorherrschenden Wind- und Wellenrichtung offen ist. Auf dem Weg dorthin (ein reiner Fußpfad) kamen wir bei einem „Bauern“ vorbei, der hier auf 10 Hektar Fläche Gemüse und Obst anbaut. Alles von Hand, ohne Hilfe eines Traktors oder anderen schweren Gerätes. Lediglich 5 Pferde dienen ihm zum Transport des Gemüses in die Anaho-Bay, wo es dann auf Boote verladen wird zum Verkauf in der Stadt. Diese 10 Hektar bewirtschaftet er mit seiner Frau und seinem Sohn – eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, wie üppig hier alles wuchert. Da bedarf es schon ordentlicher Pflege, alles in Schuss zu halten, damit nur das wächst, was man auch haben möchte. Wir haben uns bei ihm dann auch mit Gemüse und Obst eingedeckt.

In Richtung Westen konnten wir dann von dieser Bucht noch in die Nachbarbucht (in der wir zuvor schon mit dem Auto waren) laufen, die dann wieder Anbindung an den Straßenverkehr hat. Der Weg dorthin geht über den Bergrücken und war wohl früher auch einmal ein befahrbarer Weg. Aber die Einwohner der Bucht wollten das nicht und haben den Weg nicht gepflegt, so daß man wirklich nur zu Fuß oder Pferd (evtl. auch mit einem passendem Motorrad) hierher kommt. In der Bucht hat man dann die Möglichkeit, ein Restaurant zu besuchen oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Aber: der Weg ist das Ziel und es war eine schöne Wanderung bergauf- und -ab.

Weiter ging es bei unserer Inselumrundung dann noch auf die Westseite der Insel. Der Weg dorthin war wieder einmal sehr spannend. Auf der Nordseite der Insel hatten wir ja den Wind von hinten, ebenso die Wellen, die nicht gerade klein waren. Dann ging es „um’s Eck“, war der Wind dann natürlich aufgrund der Berge weg und die Dünung ebenso. So ist das halt, wenn man in einen Inselschatten fährt, ähnlich wenn man um ein Häusereck geht und sich in den Windschatten stellt. So ging es von viel Wind auf ziemlich null Wind.

Auf der Westseite der Insel haben wir noch zwei weitere Buchten besucht. In der Anse Tapueahu konnten wir eine Wanderung im trockenen Flussbett machen hinein in den „Grand Canyon“. Diesen hatten wir bei unserer Inselrundfahrt schon von einem Aussichtspunkt gesehen. Wieder eine spektakuläre Landschaft! Das Flußbett alleine war schon gigantisch – was hier an Felsen drin war. Wie gerne würde ich das mal sehen, wenn hier Regenzeit ist und der Fluß sich füllt. Momentan ist hier ja alles trocken. Hohe Felswände zu beiden Seiten und dann die vielen Vögel, die hier an den Felsen nisten. Überall an den Hängen sieht und hört man die Ziegen. Bilder können dies überhaupt nicht wiedergeben. Wir versuchen es jedoch immer wieder entsprechend einzufangen.

Danach ging es wieder auf die Südseite der Insel, in die wohl geschützteste Bucht – der Daniel’s Bay. Sind wir auf der Westseite mit wenig Wind und Welle gestartet (der Wind kam zu unserer Überraschung aus Südwest!), wurde es am Südkap wieder ordentlich ruppig. Hier traf uns dann wieder die Welle aus Ost und der Wind setzte auch wieder kräftig aus dieser Richtung, als wir aus dem Inselschatten herauskamen. Aber wir konnten alles gut segeln, mußten jedoch ordentlich gen Süden ziehen, um die Daniel’s Bay dann unter Segel anlaufen zu können. Und wirklich: da kommst Du mit ordentlich Wellengang in die Bucht angeschaukelt und kaum geht es etwas um das Eck, wird es total ruhig. (Naja: für die hiesigen Verhältnisse total ruhig 😊)

Hier kann man ebenso in ein kleines Örtchen und zu einem Wasserfall laufen, was wir natürlich auch gemacht haben. Der Wasserfall selbst ist jetzt nicht gigantisch: es hat ja grad wenig Wasser. Aber der Weg dahin war wieder einmal toll und der Wasserfall befindet sich am Ende eines langen, schmalen Canyons. Rundherum steil aufragender Fels mit einem kleinen Flußlauf und üppigem Grün. Aufgrund der Mücken haben wir es uns verkniffen, uns auszuziehen und in das Wasser zu hüpfen.

Jochen ist dann auch nochmal alleine losgezogen, um einen der umliegenden Gipfel zu besteigen. Mir ist das in dieser Hitze einfach zu anstrengend und zu steil. Ich begnüge mich dann auch mit seinen Fotos.

Nach der Daniel’s Bay ging es noch einmal zurück in die „Hauptstadt“ Taiohae. Ein letzter gemeinsamer Abend in der Pizzeria mit Roy und den Neuseeländern, noch einmal Shopping und dann verlassen wir Nuku Hiva in Richtung Ua Pou. Wir wollen ja doch mal weiterkommen.

Wir hoffen, daß unsere Fotos einigermaßen ausdrücken, was wir hier an Natur vorfinden und bei Euch das Reisefieber wecken 😊

die Fischer nehmen am Pier (Dinghi-Dock) ihre Fische aus und werfen die Abfälle ins Wasser

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Ua Huka: das Festival der Marquesas

Am Nachmittag haben wir in Hiva Oa den Anker gelichtet und sind Richtung Norden gestartet. Wir konnten auch gleich die Segel setzen und kamen ganz gut voran.

In der Nacht schwächte der Wind dann wieder ab und drehte hin und her, so daß ich dann letztendlich die Maschine angeworfen habe, nachdem auch die Genua angefangen hatte zu schlagen. Ich bin da immer sehr darauf bedacht, das Material zu schonen. Der Skipper hätte das wahrscheinlich durchgezogen – ich bin da wesentlich früher genervt….

Der Skipper hat dann in den Nachtstunden in seiner Schicht dann wieder Segel gesetzt und wir konnten mit einem Wind von 3 bft gemächlich dahinsegeln. Im Morgengrauen ist dann die Insel aus dem Dunst aufgetaucht und wir konnten gegen 8 Uhr am Morgen unseren Anker werfen. Bei der Zählung der bereits vorhandenen Segelboote waren wir Nummer 15, die angekommen ist. Bis zum Höhepunkt des Festivals haben sich schließlich 32 Segelboote in der Bucht zusammengedrängt.

Wie bereits vorherzusehen war, ist der Ankerplatz hier leider etwas rollig – aber das ist überall in den Marquesas so, da keine vorgelagerten Saumriffe die auflaufende Dünung abbremsen. Aber wir haben schlimmeres erwartet.

Wir sind vor einem kleinen Örtchen namens Hane vor Anker. Hier gibt es eine kleine Kirche, einen Laden sowie ein Minimuseum. Wieder ein sehr netter Ort mit freundlichen Menschen. Seit etwa 2 Monaten ist hier auch ein Pier fertiggestellt. Hier können wir mit dem Dinghi festmachen, solange kein Schiff oder Fähre ankommt; d. h. während des Festivals müssen wir leider am Strand anlanden, was bei Ebbe etwas unschön ist, da das Wasser dann sehr flach und voller Steine ist. Das Örtchen wurde von uns dann einmal erkundet und wir haben das Minimuseum besucht – seht nett. Von unserem Bootsnachbarn Gäel haben wir dann erfahren, daß hier eine Funkrunde besteht, wenn mal also etwas benötigt oder absprechen möchte, auf Kanal 06 ist das zu erledigen. Ebenso erklärte er uns, daß um 18 Uhr Yoga am Pier ist – täglich. Das mach ein anderer Segler und auch wir haben an einem Abend teilgenommen. Das erste Mal Yoga in unserem Leben!

So, und nun zum Grund unseres Besuches: das „Marquesas Islands Kunst- und Kulturfestival“ oder unter der einheimischen Sprache „Matava a o te Henua énana“

Dieses Festival wurde 1986 eingeführt, um die Traditionen zu bewahren und weiterzugeben. Dies ist ein Festival der Marquesas und jede Insel schickt eine Delegation, die hier einen „Tanz“ aufführt. Ebenso sind von den einzelnen Inseln die diversen Kunsthandwerker vor Ort und verkaufen ihre Waren. So sind hier Tiki’s (Skulpturen aus Holz oder Stein), Tapa’s (gemalte Bilder auf Rinde), Schmuck, Vanille, Hüte, Taschen und vieles mehr zu bekommen. Ebenso sind Tattookünstler vor Ort und arbeiten an der tollen polynesischen Körperkunst. Kleine Info am Rande, die Marquesas sind seit kurzeml auch in der Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.

Ich möchte jetzt einmal Eure Vorstellung von Polynesien etwas ernüchtern: wir sind hier nicht am Ende der Welt, Polynesien gehört zu Frankreich und entsprechend gut ist es auch von französischen Touristen besucht, die hier auch arbeiten dürfen. Man trifft extrem viele junge Franzosen. Geht weg von dem Bild, daß wir uns hier auf einer einsamen Insel mit einem Häuptling befinden, die noch im Lendenschurz rumlaufen, so wie es die Fernsehbilder oder jetzt unsere Fotos vielleicht zeigen. Hier läuft auch jeder mit einem Smartphone in der Hand rum – nur man lässt es halt viel gemächlicher angehen – no stress. Dieses Festival soll eben an jene Zeiten erinnern und die Traditionen werden hin und wieder gepflegt.

Das Festival geht über die gesamte Woche und beginnt am Montag morgen mit einer Messe in der Kirche in unserem Ort – die Menschen hier sind sehr gläubige Christen. Das eigentliche Festgelände liegt dann etwa 5,5 km entfernt. Leider gibt es hier keinen regelmäßigen Busverkehr bzw. haben wir das nicht rausfinden können. Die Messe am Montagmorgen haben wir uns verkniffen – jeder weiß, daß ich kein Morgenmensch bin und für die Kirche extra um 7 Uhr aus dem Bett krabbeln – nein, lasst mal gut sein.

