Autor: Sabine (Seite 6 von 12)

Zeitvertreib

Nachdem wir nun schon einige Zeit hier in Zeebrugge festsitzen und uns ja irgendwie beschäftigen müssen, haben wir ein bisschen am Boot gearbeitet und auch ein bisschen Sightseeing gemacht.

Zeebrugge ist jetzt nicht wirklich der Burner, was die Möglichkeiten betrifft. Eigentlich ja nur der „Seehafen“ von Brügge, gibt es hier den Hafen, die Marine hat ihre Schiffchen hier, es gibt ein Kreuzfahrtterminal und sonst…..nix. Ja, einen schönen breiten Sandstrand mit Dünen gibt es, an denen Familien ihre Kinder laufen lassen können und einige Restaurants. Bisher haben wir hier am Strand die besten Pommes gefunden, die wir bisher durchprobiert haben. Aber es waren noch nirgends „die Pommes“, die wir uns von Belgien erhofft haben.

Hier einige Zeebrugge Impressionen

Als Alternative sind wir dann mal in die gegengesetzte Richtung losmarschiert, Richtung Osten nach Knokke-Heist. Hier kommt man über eine Klappbrücke, die die Einfahrt in die Schleuse darstellt. Und prompt bei unserem Dahingelatsche macht die auf und bremst uns aus. Aber so haben wir dieses Spektakel auch einmal gesehen. Der Verkehr wird übrigens während dieser Zeit (das dauert nämlich etwas länger) umgeleitet über die andere Brücke, die die Schleusenausfahrt markiert. Man fährt quasi einmal um den Block. Das macht auch die Straßenbahn so. Da gibt es die normale Route und die Umleitungsroute an Gleisen.

Auch Knokke ist nicht wirklich schöner als Seebrügge. Ein breiter Sandstrand mit vielen Restaurants, dahinter große Wohnblocks. Also schön ist schon anders. Was wir gemerkt haben: die Wohnblocks haben einen Zweck!!! Die bremsen den Wind. In der Stadt merkt man den Wind nämlich gar nicht.

Von oben nach unten: offene Klappbrücke, wo es für uns noch alles hin geht?, Schiff kann durch, on the Beach, hier haben die Einheimischen ihre Strandutensilien drin, schon wieder Abend, die Hafenanlage

Nachdem wir unsere Einspritzpumpe ja jetzt endlich in der Werkstatt zum Prüfen haben und diese „Anfang nächster Woche“ zurückerhalten, haben wir ja noch einige freie Tage gewonnen. Also fahren wir halt doch mal nach Brügge und geben uns das volle Touriprogramm, wobei wir ja eigentlich große Städte meiden.

Vorweg mal das wirklich positive an Belgien: der öffentliche Nahverkehr stellt überhaupt kein Problem dar. Man kann direkt in der Tram mit Karte mit Paydirekt bezahlen. Der ÖNV kostet 2,50 € für 1 Stunde Fahrzeit. Egal wieviele Strecken mit Tram oder Bus oder wohin. Nach dieser Stunde darf man bis zur nächsten Haltestation mitfahren und muß dann entweder nochmals lösen oder halt raus. Oder halt dann Tagestickets für 7,50 € oder Mehrtagestickets. Aber echt faire Preise und einfach im Handling. Tickets kann man am Automaten oder eben auch in Läden, wie hier dem SPAR-Markt erwerben. Alles ganz easy. Warum muß das in Deutschland so kompliziert sein und jeder sein Süppchen kochen?

Also sind wir gestern mit dem Tagesticket nach Brügge gefahren. Puh!!! Ja, Brügge ist echt ein schönes Städtchen, in dem man viel anschauen kann. Wir haben uns für eine kostenlose Stadtführung in Englisch entschieden. Einfach anmelden, zum Treffpunkt kommen und nach der Führung das bezahlen, was es einem Wert ist. In Deutsch gibt es dieses Angebot leider nicht. Aber so langsam bin ich im Englischen wieder eingegroovt….was zwei Wochen Belgien so ausmachen!

Stephanie, unsere Führerin hat dann auch schön losgelegt. Manche Sachen gingen doch schon ganz schön schnell in ihrem amerikanisch-Englisch und hat allerlei Wissenswerte über die einzelnen Gebäude und die historischen Hintergründe erzählt. (Gut, das was sie halt auswendig gelernt hat – in die Tiefe hat man da sicherlich keine Fragen stellen brauchen)

Ich erzähle Euch jetzt nicht, was wir da alles zu hören bekamen. Die ganzen Jahreszahlen von 1450 und Co. und den jeweiligen Akteuren. Fakt ist: Brügge ist ziemlich alt und war schon immer ziemlich bedeutend und umkämpft. Witzig ist nur, daß man denkt „Boah, das Teil schaut aber alt aus“ – nee, da ist das jüngste Bauwerk hier. z.B. die kleinste Brücke von Brügge, auf der jeder ein Foto machen muß, weil das „so toll“ ist. Das ist die neueste Brücke.

Die Führung dauerte insgesamt 1,5 Stunden und ging über ca. 5 km. War ausreichend und echt gut. Wir sind dann hinterher noch selbständig etwas umhergeschlichen auf der Suche nach „den Pommes“ und sind dem ganzen Trubel in der Stadt dann aus dem Weg gegangen. Diese Menschenmassen sind echt der Wahnsinn. Wir sind dann mal dem „Wasserring“ der Stadt entlang durch die grüne Lunge bis zum Smedenport, einem Stadttor. Wundervolle große, alte Bäume mit riesigen Spannweiten derÄste. Klasse, ich liebe Bäume!

Und dann hat es uns auch schon gelangt an Stadt…ich will hier wieder raus auf unser Schiffchen. Noch schnell auf dem Rückweg einen Baumarkt aufgesucht „Stock America Vermeersch“, bei dem wir angeblich alles kriegen sollten, was wir noch brauchen. Enttäuschung pur – mit America Stock ist hier gar nix. Für uns stellte sich das Ganze eher als Ramschladen dar, in dem man alles kriegt, aber nicht wirklich das, was man sucht und schon nix, aber auch gar nix „America“. Hatten wir doch gehofft, hier Werkzeug in Zollgröße für unseren Perkins-Motor zu kriegen. Satz mit X? War wohl nix. Was lieben wir unsere gut sortierten, deutschen Baumärkte. Sind halt doch sehr verwöhnt in good, old Germany.

