Monat: August 2026

Bergfest in Samoa

Irgendwo auf dem Weg von Niue nach Samoa haben wir den Längengrad 170° West überschritten. Da Hamburg bei ca. 10° Ost liegt, haben wir 180° voll und somit den halben Globus umrundet. Von den Längengraden aus gesehen kommen wir so jetzt wieder näher und entfernen uns nicht mehr. Noch dazu kommt, daß Samoa über der Datumsgrenze liegt. Wir sind jetzt nicht mehr im Tag zurück, sondern voraus, wenn man es von der Heimat aus betrachtet. Den 05.08.2026 gibt es bei uns nicht, den haben wir einfach übersprungen. Und als Sahnehäubchen jährt sich unsere Abreise am 11. August zum dritten Mal, während wir hier in Samoa vor Anker liegen mit etwa 22.000 Seemeilen auf dem Buckel.

Die Überfahrt von Niue nach Samoa war wohl die bisher angenehmste ihrer Art im Pazifik. Hatten wir bei der Abfahrt in Niue am Bojenfeld ordentlich Dünung und es war entsprechendes rollig, wurde dies auf offener See deutlich besser. Lediglich kurz nach dem Start zogen einige Wolkenfelder durch, die ordentlich Wind und etwas Regen in sich hatten. So war der Anfang etwas ruppig, da wir hoch am Wind unterwegs waren. Aber nach und nach beruhigte sich alles und wir konnten mit einem Westwind – jetzt auf Halbwindkurs – relativ gut Kurs auf Samoa anlegen und haben zu Beginn auch vernünftig Fahrt gemacht. Wir wussten im Vorfeld, daß der Wind auf Süd drehen wird, was für uns wieder etwas kreuzen vor dem Wind bedeutet, aber dafür haben wir die verhältnismäßig kleine Welle dann schön von hinten. Kein großartiges schlagen der Segel und wir werden schön geschoben. Bei diesem „Windwechsel“ schlief dieser auch etwas ein, so daß wir dann wieder etwas Strecke eingebüßt haben – das ist halt so: mal schneller, mal langsamer. Im Schnitt kommen wir doch immer wieder auf unseren Speed von 5 Knoten 😊

Am 2. Tag bei relativ gemütlicher Fahrt stellt Sabine dann fest „irgendwas passt da nicht!“, da das Boot plötzlich außer Kurs fährt und das Segel Geräusche von sich gibt. Es ist uns eine Steuerleine der Windfahnensteuerung gerissen und daher wurde nicht mehr korrekt gesteuert. Daher halt mal kurzzeitig ein Steuern per Hand (ja, wir sind echt faul geworden) und der Skipper repariert das Ganze mal eben unter beigedrehtem Boot. Und schon steuert unsere Moni wieder von alleine dahin, wo wir hinwollen. Zwischenzeitlich mußten wir auch unser Großsegel herunternehmen, da so wenig Wind war, daß nur noch schlagen angesagt war. Ohne Großsegel steht bei wenig Wind auch unsere Genua besser und zieht uns dahin.

Nach der 3. Nacht auf See kommen wir unserem Ziel näher und auch der Wind legt jetzt wieder zu, da das angekündigte Hoch ankommt und entsprechende Winde mitbringt. So machen wir wieder ordentlich Fahrt, aber auch die Dünung legt natürlich zu, auch geschuldet der Nähe zur Insel, und es wird wieder etwas ruppiger. Wir müssen Samoa halb umrunden, um unserem Ankerplatz in der Hauptstadt Apia anzusteuern. Auf Samoa ist nur hier ein Ankern erlaubt. So fahren wir auf der Nordseite bei einer Windstärke von 6 bft in Böen an Samoa’s Küste entlang, bis der Wind dann in der Abdeckung der großen Vulkanberge plötzlich weg ist (ebenso die Dünung) und wir den Motor anwerfen müssen.

Die Küste Samoa´s empfängt uns mit vielen Wolken

So können wir noch auf See unsere Segel herunternehmen und das Boot schon einmal soweit aufklaren. Denn, wenn wir vor Anker sind, kommen normalerweise die Behörden recht zügig ans Boot bzw. wollen mit dem Dinghy abgeholt werden. So werfen wir um cirka 14 Uhr unseren Anker im Hafen von Apia neben all unseren bereits wartenden Freunden aus den diversen WhatsApp-Gruppen, die schon für den heutigen Tag ein Sundowner-Treffen vereinbart haben.

Leider kommt an diesem Tag nur die Hafenbehörde an Bord und checkt uns ein. Da wir noch nicht offiziell eingereist sind, dürfen wir das Boot nicht verlassen und können nicht an diesem Sundowner teilnehmen. Dafür bekommen wir Besuch von einem Deutschen, der unsere TO-Flagge erkannt hat und seine Clubkollegen begrüßen will. Dirk aus Hamburg hat aus der Entfernung unseren Fetzen an Flagge erkannt ( große Leistung!!!!) und will Hallo sagen.

Von der Hafenbehörde bekommen wir auf nochmalige Nachfrage mitgeteilt, daß die anderen Behörden am nächsten Tag kommen würden und wir über Funk eine Mitteilung erhalten würden. So sitzen wir am nächsten Morgen im Cockpit beim Frühstück, als wir sehen, daß sich uns ein Boot nähert. Keine Info, aber plötzlich 4 Mann auf dem Boot. Auch wenn man alle Formulare die man schon im Vorfeld per Mail geschickt hat, nochmal von Hand ausfüllen muss, geht alles schnell und entspannt von statten. Die Einwanderungsbehörde nimmt noch unsere Ausweise mit, die wir später im Büro wieder abholen sollen. Nachdem wir unser Frühstück dann final beendet hatten, machten wir uns auch gleich auf dem Weg, um unsere Dokumente wieder abzuholen und die Stadt etwas zu erkunden.

  • Die Kathedrale sehen wir direkt vom Ankerplatz
  • Beeindruckendes Innere
  • und die Kuppel
  • Markthalle von Apia
  • alle anwesenden Boote beim gemeinsamen Abendessen

So fanden wir auch gleich einen Laden, der Sabines Handy wieder zum Leben erwecken kann – das Batterielademodul hatte sich verabschiedet. Anschließend gibt es noch die obligatorische Runde mit dem Dinghy zu unseren Nachbarliegern. Altbekannte treffen wir wieder sowie neue Crews. So vereinbaren wir auch gleich mit der Matatoa zusammen einen Leihwagen zu nehmen, um Besorgungen zu erledigen sowie die Insel zu erkunden. Nachdem ich ja schon erste Erfahrungen mit dem Roller und Linksverkehr in Aitutaki hatte, kommt jetzt das mit dem Auto dran. Der Verkehr klappt ganz gut, nur mit der Bedienung tue ich mir etwas schwer. Blinker- und Scheibenwischhebel sind ebenfalls vertauscht und der Wischer ist mehr in Aktion als bei den Verhältnissen nötig 😉. Die ersten beiden Tage gehen für die besagten Besorgungen drauf, danach machen wir zwei Tage Inselrundfahrt. Der Tag beginnt mit dem Besuch des Robert-Louis-Stevenson-Museum, der Schriftsteller (er hat unter anderem „Die Schatzinsel“ geschrieben) hat die letzten Jahre seines kurzen Lebens hier gelebt. Sein altes Anwesen, das auch mal Gouverneursunterkunft war, ist sauber gepflegt und in dem Haus gibt es viele der alten Gegenstände und sehr viele Fotos zu sehen. Danach gibt es noch eine Wanderung zu seinem Grab, das auf dem nahegelegenen Berg liegt. Die schöne Wanderung geht durch den Wald und oben gibt es noch eine schöne Aussicht zu genießen. Da hier auch viele der Sehenswürdigkeiten auf privaten Grund sind, wird natürlich auch Eintritt verlangt. Wir finden einen Wasserfall mit Bademöglichkeit, der frei zugänglich ist. Die Erfrischung in dem Süßwasserpool ist nach einem langen Tag sehr erholsam und zu genießen.