Während dieses Festivals wird auch der traditionelle Erdofen betrieben. So wurde früher (und teilweise auch heute noch) für größere Anlässe gekocht. Hierzu wird ein Loch ausgehoben, ein Feuer darin geschürt und Lavasteine obenauf gelegt, die dann die Hitze speichern. Wenn das Feuer soweit heruntergebrannt ist, werden auf die Steine frische Bananenblätter und aufgespaltene Stauden (die viel Wasser beinhalten!) gelegt und darauf dann das in Palmblätter eingewickelte oder in Taschen gepacktes Essen aufgelegt. Das Ganze dann wieder mit Bananenblätter abdecken und mit feuchten Säcken und Folie abdecken. Letztendlich wird noch alles mit Erde abgedeckt. Dieser Ofen wird am Abend angelegt und gefüllt und dann am nächsten Mittag wieder aufgemacht. Hier auf dem Festival wird dann das so gegarte Essen an alle verteilt. Hierzu wurde uns mitgeteilt, daß wir unser „Geschirr“ mitbringen müssen, das dürfe aber kein Plastik sein, sondern sollte aus Kokosschalen bestehen. Und wir sollten vorzugsweise je 2 Kokosnüsse für jeden haben, damit auch etwas reinpasst.

Also war ein To-Do für Ua Huka: in den Wald gehen und Geschirr herstellen. So sind wir dann mit kleiner Axt und Machete in den Wald gezogen, haben uns ein paar schöne große Kokosnüsse ausgesucht die hier ja überall rumliegen. Jochen hat diese dann mit der Axt in mühsamer Arbeit aufgespalten und geschält, die schwierigste Aufgabe dabei. Die innenliegende Nuss dann mit der Machetenrückseite „anklopfen“, so daß diese rundherum springt. Das Kokoswasser dann getrunken bzw. ablaufen lassen, war dann doch zuviel für mich und das Kokosfleisch ausschaben. Zum Schluß die Schale außenrum noch etwas „enthaart“ und etwas ansehnlicher gemacht und fertig ist die Schüssel. Man kann jedoch nur eine Hälfte der Nuss benutzen, da die andere Hälfte ja die Augen für die Triebe hat und daher Löcher. Letztendlich haben wir 6 oder 7 Nüsse bearbeitet, um ein paar schöne Schalen zu bekommen. Das Essen kann kommen!!!

und hier nun mal die Abfolge eines Erdofens in Bildern:

Wie sind wir nun zum Veranstaltungsplatz gekommen? Es gibt die Möglichkeit, mit einem „Taxi“ zu fahren, diese verlangen für die einfache Fahrt pro Person etwa 8 Euro. Ein stolzer Preis finden wir. Dies haben wir einmal gemacht, uns aber entschieden, daß wir einfach mal loslaufen und versuchen, ein Auto anzuhalten. Und das hat immer geklappt, es haben immer Einheimische gehalten, die uns mitgenommen haben. Das Weiteste, was wir einmal laufen mussten, war etwas mehr als 1 Kilometer. Wir wären aber auch die vollen km gelaufen. Spannend ist nur: hier fahren ja alle Pickup’s. Das Mitfahren auf der Ladefläche ist offiziell verboten. Jedoch wurden wir hier häufig mitgenommen. Wir wurden halt in der letzten Kurve vor dem Festivalgelände aufgeladen oder herausgeworfen, damit die Gendarmerie das nicht sieht. Und so haben wir bei einer nächtlichen Pickup-Fahrt ganz nette Menschen auf der Ladefläche kennengelernt – neu angekommene Segler.

Jeden Tag auf dem Festival haben immer 2 Inseln ihren Tanz aufgeführt. Das war schon sehr eindrucksvoll. Zu einem diese wahnsinnig großen Trommeln, die einen richtig mitnehmen; die teils ganz toll tätowierten Männer, die wirklich sehr martialisch wirken, wenn sie vor einem in ihrer traditionellen „Bekleidung“ (was man Bekleidung nennt) stehen und der Gesang der Frauen ist einfach klasse. Pro Vorführung dauert das Spektakel ca. 1 Stunde und die unterschiedlichen Darbietungen gehen zum Teil durch Mark und Bein.

Wir sind in der Regel immer gegen Mittag auf das Festival gegangen, die Vorführungen am Morgen ab 10 Uhr war uns einfach zu bald. Erstens müssen wir ja damit rechnen, eventuell etwas mehr als eine Stunde zu laufen, zum anderen wird es ja abends recht lang bis die letzte Vorführung beendet und wir wieder auf dem Boot sind. Leider stimmte das heruntergeladene Programm nicht ganz. Die aufgedruckten Nachmittagsvorführungen fanden nicht statt – ich denke, es war einfach zu heiß dafür. So haben wir viel Zeit mit rumhängen auf dem Festgelände in großer Hitze verbracht und waren am Abend entsprechend geschafft. Aber es hat sich definitiv gelohnt.

Nun noch ein Wort zu den Tattoo’s:

Nein, die Tätowierer hier benutzen nicht mehr die traditionellen Werkzeuge wie Hammer und „Kamm“, sondern arbeiten genauso elektrisch und professionell wie die Tätowierer bei uns zu Hause. Nur mit dem Unterschied, daß hier halt die Motive ganz anders sind und wenn man ganz korrekte Körperkunst tragen will: für jeden Körperteil gibt es ein bestimmtes Motiv, je nach Insel oder Archipel. So hat auch jedes Zeichen seine Bedeutung und manche sind wirklich nur den Einheimischen vorbehalten und man würde die als Tourist wohl nicht bekommen. Und es sind großflächige schwarze Flächen vorhanden, auch im Gesicht. Mehrfach wurde wir, als wir sagten, daß wir aus Deutschland sind, gefragt, ob wir einen Jo Steiner kennen würden. Dieser Deutsche hat wohl vor langer Zeit als Erster die polynesischen Zeichen und Malereien “übersetzt“ und in einem Buch zusammengetragen. Dieses Buch bzw. seine Erkenntnisse werden hier von allen Tätowierern und anderen Künstlern als Nachschlagewerk benutzt. Leider habe ich hierzu bei Onkel Google nichts gefunden. Wir haben jedoch auf Fatu Hiva so ein Originalbuch ansehen dürfen, das schon sehr zerfleddert war.  Falls hier irgendjemand etwas dazu finden sollte, bitte gebt mir diese Info weiter.

Und ich muß Euch sagen: solche Ganzkörpertattoos sehen schon toll aus!

So, jetzt habe ich genug gelabert. Lasst einfach die Bilder auf Euch wirken und schaltet den Ton an!

und hier das kleine, aber feine Museum

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Von Gambier’s zu den Marquesas

Nachdem der Wetterbericht ja täglich anders ausschaut, haben wir in Abstimmung mit der Lazarina 2 schließlich beschlossen, das Mini-Wetterfensterchen von 3 Tagen zu nutzen, um abzureisen. Wir wollen uns gemeinsam auf die Fahrt nach Fatu Hiva begeben. (dies erleichtert es uns, da Stephane hier schon insgesamt 8 Jahre lebte und viele Leute kennt. Außerdem spricht er als Franzose natürlich die Landessprache 😊). Nach diesen 3 Tagen sollte uns ein Flautenloch erwischen, aber ein Fenster von 7 Tagen ist hier irgendwie nicht in Aussicht.

Am Freitagnachmittag sollte der Wind kommen – Stephane war aber irgendwie nicht zu bremsen und so rief er uns gegen 11 Uhr am morgen zu, daß sie jetzt losfahren würden. Gut, wir kommen nach, wir sind noch nicht soweit… außerdem war noch gar kein Wind da…

So haben wir schließlich auch gegen 15.30 Uhr den Anker gehoben und einen letzten Blick auf Rikitea und die anderen Boote geworfen. Wir konnten auch gleich die Segel setzen und unsere Fahrt aufnehmen. Solange wir in der Abdeckung des Atolls waren, war der Seegang auch total super angenehm – nämlich quasi nicht vorhanden. Aus der Abdeckung raus, fing natürlich der südpazifische Schwell an….

Wir kamen aber gut vorwärts und konnten mit guter Fahrt durch die Nacht und den Samstag fahren. Am Sonntag frischte der Wind dann auf und wir hatten teilweise bis zu 6 bft Wind und eine dazugehörige Welle. Aber dies war alles gut zu händeln, kam der Wind doch aus der richtigen Richtung von Südost über Ost. Am Montag war dann wie erwartet das „Flautenloch“, wobei totale Flaute nicht richtig ist. Wir hatten immer etwas Wind (haha, 1 bft). Da dieser dann aus Nordost bzw. Nord kam, hätten wir noch am Wind segeln können – hier langt uns auch weniger Wind. Mit der stehenden Welle ist dies aber wieder so nervenzehrend, daß wir schließlich den Motor dazu angeworfen haben und letztendlich die Segel heruntergeholt haben.

Das Fahren unter Motor bei Welle ist nicht sehr angenehm – ein Schwanken von links nach rechts mit jeder eintreffenden Dünungswelle. Mit Segeln fährt das Schiff viel stabiler und ruhiger. Am Abend aber kam doch wieder Wind (juhu – die Vorhersage passt nicht so mit der Flaute) und wir konnten wieder Segel setzen. Nachdem dann die Welle etwas weniger wurde und der Wind gleichbleibend mit 3 bft wehte, haben wir uns entschieden, unser Leichtwindsegel zu setzen.

Und wenn keine großartige Welle steht und das Schiff stark schwankt, sind wir inzwischen sogar sehr schnell im Setzen dieses Segels – nach 30 Minuten stand der Lappen am Himmel. Zu Erläuterung: um dieses Segel zu setzen, müssen wir auch alle dazugehörigen Schoten verlegen und das Segel aus dem Schiffsinneren nach oben befördern, alle Schoten und Umlenkrollen am Schiff befestigen und schließlich das Segel am Mast hochziehen. Und wenn man sich da nicht ständig irgendwo festhalten muß, geht das Ratz-Fatz.

