Autor: Jochen (Seite 4 von 4)

Wo ein Wille, da auch ein Weg

Der neue Kabelbaum ist dann ja mal endlich drin. Auch wenn der Mitarbeiter uns ein großes Loch in die Wand machen wollte, hat das auch ohne jenes geklappt, „wo ein Wille, da auch ein Weg“. Hat zwar von mir einiges an Mühen und Zeit gekostet, aber immer noch schneller, wie eine Revisionsöffnung zu erstellen – von der Optik ganz zu schweigen. Genauso war es dann auch mit der Kabelbaumverlegung im weiteren Verlauf des Motorraumes. „Der geht nicht mehr durch die alte Öffnung, und da müssen wir nur hier und da noch ausschneiden“. Ich habe das erst mal so akzeptiert und gesagt: ich schneide selbst aus. Als die Mitarbeiter dann abgezogen waren, habe ich mich dem Ganzen nochmal angenommen und siehe da: „wo ein Wille, da auch ein Weg“. Mit etwas Geduld und fummeln ist der Neue Strang jetzt auch im Alten drin. Hat letztendlich alles nicht länger gedauert wie evtl. Umbauarbeiten, eher noch schneller. Man muss einfach nur wollen. Bei den ersten Testfahrten hat sich dann herausgestellt, daß doch noch nicht alles funktioniert. So geht die Temperaturanzeige für das Kühlwasser noch nicht und ein sporadischer Fehler „ich nehme das Gas nicht richtig an und mag auch keine Leistung/ Drehzahl geben“ trat auf (sporadische Fehler sind für jeden Schrauber ein Graus, da spreche ich aus eigener Erfahrung).

Bei der Testfahrt sollten dann der elektronische Kompass und der Autopilot kalibriert werden, das will das System so, sonst geht gar nix. Dazu muss es ruhige Bedingungen haben. Da es heute Windstill ist – Perfekt! Das Ganze geht dann auch eigentlich ziemlich einfach, im Menü des Systems die entsprechenden Geräte auswählen, auf Kalibrieren drücken und den Anweisungen folgen. Bei dem Kompass ist es so, daß man in einer bestimmten Drehgeschwindigkeit einen Kreis fahren muss, fertig. Der erste elektronische Kompass war ja schon in Griechenland montiert und es hat da auch tadellos funktioniert. Jetzt ist noch ein zweiter dazu gekommen, der nur für den Autopiloten zuständig ist, und dieser wollte partout seine Kalibrierung nicht durchführen. Nach unzähligen Kreisen im Hafenbereich, schnell, langsam, linksrum, rechtsrum hatte ich irgendwann die Sch…. voll. Wir fahren mal auf die Ostsee raus, vielleicht geht’s ja da. Auch hier das gleiche Spiel, dann der Anruf beim Hersteller: „ja müsste doch eigentlich ganz einfach…, vielleicht ist der Kompass auch defekt“. Mmmmh, würde heißen einschicken, warten auf Überprüfung und dann wieder zurückschicken, na gut. Ein letzter Versuch von mir, den Kompass mal vom System zu trennen kann ja nicht schaden. Dazu die Verkleidung ab und die Steckverbindung gelöst, kurz warten und wieder zusammen. Ein neuer Versuch mit der Kalibrierung zu starten und einen Kreis fahren, und siehe da: es funktioniert! „wo ein Wille….“

Wilde Kreise… Im Hafenbereich und auf der Ostsee

Da es zeitlich schon etwas fortgeschritten war, ging es dann zurück zum Liegeplatz. Hier dann die Verkleidung wieder montiert und bei der Kontrolle von den Daten der erschreckende Blick, hier stimmt doch wieder was nicht. Verkleidung wieder ab, Kontrolle wieder alles ok, mmmh. Jetzt war der Fehler ganz schnell gefunden. In der Verkleidung haben wir die alten Anzeigen drin gelassen, da wir diese optisch sehr schön finden und ein gewisses Flair haben. Diese dann mal an den mechanischen Kompass gehalten und siehe da, er bewegt sich leicht, heißt in den Anzeigen ist ein Magnet verbaut, der den elektronischen Kompass stört. Meine Aufgabe für den Abend: alle Anzeigen zerlegen und ausräumen. Mich wundert nur, daß der erste Kompass so tadellos funktioniert hat und uns von GR nach Hause gebracht hat 😉. So sind wir dann am nächsten Tag nochmal rausgefahren, zur Sicherheit nochmals beide Kompasse kalibriert, was dann auch anstandslos funktioniert hat, der ganze Zirkus vom Vortag nur wegen so ein paar kleinen Magneten.