Was gibts abschließend noch zu Belgien, insbesondere Brügge zu sagen? Das Leben hier ist wohl ziemlich teuer. (dies hat auch Stephanie bestätigt) Auch hier sind wir Deutschen, zumindest wir Franken sehr verwöhnt. Einmal zum Italiener gehen und Pizza essen kannst Du bei uns für 2 Personen für 20 – 30 €. Hier zahlt man das Doppelte. Für eine einfache Pizza Margherita, also nix drauf, bist Du schon bei 15 €. Und die Getränke erst!!! Für eine Cola bis Du mit 4 € dabei, wohlgemerkt bei 0,2 Liter, nicht bei nem halben Liter.

So, jetzt ist Freitag abend und wir hoffen, daß wir am Montag, spätestens am Dienstag unser Pümpchen wieder haben, daß diese das Problem war und daß dann nach dem Einbau alles wieder reibungslos läuft und wir hier wegkommen, um endlich den Ärmelkanal zu durchqueren.

Bis dahin wünsche ich allen zu Hause alles Liebe – drückt uns mal die Daumen

20

es geht endlich mal vorwärts

unsere letzte Mitteilung habt Ihr ja aus Flensburg erhalten. Zwischenzeitlich hatten wir von Flensburg nach Kiel Schilksee (unserem „Heimathafen“) verlegt. Dies war eine ganztägige Segeltour, gestartet bei strahlendem Sonnenschein und Wärme, übergegangen von angenehmen Wind zu Flaute und zu ordentlich Wind und Regenzellen. Zwischenzeitlich dachten wir, daß wir diese Tour nicht an einem Tag schaffen werden, weil wir einfach nur noch mit 2 Knoten Fahrt unterwegs waren und mit dem Motor wollten wir nicht das ganze Stück zurücklegen.

Aber nachdem dann wieder Regen und Wind da waren, dachten wir, das schaffen wir heute noch. Und so war es auch. Also waren wir jetzt in Schilksee und haben es dort auch reichlich geniesen können, daß wir endlich eine Kuchenbude haben. So konnten wir trocken und windgeschützt im Cockpit sitzen.

Wir haben dann von Schilksee aus eine kleine Fahrt nach Laboe über die Förde unternommen, um dort Björn zu treffen, der uns den Ofen einbauen wird. Er hat sich die örtlichen Gegebenheiten angesehen und mitgeteilt, was er gedenkt wie zu machen. Das hörte sich für uns doch echt positiv an. Dafür sollten wir dann in der Woche drauf am Montag bei ihm vor Ort sein.

Und nun sind wir am Freitag nachmittag von Kiel gestartet, um zu Björn nach Hamburg zu segeln. Wir wollten am Freitag auf alle Fälle noch bis Rendsburg fahren und hatten das auch ganz gut im Zeitplan. Wir haben damit gerechnet, vor der Schleuse cirka eine Stunde warten zu müssen, um eingeschleust zu werden. Im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) dürfen Sportboote nur bis 21.30 Uhr (+ 1 Stunde MESZ) fahren, danach muß man irgendwo liegen. Unser Plan war so gegen 20 Uhr in Rendsburg zu sein, das hätte alles wunderbar geklappt. Leider wurde aus der einen Stunde Wartezeit ganze 2,5 Stunden, die wir vor der Schleuseneinfahrt kreiseln mussten.

Hier ist es so, daß zuerst die Großschiffahrt eingeschleust wird und dann die bestehenden Lücken mit Sportbooten aufgefüllt werden. Ganz große Kähne – keine Lücken…. Und wenn Du dann über Funk hörst, daß da noch einer kommt „ich brauche noch 30 Minuten“ – „ja, kein Problem. Wir warten auf Dich“. Bis der dann drin ist und festgemacht ist, vergeht ja auch noch Zeit.

So langsam bekamen wir dann Bammel, daß wir unser Ziel nicht mehr rechtzeitig erreichen. Endlich um 18.30 Uhr konnten wir einschleusen und haben es tatsächlich noch bis Rendsburg geschafft. Dort waren wir dann gegen 22 Uhr und wurden bereits von Kai, einem anderem Langfahrtsegler erwartet; der zufällig an den selben Tagen wie wir den NOK befährt.

Von oben nach unten: In der Schleuse Kiel, ein Dicker auf der Überholspur, kleiner Kreuzfahrer kommt entgegen, Abendstimmung kurz vor Rendsburg.

Am nächsten Tag haben wir uns dann aufgemacht, um bis nach Brunsbüttel zu fahren. Dies ist der westliche Ausgang des NOK. Dort haben wir dann in dem kleinen Hafen festgemacht. Pünktlich zum Anlegen setzte natürlich der Regen ein, so daß wir alle total nass waren. Dieser Hafen ist unglaublich. Dort trifft sich alles, was am Abend entweder noch direkt von der Elbe aus in den NOK einfährt, um an nächsten Tag den NOK komplett zu fahren bzw. die, die am nächsten Morgen früh in die Elbe ausfahren wollen. Ein kleiner Hafen mit vielen, vielen Booten, die in mehreren Reihen nebeneinander liegen. Ein geordnetes Chaos.

Kai und wir hatten die Boote nebeneinander gelegt, wobei Kai an der Pier angelegt hat, weil wir ja früh um 6 Uhr raus wollten und er erst gegen Mittag, da er in die Gegenrichtung fährt und entsprechend auf die andere Tide warten muß. In der Zwischenzeit hat neben uns auch Boot Nr. 3, mit unserer Zustimmung, angelegt. DieTide der Nordsee erkläre ich Euch unter Begriffserklärung.

Dann sind wir mal gemeinsam zum Essen gegangen. Und oh Schreck, als wir gegen 22 Uhr wiederkamen, lagen neben unseren drei Booten nochmals 2 weitere. Also ein 5er-Päckchen. Und alle hängen sie im Endeffekt „auf Zug“ auf dem innersten Boot, also Kai’s. Nicht schön! Vor allem, wenn Wind ist und die Boote entsprechend arbeiten. Zum Glück war kein Wind und alles lag ruhig.