Bevor wir am Dienstag in die Nacht gefahren sind, haben wir den Blister wieder eingeholt und mussten den Motor anwerfen. Zu wenig Wind und in der Nacht wollen wir ihn nicht bergen müssen. Zudem drehte der Wind dann auch noch über NNO auf N, so daß wir ihn jetzt genau auf die Nase hatten. Also mußte unser Dieselross wieder seinen Dienst tun.

Insgesamt war diese Überfahrt wieder genauso ereignislos, wie viele andere vorher schon auch – keine Schiffsbegegnungen (stopp: ein Frachter kam vorbei), kein Wal, kein Delfin – nix. Aber dafür hatten wir wieder einmal Angelerfolg. Gerade mit dem Abendessen fertig, spult unsere Angelschnur ordentlich aus. Ui – das muss was Größeres sein, so wie das rauscht. Während der Skipper an der Angel kämpft, entscheiden wir uns, das Schiff erst einmal „beizudrehen“. Wir waren unter Segel mit etwa 5 Knoten Fahrt unterwegs. Und dabei dann am Heck einen großen Fisch aus dem Wasser zu ziehen, ist sehr anstrengend und auch nicht ganz ungefährlich. So drehen wir bei, nehmen die Fahrt aus dem Schiff und können uns auf den Fisch konzentrieren.

Ein kurzes Stoßgebet an den Himmel, daß der Haken hält und uns der Fisch nicht vom Haken rutscht, wenn wir ihn an unserem steilen Heck hochziehen müssen. Aber alles gutgegangen und er liegt auf unserem Deck. Es handelte sich um einen „echten Bonito“. Jochen hat ihn dann ausgenommen und Steaks daraus geschnitten – am Ende mußten wir unsere Kühlbox in eine Gefrierbox verwandeln, da nun 7 kg Fisch darin verschwinden werden. Diesen werden wir dann so nach und nach in diverse Gerichte verzaubern.

Unsere Freunde von der Lazarina 2 haben wir unterwegs nur einmal kurz am Horizont gesehen. Sie kamen am Mittwoch abend mit dem letzten Sonnenlicht in der Ankerbucht Hanavave auf Fatu Hiva an und teilten uns mit, daß sie mit dem Ankergetränk auf uns warten würden und wir am nächsten Abend bei Ihnen an Bord zum Essen eingeladen wären. Wir haben es dann auch am Donnerstag morgen geschafft, unseren Anker in dieser traumhaften Bucht zu werfen. Was für ein Anblick!

Fatu Hiva ist ein Traum, man kann es nicht anders sagen. Eine aus dem Meer steil aufragender Bergipfel vulkanischen Ursprungs. Grün in allen möglichen Schattierungen, zerklüftete Berge und Täler.

Am Nachmittag sind wir dann auch gleich gemeinsam mit der Lazarina in den kleinen Ort zur ersten Übersicht marschiert und bekamen von Stephane viel erklärt. Auch ein erster Besuch bei seinen Freunden hier im Ort stand auf dem Plan. So konnten wir gleich einmal auch die hießige Kunst der Tiki’s sehen. Fatu Hiva ist berühmt für seine Skulpturen aus Holz und Stein. (jeder Teil in französisch Polynesien ist für etwas anderes bekannt, die Gambiers ja für die schwarzen Perlen und Fatu Hiva für die Tiki’s).

Der Abend endete dann mit einem leckeren Abendessen bei Stephane und Michele: auch sie hatten den gleichen dicken Fisch gefangen wie wir, vielleicht haben wir zwei Brüder erwischt 😉. So gab es als Vorspeise rohen Thunfisch mit Sashimi und als Hauptgericht Thuna-Steaks mit Reis. Sehr lecker!

Hier auf Fatu Hiva besteht endlich die Möglichkeit, wieder einmal zu wandern – was in dieser Hitze aber wirklich sehr mühsam ist. So sind wir auch gleich einmal zu einem Wasserfall marschiert. Gerade einmal 4 km einfache Strecke…aber was war ich froh, dort ins kühle Nass zu hüpfen. Hier ist es doch wesentlich wärmer als auf den Gambiers. Das Klima am Wasserfall war sehr angenehm aufgrund des kühlen Wassers. Erst beim Verlassen und dem Austritt aus dem Wald traf uns der Hitzeblitz wieder.

Die Menschen hier sind auch sehr freundlich, jeder fragt, wo man herkommt und jeder will einem sein Kunsthandwerk zeigen und natürlich auch verkaufen. Wir haben uns dann auch unseren „Wilson“ – einen kleinen Tiki bestellt (einen weiblichen).

Zusammen mit der Lazarina 2 und etlichen anderen französischen Segelbooten waren wir bei einem Barbecue bei Jaques und Desire eingeladen. Dies sind die Freunde der Lazarina – und da wir das Glück haben, mit ihnen hier zu sein, wurden wir mit eingeladen. Für dieses Barbecue sind einige Männer am Morgen mit Jaques zum Angeln hinausgefahren und haben den Fisch „besorgt“. Dazu gab es noch Hühnchen (beides auf dem offenen Grill am Boden gegrillt) und diverse Salate und Beilagen, die von den einzelnen Crews mitgebracht wurden. Auch einige Nachspeisen durften nicht fehlen – also kochen und genießen können die Franzosen schon!!! Es war ein sehr netter Nachmittag, auch wenn die Verständigung manchmal etwas holprig war oder über Dritte gehen musste.

Jochen hat sich dann an einem Tag auch noch aufgemacht, das hiesige Gipfelkreuz zu besuchen – mir war das zu mühsam, nachdem wir am Tag vorher nochmals zum Wasserfall marschiert sind. Der Weg hinauf ist wohl recht einfach, da er meist auf der Straße entlang geht, aber halt sehr steil. Da bleib ich lieber am Boot und erledige einige Dinge von meiner To-Do-Liste.

An diesem Abend waren wir dann auf dem Nachbarboot zum Sundowner eingeladen. Wow! Bei diesem Boot handelt es sich um einen 50-Fuß-Katamaran der Luxusklasse. Was ein Unterschied zu unserer einfachen Behausung!!!! Der Eigner war sehr nett und wir haben uns gut unterhalten.

Waren wir bei unser Ankunft in der Bucht gerade einmal 6 Boote, sind es zwischenzeitlich 13 Boote gewesen. Hier sind eindeutig die Katamarane in der Überzahl! Kaum vorstellbar für uns Deutsche, einen Katamaran sieht man in Nord- und Ostsee eher nicht. Hier in Polynesien (und wohl auch in der Karibik) sind sie das übliche Bild eines Segelbootes.

Abschließend gab es nochmals ein Barbecue, zu dem Stephane eingeladen hatte, da er hier seinen 68. Geburtstag feiert. An diesem Barbecue wurde ordentlich aufgetischt, Desire hatte gekocht und gegrillt. So gab es frische Langusten, gekochtes Schweinefleisch, Rindfleisch, Nudeln…. Es war abschließend noch einmal sehr lecker und hat uns den Abschied versüsst. Am nächsten Tag sind wir dann aufgebrochen, um langsam Richtung Norden zu unserem Festival in Ua Huka zu kommen. Das Ziel war die nächste Insel Tahuata, auch hierhin sind wir gemeinsam mit der Lazarina gefahren.

Wir konnten die gesamte Strecke bei ordentlichem Wind segeln und wir haben wieder unser Angelglück versucht. Wir hatten auch etliche Male etwas an der Leine, aber leider jedes Mal wieder verloren…. Dann gibt es halt keinen frischen Fisch sondern noch den Tuna aus dem Gefrierer.

Nachdem wir dann um die Inselspitze gefahren sind, war dann auch der Wind weg und unser Motor musste wieder seinen Dienst verrichten. Kurz vor dem Ankerplatz dann der Schreck: oh, Gott – die Temperaturanzeige vom Motor dreht gleich durch – viel zu heiß. So sind wir mit ganz kleiner Drehzahl unser Ankermanöver gefahren und der Skipper hat sich dann auch gleich auf Fehlersuche begeben.

Unser Kühlwasser war komplett weg! Er hat dann wieder einige Stunden herumgetestet und am Wärmetauscher die Dichtungen gewechselt. Glücklicherweise hatten wir hier noch ein paar neue Ersatzteile. Und wie es ausschaut, ist der Fehler jetzt behoben.

Tahuata ist auch eine reizende Insel. Wir haben im kleinen Örtchen Hapatoni dann den hießigen „Chef-Tänzer“ und Choreographen Cyrill besucht, der auch wunderschönen Schmuck und anderes aus sämtlichen Materialien wie Holz, Knochen, Muscheln etc. herstellt und der selbst ein einziges Kunstwerk ist. Sein Körper ist komplett mit traditionellen Tattoos bedeckt. Selbst das Gesicht und die Lippen sind schwarz. Das muß man echt mal live gesehen haben – das macht schon was her.

Cyrill – ein netter Zeitgenosse, der martialisch aussieht

Bei diesem Miniausflug sind wir dann mit einem Pick-up in den nächsten Ort zum Mittagessen gefahren. Auch das: ein Erlebnis. Die Straßen sind Offroad-Pisten steil bergauf und bergab und das Fahrzeug wird maximal im 2. Gang bewegt. Auch dieser Ort sehr nett mit einer luftigen und wunderschönen Kirche.