Die alten Anzeigen in der Mitte, hinter denen sich die elektronischen Kompasse befinden.

Jetzt konnten wir uns auch noch den Autopiloten vornehmen, der auch noch eine Kalibrierungsfahrt verlangt, wo er dann ein paar Schlangenlinien fährt, um das steuerverhalten des Schiff‘s zu erkennen und sich dann entsprechend automatisch einstellt, Sachen gibt´s. Feintuning der Einstellungen können auch noch vorgenommen werden, dies geht aber dann nur unterwegs mit Seegang.

In der Zwischenzeit war auch einiges an Besuch da, lange geplante, spontane und Überraschende. DANKE an ALLE es hat uns sehr gefreut.

Einer der Besuche waren Armin und Martin, die uns ja schon beim Refit unterstütz haben. Mit den Beiden bin ich dann nochmal das Motorenproblem angegangen. Armin hatte so ein Phänomen auch schon einmal an seinem Bulldog (Traktor), hier hat der Stoppzug am Motor nicht ganz geschlossen. Bei der Überprüfung stehlt sich bei mir das gleiche Problem dar. Problem gefunden, danke für die investierte Zeit in eurem Urlaub.

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An Tagen wie diesen…

Ich habe lange überlegt, diese Zeilen zu schreiben beziehungsweise zu veröffentlichen. Aber auch das gehört, so finde ich, zu einer Reise dazu. Wie auch bei unseren Beträgen zu lesen ist, schreiben wir nicht nur über das Schöne, nein das „Andere“ gehört einfach auch dazu.,

Man liest/ hört viel über Abschiede, gleich ob von zu Hause oder von anderen Blauwasserseglern/ Reisenden. Sie fallen nicht leicht, und da spielt es keine Rolle ob es die Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, Weggefährten usw. sind.

Sind wir doch schon so oft für längere Zeit verreist – zuletzt die acht Wochen um unsere JOSA von Griechenland nach Kiel zu überführen – oder die vielen Urlaube die bei uns meist über drei Wochen gegangen sind. Es ist doch etwas anderes, wenn man weiß, am Ende kommt man zurück. Wobei, zurück wollen wir ja schon wieder kommen 😉.  Aber trotzdem, die geplante Zeitspanne ist doch eine Andere. Sind doch alle (bis auf ein paar Zipperlein) Gesund die wir so kennen und lieben. Nichtsdesdotrotz haben unsere Eltern ein gesegnetes Alter und das Leben schreibt seine eigenen Regeln und Geschichten, sehen wir alle nochmal wieder? Wie ist es mit den Kollegen? In dieser Zeitspanne kann auf dem heutigen Arbeitsmarkt so einiges passieren…

Mit diesen Gedanken muss man sich auch schon weit am Anfang der Planungen und Vorbereitungen  auseinandersetzen: will ich das? Irgendwann steht auch hier eine Entscheidung und man macht hier einen „Haken“ auf der To-do-Liste.

Dann kommt einer dieser Tage, bei mir war es unsere kleine Abschiedsfeier. Jeder fragt noch das ein oder andere, man sitzt in geselliger Runde zusammen, erzählt macht Witze. Eigentlich eine ganz normale Feier. Doch dann kommen die ersten Verabschiedungen, die eine oder andere ist schon schwergefallen. Die ersten Tränen sind da schon gekullert, auch hinterher wenn ich die Feier nochmals Revue passieren ließ, kam es nochmals durch.

Aber es ist nicht nur der Abschied von Personen, nein es ist auch die Heimat. Die letzte Mountainbiketour auf meinem Hausberg, dem Schwanberg, mit einem guten Freund. Hier das gleich Spiel, das letzte mal die Trails unter den Reifen, die Ausblicke und und und… Komisches Gefühl, auch hier kullern sie wieder. So kommt es immer wieder mal vor in den letzten Wochen.

Dann kommen die letzten Tage. Nochmal den ein oder anderen Abend mit Freunden zu verbringen, Verabschiedungen und Wünsche an allen Ecken und Enden, immer wiedermal kullern sie.