Natürlich ist es dann so, da wir früh raus wollten, daß alle Boote, die nebendran hängen, erst mal wegfahren müssen. Tja Pech!

Es hat aber alles geklappt und wir konnten früh bei Zeit rausfahren und sind wirklich um 6.30 Uhr auf die Elbe ausgeschleust, so daß wir schön mit dem Tidenstrom nach Hamburg gezogen wurden. Wir konnten alles schön segeln und waren wie gewünscht gegen Mittag vor der Elbphilharmonie.

Jetzt mussten wir nur noch 4 Stunden Zeit verbringen, da wir nach Hamburg-Harburg mussten. Hierfür mussten wir durch eine Hubbrücke fahren, die nur 4 mal am Tag für Schiffe öffnet. Unsere Uhrzeit war 17 Uhr. Leider gibt es aber keinen Wartebereich, wo man das Schiffchen mal festmachen kann und seine Zeit absitzen kann. Wir haben dann an einem Fähranleger festgemacht, wo die Fähre nur an Wochentagen für die umliegenden Werke fährt. Dort haben wir zwischenrein noch 2 Männer glücklich gemacht, die Schiffe „stalken“ – also Fotos von den großen Kähnen machen. Die beiden wollten eben mit der Fähre kurz fahren, um ein Foto Ihres Wunsch-Schiffes zu machen, daß dort abgeladen wurde. Aber die Fähre fährt ja Sonntags nicht!

Also haben wir die zwei aufs Boot geschafft und direkt zu dem Schiff gefahren, so daß sie Ihre Fotos machen konnten. Leider wurden wir dann beim zurückbringen bei Anlegen wieder mal nass.

Nach dem Zeit absitzen, sind wir dann durch die Hubbrücke (Kattwykbrücke) gefahren. Das ist für uns Landeier schon spannend. Du rufst da an und meldest Dich für eine Öffnungszeit an. Dann fragt er, welche Durchfahrtshöhe du brauchst. „OK, dann fahr ich die Brücke 24 Meter hoch“ – und es funktioniert.

Nach dieser Brücke wartete nur noch eine Schleuse, die uns in den Harburger Binnenhafen eingeschleust hat, wo wir jetzt am „Seemannspier“ liegen, an dem die Boote sind, die hier von den Betrieben bearbeitet werden. Auch bei dieser Schleuse muß man vorher anrufen und sich anmelden. Funktioniert aber auch tadellos „melde Dich 5 Minuten vorher nochmal, dann bereite ich die Schleuse vor“. Endlich klappt mal was!!!

Und prompt: zum Anlegen am Pier öffnen sich auch pünktlich die Himmelsschleusen und wir sind wieder mal tropfnass!

Da wären wir also in Hamburg bei typischen „norddeutschem Wetter“ und warten nur noch auf unsere Ofen, dann hätten wir alles abgearbeitet.

… wenn nicht wieder was dazwischen kommt.

22

Impressionen unserer Ausflüge

Aufgrund der langen Wartezeiten haben wir ja schon ein paar schöne „Ausflüge“, ob zu Fuß oder mit dem Rad, mit oder ohne Besuch gemacht.

Sollte also mal jemand nach Schleswig-Holstein in Urlaub fahren, könnt Ihr Euch hier ein paar Eindrücke holen und eventuell den ein oder anderen Ort mal aufsuchen.

Wanderung entlang der Schlei bei Riseby

Naturschutzgebiet Geltinger Birk

Wanderung zusammen mit unseren Besuchern Rudi, Christine und Emma bei brütender Hitze

zum Wasserschloss nach Glücksburg

Blaulichttag Flensburg

hier haben sich alle „Blaulicht-Fahrer“ vorgestellt wie Rotes Kreuz, DLRG, Polizei, Feuerwehr, Seenotretter. Auch die dänischen Kollegen waren vor Ort. Es gab diverse Vorführen wie die SAR-Rettung eines im Wasser Treibenden durch einen Hubschrauber sowie die Hundestaffel des Zoll

Naturschutzgebiet Halbinsel Holnis

Die Halbinsel Holnis bei Glücksburg ragt in die Flensburger Förde und beheimatet eine große Anzahl an Vögeln, die hier Rasten und Brüten. Es gibt ein Kliff, Salzwiesen und Strand und wird vom NABU betreut….und ist wirklich wunderschön. Die Runde am Küstenstreifen entlang geht aber nur bei Niedrigwasser trockenen Fußes. Der Wasserstand ist aber nicht wirklich von den Gezeiten abhängig, sondern mehr von Windrichtung und dessen Stärke.

11

Wir müssen ja mal dringendst berichten, daß unser Motor nun läuft und alle, wirklich alle Schwierigkeiten damit behoben sein sollten. Die nächsten Fahrten werden es zeigen.

Am vergangenen Mittwochmorgen klopfte es bei strömenden Regen an und ein neuer Monteur stand da und berichtete, daß er unseren Motor fertigstellen solle. Was sollen wir sagen? Ein kompetenter Mann, der mit Ruhe und Sachverstand die Restarbeiten erledigt hat, bis auf die Temperaturanzeige. Zu unserem Glück, hatte „Brötchen“ wohl schon Urlaub – sonst wäre wahrscheinlich er wieder da gewesen.

Jochen hat dann noch das Zündschloss erneuert, das ja zwischenzeitlich bei der letzten Fahrt auch das Zeitliche gesegnet hatte und hat hier im „Traktor“-Bereich ein baugleiches Zündschloss gefunden, das auch kostengünstig nicht aus dem Yachtbereich stammte. Tschaka!

Auch die fehlende Temperaturanzeige hat der Skipper wieder hingekriegt. Ein ganz dickes Lob!

Jetzt fehlen uns nur noch ein paar Drehzahlen, dafür spielt er jetzt dann etwas mit unserer neuen Schraube, die ja verstellbar ist und dadurch Einfluss auf die Drehzahl nimmt. Wir werden berichten, wie das ausgeht.

Da wir ja jetzt „voll“ motorisiert sind und dem Schätzchen wieder etwas mehr vertrauen, werden wir morgen nach Flensburg verlegen, um unserem Segelmacher entgegenzukommen. Der hat die neue Sprayhood fertig und nimmt dann kommende Woche das Maß für die Kuchenbude. Hoffen wir mal, daß unsere Segel inzwischen auch aus Kanada eingetroffen sind.