Wir haben uns dann für den nächsten Tag entschieden, daß wir auf den Berg hinauflaufen wollen, die Beine müssen doch mal langsam wieder an das Wandern gewöhnt werden. Das Laufen ging gut, ging es doch nur die „Straße“ entlang, aber die Höhenmeter haben es bei dieser Hitze doch schon in sich. Auf dem Bergkamm dann wieder tolle Ausblicke, auch auf unsere Ankerbucht. Bei Zurücklaufen haben wir dann ein paar Einheimische beobachten können, die gerade Schweine geschlachtet haben und die Innereien (Darm, Magen) dann direkt am Pier im Salzwasser ausgewaschen haben. Hängt bei uns mal ein Schweinchen einfach so im Hof offen auf und zerlegt es!!! Hier gibt es noch die Hausschlachtung wie bei uns früher.

In dieser Bucht haben wir dann nochmals einen geselligen Abend auf der Lazarina mit 4 anderen französischen Booten verbracht. Wir haben zwar fast kein Wort verstanden, aber es war trotzdem wieder nett! Von dieser Bucht haben wir uns am nächsten Morgen verabschiedet, nachdem Jochen noch vor dem Frühstück mit Delfinen geschnorchelt ist, die in dieser Bucht regelmäßig vorbeikommen. Wir sind weiter nördlich in eine Ankerbucht, die mit den Nachbarbuchten zusammen, die einzigen weißen Sandstrände der Marquesas haben. Was ein Anblick: eine große halbrunde Bucht mit Sandstrand, gesäumt von Palmen und hintendran die saftig grünen Hügel.

Am Spätnachmittag kommt dann die Info, daß die Mantas in der Bucht sind! Nix wie rein in den Schnorchelanzug und ab auf‘s Dinghi. Was ein Gebrodel, wenn sich diese imposanten Tiere an der Wasseroberfläche bewegen. So schnell wie hier war ich noch nie im Wasser. Und schon waren wir mittendrin. Das Wasser war leider nicht sehr klar, aber logisch, wenn die sich hier den Bauch mit Plankton vollschlagen, dürfen wir kein klares Wasser erwarten. Wenn dann aus dem Blau ein Schatten auf Dich zukommt mit einer „Flügelbreite“ von 4 Metern, aufgerissenem Maul und elegant einen Purzelbaum schlägt, das ist schon der Hammer. Und sie drehen erst kurz vor dir ab, so daß du denkst „jetzt rempelt er mich um“ – ich habe da schon großen Respekt, obwohl ich ja weiß, daß das absolut friedliche Giganten sind. Und vor allem: es ist ja nicht ein einzelner Manta, das war ja eine ganze Schule. Man wusste gar nicht, wo man hinschauen sollte. Zum Sonnenuntergang haben wir dann diese Schnorchelei beendet, denn wir sind zum Abendessen auf der Lazarina eingeladen, diese müssen ihre Lebensmittel aufbrauchen, da sie in wenigen Tagen ihr Boot aus dem Wasser holen und nach Frankreich in den „Urlaub“ fliegen.

Hier bleiben wir nur für eine Nacht, da wir bald mal in Ua Huka ankommen müssen, wenn wir noch die Chance auf einen Ankerplatz auf dieser Insel haben wollen. Aber hierher kommen wir bestimmt noch mal zurück! Garantiert!

Nächster Morgen ab nach Hiva Oa, einer größeren Insel mit guter Versorgung. Von hier aus fliegen die Lazarina’s nach Hause und stellen Ihr Boot dafür an Land. Wir nutzen hier die Chance, um unsere Gas- und Benzinvorräte aufzufüllen und noch etwas frische Lebensmittel nachzukaufen. Das machen derzeit wohl sehr viele Segler, denn es ist ein ständiger Bootswechsel vor Atuona. Da wir recht flott alles erledigen können, verbringen wir auch hier nur eine Nacht und am Abend starten wir dann nach Ua Huka. Dies ist eine Strecke von 70 bis 80 Seemeilen, so daß wir gemütlich über Nacht fahren können und dann morgen vormittag mit Licht vor Anker gehen können. Auch nach Hiva Oa werden wir nochmals zurückkommen und etwas längere Zeit verbringen, aber jetzt heißt es erst einmal Ankerplatz in Ua Huka sichern, solange es noch Platz gibt…..

Hiva Oa, Ankerplatz im „Hafenbecken“ vor der „Hauptstadt“ Atuona

Über Ua Huka dann mehr in unserem nächsten Blog, in dem wir dann hoffentlich von einem faszinierenden Festival berichten können.

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angekommen am Traumziel, Südsee

nun sind wir da – in Französisch Polynesien. Nein, nicht in Tahiti oder Bora Bora – es gibt noch so unendlich viel mehr, als diese beiden bekannten Inseln. Aber bei uns zu Hause in Deutschland kennt man als Nichtsegler die vielen anderen Möglichkeiten überhaupt nicht. Und sogar als Segler, der sich nicht explizit mit der Südsee beschäftigt, kennt man Namen wie Tuvalu, Kiribati oder Vanuatu nicht und wüsste nicht, wo man die suchen sollte und das sind noch nicht einmal die Namen von einzelnen Inseln.

Daher möchte ich Euch erst einmal einen kleinen Überblick verschaffen. Wir sind jetzt in der „Südsee“ ganz im Südosten, noch weit, weit weg von Neuseeland oder Australien. Hier mal eine Übersichtskarte – oben links seht ihr mal den Gesamtüberblick. Wir sind wie eben erwähnt ganz unten rechts angekommen, in den Gambiers mit der Hauptinsel Mangareva. Die Segler, die über die übliche Route durch den Panama-Kanal hierher fahren, kommen normalerweise auf den Marquesas-Inseln an.

Französisch Polynesien (FP) besteht aus 5 Inselgruppen wie Ihr seht und wir werden – so der Plan – uns von unten rechts nach oben rechts über die Mitte nach links vorarbeiten. Und danach geht es immer weiter nach links – also Westen. Die Inselgruppen sind auch sehr unterschiedlich in Ihrer Erscheinung. Momentan befinden wir uns in einem Atoll, das sich aus einem Zentralvulkan gebildet hat und vulkanisches Gestein hat. (sehr scharfkantig!!) Die Tuamotus sind total flach und sind insgesamt 78 Korallen-Atolle. Die Marquesas im Norden sind Gipfel einer aus der Tiefsee aufragenden Gebirgskette vulkanischen Ursprungs. Hier gibt es keine umlaufenden Saumriffe wie bei den flachen Atollen.

Wir werden also total unterschiedliche Inseln zu sehen bekommen. Momentan sind wir im kleinsten Archipel. Die Gambier sind insgesamt 43 Inseln oder Inselchen, hier Motu genannt. Dies ist zum Teil nur eine kleine Sanderhebung auf dem Saumriff. Unsere Lagune hat einen Durchmesser von etwa 25 km, so daß wir recht schnell wechseln können, um an einem anderen Motu unseren Anker fallen zu lassen. Hier gibt es auch einen kleinen Flugplatz und zweimal in der Woche kommt auch ein Flieger aus Tahiti.

Soviel hierzu, wer mehr wissen will, kann das alles in Wikipedia nachlesen – ich lese auch immer nach und vergesse ganz schnell wieder ganz viel… (ja, auch ich werde älter und das sind halt keine Zahlen…)

Nach unserer Ankunft haben wir unseren Anker ja vor der „Hauptstadt“ Rikitea geworfen und haben uns ordnungsgemäß bei der hiesigen Gendarmerie angemeldet. Noch nie war einklarieren so einfach! Wir sind ja jetzt in Frankreich und mussten hier nur vorher Online ein Formular ausfüllen, das wir auch weiterhin pflegen müssen. Hier werden alle angelaufenen Ziele eingetragen und wenn wir FP verlassen, müssen wir das dann auch eintragen. Dem Gendarmen haben wir einfach unsere zugewiesene Registrierungsnummer mitgeteilt, er hat irgendwas im System eingegeben und das wars. Einen Stempel in den Pass haben wir nur bekommen, weil wir ihn wollten. Als Europäer wäre das nicht nötig. Wir dürfen jetzt hierbleiben, aber unser Boot hat keinen unbegrenzten Aufenthalt. Nach 2 Jahren müssten wir dieses „importieren“ und dafür Zoll bezahlen. Also heißt es aufpassen und vorher mal ausreisen.

Hier auf den Gambier ist alles noch sehr idyllisch, weil abgelegen von den Hauptrouten. Es gibt keine Restaurants, Cafes oder große Supermärkte oder dergleichen. Cirka alle 3 – 4 Wochen kommt das Versorgungsschiff vorbei und dann gibt es wieder Frischware in den kleinen Läden vor Ort. Es gibt mehrere kleine „Imbiss“ Möglichkeiten. Und alles hat hier halt seinen Preis, weit abgelegen von allem. So kostet z.B. ein 6er-Pack Dosenbier (á 0,5 ltr) stolze 2400 CFP. Das sind umgerechnet 20 €. Ja gut, daß Jochen kein Bier trinkt 😊

Hier auf Mangareva kann man einige Wanderungen machen. Zur Eingewöhnung sind wir zunächst auf dem Bergkamm direkt am Ort entlanggelaufen. Die höchste Erhebung ist der Mont Duff, 441m hoch. Diesen haben wir natürlich auch schon bestiegen, vor allem auch, weil gerade Himbeersaison ist und der gesamte Berg voll mit Himbeersträuchern ist.  Das war schon ganz schön anstrengend. Es ging ordentlich nach oben und das mit unserem ungeübten Seglerbeinen. Aber die Mühe hat sich gelohnt, die Schüssel war voll und der Ausblick natürlich atemberaubend.