Der „Letzte“ sah bei mir so aus das ich sehr früh los musste. So sitzt du alleine am Frühstückstisch und weißt „du sitzt hier das letzte Mal“, das letzte mal die Haustür zuziehen. Fährst los, sagst zu den Nachbarn nochmal innerlich SERVUS, das letzte mal durch die Straßen, das letzte mal die Umgebung. Ich versuche mich damit abzulenken, schon an das nächste zu denken: was alles noch zu erledigen und zu planen ist; hilft aber auch nur bedingt. Sie kullern immer wieder. Dann kommt bei der Fahrt durch Kitzingen dieser Song von den „Toten Hosen“ der mich dann zu dem Titel inspiriert hat, und wieder…

Ich dachte im Vorfeld nicht, daß mich das so Emotional mitnimmt, ehrlich. Auch wenn ich diese Zeilen schreibe haben die Augen einen erhöhten feuchtegrad.

Abschied nehmen fällt schwer, mal mehr, mal weniger. Dies wird uns auf unserer Reise wohl noch öfters passieren, was man so von anderen hört und liest. Noch sind wir hier in D, es haben sich auch noch einige angemeldet, uns zu besuchen, wieder gibt es Abschiede… Es ist aber auch noch genug Arbeit da, um sich von den Gedanken abzulenken.

Ich begnüge mich mit dem Gedanken, daß es einen Abschied geben muss, um Neues zu entdecken und zu erleben. Deswegen machen wir diese Reise ja schließlich auch. Die Welt ist zu groß und zu schön, um nur vor der Haustür zu bleiben, auch das haben wir schon auf unseren „Kurzurlauben“ gelernt.

…kein Ende in Sicht.

J.

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Und wenn du denkst es geht nichts mehr…

…kommt von irgendwo ein Vöglein her….. und sagt: „es geht noch schlimmer“. Aber erst mal der Reihe nach:

Waren die letzten Tage mehr durch irgendwelche Termine geprägt, waren wir auch schon bei dem Gedanken, am Wochenende unseren ersten Schlag zu unternehmen.

Nachdem ich die letzte Woche ja noch alleine zum Schiff gefahren bin, war Sabine Zuhause fleißig am Wohnung ausräumen und putzen. Ich bin dann am Freitag wieder heim mit dem Auto, um noch etwas zu unterstützen und meine sieben Sachen zu packen und meinen Firmenwagen abzugeben. Da es das verlängerte Pfingstwochenende war, ging es erst am Dienstagfrüh los.

In Köln angekommen, wurden dann alle Sachen bei den entsprechenden Abteilungen zurückgegeben und natürlich Tschüß gesagt. Noch bei der Leihwagenfirma vorbei, Auto abholen, und los geht’s nach Kappeln zum Boot. Sabine war dann auch am Nachmittag von Zuhause gestartet, um zu folgen.

Am angesagten Dienstag wurde bei meiner Abwesenheit der Motor weitest-gehend angeschlossen. Für den Donnerstag war der Krantermin um 8:30 Uhr angesetzt. Heisst, am Mittwoch alles noch soweit fertig machen, damit zum Kranen alles fertig ist. Unseren neuen Leinen wurden in den Mast gezogen, der sollte ja, wenn der Motor läuft, auch gleich noch gestellt werden und und, und…

Zu guter Letzt musste der Leihwagen noch in Kiel zurückgegeben werden, so war es dann schon weit nach 22 Uhr, bis wir wieder zurück waren. Am Donnerstag dann früh aufstehen, ab 8 Uhr muss man bereit sein. Brot zum Frühstück war nur noch wenig da, also noch schnell zum Bäcker gelaufen. 6:30 dort angekommen, öffnet aber erst um 7 Uhr, Grrrrrrr. Da sind wir aus der Heimat verwöhnt von Öffnungszeiten um 5:30 und man bekommt auch schon was um 5 Uhr. Naja Urlauberregion halt, und unverrichteter Dinge wieder zurück. Letzten Reste zusammenkratzen, weniger ist auch manchmal mehr.

Pünktlich um Acht stehen die Jungs da, damit um Halb das Boot am Kran steht, läuft. Wenn das Boot dann am Haken hängt werden noch die letzte Schichten Antifouling am Unterwasserschiff aufgetragen, an denen man vorher nicht rangekommen ist. In der Zwischenzeit ist der Angestellte von der Motorenfirma aufgetaucht, läuft. Nun kommt das Boot ins Wasser, bleibt aber noch in den Schlaufen hängen bis von uns das OK kommt, daß alle Borddurchlässe dicht sind. Nach kurzem Check werden die Gurte gelöst, unser Mädchen ist zurück in ihrem Element, Hurra.