Und – noch eine gute Nachricht: wir haben endlich jemanden gefunden, der uns unseren gewünschten Dieselofen einbauen kann und auch wird. Somit können dann auch die kälteren Regionen angesteuert werden. Für diesen Einbau müssen wir allerdings nach Hamburg; und der Gute hat erst Anfang August dafür Zeit. Aber, immer positiv denken. Wir sind einfach nur froh, daß sich jemand endlich diesen Thema’s annimmt.

So – das waren die EIL-News von der JOSA mit dem letzten Abend in Kappeln. Wir sagen Adieu nach 8 Wochen in der Marina von Ancker Yachting.

22

Es zieeeeht sich

Jetzt sind schon wieder einige Tage vergangen und wir hängen noch immer hier in Kappeln am Steg.

Zum Glück – muß man jetzt schon fast sagen – in Kappeln. Dies ist eine schöne, kleine Stadt, in der man gut einkaufen und essen kann und auch die Gegend erkunden kann. Dies wäre in Kiel leider nicht so nett. Das macht uns das Warten doch etwas erträglicher…

Doch der Reihe nach, was ist inzwischen passiert? Naja, nicht so viel.

Wie angekündigt, ist am vergangenen Dienstag auch wieder das „Brötchen“ vom Motorenwerk angerückt und hat versucht, den Kabelstrang aus der Wand zu ziehen. „Ganz lautes Gelächter!!!“

Uns war gleich klar, daß das so nicht funktioniert. Der Kabelstrang geht vom Motor weg durch eine Wand, verläuft dahinter cirka einen halben Meter nach oben, kommt an der Decke im Bad raus und geht weiter unter der Verkleidung bis zum Schaltpaneel. Und der besagte halbe Meter in der Wand ist schön mit PU-Schaum eingeschäumt. Man sieht nix, man bewegt nix.

Also kam nach telefonischer Rückfrage bei seinem Meister die Ansage „schneide mal die beiden Enden ab, bringe die mit, damit wir ein Muster für den Elektriker haben“. Gesagt, getan. Man hats ja immer eilig. Für das „andere Problem“ überlegen wir uns eine Lösung. Da kamen so tolle Dinge wie: da machen wir ein Revisionsloch in die Wand; Bitte?!?!?! Ein Loch mitten in der Wand im Duschbereich?!?!?!

Nun ja. Nach Rückfrage diese Woche, wie es denn nun ausschaut mit unserem Kabelstrang, gab es die Info, daß der Elektriker drüber ist, ihm aber Teile fehlen und versucht wird, dies im Laufe der „nächsten Woche“ hinzukriegen. Schauen wir mal… So sind aus den „vielleicht klappt es ja noch diese Woche“ (3 Tage), dann über 2 Wochen.

Und jetzt mal positive Nachrichten:

Der erste Abschiedsbesuch war gekommen um uns nochmal zu sehen, bzw, das fertige Schiff😊. Es war Johannes der „unsere Dicke“ ja mittlerweile in allen Zuständen kennt; von Ursprungszustand nach Kauf, diverse Umbauphasen und nun fertig und bezogen.

Wir haben eine erste Testfahrt unternommen. Der Motor läuft ja, wenn man ihn zum Starten überbrückt. Man sieht halt leider nicht, was mit ihm los ist. Kein Öldruck, keine Temperatur, keine Drehzahl. Aber zum Rausfahren aus der Schlei geht das schon mal, dann setzen wir ja Segel.

Die erste Segelfahrt nach fast 2 Jahren!!! Da kam mir gleich alles sehr wellig und windig vor, vor allem, wenn dabei nicht alles Rund läuft und noch einige Dinge erst mal richtig einstellt werden müssen. Im Nachhinein gesehen, war das eigentlich nix dolles, ganz normal – aber es fühlte sich im ersten Moment wie Sturm für mich an.

Inzwischen war auch unser Segelmacher da, der genauso einen guten Lauf hat wie wir. Unser fertiges Segel, das direkt von der Fabrik hergestellt wurde, liegt leider in Kanada und unser Segelmacher hat die Segel für den kanadischen Kunden erhalten. Dies ist ihm beim Auspacken und nachmessen des Segels aufgefallen, „da passt doch was nicht!“. Nun wartet er auf unser Segel, das hoffentlich nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Flugzeug rüberkommt. Dafür hat er aber schon mal die Maße für unsere neue Sprayhood genommen und fertigt dieses. Wenn das dann fertig ist, wir die „Kuchenbude“ ausgemessen. Hier geht es also auch voran.

Wir hatten auch Besuch von Jochens Familie. Seine Mutter, sein Bruder und Neffe sind für ein paar Tage hier gewesen. Wir haben mit Ihnen auch eine kleine Segeltour unternommen, so daß jeder mal das Gefühl bekommt, was da so zu machen ist. Jochens Mutter hat dann festgestellt, daß das nicht nur rumgammeln ist, sondern ganz schön harte Arbeit sein kann – wenn man den Kurs wechselt und die Segelstellung entsprechend anpassen und diese von der Backbord- auf die Steuerbordseite bringen muß. Da ist schon mal etwas Kraft gefragt. In dem Zuge wurde auch das Erste mal unsere Windsteueranlage in Betrieb genommen, hat etwas gebraucht mit dem Einstellen, aber funktioniert.

Ansonsten haben wir uns etwas die Gegend angesehen und sind einiges abgelaufen. Hier mal einige Impressionen aus Kappeln und Umgebung:

Nach einem gemeinsamen letzten Foto am Boot mit anschließendem Abschlussessen sind die Krüger’s wieder abgereist. Wir sind dann wieder alleine und wurschteln hier weiter.

In der Zwischenzeit hatte sich auch ein „ehemaliger“ Arbeitskollege von Jochen für den Abend angekündigt, da er in der Nähe zum Arbeiten war; er durfte auch mal Höhenluft an unserem Mast schnuppern.  Der Besuch hat uns auch riesig gefreut.

15

wenn’s läuft, dann läuft’s

Ja, was sollen wir sagen…unser Boot war wirklich pünktlich bei Ancker Yachting und wurde schon zum kranen vorbereitet, als wir ankamen. Der Mast war schon verräumt.