An Tag zwei starten wir mit einer Erfrischung. Auf dem Gelände einer Kircheneinrichtung sind die Preise mit 5 Tala pro Person und 10 für das Auto noch erträglich (3Tala entsprechen einem Euro). Der Süßwasserpool speist sich hier aus einer kleinen Grotte. Auf der Weiterfahrt halten wir noch hier und da an, um die Schönheit der Insel zu genießen. Am Nachmittag noch ein kurzer Spaziergang zum MA-Tree. Der beworbene Baum stellt sich als schon abgestorben heraus, die Abmessungen der Reste aber nicht minder beeindruckend. Auch die Nachkommen in der Umgebung geben sich alle Mühe dem Vorbild nachzukommen und haben schon eine entsprechende Größe. Der Schlusspunkt an diesem Tag ist der Baha’i-Tempel, einer von 8 kontinentalen „Muttertempeln“ mit ihren beeindruckendem Kuppeldesign. Die Baha’i-Religion glaubt an einen einzigen Gott, an den alle großen Religionen nach ihrer Überzeugung glauben. Die Tempel haben üblicherweise neun Seiten und neun Eingänge, die die Offenheit für alle Menschen und Religionen symbolisiert. Es gibt keine Predigten, sondern es wird aus allen (!!) heiligen Schriften der Weltreligionen gelesen. Es gibt keine Vorurteile hinsichtlich Rasse, Nation, Geschlecht oder dergleichen. Wir fanden im dortigen Tempel die Bibel, die Thora und auch den Koran ausliegen. Apropos Kirche, die Kirchendichte hier auf Samoa ist enorm, noch nie habe ich so viele Kirchen wie hier gesehen.

Juliet und Gordi machen Tags darauf eine Pause, wir entschließen uns eine Wanderung zum Lake Lanotoó zu machen. Der Kratersee liegt in einem Naturschutzgebiet und ist über einen, ich sage mal, vor langer Zeit angelegten Weg zu erreichen. Die Stufen und Geländer, die mal angebracht worden sind, sind schon sehr in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie überhaupt noch vorhanden sind. Der Steg, der am See installiert wurde, ist entsprechend verfallen – leider. Schön war die Tour trotzdem. Zur Abkühlung und Reinigung unserer Füße und Beine fahren wir nochmal zum Wasserfall vom ersten Tag weiter, der nicht allzu weit weg ist.

Für die darauffolgenden Tage haben wir den Besuch der Nachbarinsel Savai‘i auf den Plan. Hierfür hat Juliet eine Unterkunft ausgesucht, Fale`s direkt am Strand. Es sind einfache Hütten inclusive Frühstück und Abendessen, die zu einem kleinen Preis zu bekommen sind. Wir starten am Morgen mit der Fahrt zur Fähre, die dann auch mit uns pünktlich ablegt. Mit dabei sind noch Rob und Margie von der Silverwind, sie haben sich einen Leihwagen auf Savai‘i gemietet. Zur Fähre hatten sie sich ein Taxi genommen, die Preise hierfür erschwinglich. Drüben angekommen, lassen wir es entspannt angehen, gehen erst einmal einen Mittagssnack zu uns nehmen, bevor es zur nächsten Süßwasserquelle geht. Mit dem vielen Salzwasser um uns herum ist so etwas eine beliebte Angelegenheit bei Seglern😊. Die Verhandlungen über den Eintrittspreis sind dann etwas amüsierend. Sie beginnen bei 10 Tala, gehen dann auf 25 Tala (pro Person versteht sich) und letztendlich bezahlen wir 5 Tala. Über einen Fußweg geht es zur Quelle, von der wir dann den Rückweg schwimmend zurücklegen. Ein kleiner Fluss, der quasi durch eine Art Mangrovenwald führt. Weiter geht es anschließend zu unserer Unterkunft und wir beziehen Quartier. Jede Crew bezieht ihr eigenes Fale, einfache Holzhütten die an den Seiten Jalousien aus Bambus oder anderen Naturmaterialien zum runterlassen haben, ausgestattet mit Matratze, Moskitonetz und direktem Blick auf´s Meer. Neben den Badhäusern die mit Toilette und Dusche glänzen können, gibt es noch ein Gemeinschafts-Fale, in dem das Essen gemeinsam eingenommen wird. Pünktlich um 19 Uhr schlägt die Glocke, die alle Besucher zum Essen ruft. Das Essen wird auf dem Teller serviert und beinhaltet verschiedene lokale Köstlichkeiten, die sehr lecker sind. Da wir alle ziemlich müde sind fallen wir recht bald ins Bett, den um 8 Uhr kommt der nächste Glockenschlag für das Frühstück. Auch hier wieder „Regional“, wir beide als Süß-Frühstücker müssen uns etwas umstellen, aber lecker ist es trotzdem, ausreichend sowieso. Da Juliet und Gordie einen Strandtag einlegen wollen trennen sich unsere Wege, Strand und schnorcheln können wir ja quasi überall, wir wollen uns die Insel anschauen.

So ziehen wir los und machen den ersten Stop bei den „Blow Holes“. Eigentlich nur ein paar Löcher im vulkanischen Ufergestein, die von der Dünung gespeist werden und hohe Wasserfontänen in die Höhe schießen lassen, aber schön anzusehen, was uns Mutter Natur da wieder mal gebastelt hat. Nach dem obligatorischen Halt an einem Strandrestaurant für einen Mittagssnack geht es weiter zu einer Ruine der Missionarskirche, die durch die massiven Wellen von Hurrikan Ofa im Februar 1990 zerstört wurde. Bei der Abfahrt werden wir noch aufgehalten und sollen 10 Tala pro Person für den Besuch bezahlen, zum Glück war Sabine im Auto sitzen geblieben 😉. Weiter geht´s zu einer Lavahöhle die auf privaten Grund ist, auch hier wieder 20 Tala p.P. Aber die sind wenigstens gerechtfertigt. Ein schön angelegter Weg führt durch den Garten zur Höhle. Die Höhle selbst ist ca. 5 km lang. Man darf ohne Führer nur die ersten 500 m betreten, leider ist heute kein Führer da, wahrscheinlich muss man vorher buchen oder es hatte gerade keiner Zeit/ Lust, wir wissen es nicht. Unsere Stirnlampen, die wir dabei haben sind fast etwas zu schwach, die Lava schluckt viel von dem Licht, das zur Verfügung gestellt wird. Wenn man die Höhle betritt, vernimmt man ein permanentes Klicken, was – nicht wie zu vermuten lässt von Fledermäusen stammt; nein es sind schwalbenartige Vögel, die hier ihre Nester haben und sich so orientieren. Es scheint aber nicht so gut wie bei den Fledermäusen zu funktionieren, wir werden einige mal angerempelt. Nach den 500 m kehrt man freiwillig um, die Höhle teilt sich und zwei Schlunde führen in die Tiefe, während ein Großer auf gleicher Höhe weiter geht, aber nur auf einen schmalen abschüssigen Streifen, den selbst ich ohne Sicherung nicht weiter gehen würde. So geht es auf gleichem Weg zurück und mit dem Auto zu unserer Unterkunft. Jetzt nehmen auch wir noch ein kurzes Bad im Meer, um unseren Schweiß vom Tag abzuwaschen und lassen den Tag Revue passieren. Nach dem Abendessen kommt noch eine Tanz- und Feuervorführung einer Gruppe aus dem Ort, immer wieder unterschiedlich aber schön anzusehen.