Dann werden die Restarbeiten am Motor erledigt und der erste Startversuch wird sogleich mit Erfolg gekrönt.

Einzig die Anzeigen für den Motor zeigen nicht das an, was sie sollen und meine neue Lichtmaschine bekommt auch keinen Einschaltstrom. Nach einem hin und her beschließt der Monteur am Schaltpanel eine Kabelbrücke zwischen zwei Kabeln zu installieren. Ich konfektioniere ein passendes Kabel und setze die Brücke. Nach einen Blick in den Motorraum und auf die Anzeigen gehe ich zurück an die Rückseite vom Schaltpanel und sehe nur Rauchschwaden, ich sofort: „wir haben einen Kabelbrand!!!!“ Sofort die Brücke entfernt und die Rauchschwaden erst einmal abziehen lassen, bis der Schaden begutachtet werden kann. Was nun folgt sind erst einmal lange Gesichter. Es folgen einige Telefonate, Besuch von einem Elektriker… Fest steht, daß es ein Kabel im Kabelbaum ziemlich übel erwischt hat, und da man nicht in den Kabelbaum schauen kann muss jetzt dieser komplett ersetzt werden.

Heisst: schauen, ob man für einen 40 Jahre alten Motor noch sowas bekommt, wenn nicht bedeutet das: selbst anfertigen. Für uns ist wieder mal warten auf Info angesagt, ob, wann, wie lange… Bis zum Abend verholen wir dann das Schiff zu einem Liegeplatz am Steg. Das funktioniert indem der Anlasser mal gebrückt wird. Wenigstens ein Vorteil, wenn man eine alte Maschine hat, die läuft auch ohne den ganzen elektronischen Scheiß.

Jetzt sitzen wir auf unserem Boot in Wasser, Sabine ist vollkommen durch den Wind, kann sich aber noch aufraffen, um uns ein Abendessen zu kochen.

Die neueste Info, die wir am heutigen Freitag erhalten haben (jaaaaa, wir haben eine Info erhalten, aber erst nachdem wir versucht haben anzurufen;-): sie sind mehrere Quellen angegangen, auch Perkins direkt, um einen kompletten Strang zu erhalten. Wenn sie nichts bekommen, kommen sie am Dienstag und bauen den defekten Strang aus und lassen von einem Elektriker einen kompletten Strang neu bauen. Also warten wir bis Dienstag. Da soll unsere JOSA dann auch endlich wieder ihren Mast erhalten. Was tun??? Wie immer – warten.

3700 Seemeilen später…

Nun, nachdem die erste Arbeitswoche schon wieder hinter uns liegt, wollte ich noch ein kleines Resümee unserer vergangenen Reise ziehen.

Zu aller erst möchte ich mich bei allen beteiligten Personen bedanken, die uns begleitet haben, sei es on Board oder auch bei denen, die Unterstützung aus der Heimat geleistet haben. Sei es durch eine telefonische Auskunft bei Problemen, Garten- oder Postdienst oder auch durch die moralische Unterstützung sowie jeder anderen Hilfestellung; dies auch im Vorfeld oder Nachgang unserer Reise

DANKE das ihr mit eurer Unterstützung dazu beigetragen habt, uns die Reise zu ermöglichen und zu verwirklichen.

Für mich als Skipper ist das erste Anliegen, (und das auch ein sehr wichtiges), daß alle Crewmitglieder gesund und munter an ihrem Ziel ankommen. Wenn dann noch alle gerne wieder kommen würden: alles richtig gemacht. Zum Ersten kann ich nur sagen: 2 Pflaster (eine kleine Schnittverletzung bei der Essenszubereitung) und ca. eine komplette Packung an Reisetabletten (bleibt auf einem Schiff in  acht Wochen leider nicht aus) kann sich sehen lassen. Zum Zweiten kann ich nur sagen, ich habe nichts Gegenteiliges gehört. Auch hier nochmal der Dank an alle Crewmitglieder für ihr umsichtiges Tun und Handeln.

