Die Überfahrt von Tahaa nach Bora Bora verläuft unspektakulär und für die hiesigen Verhältnisse easy. Wir haben einen konstanten Wind aus Ost in guter Windstärke und nur eine Welle von etwa 1 mtr, so daß wir nach 5,5 Stunden Fahrt unseren Anker in der Baie Fa’anui werfen können. Unsere Freunde von der Matatoa, die nach uns hereinkommen nehmen sich eine Boje vor dem Yacht Club.
Zu Bora Bora muß man sagen, daß es hier nur zwei freie Ankerplätze gibt, an denen man sich offiziell nur 36 Stunden aufhalten darf. Ansonsten sind hier nur ausgewiesene Muringplätze genehmigt. Und eine Nacht an einer Boje kostet 6000 CFP, bleibt man länger als eine Nacht reduziert sich das auf 4000 CFP pro Nacht – egal an welchen Bojenplatz im gesamten Atoll man geht. Das sind aber immer noch lockere 35 € pro Nacht. Die einzige Inklusivleistung hierbei ist, daß zweimal wöchentlich der Müll direkt am Boot abgeholt wird. Wir müssen unseren Müll halt selber in den Containern am Hafenbecken entsorgen. Bora Bora ist ein Traumziel für viele; stellt sich auch als Exklusiv dar. Die Hotelbungalowanlagen schauen schon super aus, haben aber auch ihren Preis. Ebenso sind Gäste auf Charterbooten auch gerne gesehen, diese lassen viel Geld da. Uns einfaches Segelvolk, das nur durchzieht, will man hier eigentlich gar nicht so gerne haben. Daher werden auch wir uns hier nur kurz aufhalten – wir müssen hier ausklarieren, um FP zu verlassen.
Daher ist unser Ankerplatz auch kein „Super“-Plätzchen, was die Aussicht und die Lage angeht, auch die Tiefe mit über 20 Metern ist wieder ordentlich. Aber das ist uns egal, wir haben unseren tollen Anker und mit Fred ein zuverlässiges Dinghi, das uns überall hinbringt. So liegen wir in einer Bucht hinter den Muringbojen am Yachtclub, die wir in 10 Minuten Fahrt erreichen. Wir bekommen den Wind, der als Düse zwischen den Hügeln herunterkommt voll ab, hängen aber dadurch immer schön gleichmäßig mit dem Bug im Wind und schwojen nicht herum. Wir haben spürbare keine Welle oder Schwell an unserer Dicken. Lediglich die Fahrt mit dem Dinghi über die Bucht ist meist feucht, da hier die Welle durch den Wind aufgebaut wird und die gegenläufige Dünung etwas Kreuzsee verursacht. Aber es ist warm und das trocknet wieder.
Insgesamt bleiben wir in Bora Bora 6 Nächte, ehe sich das Wetter so ändert, daß sich eine Weiterfahrt lohnt. Nachdem dann auch noch unsere Freunde von der Freefall eingetroffen sind, haben wir gemeinsam dem windigen und regnerischen Wetter hier zu sechst bei Spielenachmittagen getrotzt und auch unseren neuseeländischen Freunden noch unser „Wizard“ beigebracht.