Das Kranen hat auch wunderbar funktioniert, sind halt Profis hier, die das ständig machen. 16,2 Tonnen hingen da am Kran – hat Jochen gleich mal erfragt; und das ohne Motor und ohne Mast….

Wir haben auch einen Landstellplatz direkt vor der Halle, genau neben einer Toilette und nah an den Dusch- und Waschräumen. Also alles ok. Naja, das 4 Meter hochsteigen an einer steilen Leiter und das über-die-Reling-steigen braucht wieder etwas Überwindung von Kurzbeiner Sabine. Aber nach ein paar Tagen geht auch das Prima.

unser Liegeplatz / Einstieg

Was halt wirklich blöde ist: hier an Land vor der Werkhalle haben wir halt weder einen Landstromanschluß noch kann ich wie gewohnt in der Küche werkeln, da keine Wasser vorhanden und ich auch nichts ablassen kann. Wenn also was zu machen ist, entweder alles in die Waschräume tragen – inklusive Leiter rauf und runter, oder Wasser hochzerren und Schmutzwasser wieder runter….. Ich habe dann nach einmaligen Kochen entschlossen, daß ich nicht mehr koche, solange wir so liegen. – Und das dauert leider. Denn am Montag haben wir erfahren, daß unser Motor erst am 22.05. eingebaut wird. Da wollten wir ja eigentlich wieder nach Hause fahren und dort alles erledigen. Es wird gerade munter durcheinandergewürfelt und wir sind täglich am umdisponieren bzw. Jochen hängt ständig am Telefon. Und wir leben halt noch etwas im Chaos. Solange der Mast nicht steht und alles verbaut ist, was im Boot gelagert ist, ist es ein drübersteigen und rumräumen. Bin ich froh, wenn das alles mal wieder eine Ordnung hat und wir endlich mit System alles einräumen können.

Und darüber hinaus hat sich auch wieder ein Transportschaden ereignet. Beim Verladen ging schon eine Fallenbremse am Mast kaputt. Und beim Abladen hier wurde dann festgestellt, daß die Delle auf der Backbordseite noch tiefer wurde – hat also wieder nichts genutzt, den Kiel dick zu unterfüttern.

Jetzt mal das Positive:

unsere Solarmodule sind installiert und produzieren fleißig Strom und auch unser Windrad ist montiert und dreht sich fleißig, so daß sich der Skipper erfreut zeigt ob seiner Batterieladung. Unsere Mastkörbe sind montiert, die Rettungsinsel hängt an ihrem Platz. Die Winschen habe neue Schlafanzüge bekommen.

Zwischenzeitlich sind wieder ein paar Tage vergangen. Wir sind dann noch am Freitag nach Hause gefahren, da vor Montag eh nix mehr passiert und wir zu Hause auch noch viel zu regeln haben. Außerdem muß der Skipper nochmals in die Werkstatt und den Ansaugstutzen für das Trinkwasser neu bauen – der alte ist löchrig; das haben wir jetzt festgestellt, als wir den Tank desinfiziert und gespült haben und die Pumpe immer Luft gezogen hat. Also wieder gesucht, warum das so ist und die Löcher in den Rohren gefunden.

Darüber hinaus will er noch die ganzen Rollen der Leinen am Mast etwas nachdrehen, da die doch schon etwas ramponiert sind. Das Ganze dann alles schön am Samstag in der Werkstatt erledigt und Sonntagnacht wieder gen Norden „geflogen“.

Heute, am Montag ist jetzt endlich der Motor eingeschwebt. Aber wie immer: es passt halt wieder nicht so richtig. Jochen muß fleißig mithelfen, damit da was vorwärts geht. Die Fußplatten müssen neu gemacht werden. Am Mittwoch soll es dann weitergehen mit dem Motor.

So war es auch, der Monteur war da und hat fleißig montiert oder versucht zu montieren. Leider wurde uns halt das Brötchen geschickt und nicht der Bäcker – er war fleißig am Telefon gehangen und hat Dinge nachgefragt. Er ist dann am Mittwoch abgerückt, war zwar nicht fertig und wusste auch nicht, wann er wieder kommen würde.

Ich war dann am Donnerstagabend so sauer auf diese Firma, daß ich eine böse Mail hingeschrieben habe, um meiner Enttäuschung ob der organisatorischen Pleiten, Pech und Pannen Luft zu machen.

Am Freitag vormittag hatte ich natürlich immer noch keine Info, wie es weitergehen soll. Daher habe ich im 5-Minuten-Takt dort angerufen, bis ich endlich nach gefühlten 20 Bandansagen endlich eine Dame am Telefon hatte, die leider meine Laune abbekommen hat. Es hatte aber anscheinend doch gewirkt, 10 Minuten später rief der Chef zurück, der „ein Meeting unterbrochen“ hat. Ich sollte noch heute eine Info vom zuständigen Projektleiter bekommen wie es weiter geht. Die Mail kam auch wirklich!!! am 30.05. kämen sie wieder und würden den Motor fertig anschließen, so daß wir am 01.06. nach Wasserung einen Probelauf machen könnten. OK – dann warten wir halt wieder bis nach Pfingsten. Aber – wir haben schon mal ne Info. Zum ersten Mal seit Wochen eine Info!!!

Jochen hat in der Zwischenzeit am Donnerstag weiter daran gearbeitet, daß die Lichtmaschine elektrisch angeschlossen wird, am Mast gearbeitet und noch viele andere Dinge auch. Und ist dann am Freitag nachmittag wieder ins Auto gehüpft, um über die Feiertage nach Hause (in ein leeres) zu fahren.

Ich habe unterdessen die gesamte Woche damit verbracht, unser Hab und Gut zu verstauen und die Wohnung blitzeblank zu bekommen, um diese mit einem guten Gewissen zu überlassen.

Wie es weiter geht, darüber berichtet dann Jochen…..

wenn einer eine Reise tut…..

dann kann er was erzählen. Aber auch schon, bevor er die Reise überhaupt anfängt!