Unseren letzten Tag lassen wir dann entspannt beginnen. Wir verabschieden uns noch bei allen, die wir hier kennengelernt haben bevor wir zu einem Wasserfall aufbrechen, bei dem man auch schön baden kann. Auch hier wieder Privatgrund und diesmal 10 Tala zu berappen. Ein schönes Schwimmbecken mit einem ordentlichen Fall erwartet uns, die umgebene Natur gibt ihr Bestes dazu. In dem Wasser entdecke ich zahlreiche Süßwassergarnelen, die sich hier zwischen den Füßen der Gäste tummeln. An dem Wasserfall kann man auch über die Felsen auf die Rückseite dessen gelangen und in die Fluten springen. Bis wir uns wieder aus dem Wasser begeben ist auch schon wieder Mittag. So halten wir auf dem Rückweg zur Fähre noch bei einem Imbiss an bevor wir Abschied von Savaii nehmen.

Ansonsten haben wir am nächsten Tag noch bis zum Mittag den Wagen um letzte Besorgungen zu machen, die Abfahrt zum nächsten Inselstaat steht schon bevor. Gemeinsam mit den anderen Booten genehmigen wir uns einen letzten Sundowner in der naheliegenden Bar und gönnen uns beiden ein letztes Abendessen in einem Restauraunt, dem „Paddles“ – echte italienische Küche in Samoa! Und es hat auch nach Italien geschmeckt!

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Berveridge Reef und Niue

Die Überfahrt von Palmerston zum Beveridge Riff war, so sage ich mal, sehr wechselhaft. Zuerst hatten wir ordentlichen Wind mit einer nicht allzu hohen Welle. Leider waren die Wellenabstände wieder verhältnismäßig kurz, was es etwas unangenehm werden lies. Aber wieder war es ok und wir kommen gut vorwärts. Vor Einbruch der Dunkelheit, nach 30 Stunden unterwegs, kommt dann wie angekündigt das erste Flautenloch. Die Genua wird eingerollt und unser Motor treibt uns für die nächsten 6 Stunden an, bevor zum Wachwechsel der Wind wieder zurückkommt. Sabine hat dann aber bei ihrer Wache einiges zu tun mit Segel rauf und runter, Wind von hier und da, hoch und niedrig, Maschine aus und an. In den Morgenstunden zu meinem Wachbeginn beruhigt es sich und wir kommen wieder mit der Kraft des Windes voran. Nur leider dreht er noch zu unseren Ungunsten und kommt jetzt fast von da, wo wir hinwollen. Geht halt mit einem Segelboot nicht, wir fangen an zu kreuzen. Nach zwei Schlägen entscheide ich, mit der Maschine weiter zu fahren, zu schwach ist der Wind und die Welle noch zu groß. Wir machen kaum Strecke gut. Mit der Situation von den letzten Stunden muss die nächste Entscheidung fallen. Zwar dreht der Wind weiter und wir können später wieder mit genug Wind segeln, doch leider wird die Ankunft am Riff am sehr späten Nachmittag sein.

Eine Einfahrt durch den Pass wollen wir in der Dunkelheit nicht wagen, auch wenn dieser als einfach beschrieben ist, aber da wollen wir unser Glück mal nicht herausfordern. Ansonsten müssten wir uns dann die ganze Nacht treiben lassen, auch blöd bei den Bedingungen. So beschließe ich mal kräftig auf die Bremse zu treten, das Großsegel kommt runter und die Genua wird gerefft. Schließlich geht es dadurch bei mittlerweile guten Winden doch langsam voran. In der Nacht nimmt der Wind dann auch wieder ab, das hilft zusätzlich. Letztendlich sind wir im Morgenlicht noch ca. 5 sm vom Atoll entfernt. Genau jetzt lässt uns der Wind ganz im Stich, unserer Eisengenua (der Motor 😊) muss wieder ran.  Wenn man sich dieses Gebilde auf der Seekarte anschaut ist es schon unglaublich. Dieses Atoll, mitten im Nirgendwo, hat eine Größe von etwa 4 auf 6 Kilometern und steigt aus einer Tiefe von 5000 m auf kürzester Strecke auf. Würde man das mit etwas Bildlichem vergleichen, wäre es einer der alten Industrieschornsteine, die der ein oder andere noch kennt, nur halt im Format Super XXL. Schaut man sich Deutschlands höchsten Berg an, die Zugspitze, die nicht einmal 3000 m hoch ist und dann noch Garmisch das auf 700 m liegt, sieht man letztendlich 2300 m Berg. Dieser Unterwasserberg ist mehr als doppelt so hoch und so steil, daß sich wohl jeder Bergsteiger die Zähne daran ausbeißen würde.

Dann heißt es auch Land in Sicht, oder auch nicht. Lange sieht man gar nichts, nur auf dem Plotter ist da etwas zu sehen. Bei der Annäherung erkennt man dann nur die brechende Brandung an der Außenseite. Landmasse sucht man hier vergeblich, alles ist knapp unter der Wasseroberfläche. Einzig, es soll bei Ebbe eine kleine Sandbank in der Nordwestecke geben. Als wir uns von der Nordseite nähern, sehen wir auch, daß die von Süd kommende Dünungswelle aufhört. Dafür fängt das Wasser regelrecht das Kochen an und Strömungswirbel sind zu erkennen, wieder unglaublich wenn man bedenkt, welche Wassermassen sich hier um diesen Schornstein bewegen. Wir biegen auf die Westseite ab, als sich unsere Angel meldet und die Schnur schnell ausrauscht. Ach ja, da war ja was. Als ich den Motor angeworfen habe, dachte ich mir noch wir könnten es wieder einmal versuchen, hier was zu fangen, die Bedingungen sind ruhig, wenn nicht hier, wo dann und habe den Köder ausgebracht. Leider hatten wir unseren beiden letzten Fische verloren, ob es heute klappt?

