Nachdem wir nun schon einige Zeit hier in Zeebrugge festsitzen und uns ja irgendwie beschäftigen müssen, haben wir ein bisschen am Boot gearbeitet und auch ein bisschen Sightseeing gemacht.
Zeebrugge ist jetzt nicht wirklich der Burner, was die Möglichkeiten betrifft. Eigentlich ja nur der „Seehafen“ von BrĂĽgge, gibt es hier den Hafen, die Marine hat ihre Schiffchen hier, es gibt ein Kreuzfahrtterminal und sonst…..nix. Ja, einen schönen breiten Sandstrand mit DĂĽnen gibt es, an denen Familien ihre Kinder laufen lassen können und einige Restaurants. Bisher haben wir hier am Strand die besten Pommes gefunden, die wir bisher durchprobiert haben. Aber es waren noch nirgends „die Pommes“, die wir uns von Belgien erhofft haben.
Hier einige Zeebrugge Impressionen
Als Alternative sind wir dann mal in die gegengesetzte Richtung losmarschiert, Richtung Osten nach Knokke-Heist. Hier kommt man über eine Klappbrücke, die die Einfahrt in die Schleuse darstellt. Und prompt bei unserem Dahingelatsche macht die auf und bremst uns aus. Aber so haben wir dieses Spektakel auch einmal gesehen. Der Verkehr wird übrigens während dieser Zeit (das dauert nämlich etwas länger) umgeleitet über die andere Brücke, die die Schleusenausfahrt markiert. Man fährt quasi einmal um den Block. Das macht auch die Straßenbahn so. Da gibt es die normale Route und die Umleitungsroute an Gleisen.
Auch Knokke ist nicht wirklich schöner als Seebrügge. Ein breiter Sandstrand mit vielen Restaurants, dahinter große Wohnblocks. Also schön ist schon anders. Was wir gemerkt haben: die Wohnblocks haben einen Zweck!!! Die bremsen den Wind. In der Stadt merkt man den Wind nämlich gar nicht.







Von oben nach unten: offene KlappbrĂĽcke, wo es fĂĽr uns noch alles hin geht?, Schiff kann durch, on the Beach, hier haben die Einheimischen ihre Strandutensilien drin, schon wieder Abend, die Hafenanlage
Nachdem wir unsere Einspritzpumpe ja jetzt endlich in der Werkstatt zum PrĂĽfen haben und diese „Anfang nächster Woche“ zurĂĽckerhalten, haben wir ja noch einige freie Tage gewonnen. Also fahren wir halt doch mal nach BrĂĽgge und geben uns das volle Touriprogramm, wobei wir ja eigentlich groĂźe Städte meiden.
Vorweg mal das wirklich positive an Belgien: der öffentliche Nahverkehr stellt überhaupt kein Problem dar. Man kann direkt in der Tram mit Karte mit Paydirekt bezahlen. Der ÖNV kostet 2,50 € für 1 Stunde Fahrzeit. Egal wieviele Strecken mit Tram oder Bus oder wohin. Nach dieser Stunde darf man bis zur nächsten Haltestation mitfahren und muß dann entweder nochmals lösen oder halt raus. Oder halt dann Tagestickets für 7,50 € oder Mehrtagestickets. Aber echt faire Preise und einfach im Handling. Tickets kann man am Automaten oder eben auch in Läden, wie hier dem SPAR-Markt erwerben. Alles ganz easy. Warum muß das in Deutschland so kompliziert sein und jeder sein Süppchen kochen?
Also sind wir gestern mit dem Tagesticket nach BrĂĽgge gefahren. Puh!!! Ja, BrĂĽgge ist echt ein schönes Städtchen, in dem man viel anschauen kann. Wir haben uns fĂĽr eine kostenlose StadtfĂĽhrung in Englisch entschieden. Einfach anmelden, zum Treffpunkt kommen und nach der FĂĽhrung das bezahlen, was es einem Wert ist. In Deutsch gibt es dieses Angebot leider nicht. Aber so langsam bin ich im Englischen wieder eingegroovt….was zwei Wochen Belgien so ausmachen!