Die Natur hier ist wirklich unglaublich! Sämtliche Pflanzen, die wir von zu Hause als Zierpflanzen im Topf für’s Wohnzimmer kennen, stehen hier in voller Pracht in riesig!!! Habt Ihr schon mal einen Weihnachtsstern als Baum gesehen?!?!? Aber seht selbst in meiner kleinen Pflanze- und Früchtegalerie:

Wir haben natürlich auch schon andere Ankerplätze hier im Atoll besucht. Der erste Platz war am Motu Totegegie, der Flugplatzinsel. Dort ist ein Pass raus in den Pazifik, wo man toll schnorcheln kann. Man muß nur auf die Gezeiten achten, denn hier zieht es schon ordentlich rein und raus. Wir haben dann gleich bei der ersten Erkundung 12 kleine Schwarzspitzen-Riffhaie direkt am Strand gezählt. Jochen hat sich dann auch die Flossen angezogen und ist mal kurz ins Wasser; um festzustellen, daß selbst ihm die Strömung dann doch zu arg ist. Ich hatte gleich abgewunken. Wir sind dann auch die komplette Insel abmarschiert, nur leider wurde uns am Flughafen verwehrt, hier weiter zu gehen. Haben wir es wirklich geschafft, am Flughafen vorbeizukommen, wenn außerplanmäßig ein Flieger da war. Somit war auch Personal vor Ort und jenes teilte uns mit „nicht erlaubt“.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie auf die Außenseite das Atolls die Wellen aufschlagen. Entsprechend sind diese auch voll mit toten, aufgeworfenen Korallen und vielen anderem, auch Müll. Man kann hier noch total gut die Strukturen der einzelnen Korallenarten erkennen. Die Inseln sind voll mit Seevögeln, die hier brüten. Auch unter Wasser brummt das Leben an den hier „Bommies“ genannten Korallenblöcken. Sind diese für uns beim Ankern eher ein Problem, weil wir diese ja nicht in unserer Kette haben wollen a) wollen wir uns nicht festfahren und b) wollen wir ja auch nichts kaputtmachen.

So ist beim ankern Voraussicht wichtig: man sucht sich einen hellen Fleck, der für Sandgrund steht und prüft, ob dieser groß genug ist, um darin zu schwojen. Sind in der Nähe doch einige Bommies, so werden nochmals Ankerbälle in die Kette eingehängt, so daß die Ankerkette nicht komplett auf dem Grund liegt sondern eher im Wasser schwebt. Und somit über den Bommies. Jochen prüft beim ersten Schnorcheln dann immer, ob das so passt und evtl. verlegen wir nochmals oder schleppen den Anker mithilfe einer Leine ein paar Meter weiter. Save the nature! Bis jetzt hat es geklappt.

Unser nächster Ankerplatz war ganz im Norden des Atolls am Motu Puaumu. Ein toller Ort. Wirklich flach, die Insel voller Vögel und Pflanzen und ein toller Schnorchelspot. Und keine Menschenseele. Ab 18 Uhr ist es hier ja dunkel – und ich meine dunkel. Nur die Sterne, der Mond und sonst nix.

Wir wechseln jetzt hier also die Ankerplätze so durch und zwischendurch fahren wir immer wieder mal nach Rikitea zum ankern. Hier sind nun mal die Wanderwege, die Einkaufsmöglichkeiten und die Chance, am Wochenende auch mal zum Essen zu gehen. So haben wir hier endlich wieder einmal gute Pommes gefunden. Nach einem Jahr Chile mit „Latschepommes“ ein Genuss. Am Sonntag treffen sich die Einwohner zum Boule-Spielen hinter dem Rathaus, leider können wir uns kaum unterhalten, da wir ja so gar kein Französisch können und die Menschen hier halt nur etwas Englisch. So ist ein kleiner Plausch eher schwierig. Die Leute sind jedoch alle sehr freundlich und heißen uns immer Willkommen. Vor allem, da wir mal keine Franzosen sind 😊 Diese sind hier natürlich in der Überzahl. Momentan sind wir hier 8 Segelboote, davon eines von Schweizern, die hier leben, wir und der Rest Franzosen – und diese fahren meist Katamarane. Für diese Landsleute ist es natürlich auch einfach – sie dürfen hier auch arbeiten gehen ohne Probleme. So haben wir einen jungen Franzosen kennengelernt, der über die Karibik und den Panama-Kanal hierher gekommen ist. Er hatte zwischendurch in der Karibik einmal gearbeitet und plant dies dann wieder für Neu-Kaledonien. Das ist der Vorteil, wenn sein Land noch „Kolonien“ hat.

Ich werde jetzt nicht viel mehr erzählen, lasst einfach die Bilder auf Euch wirken – ich sage Euch: in Natura ist das noch viel besser als auf diesen winzigen Fotos.

Eines noch: zwischenzeitlich ist hier am Strand auch ein Seeleopard aufgetaucht. Was ist das denn jetzt wieder? Ein Seeleopard ist eine Robbenart, die eigentlich in der Antarktis heimisch ist und wandert höchstens bis Australien. Der hier angekommene Kollege hat leider etliche Verletzungen und liegt nun am Strand. Zu Anfang hat sich noch die Gemeinde darum gekümmert und sogar auf Ihrer Facebook-Seite berichtet, aber nun liegt der arme Geselle da am Strand und wird wohl über kurz oder lang hier verenden. Wie er hierher kam? Tja, da kann man nur spekulieren. Ich tippe auf Beifang in einem Netz der großen Fischfangflotten, der dann „entsorgt“ wurde. Das ist leider auch Natur. Ein paar Tage später war er dann weg… Vielleicht hat er sich ja auch nur erholen müssen und zieht jetzt wieder munter Richtung Antarktis.

Seeleopard am Strand von Rikitea

So, das war’s jetzt erst mal für das Erste. Ihr habt jetzt genug Bilder zum angucken und neidisch werden.

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Rapa Nui

Nun sind wir angekommen – die Osterinsel. Gefühlt am Ende der Welt, und doch noch immer in Chile. Unser erster Ankerplatz liegt im Südosten der Insel, da in den nächsten Tagen ein starker Nordwind kommen soll und wir dann vor Hanga Roa, der Stadt auf der Insel, nicht gut liegen würden. Dies scheint uns windtechnisch momentan die beste Option. Leider steht bei unserer Ankunft hier aber noch die Welle vom starken Wind aus Süd, mit dem wir hierher gefahren sind. Das ist ein ordentliches Rollen vor Anker. Über Funk haben wir uns angemeldet und mitgeteilt, daß wir hier vor Anker gehen und erst einmal bleiben. Irgendwann kommt dann der Anruf, daß die Offiziellen am Strand stehen würden, um den Papierkram zu machen. Nein – tut uns leid. Wir können bei dieser Welle unser Dinghi nicht sicher von Bord lassen, vor allem da wir auch unseren schweren Motor mit über 30 kg runterwuchten müssten. Das ist uns viel zu gefährlich im Moment. Ok, das verstehen sie. Wir sollen halt Bescheid geben, wenn für uns die Bedingungen passen, dann würden sie nochmals kommen.

Am nächsten Tag haben wir dann wieder Kontakt aufgenommen. Da leider am Funk immer niemand zu erwischen ist, der Englisch kann und ich diesen spanischen Kauderwelsch nicht klar verstehe, dauert es etwas und irgendwann kann ich dann mit einem jungen Mann von der Armada via WhatsApp kommunizieren. Er kann Englisch, aber schriftlich kann ich mithilfe von Google Translator auch ordentliches spanisch rüberbringen. Er wollte dann erst, daß wir zur Armada in Hanga Roa kommen. Nein sorry, wir sind in Hanga Hotuiti und das sind 12 Seemeilen. Das können wir nicht, die Behörden wollten doch wieder zu uns kommen. Ach so, er klärt ab und teilt mit, daß die Behörden kommen würden, aber erst am Nachmittag so zwischen 14 und 15 Uhr. Er gibt mir nochmals Bescheid, wann genau. Nachdem wir um 16 Uhr immer noch nichts gehört hatten, habe ich dann versucht, ihn anzuschreiben und auch anzurufen. Auf den Anruf hin hat er dann reagiert und schriftlich mitgeteilt, daß er jetzt kommt und wir in 30 Minuten an Land stehen sollen. Schließlich war er dann gegen 17 Uhr da (ganz alleine) und hat unsere Ankunft dokumentiert. Auf meine Frage nach der PDI (Immigration) und der SAG (Landwirtschaftsbehörde) teilt er mir mit, daß ich die beiden nicht brauchen würde. Erst bei Abreise…. Häh???? Wir müssen doch offiziell einreisen und die SAG prüft, ob wir unerlaubte Lebensmittel einführen…. Naja, klären wir morgen, wenn wir nach Hanga Roa verlegt haben.

Da wir schon mal an Land waren, haben wir uns dann gleich die Moai angesehen, die hier in dieser Bucht stehen. 15 Stück an der Zahl in der Reihe – die größte Ansammlung (Ahu Tongariki) auf der Insel. Jochen hat sich dann gleich noch mit zwei Männern unterhalten, die vor diesem Ahu im Auto saßen, ihren Joint rauchten und Bierchen getrunken haben. Diese haben ihm dann spontan eine Kiste aus dem Kofferraum geholt und geschenkt – voll mit Süßkartoffeln, Maniok und etwas getrocknetem Fleisch. Als wir dann in das Ahu gehen wollten, hielt uns ein Guide von einer Reisegruppe auf, wo denn unser Guide sei – wir dürften hier nur mit Guide rein. Es war kurz vor Torschluss. Ja einen Guide haben wir nicht, wir sind gerade von dem Boot da an Land gegangen. Wir wollten doch nur mal ganz kurz gucken. Nein, das geht nicht. Da vorne im Auto sind die Ranger, die schließen jetzt ab. Ach, Jochen Kumpels?! Kurz nochmals hin und gefragt, ob wir 5 Minuten mal rein dürfen. „Ja, klar. Geht nur“

Leider ist das hier auf der Insel so, daß man um etwas anzuschauen, grundsätzlich ein Ticket für den Nationalpark kaufen muss. Dieses Ticket gilt für 10 Tage und kostet pro Nase 80 Euro. Dann darf man aber auch nicht überall hin, wie bei obigem Ahu. In die meisten Sehenswürdigkeiten darf man nur mit Guide – die machen dann so Tagestouren und klappern alle Sehenswürdigkeiten ab. Das wären nochmals 60 Euro pro Nase. Also Entschuldigung!!! Für uns beide insgesamt fast 300 Euro, um ein paar Steine anzuschauen??? Sorry, das ist es uns nicht wert. Wir wollten uns hier eigentlich die Gegend erlaufen und dabei mal das ein oder andere anschauen. So gucken wir jetzt halt immer von außen und nur die Dinge an, an die wir kostenlos kommen.