Es fängt ja an wie es soll: wir geben der Transportfirma Sleepy die Info, wann wir unser Boot gerne gen Norden schicken würden. Dann kommt die Rückinfo mit einem Termin, dem 02.05. Juhu, wir sind wirklich Anfang Mai da oben. Also schon mal alle Nachfolgefirmen informiert für die Grobplanung, was denn nun alles noch so kommt:

  • den Motor wieder einbauen
  • der Riggmacher unseren Mast mit neuen Drähten versehen
  • der Leinenhersteller unsere neuen Fallen machen und bringen
  • der Segelmacher unser neues Segel anschlägt und unsere Kuchenbude anfertigt

Dann am Donnerstag vorher die Info von Sleepy, daß dieser Termin nicht gehalten werden kann, da die Transportgenehmigungen noch nicht vorliegen. Also neuen Termin anvisieren. Somit der 09.05. Wieder alle obigen Firmen informieren, daß sich das etwas verschiebt. Die haben ja alle nichts zu tun und warten nur darauf, daß wir sie beschäftigen….,.

Wir bekommen dann die Info, daß die Fahrt in den Norden nicht innerhalb einer Nacht durchgeführt werden kann, da in Schleswig-Holstein die Begleitung durch die Polizei (diese muß auf der Landstraße voraus fahren) bereits um 3.30 Uhr beendet wird. Hierzu muß gesagt werden, daß der Schwertransport nur Nachts zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr fahren darf. In SH jedoch hören die Behörden früher auf, da ja dann der Berufsverkehr einsetzt. In Bayern wäre das entspannter. OK, ist uns auch neu, daß bei uns in Bayern etwas entspannter ist als anderswo.

Als Ladetermin bekommen wir gesagt, daß die Männer am Nachmittag zum Laden kommen.

Das Begleitfahrzeug stand dann schon früh am Morgen vor der Halle. Ja, sie ist immer etwas früher dran. Na, macht uns ja nix. Wir haben dann schön unser Boot aufgeräumt, alles verzurrt und reisefertig gemacht. Pünktlich um 15 Uhr stand dann der Transporter vor der Halle. Los geht’s.

Sieht ja alles entspannt aus….LKW setzt an, rangiert rum und wir denken noch, boah das geht ja flott. – Ja denkste. Gefühlte 100 mal wird jetzt rumrangiert, bis der LKW unsere Dicke wirklich aufnehmen kann, weil das Boot so schön eng an der Wand steht und der Hänger das Gestell wirklich gerade aufnehmen muß. Dann noch eben den Kiel am Gestell unterbauen, damit unser Rumpf dort nicht wieder anschlägt und Dellen bekommt, so geschehen beim ersten Transport. Aber auch das haben wir geschafft und gegen 18 Uhr steht die Dicke endlich vor der Halle und nicht mehr drin.

Dann noch geschwind den Mast mit aufladen und wir sind eigentlich fertig. Die Jungs von Sleepy verzurren alles und laden noch den Rest auf. Also bis später, wir kommen dann um 22 Uhr und helfen beim rausrangieren auf die Straße.

Wir sind um 21.45 Uhr wieder am Boot. Jetzt heißt es, auf die Polizei warten, die JOSA bis auf die A7 geleitet. Es kommt aber niemand. Also ruft der Fahrer kurz an. Hier wieder Info: ihr müsst eine Stunde vorher anrufen. Ja, das handhabt jede Dienststelle halt anders. Aber kein Problem in Bayern, die Beamten kommen jetzt.

Jetzt rollt es endlich los. Dann wieder – STOPP.

Was ist denn jetzt schon wieder?!?!?!

Der Mast liegt zu weit vorne, die Zugmaschine kann nicht richtig rangieren. Was machen wir denn jetzt, es ist schon 11 Uhr nachts? Ach, für was lebt man denn auf dem Dorf und ist in einer WhatsApp-Gruppe des Sportvereins?

Schnell einen Hilferuf abgesetzt, ob noch ein paar starke Männer verfügbar wären. Was ein Glück, die Rettung naht. Somit mal geschwind den Mast mit seinen 600 kg wieder von der Verzurrung gelöst, angelupft und ein paar Zentimeter nach hinten versetzt. Männer, ihr seid Spitze und dürft jetzt heim 🙂

Nochmals vielen herzlichen Dank von uns an den SV Willanzheim und seine starken Männer!!!

Jetzt geht es aber wirklich los, um 23:58 Uhr. Wir begleiten den Transport noch bis zur Autobahn. Sabine wollte unbedingt sehen wie die durch Obernbreit fahren, mit Engstelle und 90° Kurven. Das erste kleine Problem war dann schon in Tiefenstockheim an der Kreuzung, zu weit ausgeholt für den Zug. Der Mast hängt zu weit raus und so kommt er nicht rum. Kurz nochmal zurücksetzten, etwas enger die Kurve nehmen und schon geht´s weiter. Die Engstelle in Obernbreit schön langsam nehmen, aber alles ohne Problem, die anschließenden Kurven dann ebenso. Sabine ist verblüfft. Die erste Höhenkontrolle in Form der Eisenbahnbrücke in Marktbreit wird mit einem kurzen Stopp und absenken des ganzen Zuges (das geht dann alles auf Knopfdruck) ebenso bewerkstelligt. So jetzt auf die Autobahn und lange Zeit nur gerade aus. Tschüß und gute Fahrt.

An unserem ersten Tag ohne Boot wird dann die Halle noch klarschiff gemacht und zu Haus das ein oder andere erledigt. Am Nachmittag das Auto beladen für die Fahrt Richtung Norden. Abendessen, drei Stunden schlafen und um 00:50 Uhr startet auch unsere Fahrt. Läuft um diese Uhrzeit wirklich gut, und wir sind um 6 Uhr in Kappeln. Nochmal kurz auf einen Parkplatz, halb Stunde schlafen, in der Bäckerei frühstücken und weiter zur Werft.

Tja, wir sind da – pünktlich. Aber hier steht keine JOSA im Weg rum, die abgeladen werden will. Panik – wo ist unser Boot? Auch die Jungs von der Werft haben keine Ahnung. Normalerweise stehen die Transporter vor dem Tor und warten auf das reinlassen. Um 8 Uhr können wir dann endlich bei Sleepy anrufen und nach unserem Boot fragen. Wir würden einen Rückruf vom Chef erhalten, Sie klären gerade. Sie wissen nur, daß das Boot heute Nacht nicht begleitet wurde und irgendwo stehen würde.