Stephanie, unsere FĂĽhrerin hat dann auch schön losgelegt. Manche Sachen gingen doch schon ganz schön schnell in ihrem amerikanisch-Englisch und hat allerlei Wissenswerte ĂĽber die einzelnen Gebäude und die historischen HintergrĂĽnde erzählt. (Gut, das was sie halt auswendig gelernt hat – in die Tiefe hat man da sicherlich keine Fragen stellen brauchen)
Ich erzähle Euch jetzt nicht, was wir da alles zu hören bekamen. Die ganzen Jahreszahlen von 1450 und Co. und den jeweiligen Akteuren. Fakt ist: BrĂĽgge ist ziemlich alt und war schon immer ziemlich bedeutend und umkämpft. Witzig ist nur, daĂź man denkt „Boah, das Teil schaut aber alt aus“ – nee, da ist das jĂĽngste Bauwerk hier. z.B. die kleinste BrĂĽcke von BrĂĽgge, auf der jeder ein Foto machen muĂź, weil das „so toll“ ist. Das ist die neueste BrĂĽcke.
Die FĂĽhrung dauerte insgesamt 1,5 Stunden und ging ĂĽber ca. 5 km. War ausreichend und echt gut. Wir sind dann hinterher noch selbständig etwas umhergeschlichen auf der Suche nach „den Pommes“ und sind dem ganzen Trubel in der Stadt dann aus dem Weg gegangen. Diese Menschenmassen sind echt der Wahnsinn. Wir sind dann mal dem „Wasserring“ der Stadt entlang durch die grĂĽne Lunge bis zum Smedenport, einem Stadttor. Wundervolle groĂźe, alte Bäume mit riesigen Spannweiten derĂ„ste. Klasse, ich liebe Bäume!
Und dann hat es uns auch schon gelangt an Stadt…ich will hier wieder raus auf unser Schiffchen. Noch schnell auf dem RĂĽckweg einen Baumarkt aufgesucht „Stock America Vermeersch“, bei dem wir angeblich alles kriegen sollten, was wir noch brauchen. Enttäuschung pur – mit America Stock ist hier gar nix. FĂĽr uns stellte sich das Ganze eher als Ramschladen dar, in dem man alles kriegt, aber nicht wirklich das, was man sucht und schon nix, aber auch gar nix „America“. Hatten wir doch gehofft, hier Werkzeug in Zollgröße fĂĽr unseren Perkins-Motor zu kriegen. Satz mit X? War wohl nix. Was lieben wir unsere gut sortierten, deutschen Baumärkte. Sind halt doch sehr verwöhnt in good, old Germany.
Was gibts abschlieĂźend noch zu Belgien, insbesondere BrĂĽgge zu sagen? Das Leben hier ist wohl ziemlich teuer. (dies hat auch Stephanie bestätigt) Auch hier sind wir Deutschen, zumindest wir Franken sehr verwöhnt. Einmal zum Italiener gehen und Pizza essen kannst Du bei uns fĂĽr 2 Personen fĂĽr 20 – 30 €. Hier zahlt man das Doppelte. FĂĽr eine einfache Pizza Margherita, also nix drauf, bist Du schon bei 15 €. Und die Getränke erst!!! FĂĽr eine Cola bis Du mit 4 € dabei, wohlgemerkt bei 0,2 Liter, nicht bei nem halben Liter.
So, jetzt ist Freitag abend und wir hoffen, daß wir am Montag, spätestens am Dienstag unser Pümpchen wieder haben, daß diese das Problem war und daß dann nach dem Einbau alles wieder reibungslos läuft und wir hier wegkommen, um endlich den Ärmelkanal zu durchqueren.
Bis dahin wĂĽnsche ich allen zu Hause alles Liebe – drĂĽckt uns mal die Daumen



