Die Welle hier in der Bucht hat sich schließlich auch beruhigt, nachdem ja jetzt der Wind aus Nord bläst und sich hier nichts mehr aufbaut und es war eigentlich ein angenehmes Liegen. Aber wir wollten ja auch mal offiziell einreisen und in Hanga Roa an Land gehen. Also haben wir am nächsten Tag nach Hanga Roa verlegt, am zugewiesenen Ankerplatz den Anker geworfen und wieder per Funk versucht zu klären, was denn jetzt mit der Einreise und der SAG ist. Es ging wieder etwas hin und her mit Spenglisch. Irgendwann wurde ich von einem Mann namens Ednson angeschrieben, der von der maritimen Verwaltung war und er hat für mich alles abgeklärt. Inzwischen hatte ich via WhatsApp auch Kontakt mit dem hiesigen Carabinero, der den Zoll hier vertritt. Ihm habe ich dann unser Zollpapier vom Boot aus Puerto Williams geschickt, somit ist das auch erledigt. (Hier hat auch Raul aus Valdivia etwas mitgeholfen, da ich das Amtsspanisch mal wieder nicht klar verstanden habe. Die reden so gerne außenrum und ich brauche einfache, kurze und klare Sätze…)

Als wir dann schon in der Stadt waren, nachdem Ednson geschrieben hatte, es wäre alles klar und wir dürften an Land, kam dann wieder eine WhatsApp von einer Dame der PDI. Sie macht unsere Einreise gerade online, sie bräuchte nur unsere Dokumente geschickt, dann wäre alles klar und wir können uns gerne frei bewegen. Von der SAG haben wir nie was gehört – stört uns aber auch nicht. Wichtig ist, daß wir offiziell eingereist sind. Wir haben diesmal zwar keinen Stempel im Pass, aber ich habe es schriftlich.

Jetzt bin ich inzwischen im Besitz von 4 WhatsApp-Nummern von Mitarbeitern der Behörden von Rapa Nui – Toll!!!

Ja, unser erster Besuch in Hanga Roa war spannend. Wir wussten ja im Vorfeld, daß die Einfahrt in den Minihafen interessant werden würde, da man hier mit der Welle „reinsurfen“ muß. Als wir uns mit dem Dinghi genähert haben, haben wir erst einmal versucht, zu erkennen, wo man denn eigentlich reinfahren muß. Als wir da so rumgekringelt sind, haben wir schon Pfiffe gehört und es kam dann auch ein Fischerboot herausgefahren, das uns gewunken hat. Auch fuhr gerade ein Tauchschulboot hinein und uns wurde zugewunken, in dieser „Spur“ zu fahren. Jetzt wussten wir, wo es lang geht und wir konnten gut mit der Welle reinfahren. Rein geht ja – aber wie wird das mit raus?

Ja, das hat dann auch geklappt. Da muß man wirklich warten und dem Motor dann die Sporen geben, wenn es von der Welle her passt. Es kommen immer ein paar dicke Dinger hintereinander und dann ist etwas Luft. Dann Gas geben und schauen, daß man über die einlaufenden Wellenberge drüber “hüpft“, bevor die sich brechen und dann wieder Gas bis zum nächsten Wellenberg. Als wir das erste Mal raus gefahren sind, haben sich auch gleich wieder ein paar von den Fischern auf die Mole gestellt und uns zugerufen, wann wir starten sollten – aber das hatten wir dann schon selbst herausgefunden und Jochen hat uns da sehr gut rein- und wieder rausgebracht.

Hanga Roa ist ein nettes Örtchen – voll touristisch natürlich. Unser erster Stopp war auch direkt die Eisdiele am Hafen. Gott, war das köstlich. Sonne, warm und ein Eis. Was gibt es besseres?

Wir haben uns auch gleich mit jemanden aus der örtlichen Tauchschule unterhalten, der uns auf einige Dinge hingewiesen hat wie Essen, Supermarkt, etc. Heute ist ja das Versorgungsschiff da und wird abgeladen, was wir ja von unserem Boot aus schon beobachtet haben. Daher sind jetzt wieder alle Vorräte in den Lagern aufgefüllt und eine gute Zeit, um einkaufen zu gehen, wenn man etwas benötigt. Das Schiff kommt nur einmal im Monat vorbei.

Der Liegeplatz hier in Hanga Roa – naja. Der Anker hält super auf 20 Metern. Aber was für ein Gerolle und Geschaukel. Wir befinden uns ja jetzt auf der Westseite der Insel und da kommt halt die Pazifikwelle an, die sich über laaange Zeit aufbauen kann und hier aufläuft. Wenn dann noch der Wind aus einer anderen Richtung weht und das Schiff daher quer zur Welle steht, ist das sehr unangenehm. Ich habe da bevorzugt wieder einmal am Boden vor unserem Motorraum geschlafen – der tiefste und ruhigste Punkt im Boot.

Wir haben uns dann auch einen Tag einen Leihwagen genommen. Die Idee war eigentlich ein Motorrad, aber das kleinste Auto (4×4) war nur 5 Euro teurer, als ein Motorrad das verfügbar ist. Ja, da nehmen wir doch gleich das bequemere Vehikel; haben so unsere Wäsche in die Wäscherei gefahren und sind einmal komplett um die Insel gefahren und alle Sehenswürdigkeiten (von außen) angesehen.

Am nächsten Tag wollten wir am Morgen noch eine kleine Wanderung zum Vulkankrater in Hanga Roa unternehmen und am Nachmittag auf die Nordseite der Insel verlegen, da am Wochenende starker Südwind ansteht und der Platz hier richtig ungemütlich wird. Leider war an ein Anlanden mit dem Dinghi heute nicht zu denken. Nachdem wir es endlich ins Wasser gebracht hatten – was eine enorme Anstrengung bei den Bedingungen ist – und Richtung Zufahrt gefahren sind, war uns die Brandung dann doch zu heikel. Ich habe mich da verweigert! Reinsurfen wäre ja vielleicht noch gegangen, vielleicht!!!; aber wieder rausfahren? Keine Chance. Also zurück ans Boot, Dinghi hinten anbinden, zum Aufholen viel zu wellig, nix wie Anker hoch und losfahren, um aus diesem Wellenchaos weg zu kommen.

Ich habe dann per Funk mitgeteilt, daß wir verlegen und gerne nach Anakena mit seinem schönen Sandstrand in einer geschützten Bucht im Norden möchten. Nicht möglich! Anakena ist nicht mehr erlaubt. Es gibt neben Hanga Roa nur noch 3 weitere Buchten, in die wir dürfen. Das sind die beiden im Süden und noch La Perouse, eine kleine Fischeransammlung im Nordosten. Also fahren wir nach La Perouse und uns gefällt es hier ausgesprochen gut. Wesentlich ruhigeres Liegen als in Hanga Roa und sehr nette Menschen.

Wir sind ja gleich mal an Land gegangen und haben uns umgeschaut. Im Hafen gleich direkt einem knurrigen Fischer in die Arme gelaufen, der eigentlich sehr nett ist, wie sich später noch herausstellte. (ich verstehe ihn nur leider wieder gar nicht bei seinem Slang). An einem Garten unterhalten wir uns kurz mit Haki und Hannah, die gerade Ihr Feld mit Mais in reiner Handarbeit bestellen. Von Haki bekommen wir dann auch gleich eine kleine Staude Bananen geschenkt. Uns gefällt es hier!!

Am nächsten Tag machen wir uns morgens auf den Weg, wir wollen heute einmal auf den Vulkan im Osten hochlaufen. Zunächst geht es noch die Straße entlang und dann biegen wir ab auf einen Feldweg und querfeldein den Berg hoch. Eine atemberaubende Aussicht von dort oben über die Insel und die Buchten. Auch unsere Dicke ist noch auszumachen in der Entfernung. Rapa Nui ist ja eine sehr öde Insel mit nur wenigen Bäumen und eher niederer Vegetation. Auf dem Weg nach oben finden wir eine Baumgruppe und ich würde gerne eine kurze Rast im Schatten machen. Tja, leider belegt von einer Kuhherde, die uns argwöhnisch beäugen. Die leben hier ja eher wild und sind Menschen nicht gewohnt. Also halten wir uns nicht lange auf und der Weg geht weiter nach oben.

Als wir wieder zurück in La Perouse sind, sitzen dort ein paar Einheimische und trinken ihr Bier und Wein. Wir werden spontan dazu eingeladen und wir setzen uns dazu. Als mir Wein angeboten wird und ich sage, ich müsste erst einmal etwas essen bevor ich mit Wein anfange, kommt Juliana gleich darauf mit einem Teller mit leckerem Thuna-Ceviche, Reis und Salat. Jochen bekommt auch gleich wieder „Medizin“ angeboten, in Form eines Joints, die er dankend ablehnt. So sitzen wir mit den einheimischen Fischern, verstehen nicht viel, da Rapa-Nui-Spanisch schwer zu verstehen ist, haben aber trotzdem Spaß und einen netten Abschluß für diesen Sonntag. So nun kennen wir den knurrigen, netten Arturo auch mit Namen 😊

Inzwischen sind wir auch nicht mehr das einzige Boot hier. Auch das Kriegsschiff und das Versorgungsschiff aus Hanga Roa haben hierher verlegt. Also verkriechen die sich auch vor dem unangenehmen Wetter.