Jochen hatte sich als Ziel gesetzt, den Gipfel von Bora Bora zu besteigen. Da klar war, daß dies ein sehr steiler Anstieg werden wird, habe ich mich von vorneherein ausgeklinkt. Aber Gordi von der Matatoa war Feuer und Flamme. So sind wir zu viert losgezogen und wir Damen sind ein Stück des Weges mit hinaufgegangen, ehe es uns zu steil wird (Juliet hat ein Hüftproblem und ist eh raus). Wir haben dann unsere Bergziegen verabschiedet und sind lieber einen Cafe trinken gegangen, haben noch etwas besorgt und uns auf die JOSA zurückgezogen. Jochen darf nun hier etwas zu seinem Gipfel sagen:
Der Weg war wie schon zu vermuten, steil, steiler, am steilsten. Über 600 Höhenmeter auf weniger als 3 km Strecke sind schon für Seglerbeine beeindruckende Werte. Der Weg, der eigentlich nur über Felsen und Wurzeln geht, gibt noch den Rest dazu; der Vorteil: man hat meistens einen sicheren Tritt und etwas zum Hinlangen. Besonders steile Abschnitte sind mit Seilen zur Unterstützung versehen, ja es gibt sogar einige Trittstufen, die in den Felsen verankert sind. Die Strecke verläuft überwiegend im Wald, so hat man einen ausreichenden Sonnenschutz, die kühlende Brise bleibt da leider aus. Oben angekommen lässt es einen die Anstrengungen aber sofort vergessen, der Ausblick über die Insel ist atemberaubend schön. Man kann den Weg noch etwas weiter gehen zum nächsten Gipfel, der nicht weit entfernt ist. Dieser verläuft auf einem schmalen Grat entlang, bei Windgeschwindigkeiten über 30 kn verkneifen wir uns das aber. So wie die anderen Wanderer auch, die wir hier oben antreffen – viele sind hier nicht unterwegs, zu schwierig der Aufstieg. Der Wind hier oben kühlt einen dann doch recht schnell aus, für unsere Stärkung suchen wir etwas Schutz hinter der halbhohen Vegetation, bevor wir den Abstieg beginnen. Dieser gestaltete sich dann noch schwieriger wie der Aufstieg, aber Ende gut, alles Gut. Wir kommen ohne Blessuren wieder unten an, machen noch einen Abstecher zum Supermarkt um unseren Energiehaushalt wieder etwas aufzufüllen. Leider war es schon Nachmittag und alle Läden, die eine Verköstigung anbieten, haben gerade geschlossen.
Ansonsten haben wir letztmalig Restaurantbesuche genossen und waren bei der Gendarmerie vorstellig, um unsere Ausreisepapiere zu erhalten. Unser ursprünglicher Plan war, am Montag abzureisen. Daher sind wir gleich am Freitag, dem Tag nach unserer Ankunft zur Gendarmerie. Diese müssen die Papiere von Tahiti genehmigen lassen, daher benötigt man mindestens einen Tag Vorlauf (als Europäer – als Nicht-EU kann das auch etwas länger dauern). So sollten wir am Sonntag unsere Genehmigung wieder abholen. Da aber das Wetter sehr schlecht wurde, sind wir am Sonntag nicht mit dem Dinghi über die Bucht übergesetzt und haben uns lieber im Boot verschanzt. Am Montag haben wir dann die Abfahrt auf Mittwoch ändern lassen, also somit am Dienstag unsere Papiere abgeholt. Ja, man muß immer ein bisschen hin und her und her und hin machen. Dieser letzte Gang in die „Stadt“ haben wir dann noch mit einem Besuch in der Eisdiele belohnt. Diese zu finden ist als Nichtwissender gar nicht so einfach. Wir hatten den Eintrag in der NFL-App gefunden. Von der Straße aus ist nicht zu erkennen, daß dort eine Eisdiele ist. Weder eine Werbetafel noch eine Fahne weisen darauf hin – aber Jochen kann ja Eis riechen……
So sind wir dann am Mittwochmorgen aufgebrochen, um die 30 Seemeilen nach Maupiti zu fahren. Für Maupiti muß man ein wirklich passendes Wetterfenster haben. Die Passeinfahrt in dieses Atoll ist sehr schmal, genau auf Nord ausgerichtet und wenn der Südschwell auf diese Einfahrt mehr als 2 Meter beträgt, dann ist es sehr hart, hier hereinzufahren. Dann hat man brechende Welle im Pass und das will man nicht erleben. Daher mußten wir auch die Abfahrt auf Mittwoch verschieben. Wären wir am Montag losgefahren, hätten wir den Pass mit vollem Wind aus Nord und gegenstehender Dünung nehmen müssen – kann man machen, sollte man aber nicht.
Die Überfahrt verlief auch angenehm, leider hatten wir etwas zu wenig Wind für die kleine Welle, so daß die Segel permanent geschlagen hätten. So sind wir unter Maschine und mit gesetzter Genua hinübergefahren. Die Zufahrt auf Maupiti war schon interessant. Von weitem hat man wirklich nur die Insel im Hintergrund gesehen und eine weiße brechende Wellenwand auf die Riffkante. Und da soll ein Loch für uns drin sein?????