Ich merke, daß der Fisch wieder nur in die Tiefe zieht, das hatten wir zuletzt in den Marquesas mit einem Gelbflossenthun. Wir reduzieren etwas die Geschwindigkeit und nach etwa einer halben Stunde können wir ihn das erste Mal erblicken. Es ist wieder ein Gelbflossenthunfisch und was für einer. Jetzt kämpfen wir zu zweit, um ihn an Bord zu bringen. Nach weiteren 20 Minuten ist auch das geschafft, unsere Bordküche hat wieder eine Bereicherung. Wir sichern den Fisch erst einmal an Deck, wir stehen mittlerweile direkt vor der Passeinfahrt.

unser Fang des Tages
unser Fang des Tages

Auch hier steht wieder eine kurze, steile Welle in der Einfahrt, die durch das ausströmende Wasser verursacht wird. Schaut letztendlich schlimmer aus als es ist und wir kommen mit 3 Knoten Gegenstrom durch den Pass, der hier verhältnismäßig breit ist. Im Inneren haben wir eine fast durchgängige Tiefe von 10 m und man erkennt schon wären der Fahrt den Grund sehr klar. Wir werfen unseren Anker dann an der Südostecke in 8 m Tiefe, klaren soweit das Boot auf, um gleich mit dem Zerlegen unseres Fanges zu beginnen. Zuvor muss aber noch schnell ein Bad in dem Wasser sein, das Klarste was wir bisher auf der Reise hatten. Nur der Einstieg ins Wasser gestaltet sich schwierig. Zur Begrüßung kreisen gleich mal drei Grauhaie um unser Boot. Die sind aber so neugierig, daß man aufpassen muss, ihnen nicht auf den Kopf zu treten, ein etwas mulmiges Gefühl. Ich taste mich langsam die Leiter hinunter, Flossen voraus. Sie kommen nah, sehr nah. Ich warte einen Augenblick, bis sie wieder etwas Abstand nehmen bevor der nächste Schritt kommt. Im Wasser muss ich sie noch mit den Flossen auf Abstand halten bis der Abstand wieder größer wird, jetzt traut sich auch Sabine ins Wasser. Wir kontrollieren noch den Anker, immer mit Blick zu den Haien. Aber weit muss man da nicht schwimmen. Das Wasser ist so unglaublich klar, das wir den Anker in 40 m Entfernung schon vom Boot aus gut sehen. Ich schwimme noch das Umfeld ab, um zu sehen ob es Problem beim schwojen geben könnte. Aber die Bommis, die wir vom Boot aus gesehen haben, sind alle sehr tief, das klare Wasser täuscht hier ungemein.

Zurück am Schiff fangen wir dann wirklich an, den Fisch zu verarbeiten. Die Reste gehen natürlich ins Wasser und sind sehr schnell entsorgt, in das Wasser sollte jetzt erstmal keiner zum Schwimmen😊. Während Sabine sich mit dem erstmaligen Einkochen von Fisch widmet (es ist zu viel, um alles gleich zu essen) klare ich final das Boot auf. So verbringen wir hier noch entspannte Tage in der Einsamkeit, wobei am nächsten Tag noch Pat auftaucht, den wir seit Morea kennen. Er ist auf direktem Weg von Aitutaki gekommen. Viel kann man hier nicht anstellen. Landmasse ist absolute Fehlanzeige, da bleibt nur noch schnorcheln übrig. Wir sind zweimal mit Fred unterwegs, um am Pass zu schnorcheln und statten dem kleinen Wrack des ehemaligen Fischerbootes einen Besuch ab. Im Pass sehen wir zahlreiche Haie, die wie schon gewohnt alle sehr nah kommen, um mal zu schauen und dann wieder abdrehen. Als gleich mal 15 Stück auf einmal auftauchen, wird es Sabine zu viel, sie war dann schnell im Dinghy verschwunden. Ansonsten war da noch ein großer Schwarm an nicht kleinen Barracudas zu bewundern neben den üblich verdächtigen Fischen, die zum Teil im großen Schwarm auftauchten.

schnelle Resteverwertung am Riff

Bei den vielen dunklen Flecken, die wir bei der Einfahrt beobachtet haben, stellte sich heraus, daß es meist nur ein dunkler Untergrund war. Korallenbommis wie wir sie kennen gab es nur wenige und dann auch sehr klein, schade. Ein Tag war auch komplett verregnet, an dem wir einige kleine Arbeiten ab Boot erledigt haben. Ansonsten war dann nach vier Tagen die Abreise geplant, weiter geht’s nach Niue.

Der kleine Inselstaat gehört zu Neuseeland, ist aber eigenständig. Für uns ist es der letzte Stopp bevor es über die Datumsgrenze geht. Die Überfahrt ist mal wieder bescheiden. Die Winde sind so wechselhaft, daß wir kein Setup für unsere Windsteueranlage finden, unsere Kurslinie schaut schlagenförmig aus. Man könnte meinen, da wäre jemand volltrunken unterwegs gewesen. Es beruhigt uns etwas, daß es Pat, der zusammen mit uns gestartet ist und das gleiche Ziel vor Augen hat, auch nicht besser ergangen ist. Angekommen sind wir aber beide und liegen nun an einer der Bojen, die vor der kleinen Inselhauptstadt Alofi angebracht sind und die wir im Vorfeld gebucht haben. Zur Begrüßung haben wir noch bei der Anfahrt springende Buckelwale gesehen und nahe ans Bojenfeld kommen sie auch um hallo zu sagen. >Niue ist die Spitze eines erloschenen Vulkans und mit 261,46 km² Fläche eines der größten gehobenen Atolle der Welt. Es erhebt sich etwa zwischen 4000 und 5000 Meter über den Meeresgrund (Wikipedia)<, alles andere könnt ihr selbst dort nachlesen😉. Wir melden uns über Funk an und sollen dann am nächsten Tag mit dem Dinghy an Land kommen für den Papierkram, es ist halt schon wieder Nachmittag. So bleiben wir an Bord und checken die Lage vom Schiff aus. Wie wir feststellen, haben wir wieder den Jackpot gezogen, es ist Hauptsaison auf der Insel und kein Leihwagen verfügbar, alles ausgebucht. Die Insel lebt vom Tourismus und jetzt, wo die Wale da sind, ist zur Walbeobachtung halt alles voll. Das Wetter ist noch für ein paar Tage stabil, danach kommt kräftiger Wind für eine lange Zeit, so die Vorhersage. Wir wollen gleich unsere Boje noch für ein paar Tage verlängern, geht auch nicht, auch alles ausgebucht, scheiße sag ich da nur. Eigentlich wollten wir hier etwas länger verweilen, schmeißen aber alles über den Haufen und planen um. Schließlich machen wir am Morgen zur vereinbarten Zeit Fred startklar und begeben uns Richtung Pier, an dem uns die nächste Herausforderung erwartet. Hier in Niue werden jedes Mal und alle (!) Boote mit einem Kran an Land gehoben. Während der Zufahrt können wir uns die Handhabung schon bei einem der Ausflugsboote für die Walbeobachtungen anschauen, der vor uns an der Reihe ist. Wieder eine neue Erfahrung und erstmal spannend, einmal gemacht, aber ganz easy zu bewerkstelligen.