Am nächsten Tag bleiben wir mal schön auf dem Boot, harren des Südwindes, ruhen uns aus und nehmen den Wäschewechsel in Angriff. Wäschewechsel??? Ja, unsere ganzen dicken Winterklamotten können wir ja jetzt endlich aus dem Schrank schaffen und nur noch die leichten Sommersachen herausholen. Da wir die Wäsche, die wir nicht brauchen, in Vakuumbeutel verpacken, räumen wir heute um. Dicke Bekleidung rein in die Beutel, Staubsauger dran und weg in die tiefsten Ecken des Schiffes. Nun ist auch wieder etwas mehr Platz im Kleiderschrank, wenn da nicht so viele dicken Pullover drin sind. Und auch die Daunenjacken sind jetzt aus dem Salon und von den Kleiderhaken verbannt. Ich will jetzt lange, lange Zeit nichts mehr davon brauchen.

Tags darauf wollen wir zum Strand nach Anakena laufen. Einen Teil der Strecke fahren wir als Anhalter auf einem Pick-up mit und laufen dann die Küste entlang, vorbei an einem anderen kleinen Strand, hoch über die Klippen bis rüber nach Anakena. Dort auch ein kurzer Small-Talk mit einer Tauchschule, die dort ins Wasser geht. Ja, normalerweise tauchen sie ja in Hanga Roa – aber da ist jetzt so eine starke Welle, drum sind sie hier. Ach?!?! Jaja, das verstehen wir 😊

an diesen netten Strand auf dem Weg nach Anakena sind wir einen Tag später nochmals mit dem Dinghi gefahren

Der Strand ist heute gut besucht, es sind definitiv mehr Leute da als vor ein paar Tagen, als wir mit dem Auto hier waren. Aber er ist auch toll. Feinster Sand, glasklares Wasser und einem Aussichtspunkt, der den Namen „Mirador Veleros“, also Aussichtspunkt Segelboote heißt…Nur Segelboote gucken darf man hier nicht mehr, es darf ja keines mehr ankern😉

Zum Mittagessen gönnen wir uns einen Restaurantbesuch hier, das haben wir uns jetzt aber mal verdient. Nicht günstig, aber sein Geld definitiv wert. Sehr große Portionen mit sehr gutem Geschmack. Ich hatte ein Thunasteak mit Maracujasauce und rustikalem Kartoffelpüree (Püree mit Zwiebeln u.a. drin) – so was von lecker.

Danach geht es nochmals etwas an den Strand, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen. Diesmal die Straße entlang und es dauert auch nicht lange, bis uns ein Auto mitnimmt und in La Perouse absetzt.

An der Straße nach La Perouse ist einmal eine „Anlage“, in die man ohne irgendetwas reinkommt. Wir waren aber auch die Einzigen dort. Pedroglyphen – in Fels geritzte Bilder

Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Boot, erst ist es recht windig, dann nur den ganzen Tag bewölkt. Wir erledigen ein paar Kleinigkeiten am Schiff, ansonsten genießen wir das nichts tun. Eines Morgens klopft es am Boot, einer der Fischer ist zu uns gekommen und schenkt uns einen Teil von seinem Fang. Drei Barracudas und ein Stück vom Lachs sind jetzt unser eigen, Muchas Gracias. Wir machen uns im Anschluss darüber schlau wie es hier mit der Ciguatera aussieht. Das ist ein Gift, das die Fische in sich tragen, für jene ungefährlich, für uns kann es weitreichende Folgen haben, mit der man sehr lange zu kämpfen hat. Aber Rapa Nui ist wohl noch von dem Gift verschont. Es wird eigentlich von den Fischen über die Korallen aufgenommen und ist bei denen am Ende der Nahrungskette in konzentrierter Form enthalten, sprich der Barracuda ist da ein sehr heißer Kandidat, der das Gift enthalten kann. Ja und wenn die Einheimischen den verzehren, können wir das eigentlich auch bedenkenlos tun, ein guter Indikator. Schließlich stellt sich ein Wetterfenster in Aussicht, das uns ermöglicht weiter zu ziehen. Am Samstag fahren wir mit Fred nochmal in den kleinen Fischerhafen mit etwas Proviant im Gepäck, mal schauen ob unsere Fischer anzutreffen sind um sich von jenen zu verabschieden. Sie sitzen schon einträglich beieinander und genießen ihr Wochenende, wir setzen uns dazu und feiern etwas mit. Am späten Nachmittag kommt dann der Abschied und wir ziehen uns auf das Boot zurück. Da die letzten 2 Tage Flaute war, könne wir uns wieder nach Hanga Roa verlegen, die Welle die sich auf der Südseite aufgebaut hatte, von der wir hier überhaupt nichts merken, sollte sich wieder gelegt haben. Wir müssen die ersten Vorbereitungen treffen und die Abfahrt organisieren. So wird schließlich mit den Behörden ein Termin vereinbart, denn die wollen nochmal auf´s Boot kommen um es zu inspizieren. Bis wir dann den Anker auf unserer alten Position fallen lassen ist es Sonntag Mittag, genau richtig um das Endspiel um die Basketball- Europameisterschaft zu schauen. Wir fiebern eifrig mit und bejubeln schließlich unsere deutsche Mannschaft als neue Europameister. Im Anschluss geht es nochmal auf Landgang um den Einkauf im Supermarkt zu erledigen, was gemacht ist, ist gemacht. Am Montag früh dann nochmals an Land für den örtlichen Markt, hier versorgen wir uns dann mit Obst und Gemüse. Kaum zurück am Boot macht sich Jochen auch gleich auf, um die Behörden im Hafen abzuholen, ihr Boot funktioniert im Moment nicht. Der Papierkram wird noch an Land erledigt, bevor es mit drei weiteren Personen zurück zur Josa geht. Mit insgesamt vier erwachsenen Personen kommt Fred natürlich nicht ins Gleiten, die Überfahrt dauert dann halt etwas länger, aber da die Bedingungen ruhig sind, ist das auch kein Problem. Einem der drei ist das übersteigen wohl nicht ganz geheuer, er bleibt im Beiboot sitzen. Mit einem der anderen beiden unterhält sich Jochen im Cockpit sitzend über unsere Reise, der Dritte ist mit mir unter Deck und checkt eigentlich nur unsere Medikamente, die wir dabeihaben, das wars. Wahrscheinlich wollten sie nur mal wieder aus dem Büro raus. Dann bringt Jochen die Jungs wieder zurück an Land und holt mich anschließend ab, wir wollen nochmal an Land und uns die Beine vertreten, bevor wir wieder ans Boot gefesselt sind. Wir beschließen noch unser letztes Bargeld in ein Stück Kuchen zum Mittag und für den Nachmittag in einem Restaurant umzusetzen. Gegen 18 bis 20 Uhr soll dann der Wind einsetzen, mit dem wir dann unsere Reise fortsetzen wollen. Als wir gegen 17 Uhr unseren Tisch verlassen sind auch schon die ersten Anzeichen zu spüren – das ist Timing. Zurück am Boot muss „nur noch“ der Außenborder und Fred seefest verstaut werden, immer wieder eine aufwendige Aktion. Und so verlassen wir nun endgültig Chile!

Adios Chile, Adios Rapa Nui

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Pazifik wir kommen

Es ist definitiv Murphy’s Gesetz, daß nie etwas so läuft wie von uns so schön geplant.

Plan A: wir machen am Montagmorgen die Behördengänge, fahren am Nach-mittag noch raus in die Bucht, ankern dort, ich koche vor und wir fahren Dienstagmorgen gut ausgeruht los. Der erste Teil mit den Behörden funktionierte noch. Dann kam aber die Ansage, daß der Hafen bis 24 Uhr gesperrt ist wegen dem Wetter. Wir dürfen die Marina nicht verlassen. Außerdem käme die Armada noch auf das Boot zum Sicherheitscheck. Am Dienstag um 14 Uhr.

Plan B: gut, dann kann ich Dienstagmorgen vorkochen, und wir kommen gegen 15 Uhr raus.

Wer um 14 Uhr nicht da war, war die Armada. Dafür 2 Personen vom Zoll zum Tschüss sagen. Raul hat dann ab 15.30 Uhr das Telefonieren begonnen. Natürlich erst ewig bandansagen, bis er jemanden erreicht hat. Die wußten von nix. Die Dame im Office hat keinen Vorgang an die „Operation“ gemeldet. Aber uns eine Zarpe für Montag ausgestellt….

Bis die Truppe dann da war, war es 16 Uhr. Sehr nette, liebe Menschen. Eine neue Zarpe für Dienstag ausgestellt, weil die für Montag ja falsch ist, Eintrag ins Departure-Buch, keine Inspektion, eine Umarmung und schon fertig.

Nochmals eine dicke Umarmung für Raul und los geht es. Wir haben Ebbstrom, also schiebt uns dieser schön mit und wir kommen rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit aus der Flusslandschaft und können, etwas später, zugleich unseren ersten Sonnenuntergang bestaunen. In der ruhigen Bucht setzen wir noch das Großsegel, als es auch schon etwas ruppig wird. 3 Knoten Ebbstrom gegen auflaufende Dünung und Wind. Was gibt das? Kabbelige See, Wellenstampfen der Extraklasse. Aber das dauert nicht lange an und es beruhigt sich wieder, als der Ebbstrom seine Wirkung verliert. Wir hatten gleich mal vorsorglich ein paar Tabletten gegen Seekrankheit eingeworfen, die letzten Wellen auf dem Boot sind schon eine Weile her und sicher ist sicher. Zunächst fahren wir noch unter Motor, weil der Wind einfach zu schwach ist. In der Nacht können wir diesen aber abstellen und uns vom inzwischen eingetroffen Südwind schieben lassen. Zunächst noch sehr gemächlich mit 3- 4 Knoten Fahrt und gelegentlichem Segelschlagen, später aber dann machen wir gut Fahrt und rauschen mit 7- 8 Knoten dahin. So kann es weitergehen. Nix los auf dem Pazifik, lediglich 2 Schiffe sind in dieser ersten Nacht auszumachen. Ansonsten Sternenklar, der Mond geht erst nach Mitternacht auf, bis dahin kann man trotz der Lichtverschmutzung vom Land doch schon einiges sehen.

das letzte mal Festland im Blick für sehr lange Zeit

Tag 2 Mittwoch, 13.08.