Aber je näher wir gekommen sind, umso klarer wurde: ja, da ist wirklich eine schmale Spur, wo keine Welle bricht; schön markiert mit einer grünen und einer roten Tonne. Vor dem Pass gab es einige Wirbel im Wasser, die versucht haben, das Boot zu versetzen. Aber Jochen und unsere Dicke lassen sich da nicht so schnell aus der Ruhe bringen und setzen sich durch. So sind wir bei eigentlich einfachen Bedingungen eingefahren und haben direkt hinter dem Motu am Pass unseren Anker geworfen. Hier lagen bereits 6 Boote, die alle am selben Tagen von Bora Bora rübergekommen sind. Tja, auch die anderen können die Wettervorhersage und die Bedingungen lesen und ihre Chance nutzen.
Maupiti ist bekannt dafür zwei Manta-Spots zu haben. Das bedeutet: es gibt hier zwei Stellen von Korallenblöcken, an denen die sanften Riesen täglich vorbeikommen, um sich von den Putzerfischen die Kiemen und Haut reinigen zu lassen.
Da die Mantas gerne morgens zum Reinigen kommen, heißt das auch für uns zum Frühaufsteher zu werden und schon saßen wir um 7.30 in Fred auf dem Weg zu Mantaspot Nummer 1. Und wirklich. Zunächst haben wir einen einzelnen Manta seine Kreise ziehen sehen, wenig später dann noch eine 3er-Gruppe. Als wir dann an Mantaspot Nr. 2 ankamen, waren schon einige Touristenboote da. Dies ist natürlich eine große Einnahmequelle hier und daher ist auch sinnvoll, als Segler schon früh aufzustehend, bevor die Touristengruppen eintreffen. Hier handelt es sich halt auch gerne einmal um ungeübte Schnorchler, die dann eher ein Wassertreten verursachen und herumplatschen und nicht wissen, wie sie sich ruhig ins Wasser legen, um einfach nur zu Beobachten – vor allem, wenn dann noch etwas Wellenbewegung dabei ist.
Einen kleinen Disput hatten wir mit einem dieser Guides, als wir an einem Morgen am Spot waren. Er hatte eine Gruppe “Schnorchler“ dabei an einer Leine, die er sich hinter herzog. Alle ohne Flossen und er sichtlich überfordert, diese alle bei der Wellenbewegung im Griff zu haben. Er wollte uns dann aus „dem Bild“ scheuchen und erklärte mir dann, daß Jochen auf dem Korallenblock stehen würde. Ohne Worte…. Der Block ist in 3 Meter Tiefe und Jochen mag groß sein, aber das schafft auch er nicht. Wir sind dann einfach etwas weitergeschwommen, die Mantas auch – auch denen war das zu viel des Guten. Wir hatten unsere Momente mit den friedlichen Riesen alleine und haben diese definitv nicht gestört, sonst wären sie uns nicht so Nahe gekommen.
Samstags wird auf dem Motu Tiapa’a von einer Familie ein polynesisches Essen aus dem Erdofen veranstaltet. Hierfür haben wir uns mit mehreren angemeldet und sind gegen 11 Uhr mit dem Dinghi hinübergefahren. Zu diesem Essen kommen auch sämtliche Touristen aus den umliegenden Resorts und Einheimische. Um die 200 Leute werden somit jeden Samstag verköstigt. Hierbei erklärt auch ein Familienmitglied die Insel und die Inselgeschichte. Ebenso werden auch noch kleine Spiele veranstaltet. Leider ist das halt wieder mal alles in einer uns unverständlichen Sprache: französisch. Isabell war so nett und hat uns einige Teile übersetzt. Es war ein geselliges Vergnügen und wir haben dann auch gleich noch ein weiteres Segelboot aus Neuseeland kennengelernt. Für den Abend haben wir dann spontan einen Sundowner auf der JOSA vereinbart, wo wir einen wirklich schönen Abschluss für diesen Tag mit 7 Personen von 4 Booten hatten. (Und JOSA ging nicht unter)
Ein weiterer interessanter Punkt auf Maupiti war auch die Besteigung des hiesigen Gipfels. Jeder hat uns erzählt, daß wir da hinauf müssten und so ein toller Blick über die gesamte Lagune wäre. Da dies hier nicht so hoch und nicht so steil wie in Bora Bora ist, bin auch ich mitgelaufen und habe gesagt, ich gehe mit, soweit ich mir das traue. Es war wirklich eine schöne Wanderung und es ging dann auch wieder einmal ordentlich hinauf, aber immer gut gebar. Dann kamen die ersten Seilabsicherungen – diese waren kein Problem, wären auch an dieser Stelle meiner Meinung gar nicht nötig gewesen. An der nächsten Stelle dann ging es wirklich 2 Meter senkrecht nach oben mit Abhang im Rücken. Hier war bereits ein spanisches Pärchen, wo er sagte, er kann hier nicht mehr weiter. Ich habe dann auch Jochen erstmal alleine weitergeschickt „ich warte mal hier“ – habe mich dann aber doch entschlossen, da kommst Du doch einfach hoch und bin dann ein paar anderen hinterhergestiegen. Jetzt war ich da oben, wie komme ich denn da wieder runter?!?!? Der Weg ging dann um eine kleine Kurve und da war dann das nächste Hindernis. Nee, da war es dann aus für mich. Rauf ginge ja, aber runter?