Es kam natürlich wieder mal kein Rückruf, sondern nur eine kurze E-Mail mit genau dieser Aussage nochmals schriftlich – nur mit dem Hinweis, daß es in Neumünster steht. Da wir ja eh nix tun können, fahren wir halt wieder zurück. Auf dem Autobahnparkplatz stehen einige Windflügel, aber keine JOSA. Wieder Anruf bei Sleepy, wo genau denn unser Mädel rumsteht. „Auf einem Autohof, es sind keine Kollegen mehr vor Ort, da die Zugmaschine woanders hin muß heute abend. Aber das Boot steht da gut und ist abgesichert.“

Also dorthin geeiert… Ja, da steht das Boot. So ganz alleine. Neben einer Tankstelle. Ohne großartige Absicherung.

Irgendwann am Nachmittag bekommen wir dann die Info, woran es denn lag. Wir hatten ja schon Angst: „Mast zu lang?“, „Genehmigung falsch?“ Also es soll so gewesen sein, daß in Schleswig-Holstein 2 mal mit der Polizei begleitet werden musste. Bei der ersten Begleitung wurde jedoch ein Konvoi aus unserem Schiff und einigen Windflügeln gebildet, das machen die da oben wohl gerne so. Durch die noch sperrigeren Windflügel konnte der Konvoi halt nicht mit der üblichen Geschwindigkeit über die Landstraße fahren, sondern nur noch sehr langsam, so daß es alles sehr lange dauerte. Durch diese Verzögerung ist es dann bei der 2. nötigen Begleitung schon etwas weiter fortgeschritten in der Zeit, so daß die Beamten diese „Leistung“ nicht mehr durchführen werden, da es in >ihrer< Zeit nicht zu schaffen ist, am Ziel zu sein. Na toll!!! Jetzt steht das Boot 50 km vor dem Ziel auf einem Autohof rum.

Die nächste Aussage dann: heute abend schafft es die Polizei aber personell nicht, den Zug zu leiten – frühestens von Freitag auf Samstag Nacht kann es losgehen. Und dies ist schon ein Zugeständnis der Beamten – normalerweise müsste der Transport komplett neu beantragt und genehmigt werden und das dauert immer 48 Stunden an Werktagen (nix Wochenende). So wäre der Transport normalerweise frühestens am Dienstag abend möglich. Wir hätten also echt noch Glück!

Jetzt hatte der Skipper halt wieder Telefonstress – wieder alle Durchklingeln und mitteilen, wie der weitere Zeitplan so aussehen wird….

Wir haben uns dann – da ja unsere Schlafgelegenheit auf dem Boot jetzt ausfällt – in einer netten Pension für zwei Nächte eingebucht und haben einen „Kurzurlaub“ gemacht. Den gestrigen Nachmittag und den heutigen Tag haben wir uns in der Gegend umgesehen, waren mal in unserem „Heimathafen“ Kiel-Schilksee, haben nochmals unsere Dicke besucht und dann schauen wir mal weiter…..

….wenn das Boot dann hoffentlich Samstag früh um 8 Uhr von den Toren von Ancker-Yachting in Kappeln steht…… (die wiederum auch eine Ausnahme machen, da am Samstag normalerweise keine Yacht an den Kran kommt)

Wir werden berichten, ob ab jetzt alles glatt läuft

die Zeit rast uns davon…

jetzt haben wir schon April, der Monat, in dem wir schon auf dem Wasser sein wollten. Aber die Arbeiten ziehen sich zäh dahin und die Motivation ist schon ziemlich am Ende – vor allem, wenn man immer an die feuchte Kälte denkt und weiß: in der Halle ist das auch nicht viel besser.

Trotzdem: unser Termin steht soweit. Anfang Mai wird unsere Dicke wieder auf den Transporter geladen und an die Ostsee hochgefahren. Dort werden dann noch einige wichtige Arbeiten durchgeführt: wir bekommen ein neues stehendes Gut, die neuen Segel werden angeliefert und eine Kuchenbude angefertigt, unser Motor wieder eingebaut…

Wir waren aber in den letzten Wochen auch nicht untätig:

Der Skipper hat zwischenzeitlich die letzte rote Farbschicht an der Bugspitze angebracht, damit sind die Ausbesserungen am Rumpf erledigt. Auch das Antifouling wurde inzwischen neu aufgebracht. Hier hat uns wieder einmal Johannes besucht und einen Tag mit unterstützt und ist dafür aus München angereist. Und siehe da, zwei Mann, zwei Farbrollen – ein Tag zwei Anstriche – fertig!!!

Die neue Schraube wurde grundiert und bekam ihr Antifouling und wurde auf die Welle montiert.

Die Elektroarbeiten sind bis auf ein paar kleinere Sachen abgeschlossen.

in den letzten Tagen hat unser Freund Martin, genannt Matscho unter anderem den Wassermacher elektrisch angeschlossen; die einzelnen Komponenten wie Filter, Membran und die Wasserschläuche hatten wir schon verlegt. Der Skipper hat die Batterien nun an ihren Stammplatz im Motorraum verbracht und auch diese angeklemmt.

Wolfgang zeichnet derweil fleißig unseren Elektroplan mit den vielen einzelnen Komponenten; damit wir irgendwann stolz sagen können: wir haben einen Plan.

Dirk kümmert sich um kleinere Ausbesserungsarbeiten an den Holzeinbauten.

Was irgendwie alle gleich haben: ein jeder schimpft immer, wie unbequem und unpraktisch dieses reingekrabbel in die Schränke und hinter die Wände ist, und wie man sich da verbiegen muß und auf den Knien rumrutschen…..Hallo!!!!! Das ist ein Boot und kein Haus – das haben wir schon die ganze Zeit so! Wir haben es doch bald geschafft.

DANKE, DANKE, DANKE nochmals an dieser Stelle an alle, die uns helfend, beratend oder sonst irgendwie unterstütz haben und auch noch tun. Ohne euch wären wir noch lange nicht so weit. Auch ein Dank an die Fa. Duran-Wagner für die unkomplizierte Art und Unterstützung, wenn mal wieder Metallarbeiten vom Skipper zu erledigen waren.