Begrüßung am Bojenfeld

Alle Offiziellen stehen bereit und alles geht entspannt und zügig von statten. Mit den neuen Gegebenheiten wollen wir uns schon wieder am Sonntagabend verabschieden. Da es Donnerstag ist, Freitag ein Flieger kommt, so daß die Immigration keine Zeit für uns hat und Samstag/ Sonntag nicht gearbeitet wird, vereinbaren wir auch gleich wieder einen Termin für die Ausreise. Dazu sollen wir später noch ins Büro kommen, was wir dann auch erledigen. So schlendern wir noch etwas durch den Ort, bevor wir uns am Abend zum Essen begeben in dem Yachtclub hier, ein Yachtclub ohne Boote und Hafen. Heute gibt es dann noch zufällig etwas Livemusik zum Essen. Nach einem kleinen Regenschauer sitzen wir dann mit einigen Einheimischen am Tisch und unterhalten uns etwas. Wie üblich das woher und wohin und wie uns die Insel gefällt und was wir uns alles noch ansehen. Wir erklären unsere Situation, daß es keine Autos zum Ausleihen gibt und wir so nichts weiter anschauen können. Da kommt der Vorschlag, wir könnten doch am Samstag ihren Wagen nehmen. Das ist ja mal eine Ansage, wir freuen uns wie Schneekönige. Sie müsse nur abklären ob jemand anderes aus der Familie den Wagen braucht, wir tauschen Kontakte aus. Leider bekommen wir weder eine positive noch eine negative Rückmeldung, wie schade. So unternehmen wir noch an den folgenden Tagen zwei Wanderungen im Umfeld zum Hafen und genießen das, was geht. Vom Boot aus schnorchel ich noch die Küste ab, das klare Wasser lädt dazu ein. So kann ich auch die endemische Seeschlange beobachten. Außerdem noch Adlerrochen und sehr viele der Rifffische die hier ansässig sind. Leider sehen wir keine der Wale mehr im Umfeld vom Boot, einzig am Abend als wir vom Landausflug zurück waren, hören wir den lauten Walblas eines Kollegen, der zwischen unserem Boot und der Küste entlang schwimmt. Sehen tun wir ihn nicht, da es schon zu Dunkel ist.

Wie gesagt planen wir die Abfahrt für Sonntagabend und eigentlich müssten wir die Boje um 10 Uhr verlassen. Wir fragen im Büro nach und bekommen den Kontakt von dem Boot, das unsere Boje übernimmt, zum Glück plant er erst spät anzukommen. Wir vereinbaren in Kontakt zu bleiben und er meldet sich, wenn er in der Nähe ist – solange können wir bleiben. An unserem Abreisetag hat dann der Wind auf West gedreht, es ist wie vorhergesagt nur schwachwindig, aber das Bojenfeld ist sehr rollig, da es nach Westen komplett offen ist. Wir wollen am Mittag noch an einem Buffet teilnehmen, um uns nochmal für die Überfahrt zu stärken. Das wird eine spannende Angelegenheit bei diesen Bedingungen mit dem Dinghy an Land zu kommen. Aber nachdem wir ja schon einige mal am Kran üben konnten, meisterten wir auch das ohne Zwischenfälle. Zurück am Boot musste dann der Außenborder und das Dinghy an Deck gebracht werden. Unter diesen schlechten Bedingungen hatten wir das auch noch nicht, aber auch hier; Ende gut, alles gut. Jetzt kommt auch die Nachricht von dem Folgeboot unserer Boje, daß er keinen Stopp in Niue einlegt und direkt weiter fährt, das Wetter für die nächsten Tage hat seine Entscheidung geändert. Kurz darauf kommt auch die Info vom Büro, daß wir länger bleiben können, aber unser Entschluss ist gefasst und wir ziehen weiter. Zu lange müssten wir auf das nächste Wetterfenster warten und ohne Leihwagen macht es auch keinen Sinn. So heißt es um 16 Uhr: Leinen los mit Ziel Samoa.

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Willkommen in den Cookinseln

Die Cook´s bestehen aus 15 Inseln, die über ein recht weites Gebiet verstreut sind (236,7 km² Landfläche und insgesamt 1.969.553 km² Wirtschaftszone lt. Wikipedia). Es gibt insgesamt nur 3 Einreisehäfen, wir entscheiden uns für Aitutaki, da dies am ehesten auf unserer Route liegt. Die Cookinseln sind ein unabhängiger Staat, aber eng an Neuseeland verknüpft und alle Bürger sind Neuseeländische Staatsangehörige. Auch die Währung ist der neuseeländische Dollar, wobei es aber eigene Münzen und Scheine der Cooks gibt, die nur hier anerkannt sind. Dabei handelt es sich bei den Münzen auch um begehrte Sammlerstücke, da z.B. die 2-Dollar-Münze dreieckig ist. Wir sind jetzt definitiv auch in „Rugby“ angekommen – ab hier wird dies wohl der Nationalsport sein.

Soviel zum Thema Cookinseln. Wer interessiert ist, kann gerne selbst nachlesen. Daher nun zu Aitutaki. Diese Insel ist ein Urlaubsgebiet der Neuseeländer und Australier mit einigen schönen Hotelanlagen. Hier wird viel Wassersport angeboten: Schnorcheln, Tauchen, Surfen, Kiten, Wingfoilen…. Wir selbst dürfen mit unserem Fred leider nicht in der Lagune umherfahren und selbst erkunden. Dies ist hier verboten. Angeblich zum Schutz des Riffes, aber doch hauptsächlich, um den Einheimischen einen Verdienst zu ermöglichen. Eine einzelne Taxifahrt zur „Honeymooninsel“ schlägt gleich mal mit 30 € einfach pro Person zu. Wir verstehen natürlich das Interesse, den Einheimischen eine Verdienstmöglichkeit zu gewähren – aber dafür sind wirklich genug Pauschaltouristen hier. Die paar Segler würden nicht weh tun, wenn die selbst herumfahren könnten.

Die Passeinfahrt ist noch gar nicht so lange für uns zu befahren. Die ursprüngliche Tiefe betrug nur knapp über einen Meter. Die Insel setzt seit einiger Zeit auch auf die Segler, so wurde die Einfahrt bereits auf 4 m Tiefe ausgegraben und der Hafen soll jetzt nach und nach auch fertig gestellt werden. Wir kommen quasi mitten in der Baustelle an, alles verändert sich täglich und man muss schauen, wo man sich ein Plätzchen ergattern kann. Die Einfahrt selbst ist unter den Seglern schon etwas berüchtigt, schmal, lang und mit viel ausgehender Strömung. Für uns heißt es da das richtige Timing zu treffen. Ist man erst einmal drin, gibt es kein zurück mehr, kein Platz für Experimente. Der Hafen selbst benötigt anlegen nach patagonischer Art (oder offiziell: römisch-katholisch wie im Mittelmeer): Anker schmeißen und dann rückwärts an den Rand und Landleinen über das Heck ausbringen. Was sind wir froh, unsere langen Leinen noch zu haben. Alles wird schon draußen vor dem Atoll vorbereitet, drinnen muss es schnell gehen. Über die örtliche WhatsApp-Gruppe gibt man Bescheid, wann die Ankunft ist – ein paar helfende Hände für die Leinen stehen dann bereit.

Aitutaki Hafenbaustelle, in der Mitte wird derzeit eine Mole für den Bagger aufgefüllt, damit alles ausgebaggert werden kann. Leider haben wir vergessen ein Bild von unserem Platz zu machen. Wir liegen links vom Bild und an den Betonblöcken, die man in der Mitte sieht werden die Landleinen befestigt.