So habe ich mir einige Kletterkünstler angeschaut, wo ich mir noch dachte, wie kommen die wieder runter, wenn die beim raufsteigen schon hochgeschoben und gezogen werden müssen…… man sollte schon wissen, wo seine Grenzen sind. Irgendwann tauchte dann Jochen wieder auf und meinte, er würde gerne einen anderen Weg runter gehen – über den Bergkamm. Der wäre einfacher, aber länger. So haben wir vereinbart, daß wir uns am Festplatz treffen, dort etwa kommt Jochen dann raus. So bin ich wieder abgestiegen (es waren ja genug andere Leute unterwegs) und habe am Festplatz gewartet. Auf der App habe ich gesehen, wo Jochen rauskommen sollte und bin dann nochmals losmarschiert. Wieso soll ich hier rumsitzen und warten, wenn ich ihm doch entgegengehen kann…
Der Zugang war etwas schwer zu finden, da er versteckt hinter Gebüsch war. Aber kaum etwas den Weg hinauf kam mir Jochen dann schon entgegen. Auf der Karte waren dann noch in der Nähe ein paar Petroglypen eingezeichnet. „Also die gucken wir uns noch an, wenn wir schon da sind“. Es war auch nur ein kurzer Abstecher und so sind wir dann zurück zum Festgelände und haben uns dort mit einem Mittagessen belohnt.
Von Maupiti sollte es noch zur letzten westlichen Insel von FP gehen, nach Maupihaa (oder Mopelia). Auf dieser Insel leben laut letzten Angaben noch 9 Personen und diese ist so weit abgelegen, daß dort kein Versorgungsschiff mehr hinfährt. Sollte man als Segler dort hinfahren wollen, soll man vorher Kontakt mit Einheimischen aufnehmen, um Lebensmittel oder sonstige Dinge für die Bewohner mitzunehmen. Ich habe versucht, mit einer Angehörigen Kontakt aufzunehmen, erhielt aber keine Antwort. Unser Freund Pat teilte mir mit, daß er schon in Kontakt mit jemand steht und Ware mitnimmt. Also habe ich mich nicht mehr weiter bemüht.
Nach Maupihaa sind es etwa 100 Seemeilen, somit wollen wir gegen Mittag losfahren, um am nächsten Tag bei Tageslicht anzukommen. Auch in Maupihaa ist der Pass anspruchsvoll. Sehr schmal, lang und am Ende sind einige Korallenblöcke, so daß man mit guten Sichtverhältnissen einlaufen sollten.