gut ausgestattet, aber zum Glück fast nichts gebraucht…

Für uns war es natürlich auch das erste Mal, daß wir so eine lange Segelreise unternommen haben, mehr als zwei Wochen am Stück hatten wir bis dahin auch noch nicht auf unserm Kerbholz. Das ganze noch unter Eigenregie und Organisation, nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen. Aber man wächst mit seinen Aufgaben. Ich kann von mir behaupten, daß ich so etwas nicht bis ist kleinste Detail vorbereite, sondern nur das „Grobe“ und der Rest kommt dann schon. Was bringt mir es im Vorfeld, alles durchzuplanen und dann kommt es doch ganz anders. Gerade beim Segeln gibt es so viele wenn und aber, wo flexibel reagiert werden muss. Das habe ich schon immer so gehandhabt, bei all unseren Urlauben, und bin eigentlich noch nie schlecht damit gefahren. Klar war schon das ein oder andere mal der Gedanke da bei einem unserer Motorradurlaube, nach einem langen und anstrengenden Tag, jetzt in die Unterkunft, die man schon im Vorfeld gebucht hat und Füße hoch. Anstatt in der Urlaubszeit noch was freies zu suchen/ finden. Aber wieviel schöne Momente stehen dagegen, wo man sagt: hier bleiben wir oder wir fahren noch ein Stück weiter.

Zurück zum Thema. Wir haben sehr viel dazu gelernt in den Wochen. Haben unser Boot kennengelernt und Vertrauen in das Schiff bekommen. Es waren ja einige nicht ganz einfache Situationen dabei, die unsere Gute klaglos weggesteckt hat. Die erste Woche unserer Reise war für mich dann auch gleich die Schwierigste. Viele Probleme, die geballt am Schiff auftraten, dazu noch meine weibliche Crew, die zum Teil zum Totalausfall wurde. Ich war schon der Verzweiflung nahe, wenn das so weiter geht, na dann …. Hier hat mich dann Clemens bei Laune gehalten, mit seiner Ruhe und die Unterstützung, die er geleistet hat. Bei einem kurzen Telefonat mit Kay wegen einem elektrischen Problem und einem kurzen „Auskotzen“ bei ihm, kam nur der Satz „es sind doch nur Kleinigkeiten“. Genau diese fünf Worte habe ich mir dann unterwegs noch einige Male in Gedanken gerufen, wie Recht er damit doch hat. Alles konnte soweit ohne größeren Aufwand behoben werden. Einzig das Konto hat etwas geheult, da konnte ich aber drüber hinweg hören. Investitionen die zum Teil schon auf der „To-Do-Liste“ standen, sind halt etwas vorgezogen worden.

Delfine am Boot, die klaren Sternennächte… (das kennt ihr ja schon alle) heben dann auch wieder die Laune, wenn diese mal wieder am Boden liegt. Einzig der zeitliche Rahmen war immer wieder das Thema und ehrlich gesagt ein Dorn im Auge. Wenn wir bedenken, an was für Orten wir doch vorbei gekommen sind, die wir einfach links liegen lassen mussten, die für viele Segler Traumziele sind. Wir könnten heulen.

Mit dem Wetter hatten wir ja auch richtig Glück. Der Wind war und ist ja immer ein Punkt, über den man streiten kann, es hätte auch noch viiieeel schlechter kommen können. Im Großen und Ganzen hat es ja gepasst. Regen hatten wir ja auch nicht wirklich. Den ersten Regen hatte wir erst auf dem Atlantik, Andreas hatte ihn in seiner Wache für ca. 1 Stunde, quasi nix. Wer schon einmal den ganzen Tag bei strömenden Regen gesegelt ist, weiß, von was ich rede. Der erste anhaltende Regen war ja dann auf Norderney, in der Nacht im Hafen. Früh morgens dann noch die letzten Reste beim Ablegen, das wars auf der Tour, erst in Kiel im Hafen gab es dann wieder welchen.

In Kiel angekommen hatten wir dann noch ein paar Tage zum „runterkommen“. So wurde dann noch einmal klar Schiff gemacht, bevor die Familie zum Besuch anstand und mit der wir dann auch noch einen kleinen Segelausflug nach Damp unternommen haben; von ihnen war bis dahin noch keiner auf einem Segelboot unterwegs. Auch hier war alles in Ordnung, und trotz vorheriger Bedenken wegen Seekrankheit blieben alle Seefest.  So verbrachten wir dann auch endlich mal die erste Nacht alleine auf unserem Schiff, bevor es schon wieder ans Packen ging für die Heimreise.

das Ziel unserer Reise: das ein (oder andere) Fischbrötchen vom „Goldfisch“ und ein (oder mehr) Eis vom „Eiswerk“ in Kiel-Schilksee

Ich möchte die Zeit nicht missen, anstrengend aber schön. Jetzt wo die erste Woche danach rum ist, laufen die Vorbereitungen schon wieder für den nächsten Schritt: das Boot soll nach Hause kommen.

Wir werden berichten.

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