Wir kommen so langsam zur Passeinfahrt, wo soll die bitte wieder sein, wir verlassen uns wieder blind auf die Seekarten. Und siehe da, da taucht sie auf. Verdammt schmal und im Außenbereich brodelt das Wasser von der ausgehenden Strömung. Wir bergen noch unsere Genua, das Großsegel war schon weiter draußen runtergekommen, drinnen ist einfach kein Platz und keine Zeit, um es zur Unterstützung gegen die Strömung oben zu lassen. Die Maschine muss genügen. Die Anspannung steigt, je näher unser Zuhause dem Pass kommt. Die waschbrettartigen Wellen sind erreicht und wir werden auch gleich von der Strömung gebremst, da muss noch mehr Gas gegeben werden. Sobald das Außenriff erreicht ist beruhigt sich gleich das Wellenbild, aber die Strömung steigt und steigt. Jetzt gebe ich schon fast Vollgas und wir kommen gerade mal so auf 1 kn Fahrt über Grund vorwärts. Die ein oder andere Kurskorrektur in der schmalen Spur muss auch noch sein, bevor nach 100 m die Strömung so langsam wieder abnimmt und das Gas so langsam wieder reduziert werden kann. An der Seite stehen einzelne Stangen, nach denen man sich richten kann, die Riffkante ist aber auch so gut zu erkennen. Nach 500 m ist dann auch der erste Spuk vorbei und die Anspannung fällt etwas ab. Jetzt kommt noch das Anlegen. Im Vorfeld hatten ich schon abgestimmt, wo ich mich hinlege, ein paar aktuelle Drohnenaufnahmen von anderen Seglern erleichtern die Orientierung. Die helfenden Hände stehen am Ufer auch schon bereit, wir lassen den Anker fallen und ich ziehe zurück, während Sabine noch entsprechende Ankerkette auslässt. Der Anker scheint auch gleich gut zu halten, jetzt noch schnell den Steuerstand verlassen und die vorbereiteten Landleien zum Ufer werfen. Die erste Leine ist an einem der Betonblöcke fest, das war es. Für den Rest haben wir dann etwas Zeit, die Anspannung fällt ab. Gut das wir das schon einige Male in Patagonien geübt haben, alles läuft perfekt. Wir bringen noch die zweite Landleine aus und richten das Boot aus. Während wir das Boot aufklaren, steht schon der erste Beamte von der Biosecurity in den Startlöchern. Wir hatten uns draußen über Funk bei der Port Control angemeldet und die freundliche Dame am anderen Ende hat schon alle Behörden organisiert, so soll es sein. Für den Beamten müssen wir aber erst einmal unser Dinghy Fred zu Wasser lassen, damit er zu uns an Bord kommen kann, wird sind halt noch nicht so weit. Kein Problem kommt es vom Ufer, dann komme ich später nochmal vorbei, sehr freundlich. Eine halbe Stunde später sind wir dann soweit und der Beamte steht auch wieder da. Er setzt über und kommt an Bord. Wir werden aufgeklärt das keine mitgebrachten Lebensmittel an Land gebracht werden darf, genauso wie auch der Müll. Einzig hier gekaufte Gegenstände dürfen in den Müll kommen. Er macht noch einen Rundumblick durch das Boot, das war`s auch schon. Er nimmt noch den aktuellen Müll den wir an Bord haben mit und verabschiedet sich. Kurz darauf kommt noch Bob vom Zoll und die Dame von der Gesundheitsbehörde vorbei. Alle sehr freundlich und entspannt. Was es heißt hier krank anzukommen, erfahren wir einige Tage später. Ein kleines Kreuzfahrtschiff legt sich draußen vor Anker und fährt einige Stunden später wieder ab. Wie wir erfahren haben, gab es wohl 6 kranke Personen an Bord, so wurde dem ganzen Schiff die Anlandung verweigert, konsequent kann man da nur sagen. Nach den ganzen Formalitäten dürfen wir auch offiziell das Land betreten, was wir dann auch nutzen. Aber erstmal um unseren Freunden Isabell und Jeff von der „Ouante Vas“ beim Festmachen zu helfen. Sie kommen etwa 3 Stunden später nach uns an. Ich hatte sie schon benachrichtigt über die Örtlichkeiten hier. Auch sie schmeißen den Anker, der aber nicht hält. Erst beim zweiten Versuch scheint er zu greifen. Die Leinen werden versucht an Land zu schmeißen, aber leider ein einziges Leinenchaos, ich komme an Bord um zu helfen. Wir schaffen es gerade so das Schiff in Position zu halten bis das Chaos entwirrt ist und das Schiff sicher vertäut ist. In dem Moment, als die Beiden ihr Dinghy zu Wasser lassen, löst sich ihr Anker erneut. Ich gebe Isabell Anweisungen wie sie das Boot in Position halten kann. Wir machen ihr Dinghy mit dem Außenborder startklar und sichern das Schiff nach vorne mit einem unserer langen Landleinen quer hinüber zu den großen Schiffscontainern und blockieren damit den ganzen Hafen. Die Einheimischen, die gerade aus- oder einfahren wollen haben Verständnis und nehmen es gelassen. Wir nehmen den Anker samt Kette ins Dinghy auf und bringen diesen dann wieder aus. Bei dem Versuch die Kette auf Zug zu bekommen reisst der Anker wieder aus, welch ein Drama. Wieder kommt der Anker mit Kette ins Dinghy und das Spiel wiederholt sich noch einmal. Bei diesem 4. Versuch scheinen wir dann Glück zu haben. So langsam fällt die Anspannung auch bei Ihnen. Ich bin gerade auf unserem Boot zurück, als sich deren Anker ein weiters mal selbstständig macht. Schnell eilen wir wieder zur Hilfe und das Spiel beginnt von vorne. Dieser Versuch sollte jetzt aber wirklich der letzte sein. Wie das Beispiel zeigt, so kann es auch gehen, da haben wir ja Glück gehabt. Für Isabell und Jeff war es das erste Anlegemanöver dieser Art, ich denke das nächste Mal sind sie besser vorbereitet und wissen, was zu tun ist.

Anschließend ist es Zeit für die erste Erkundungstour in dem kleinen Städtchen. Für den nächsten Tag ist dann ein kräftiger Wind vorhergesagt. Ich plane am Morgen noch einen Landleine an den Bug anzubringen, um den Anker etwas zu entlasten. Gesagt getan. Aber genau in diesem Moment bricht der Anker von Jean-Luc, dem Nachbarboot, das vor uns schon da war, aus. Ich sichere sein Boot über eine Bugleine von uns aus. Das mit dem Anker ins Dinghy aufnehmen und wieder ausbringen kennen jetzt ja schon alle zu genüge, alles geht gut koordiniert und schnell von der Bühne, der erste Versuch ist auch gleich von Erfolg gekrönt. Ein Wunder das unser Anker hält, bei 4 m Wassertiefe und nur 10m Kette draußen. Zur Sicherheit holen wir unser Eisen auch noch einmal hoch, er hat verdammt gut gehalten. Aber sicher ist sicher, der Wind wird nicht weniger. So haben wir dann 30 m Kette draußen, beruhigt das Gewissen und lässt einen ruhiger schlafen. Dieser Hafen ist halt derzeit in Bearbeitung und die „Mono-Alley“, wo Einrumpfboote mit Tiefgang wie wir ankern können, ist sehr begrenzt. Da ist zwischen Bug und gegenüberliegender Mole nur etwa 10 Meter Platz. Wir haben uns schließlich etwas schräg ausgerichtet, um die 30 m Kette ausbringen zu können.