So haben wir uns noch das deutsche Fußballdrama angetan, aber beschlossen, daß wir Verlängerung nicht vor Ort schauen, sondern dies nur unterwegs tun werden. Da geht uns zu viel Zeit verloren. Der Wind und Welle sollten uns gewogen sein, es war nichts Wildes vorhergesagt. Und es ging auch gut los. Aus dem Pass sind wir gut hinausgekommen; klar, die Strömung schiebt ja auch ordentlich hinaus. Wir konnten Segel setzen und bei Windstärke 3 und nur kleiner Welle gemütlich dahinsegeln. Aber wie immer: nie passt die Vorhersage so ganz. Der Wind steigerte sich langsam und auch die Welle wurde immer unangenehmer. Sind wir am Anfang mit 4 Knoten Fahrt bei vollem Großsegel und Genua gemütlich vorwärtsgekommen, haben wir am Abend die Genua komplett eingerollt, um sicher durch die Nacht zu kommen und hatten dann am Morgen eine Fahrt mit 6 Knoten auf der Logge stehen. So sind wir ordentlich durch die Nacht gefahren mit einer Welle die sich so langsam aufgebaut hat.
Kurz vor der Passeinfahrt haben wir dann die Genua wieder gesetzt und dafür das Groß heruntergeholt. In den Pass wollen wir mit einem einfach zu handhabenden Segel hineinfahren, das unseren Motor unterstützt, um gegen die Strömung anzukommen. Der Pass liegt auf der Westseite des Atolls, so daß wir zumindest aus der Dünung raus waren. Und es war wie in Maupiti auch, Verwirbelungen, kleine kabbelige See und ein wirklich schmaler langer Pass. Aber die beiden Riffkanten links und rechts sehr klar und gut zu sehen. Wir sind gegen 10.30 Uhr in den Pass eingefahren und hatten 3 – 4 Knoten Strömung gegen uns. Ein anderes Boot berichtete von 8 kn, die sie gegen sich hatten. Uns wurde dann auch bestätigt, daß es am besten frühmorgens ist einzufahren. Dann hat man wohl am wenigsten Gegenströmung, so wie es unseren Freunden von der Ounte Vas am Morgen ergangen ist. Diese lagen bereits vor Anker am nordöstlichen Ankerplatz.
Hier wohnt auch die derzeitig einzige Bewohnerin Faimanu mit ihrem 4jährigen Sohn Teunu und wartet bereits sehnsüchtig auf das Boot, das ihre Lebensmittel mitbringt. Wir haben sie am Nachmittag auch gleich besucht und Hallo gesagt. Sie hat uns ihr kleines Reich gleich gerne gezeigt. Normalerweise leben ihre Eltern auch noch hier, diese sind jedoch vor etwa 3 Wochen nach Maupiti zurück und sollten in ein paar Wochen wieder kommen. Solange ist sie ganz alleine mit ihren 2 Schweinen, 2 Hunden, Hühnern und Gänsen.
Wir haben ihr dann am nächsten Tag etwas von unseren Vorräten gebracht, damit sie wieder etwas Abwechslung hat. Sie könne keine Papaya mehr sehen, dies ist das Einzige Obst, das hier wächst. Wir sind dann auch zu einem Spaziergang über die Insel losgezogen, hier gibt es einen relativ guten Weg, der sich durch die ganze Insel zieht. Hier wurde früher Kopra erzeugt und einmal im Jahr 40 Tonnen davon mit dem Versorgungsschiff abgeholt, entsprechend ziehen sich hier kleine Wege über die Insel. Dies wurde jedoch vor 3 Jahren eingestellt, da das Unternehmen alle 3 Monate 40 Tonnen haben wollte, damit sich der Aufwand hierher zu fahren auch lohnt. Aber 40 Tonnen Kopra in 3 Monaten zu erzeugen, ist für eine Handvoll Bewohner nicht zu schaffen. Entsprechend keine Kopra und kein Versorgungsschiff mehr und auch keine Bewohner.
Nachdem wir von unserem Spaziergang zurückkamen, hat uns Faimanu bereits erwartet und uns zu einer Pizza zum Mittagessen eingeladen, um sich für die Lebensmittelspenden zu bedanken. Am Abend sind wir im Dunkeln gemeinsam mit 2 weiteren Booten und ihr auf Kokoskrabben-Jagd gegangen. Diese kommen nur im Dunkeln heraus und sollen eine Delikatesse sein. Schnell haben wir 5 Stück dieser imposanten Tiere gefangen (also gefangen hat sich eigentlich nur Faimanu, wir anderen waren nur Sucher). Zurück an ihrer Unterkunft kam jedes dieser Tierchen in eine große blaue Tonne, aus denen sie nicht fliehen können. Falsch gedacht, eine der großen Krabben war am nächsten Tag leider geflohen…Ihre blaue Tonne hatte ein paar kleine Löcher, an denen sie sich wohl hochhangeln konnte. Das sind sehr kräftige Tiere, die ihre langen Beine und Scheren gut einsetzen. Auch ein Finger ist da mal ganz schnell ab.