Die Rauschefahrt geht weiter und wir reiten auf den Wellen. In den ersten 24 Stunden haben wir ein Etmal von 138 sm erreicht. Nicht schlecht, dafür daß wir mit Motor gestartet sind und mit 120 sm kalkulieren. So kann es bleiben.

Wir wackeln uns durch den Tag und durch die Nacht. Manchmal nimmt der Wind etwas ab, dann Rollen wir wieder mehr durch die Wellen und die Genua fängt das Schlagen an. Schließlich fahren wir etwas mehr in den Wind, um das zu vermeiden und ändern es wieder, wenn der Wind wieder zulegt. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir einen Biss an der Angel. Wir bereiten uns vor und Jochen fängt an, die Leine einzuholen. Da zieht etwas ordentlich oder liegt es an unserer Geschwindigkeit? Nichts desto Trotz, leider befreit sich der Fisch wieder und der frische Fisch für die Kombüse muss noch etwas warten. Sonst keinerlei Vorkommnisse oder Schiffssichtungen. Einmal kurz Starlink anwerfen, Geburtstagsgrüße nach Deutschland versenden, Wetter checken und das war es dann für heute. Die Nacht ist wieder klar, diesmal schon weitgehend ohne Lichteinfluss von der Küste und so ist der Sternenhimmel zu bestaunen, der Mond kommt erst wieder nach Mitternacht und fängt an das Wasser in eine Spiegelfläche zu verwandeln.

Ich lege mich ins Bett, löse den Skipper um 0 Uhr ab und ein neuer Tag kann kommen.

das weite Blau

Tag 3 Donnerstag , 14.08.

Nachdem Jochen mich um 6 Uhr abgelöst hat, lege ich mich nochmals auf´s Ohr. Beim Aufstehen erwartet mich schon strahlender Sonnenschein und ein Skipper, der freudig sagt, daß wir etwas arbeiten könnten??? Ach so, er will eine Halse fahren, um einen besseren Kurswinkel zu fahren. Wenn es mehr nicht ist. So sitze ich jetzt im Cockpit, fange das erste Mal seit langem das Schwitzen an, starre ins Blau während der Skipper Schlaf nachholt.

Bei der Halse stellten wir fest das die Schotwinsch sehr schwergängig geht, nach einer weiteren Halse und damit nicht mehr im Gebrauch, wird diese abgebaut und zerlegt. Durch den vielen Nichtgebrauch und etwas eindringendem Wasser waren die Gleitflächen korrodiert. Einmal gereinigt und gefettet läufts jetzt wieder. Etmal heute 139 sm

Dasselbe Prozedere wie sonst auch: nach dem Essen gehe ich ins Bettchen und löse den Skipper später wieder ab. Meine Schicht war sehr unleidlich und ich hatte gut zu tun. Der Wind schlief ein, so daß beide Segel das Schlagen anfangen. Wie üblich habe ich mir das eine Zeitlang angehört, vielleicht ist es ja nur eine Verschnaufpause. Nachdem diese aber nicht aufhörte, habe ich den Motor gestartet, die Genua eingeholt und das bislang ausgebaumte Großsegel in die Mittelstellung gebracht. Eine Stunde später das Ganze wieder zurück, der Wind ist wieder da. Genua raus, Großsegel mit Bullenstander ausbaumen, Motor aus. So, diese beiden Vorgänge wiederholen wir eine Stunde später nochmal.

dem Skipper war sowieso gerade langweilig 😉

Tag 4 Freitag, 15.08.

Als ich Jochen gegen 7.30 Uhr wecke, um ihn zum Wachwechsel zu animieren, hat sich der Wind wieder gefangen und während ich nach dem frühstücken nochmals an der Matratze horche, kann Jochen wieder mit 7 Knoten gut Fahrt machen. Doch leider schläft der Wind wieder mal ein und fängt auch noch an, sich hin und her zu drehen. Also fahren wir Halsen, holen die Genua runter, wieder hoch. Jochen überlegt dann schon, ob wir den Spibaum anbringen und die Genua damit ausbaumen – möchte ich jetzt eigentlich nicht; auf dem Vordeck bei der Welle rumturnen, um vielleicht ein besseres Ergebnis zu erzielen. Irgendwann ist uns das Geschlage zu nervig und beide Segel werden eingeholt und der Motor angeworfen. Laut Wetterbericht soll später wieder Wind kommen….

Er kam dann auch, aber auch nur gering, so daß wir jetzt nur mit Genua fahren. Die steht ohne Großsegel einigermaßen gut und wir kommen auch voran. Zwar nicht so schnell wie mit beiden Segeln, aber dafür ohne nervenaufreibenden Getose unseres Großsegels mit seinen Segellatten. Der Wind hält dann auch länger an wie gedacht und wir können bis in die Morgenstunden langsam aber stetig Strecke machen. Irgendwann in der Nacht wirft Jochen den Motor an und nutzt die Zeit zusätzlich, um nochmals Trinkwasser zu produzieren.

Etmal 123 sm, also unser üblicher Schnitt

Tag 5 Samstag 16.08.

Um 6.30 Uhr löse ich Jochen ab und er geht nochmals ins Bett. Als dann der Morgen graut, kann ich auch schon schemenhaft unter den Wolken eine Erhebung ausmachen. Land in Sicht! So langsam nähern wir uns an und aus dem Schemen werden klarere Konturen. Leider ist es sehr bewölkt und grau in grau, aber es ist trocken und nicht kalt. Anscheinend haben wir es jetzt wirklich geschafft, aus diesem Dauerregen herauszukommen. Die gesamte Überfahrt sind wir trocken geblieben und haben nicht wirklich stark gefroren. Es wird. Gegen 8 Uhr höre ich nun auch wieder Funkverkehr auf Kanal 16, die gesamte Strecke seit Valdivia war hier überhaupt nichts zu hören.

Land in Sicht

Und nun einmal eine kleine Abhandlung zur Robinson Crusoe Insel, da die so ja eigentlich kein Mensch kennt, außer aus dem Roman Robinson Crusoe:

Diese Insel gehört heute zu Chile und wurde im 16 Jahrhundert von spanischen Seefahrer Juan Fernandez entdeckt. Im 17. Jahrhundert war sie ein berüchtigter Piratenunterschlupf und wurde von den Briten besucht. Der Matrose Alexander Selkirk wurde hier auf der Insel von seinem Schiff ausgesetzt und kehrte erst nach über 4 Jahren nach London zurück. Die Erzählungen von Selkirk inspirierten den Schriftsteller Daniel Defoe zu seinem berühmten Roman.

Heute gibt es auf der Insel nur einen einzigen Ort, einen kleinen Flugplatz und nur unbefestigte Wege. Das beste Transportmittel ist heute noch das Boot, um einzelne Plätze zu erreichen. Die Insel ist touristisch erschlossen, ist sie doch ein Naturparadies, in der man tauchen, schnorcheln, wandern und reiten kann. Es gibt zahlreiche endemische Pflanzenarten, sowohl über als auch unter Wasser.

In der Bucht Cumberland liegt das deutsche Kriegsschiff „Dresden“, das der Kapitän hier während eines Gefechtes im 1. Weltkrieg mit den britischen Schiffen „Glasgow“ und „Orama“ selbst versenkt hat um es nicht in feindliche Hände zu geben. So, daß musste jetzt mal gesagt werden 🙂

Schließlich melden wir uns kurz vor Erreichen der Bucht selbst über Funk bei der Armada, um unsere Ankunft anzuzeigen. Es werden ein paar Informationen abgefragt und wir sollten auf dem Schiff bleiben bis die Kollegen der SAG (Lebensmittelbehörde) uns besucht haben; kein Problem. So fahren wir in die Bucht ein und legen an einer der freien Bojen an, da der Ankergrund sehr schlecht und tief ist. Für den kommenden auflandigen Wind in der Nacht mit Sicherheit die bessere Wahl. Es kommen auch ein paar Einheimische vorbei und begrüßen uns sogleich. Dann funkt uns die Armada erneut an, wir dürfen nicht an Land kommen. Wir hätten ja schon in Valdivia ausklariert und eine Immigration zum einklarieren gibt es hier nicht.

Wie BITTE???!!!

Wir haben von der Behörde in Valdivia eine Zarpe bekommen mit der Genehmigung für die Insel. In der Vergangenheit war es so, dass Segler, die auf der Durchreise waren, ohne Schwierigkeiten die Insel besuchen konnten, obwohl sie bereits offiziell aus Chile ausgereist waren; wieso wir wieder nicht? Die Beamten vor Ort wechseln hier jedes Quartal, und der jetzige scheint es wohl sehr genau zu nehmen. Von einem weiteren Einheimischen, der vorbeikommt, erfahren wir, daß der Beamte der Armada nur in Valdivia anfragen müsste, um uns den Zutritt an Land zu genehmigen. „Dazu hat er wohl keine Lust“, wie unser Gesprächspartner schmunzelt.

Hilft alles nix, er sitzt am längeren Hebel. So bleiben wir auf unserem Schiff sitzen und planen die Weiterreise auf die wir wohl noch wetterbedingt zwei Tage warten müssen. Jetzt habe ich Euch oben schön was von der Insel erzählt und kann das Ganze leider nicht mit den entsprechenden Fotos unterlegen. Gerne wären wir zur Höhle gewandert, in der die hier angelandeten Schiffbrüchigen etc. Unterschlupf gefunden hatten….

Nun ist Sonntag Abend und wir fahren morgen gegen Mittag los in Richtung Rapa Nui, der Osterinsel. Diese gehört auch noch zu Chile, hat aber zum Glück eine PDI zum Ein- und Ausklarieren. Wir hoffen, daß uns dort das Wetter gut gesonnen ist und wir ruhig ein paar Tage vor Anker liegen können.

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