Nach der Anfangsaufregung haben wir dann ein paar entspannte Tage auf der schönen Insel. Wir können unseren Berg Wäsche wieder mal zu vernünftigen Preisen waschen lassen und der Hol- und Bringservice für kleines Geld macht es auch noch einfach. So leihen wir uns Tags darauf mit Isabell und Jeff zusammen Scooter aus, um eine Inselrundfahrt zu unternehmen, bei der wir alle Sehenswürdigkeiten abklappern. Zuerst erklimmen wir zu Fuß den höchsten Punkt, um die Aussicht über das Atoll zu genießen auf 124 m Höhe. Anschließend geht’s vorbei an dem kleinen Flughafen und Golfplatz (!) zur blauen Lagune mit einem Mittagssnack in dem dortigen Restaurant. Dieses war sehr liebevoll dekoriert mit altem Schiffszubehör. Weiter auf unserer Inselrunde geht es zum Crazy-Tree, einem riesigen Baum, der quer über die Straße wächst und man quasi „im Tunnel“ durchfährt. Schnell noch eine alte Versammlungsstätte gesucht, bevor wir jetzt aber einen Kaffee haben wollen. So fahren wir zu einem kleinen Cafe, dem Avatea-Cafe, das sehr gute Kritiken hat. Leider ist es bereits 15 Uhr und sie haben geschlossen. Ähnlich wie überall im Pazifik bisher sind hier die Restaurants, Cafes etc. von 10 – 14 Uhr und dann wieder ab 17 Uhr geöffnet. Das können wir Europäer mit unserem 15-Uhr-Kaffee-trinken-gehen-wollen nicht verstehen….

Aber: es gibt ja ein Restaurant, das durchgängig den ganzen Tag offen hat!!! Also gehen wir halt da hin. Ach ja: der Tag fing ja super an mit den Scootern. Wir bekamen diese an die Boote geliefert. Sabine und ich wollten dann noch schnell unsere Gasflasche zum Füllen bringen und sind schon mal vorausgefahren. Weit sind wir nicht gekommen. Bereits nach 300 Metern mussten wir anhalten, da der Vorderreifen platt war. So standen wir vor der Touristinfo, die natürlich geschlossen war, da Samstag ist. Aber eine nette Dame hielt an, fragte ober wir Hilfe gebrauchen könnten und rief für uns beim Verleiher an, der dann auch kam und einen neuen Vorderreifen brachte. Bis dieser da war, haben uns auch Jeff und Isabell eingeholt 😊

Wir haben dann auch noch zu Fuß eine kleine Farm besucht, wo man diverse Gemüse, Salate und Kräuter kaufen kann. Leider gab es derzeit noch nicht so viel – ist ja Winter. Aber immerhin haben wir wieder einmal einen frischen Salat, der sogar schon geputzt ist und das noch zu einem recht fairen Preis. Und obendrein bekamen wir dann auch noch 4 Papaya geschenkt. Wir haben es wieder einmal genossen, lecker Essen zu gehen – nicht nur Steak oder Burger, was hier überall so üblich ist. Auch wollten wir die Happy Hour in einem Hotel nutzen. Die Stunde stimmte, aber das mit dem Happy müssen wir noch mal üben. Es gab eine spezielle Happy-Hour-Karte mit 4 alkoholischen Cocktails, die jeweils etwa 1,50 € günstiger waren, als auf der normalen Karte. Da waren wir von Happy ganz weit weg….

Wir haben am Abend dann in besagtem Hotel noch eine Tanzvorführung angeschaut. Diese wird 2 mal wöchentlich dargeboten und die Gäste können vorher an einem Buffet teilnehmen. Dieses Geld sparen wir uns und kommen einfach direkt als Zaungäste zur Vorstellung. Das ist gar kein Problem und machen einige hier.

Alles in allem muß man sagen, daß es uns hier schon sehr gugt gefallen hat. Die Menschen sind unwahrscheinlich freundlich und suchen das Gespräch. Kaum stehst Du irgendwo und guckst etwas dumm in der Gegend rum, schon wird Dir Hilfe oder eine Autofahrt angeboten, wenn man die Straße langläuft. Die Häuser und Gärten sind gepflegt und alles sieht sehr ordentlich aus. Es gab leckeren Kaffee und Smoothies und auch eine kleine „Dorfdisco“ war vorhanden.

Von Aitutaki aus wollen wir weiter nach Palmerston. Diese Insel gehört auch zu den Cook’s, man benötigt jedoch eine Genehmigung (Permit) hierfür und muß diese per E-Mail beantragen. Dies haben wir bereits gemacht, als wir angekommen sind. Eigentlich wollten wir auch eine Einwohnerin von Palmerston aus Aitutaki mitnehmen, die über die WhatsApp-Gruppe eine Mitfahrgelegenheit gesucht hatte. Denn es gibt dort keinen Flughafen und auch keine Fährverbindung. Jedoch hat sie uns 2 Tage vor der geplanten Abfahrt mitgeteilt, daß sich bei ihr etwas verzögert und sie in der kommenden Woche mit einem anderen Boot mitfährt. So haben wir entschieden, nicht bis Samstag mit der Abfahrt zu warten und schon am Freitag loszufahren. So haben wir definitiv auch bessere Bedingungen.

Also wieder zu unserem Zoll und ausklarieren und alle Schulden bezahlen. Hier gibt es eine Gebühr für die Biosicherheit, für die Gesundheitsbehörde, eine Hafengebühr für das Ankern sowie eine Abreisegebühr. Alles in allem kommt da schon ein schönes Sümmchen zusammen, dafür daß wir in so einer Baustelle ankern. Aber: wir sind am Ende der Welt!

Das schöne hier ist, daß in den WhatsApp-Gruppen auch Einheimische aktiv sind und vor allem auch die, die für etwas zuständig sind. Diese kümmern sich und helfen, wo sie können. So hatten wir im Vorfeld bereits Kontakte nach Palmerston geknüpft und nachgefragt, ob noch etwas benötigt wird, was wir mitbringen können. Da wir aber ja eigentlich eine Dame mitnehmen wollten, hat niemand mehr sonst noch etwas beauftragt – ging man doch davon aus, daß unser Boot schon voll wird.

So sind wir dann am Freitagmorgen mit dem ersten Tageslicht gegen 7.30 Uhr aufgebrochen und haben unsere Leinen gelöst und den Anker gelichtet. Alles lief reibungslos. Der Hafen war inzwischen leer – nur noch Pat und wir waren da. So hatten wir Platz zum hantieren und mussten nicht auf andere Schiffe aufpassen; wir konnten mit Ruhe unsere langen Landleinen aufrollen und gleich wieder verräumen (3x 100 Meter Leine wollen erst mal aufgerollt werden), während wir noch am Anker hingen und den Platz in der schmalen Gasse für uns hatten.