Die Kokoskrabben gab es dann am nächsten Abend zu Essen. Wir Segler haben Beilagen mitgebracht und Faimanu hat die Krabben gekocht. Jochen und ich sind etwas früher zu ihr rübergefahren. Wir wollten sehen, wie diese getötet werden (ein Stich zwischen die Augen) und zubereitet. Und ich muß sagen: seehr lecker. Da es sich ja um Landkrabben handelt, schmeckt hier nix fischig und das Fleisch ist relativ fest. Nur die viele Arbeit, sich das Fleisch zu erarbeiten ist doch mühsam. Da ist so ein Steak doch einfacher gegessen. Die Tage hier sind für uns mit die ereignis- und lehrreichsten. So haben wir an einem Tag auch gleich noch von Konrad und Gabi einen geangelten Fisch vorbeigebracht bekommen, haben bei Jeff und Isabell Maoa probiert (eine Schnecke, die auf dem Riffplateau aufgesammelt werden kann) und eben Kokoskrabben gejagt und gegessen.
Und zu guter Letzt kam dann noch der Schreckmoment, als wir die Nachricht bekamen, daß Konrad beim Angeln von einem Hai gebissen wurde und medizinische Hilfe bräuchte. Er hat dummerweise beim Angeln vom Dinghi aus beim Einholen eines Fisches seinen Fuß ins Wasser hängen lassen – und da hat ein Hai den Fuß mit dem Fisch verwechselt und zugebissen. So sind sie schnell mit dem Dinghi zum nächstliegenden Boot gefahren und haben dort um Hilfe gebeten. Alle Boote hier sind dann zusammengekommen, um zu helfen, haben telefonische Beratung eingeholt und beratschlagt, was zu tun ist. Jochen hat dann die Wunde mit Kochsalzlösung und Desinfektionsmittel gereinigt und verbunden. Konrad und Gabi sind dann auch gleich wieder mit dem Segelboot abgefahren und direkt nach Bora Bora in die Klinik, wo er dann versorgt wurde. Dabei wurden sie aber von der JRCC (Zentrum für maritime Such- und Rettungsoperationen) Tahiti telefonisch und mittels AIS überwacht; damit auch sicher war, daß unterwegs keine Probleme sind und sie sicher ankommen.
Das ist leider das Übel: normalerweise sind Haie zwar neugierig und kommen schon einmal auf einen zugeschwommen, wenn man beim Schnorcheln oder Tauchen ist. Aber sobald sie merken, daß da etwas Größeres ist, das nicht in ihr Beuteschema passt, drehen sie ab und sind halt einfach nur neugierig, wer da so durch ihr Wohnzimmer planscht. Anders mit zappelnden Fischen in der Nähe: So passieren leider auch immer wieder Unfälle, wenn Menschen mit Harpunen auf Fischjagd gehen. Ein zappelnder Fisch ist für einen Hai ein Anzeichen, daß dieser verletzt ist oder stirbt und ein einfaches Fressen ist. Und dann wird zugebissen. Daß da hintendran vielleicht die Hand, der Arm oder der Körper eines Menschen ist, kann der Hai ja nicht wissen.
Für uns stand dann auch noch ein Besuch auf der „Vogelinsel“ an. Ein kleines Motu hier, auf dem viele Vogelarten brüten und ihre Jungtiere aufziehen. Was ein Erlebnis. Noch viel mehr Vögel wie auf der Vogelinsel in Tikehau und eine Lautstärke!! Hier brüten die Vögel direkt auf dem Boden, da liegt das Ei einfach so rum. Sie haben hier halt keinerlei Fressfeinde. Hoffen wir mal, daß hierher keine Ratten und Co eingeschleppt werden, damit das auch so bleibt.