Wir haben nach und nach unsere neuen georderten Teile erhalten:

der neue Anker hängt jetzt auch endlich an seinem Platz. Unser Dinghi (das Beiboot, das uns beim Ankern trockenen Fußes an Land bringt) wurde samt neuem Motor geliefert. Für das Dinghi hab ich dann einen „Schlafanzug“ genäht, der als UV-Schutz dient und das PVC vor vergilben und zerbröseln schützen soll.

inzwischen hatten wir auch einmal 2 Tage ausreichend Temperatur über 15 Grad, um den Decksbelag auszubessern und zu verkleben. Somit wären die „Außenarbeiten“ abgeschlossen.

wir haben den Diesel wieder gefiltert und in den Backbordtank eingefüllt, das Aufräumen/ Einräumen beginnt nun….

10

schon wieder 2 Monate rum…

…und noch nicht fertig!

Aber fleißig waren wir trotzdem. Zwischenzeitlich konnten wir auch endlich mal -nach zwei Jahren Pause – wieder auf die „BOOT“ in Düsseldorf und dort unser Erspartes loswerden. Es gab einen neuen 35kg-Anker, der Wassermacher wurde bestellt, ein neuer „FRED“ (Dinghi) nebst 9,9 PS-Motor wurde geordert und auch eine Gefrierbox wird unser sein.

Auch haben wir am Stand von Transocean e.V. wieder einige Lossegler 2023 kennenlernen dürfen und uns rege ausgetauscht.

Tja und vor Ort in Underfrangn?

Der Skipper hat alle Winschen komplett abgebaut, zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder fachmännisch zusammengesetzt und natürlich wieder montiert.

Dann wurde das Problem-„Eck“ Bug angegangen. Hier waren etliche Farbabplatzungen und Oxidationsstellen vorhanden, da hier immer der Anker mitsamt der Kette drüberrumpelt. Es wurde alles abgeschliffen, gereinigt, grundiert und gespachtelt. Jetzt wartet diese Ecke nur noch auf ordentliche Verarbeitungstemperaturen von mindestens 10 Grad Celsius, damit sie wieder schön strahlt. Dann fühlt sich unser neuer Anker dann auch richtig wohl an seinem Platz wenn es fertig ist. Gestartet haben wir diese Arbeiten übrigens an Silvester und Neujahr, weil es da so schön warm war.

Das „Nachher-Bild“ kommt dann noch, wenn’s mal länger Ü10 ist.

Ich habe jetzt endlich (!) alle Sitzpolster fertig bezogen. Es hatten noch die beiden Polster aus der Bugkabine gefehlt, die hatte ich ganz vergessen. Aber auch diese beiden sind jetzt schick.

Ebenso haben wir für unsere Heckkabine neue Matratzen angeschafft. Hierfür haben wir zwei Standard Hartschaummatratzen gekauft, die noch bearbeitet worden sind. Zunächst erst mal den Bezug abnehmen, dies ist ein umlaufender Reissverschluss und den Polsterschutz abziehen. Dann die Matratzen selbst mithilfe eines elektrischen Messers im Boot in die richtige Form schneiden. Es wäre ja viel zu einfach, bei uns zwei gerade Matratzen rein zu legen. An so ziemlich jeder Ecke ist eine Rundung oder eine Schräge, und auch die Form des Schiffsrumpfes muss angepasst werden.

Dann der spannende Teil: der Bezug muß angepasst werden. Mit viel Geduld, etlichem Über- und Abziehen, Reissverschluss raustrennen, abstecken, nähen, wieder Überziehen, Reissverschluss einnähen usw. habe ich aber auch das hingekriegt. Schon ziemlich viel Überzugstoff übrig zum abschneiden.

Noch eine große Aktion: der Ausbau unseres Ruders. Es wurde immer schwergängier, das Ruder zu bewegen. Also hat der Skipper beschlossen, „mal schauen, ob wir das nicht ausgebaut kriegen um dem Ganzen auf den Grund zu gehen“. Hierzu wurde auch wieder die Telefonhotline nach Kiel zu den Freunden von der Segelschule „Sailaway“ geschaltet. „Gemeinsam schaffen wir das!!“

Hier haben wir an einem Balken im Hallendach einen „Kranzug“ installiert, mit dem wir das schwere Ruder sichern konnten. In harter Handarbeit mit dem Hammer und allen erdenklichen Utensilien wie einem großen Wagenheber, Holzklötzen und anderem hat der Skipper es wirklich geschafft, daß das Ruder ausgebaut ist.

Und, warum war das jetzt so schwergängig??? Es war halt alles in den Verbindungen schon etwas festgegammelt und nicht mehr gut geschmiert.

Wenn das Ruder schon raus ist, dann wird das auch ordentlich neu aufgebaut, da es schon einzelne Abplatzungen gegeben hat!! Also alle Antifouling- und Farbschichten schön abschleifen. Dann das Ruder nach Hause in die warme Werkstatt bringen und dort dann wieder grundieren, spachteln, nochmals 4 Grundierungen und das Antifouling drauf. Ist doch ein Klacks – dauert halt nur wieder etwas.

By the way werden auch noch sämtliche Schläuche im Motorraum erneuert; da der Motor ja immer noch in Kiel im Urlaub ist, kommen wir ja „schön“ überall ran.

Dann auch noch die Abwasserschläuche in der Pantry und alles, was so mit der neuen Bilgepumpe zusammenhängt. Denn da bekommen wir jetzt auch eine neue, die in der Bilge unter der Treppe installiert wird. (PS: natürlich auch wieder die nötigen Stromkabel durch irgendwelche Löcher gezwängt 🤨). Falls jemand nicht weiß, was eine Bilge bzw. eine Bilgepumpe ist – siehe Begriffserklärungen.

wir sind umgezogen

ja, wir sind jetzt umgezogen. Nein, noch nicht auf’s Boot und auch nicht in eine andere Wohnung. Nein, unsere Internetseite ist jetzt umgezogen und in einem neuen Look. Wir wollten das Ganze etwas moderner gestalten und aufpeppen – und da ist das Bearbeiten doch etwas aufwändiger, als einfach alles komplett neu aufzubauen. Wie beim Hausbau halt. Etwas altes zu restaurieren ist immer aufwendiger als etwas gleich neu so zu bauen, wie man es will.

Wir hoffen, Euch gefällt der neue Aufbau auch so gut wie uns.

6
1
« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 SY JOSA

Theme von Anders NorénHoch ↑