Fahrt in den Sonnenuntergang

Die Passausfahrt war total entspannt und noch war das Meer ruhig im Inselschatten. Wir setzten die Segel und setzen Kurs auf Palmerston. Nach kurzer Zeit setzt dann die Dünung und Windsee ein, auch wenn die Wellen nicht all zu hoch sind, sind deren Abstände recht kurz und die Fahrt etwas ruppig. Aber alles nicht so schlimm, die 210 sm schaffen wir bis zum späten Samstagnachmittag. Gerade noch rechtzeitig, daß uns Edward und Julianna besuchen kommen und den Check-in erledigen. Wir werden noch schnell über die Gepflogenheiten der Insel aufgeklärt und das war es. Hier liegen wir im Außenbereich des Atoll´s an einer Boje. Edward hat hier einige Bojen mithilfe von anderen Seglern installiert, um das Korallenriff zu schützen. Einen Pass in das Atoll für Schiffe gibt es nicht. Die Öffnung durch das Riffdach ist so klein und flach, das man es nur mit kleinen Booten befahren kann. Es wird auch empfohlen, nicht mit dem eigenen Dinghy zu fahren, zu schwierig ist der Zugang. So kommt es, daß wir gleich mit Edward einen Shuttle für Sonntagfrüh um 9 Uhr verabreden, denn um 10 ist Kirche, da muss er zurück sein. Fast pünktlich kommt er dann am nächsten Morgen an, um uns abzuholen, wir erleben so live die Durchfahrt. Aber als wir auf ihn warteten, tauchten 50 m neben unserem Boot zwei Buckelwale auf, welch ein Erlebnis die Giganten der Meere zu beobachten, immer wieder. Ich überlege noch kurz, ob ich mich schnell ins Wasser begebe, ein Traum von mir ist es, diese Tiere auch mal Unterwasser zu sehen, aber ich verkneife es mir, es kommt bestimmt noch eine Gelegenheit. Edward kennt natürlich die Örtlichkeiten hier im Schlaf und zirkelt das Boot, nachdem wir eingestiegen sind, durch Strömung und Untiefen. Wir werden dann herzlich von der Familie empfangen und werden zum Mittagessen eingeladen. Zuvor geht es aber noch in die Kirche, wir gehen da auch mit. Aber Sabine hat nur kurze Hose und Shirt an, das geht gar nicht. So bekommt sie von Meli, Edwards Schwiegertochter, noch ein passendes Outfit, Kleid und Hut verpasst. Ich hatte mir schon vorsorglich eine lange Hose mitgebracht. So haben wir von den 37 Inselbewohnern schon einmal 21 gesehen. Was die paar Leute für eine Lautstärke beim Gesang an den Tag legen war auch schon sehr beeindruckend, wobei noch Mann und Frau mehrstimmig das ganze gestalteten. Zurück am Haus gab es dann leckeres Essen und das ein oder andere wurde ausgetauscht. Der Nachmittag ist hier, am Tag des Herrn, ganz der Entspannung gewidmet, alle legen sich zum Schlafen hin. Wir machen uns da auf die Socken und erkunden das kleine Eiland. So staunen wir, als wir die Schule besichtigen: nicht schlecht für die 11 Kinder, die hier leben. Daneben gibt es gleich noch einen Lerngarten, in dem Gemüse angebaut wird. Ob das einmal Früchte trägt und die Bewohner ihr eigenes Gemüse anbauen ist aber eine andere Frage. Es ist natürlich sehr mühselig hier etwas anzubauen, aber Zeit hätten sie ja. Gleich neben der Schule steht die relativ neue Energiezentrale der Insel, ein kleiner Solarpark mit Batteriespeicher und falls es nicht ausreicht ein Dieselgenerator. So ist es auch nicht verwunderlich, daß auf den kleinen Wegen überall Straßenlaternen angebracht sind, ein Kuriosum das wir so nicht erwartet hätten. Leute sind um diese Uhrzeit sonst keine zu sehen, mit denen man sich unterhalten könnte, so sind wir dann am Strand entlang noch einmal rundherum gelaufen. Zum Teil sind auch noch schwere Baumaschinen zu sehen, wo man sich fragt, wie sie die auf die Insel gebracht haben, leider werden diese nicht gepflegt und werden einfach der Natur überlassen. So steht ein Bagger am Strand, der Fahrerstand ist noch in einem neuwertigen Zustand, nur das Fahrgestell und die Ketten sind schon so von der Salzluft zerfressen, so daß er keine 5 m mehr fahren würde. Wie auf allen bisherigen Inseln fehlt es an Wissen und/oder Ersatzteilen, um alles am Laufen zu halten. So verabreden wir uns noch vor der Abfahrt zurück zu unserem Boot mit Edward für den nächsten Tag, um einen seiner Außenbordmotoren zu reparieren. Für seine Taxidienste übergebe ich ihm noch 10 Liter von dem kostbaren Sprit den wir dabeihaben, wir bekommen wenigsten wieder welchen, wenn wir an einer der größeren Inseln vorbeikommen. Obenauf lege ich noch eine unserer Landleinen von Patagonien, die dankbar angenommen wird. Hier ist alles sehr rar, das Versorgungsschiff kommt nur alle 3- 4 Monate!!!

Am Abend als wir uns ins Bett legen hören wir ein, ich sage mal, rhythmisches Geräusch. Zuerst denke ich wieder mal eine neue Geräuschkulisse am Boot, die ich noch nicht kenne. Was könnte das wieder sein? Nur passt es so gar nicht zu den Bewegungen die das Boot an der Boje macht, was eigentlich der Fall ist. Wir hören beide gespannt und überlegen. Plötzlich ändert sich das Klangbild, es sind Wale, die sich unterhalten. Auch so ein Traum den ich mal erleben wollte, erfüllt, hoffentlich erleben wir noch mehr davon. Da ist unser Aluminiumdampfer ein guter Resonanzkörper und wir hören im Schiff mehr als außerhalb. Ein wirklich krönender Abschluss für einen fantastischen Tag. So sind wir am Montag wieder abgeholt worden. Nach der obligatorischen Begrüßung, Sabine hatte einen Kuchen mitgebracht, der gleich getestet wurde, wollte Edward das wir erst einmal noch die Insel erkunden und nach dem Mittagessen könne wir uns ja mal den Motor anschauen. Da hat er aber die Rechnung ohne mich gemacht. Ich mache im deutlich, daß ich gleich mit dem Motor anfange, das hat ihn dann, so glaube ich, ganz schön gestresst 😊. So hat er mir dann doch das Problem gezeigt und ich habe mich über den Motor her gemacht. Schnell war klar, daß es nichts Großes ist, das eigentliche Problem, ein hängender Schwimmer im Vergaser, schnell behoben. Laufen tut er leider doch nicht so rund. Ich probiere die Verunreinigungen im Vergaser zu beseitigen, leider sind die so stark, daß mir hier die richtige Ausrüstung fehlt. Ich zeige im am Handy einen Ultraschallreiniger, der hier helfen würde, vielleicht hat einer der nächsten Segler einen dabei oder er bestellt einen und lässt ihn mit dem nächsten Versorgungsschiff kommen. Wie der Zufall so will, soll nächste Woche das Schiff kommen, nur leider ist das zu spät für eine Bestellung, dann halt erst in ca. 3-4 Monaten. Es läuft ja nicht davon, die Uhren ticken hier halt etwas anders. Leider zwingt uns das Wetter schon für den nächsten Tag wieder zur Weiterfahrt. Die einzige Chance noch Wind bis zu unserem nächsten Ziel zu haben. Da wir uns in dem Bereich der Interkonvergenzzone befinden, das viel Windstille und Turbulenzen beinhaltet, das will genutzt werden. Wenn wir nicht abfahren, müssen wir hier für mindesten die nächsten 10 Tage bleiben, das ist uns dann doch etwas zu lange. So verabschieden wir uns nach getaner Arbeit von der Familie und Edward bringt uns am Nachmittag zurück zum Boot. Dort beginnen wir mit den Vorbereitungen für die Fahrt zum Beveridge Riff, die wir am nächsten Morgen starten werden. Früh lösen wir unsere Leine dann von der Boje und blicken ein letztes mal zurück zu dem kleine Eiland auf dem Atoll.

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