Für die geschichtlich Interessierten gibt es über Maupihaa auch etwas nachzulesen. Hier am Außenriff ist der deutsche Hilfskreuzer „Seeadler“ (ein Segelschiff) von Kapitän Felix Graf von Luckner im Ersten Weltkrieg aufgelaufen und gesunken. Dieser war ein Kaperfahrer, der sich selber den Namen „Seeteufel“ gegeben hat. Das Schiff lief aufgrund eines Ankerfehlers auf das Riff, Luckner hat jedoch später behauptet, es wäre durch eine durch ein Seebeben erzeugte Welle auf das Riff geworfen worden (wohl um sich und seine Offiziere zu schützen). Dies konnte später widerlegt werden. Im Jahr 2021 wurden die Reste durch das deutsche Forschungsunternehmen Submaris von Florian Huber untersucht. Hierzu gibt es auch ein You-Tube-Video. Wir konnten nicht dorthin, uns hat das Außenriff am Pass doch etwas zu viel Dünung und Strömung.
Dies ist nun die letzte Insel in FP für uns. Von hier aus werden wir dann die Segel wieder Richtung Westen setzen und die Insel Aitutaki anlaufen, die zu den Cook Inseln gehört. Und damit sind wir dann wieder im Englischsprachigen Raum unterwegs und verlassen den Einflussbereich Frankreichs.
Wir hatten eine schöne Zeit in Französisch Polynesien, viele verschiedene Inseln und Atolle gesehen mit so vielen unterschiedlichen Lebensformen der Menschen; von einfachsten Behausungen und Hütten zu schicken, gepflegten Villen auf den reichen Touristeninseln (und natürlich die schicken Hotelanlagen). Wenn man mit einem Pauschalurlaub auf eine dieser Touri-Inseln bucht, sieht man halt aber nur das schöne, hergerichtete und vorgeführte polynesische Leben, nicht das wirkliche Leben der Einheimischen widerspiegelt, welches wirklich sehr einfach sein kann. Das hält uns wieder einmal vor Augen, welch ein gemütliches, angenehmes Leben wir in Deutschland führen, wo jederzeit jedes Produkt innerhalb eines Tages verfügbar ist. Hier auf den Inseln wird teilweise wochen- und monatelang auf etwas gewartet.
Wir verlassen Maupihaa am Montagvormittag gegen 11 Uhr und planen für die Passage von etwa 360 Seemeilen 3 Tage Fahrt ein, so daß wir am Donnerstag auch bei Tageslicht ankommen sollten. In der Lagune hat sich über Nacht bei Südwind eine ordentliche Welle aufgebaut, so daß an Schlaf nicht viel zu denken war und wir froh sind, die Lagune jetzt zu verlassen – mehr kann es draußen auch nicht schaukeln. Die Passausfahrt war total easy, da dieser ja im Westen liegt und so vor der Süddünung durch das Riff und die Inselchen gut geschützt ist. Der Wind war natürlich wieder einmal stärker, als vorhergesagt und auch eine Welle war vorhanden, die uns schon etwas durchgewackelt hat – aber der Vorteil: wir konnten in den ersten 24 Stunden eine Strecke von 165 Seemeilen zurücklegen (wir rechnen ja immer mit 120) – das müsste unser neuer Rekord sein. Wenn wir so weitersegeln, sind wir ja schon nach 2 Tagen da…. Der Wind hat sich dann aber so langsam verabschiedet und dazu von Süd auf Ost gedreht, so daß unser Kurs immer leicht abgewichen hat.
Die Geschwindigkeit, die wir am ersten Tag gutgemacht haben, haben wir dann so langsam wieder eingebüst und mussten zum Schluß hin dann auch etwas bremsen, um nicht in der Nacht nach 2,5 Tagen anzukommen. So sind wir bei Sonnenaufgang an der Nordspitze von Aitutaki angekommen, um dann gemütlich den hier anzupeilenden Pass anzulaufen. Über die Passeinfahrt und das Einlaufen im Hafen dann mehr in unserem Bericht über die Cook-Inseln. Neues Land – neuer Bericht 😊





















































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