Um nach Tonga zu kommen beobachten wir wie immer das Wetter und suchen uns ein entsprechendes Fenster aus. So sehen wir am Freitag, daß wir am Montag starten können. Dazu muss man wissen, das am Wochenende die Behörden nicht offen haben und an den Wochentagen erst um 9 Uhr öffnen. Wir benötigen für die nächsten 185 Seemeilen entsprechenden Wind, um bei Tageslicht anzukommen – wenn wir erst relativ spät am Tag starten können, werden wir definitiv in der Nacht ankommen. So beschließen wir am Freitagnachmittag noch bei der Immigration vorbei zu schauen, um einmal anzufragen, ob wir nicht schon heute unsere Stempel in den Pass bekommen könnten, das würde uns am Montag einiges an Zeit einsparen. Wir kommen in das Büro und es herrscht reger Andrang. Wie wir unsere Pässe bei der Ankunft abholten, waren wir alleine und nach 2 Minuten wieder draußen. Heute heißt es anstellen und nach einer guten halben Stunde sind wir dran. Wir tragen dem Beamten hinter dem Tresen unser Anliegen vor, nur kann er das nicht entscheiden und der Vorgesetzte ist gerade nicht da. Das heißt dann weiter warten, wir haben ja zum Glück nichts weiter vor. Nach einer Stunde stelle ich mich mal wieder in die Schlange, um mal höflich nachzufragen, ob die entsprechende Person mittlerweile da ist. Als ich fast dran bin werden ich von einer weiteren Person zu Seite gewunken und wir werden zur Tür gelotst. Wir dürfen an einem Schreibtisch Platz nehmen; der Dame, die jetzt kommt tragen wir wieder unser Anliegen vor. Nach etwas hin und her kommt die Aussage wir sollen am Montag wieder kommen. Wir drücken nochmal etwas auf die Tränendrüse mit Wetter und Zeit, bis die Dame ein Einsehen hat und wir unsere Stempel in dem Pass bekommen mit Datum vom Montag, geht doch. Jetzt noch zur Hafenbehörde und unseren Ankerplatz bezahlen. Von der Costums (Zoll) wissen wir, daß dies auf keinen Fall geht, die wollen, daß wir nach deren Besuch innerhalb von einer Stunde ablegen sollen. Am Sonntag wird das Wetter nochmal gecheckt, leider haben sich die Bedingungen etwas verschlechtert. Wir wollen aber auch nicht die Immigration nochmal belästigen, wir finden es macht keinen guten Eindruck und die Lage für nach uns kommende Segler nicht einfacher. So beschließen wir trotzdem am Montag abzureisen, es wird wohl etwas ungemütlich, aber nichts Unmögliches und für geplante 30 Stunden geht das schon. So warten wir am Montag früh noch auf die Marina-Angestellte, um unsere Schulden zu begleichen. Ausgemacht war 8:30, wer war nicht da? Wir warten noch ein paar Minuten bis wir mal anrufen und nachfragen. Sie weiß von nichts, dabei haben wir am Freitag geschrieben und persönlich gesprochen, naja hilft ja nix. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung ist auch das erledigt und wir haben die Bezahlquittungen in der Hand, die bei der Custom‘s kontrolliert wird. Auf geht´s in die Nachbarschaft, der Zoll ist gleich um die Ecke. Hier kommen wir gleich dran, unsere Pässe und die Bezahlbelege von Hafen plus Marina werden kontrolliert. Noch ein Gang mit der verantwortlichen Dame über den Hof in ihr Büro und wir werden mit den benötigten Papieren verabschiedet. So jetzt nichts wie los. Wir verabschieden uns noch von unseren Freunden ein letztes Mal im Vorbeigehen und machen uns startklar. Dazu muss der Außenborder und Fred für die Reise verstaut werden, der Rest ist soweit fertig. Um 11 Uhr heißt es dann endlich Anker auf. Wir segeln auf der geschützteren Seite der Insel zügig entlang. Wir müssen dann zwischen den Inseln Upolu und Savai‘i durch, hier herrscht durch die Abdeckung Windstille und wir müssen nochmal den Motor begnügen. Wenn der Wind wieder einsetzt, setzen wir stark gerefft die Segel. Samoa hat im Gegensatz zu den letzten Inseln ein Unterwasser-Plateau, das mit einer Tiefe unter 100 m weit um die Insel ragt. Der Wellengang der durch die Dünung verursacht wird verstärkt sich hier halt und die ersten Seemeilen sind ganz schön bockig; wir hoffen, daß es sich bessert, wenn wir tiefes Gewässer erreichen. Plan B wäre wieder umzudrehen, vor Anker zu gehen und einen Defekt vorzutäuschen. Offiziell dürften wir nicht ankern, aber in der Not. Aber es beruhigt sich, zumindest von der Welle. Der Wind steigt schnell auf 20 kn an, in Böen bis 25 kn. Alles kein Problem, damit haben wir ja gerechnet und mit Halbwindkurs kommen wir zügig voran. Die Welle kommt auch von der Seite und ist mit einer Höhe von ca. 2m ok, so kann es weiter gehen. Gegen 23 Uhr werden dann aus den 25 kn Böen aber Dauerzustand und die Böen erreichen an die 30 kn. Das ist mit unserer Segelgarderobe auch gut zu bewerkstelligen, nur werden jetzt die Wellen auch höher. Aus dem wilden Ritt wird jetzt ein Rodeo. Wir bekommen so viel Wasser über das Schiff, soviel hatten wir auf unserer ganzen Reise noch nicht. Bis hierher dachte ich auch, daß unser Cockpit weitestgehend vor Wasser geschützt ist, weit gefehlt. Es kommen immer wieder Brecher über das Schiff, die auch den Weg ins Cockpit finden. Gut, daß wir nicht selbst am Steuerrad stehen müssen und unsere Moni ihr Bestes gibt. Wir sitzen weitestgehend geschützt unter der Sprayhood. Unsere Dicke zeigt uns beeindruckend, für was sie gebaut ist und die Windsteueranlage läuft unter diesen Bedingungen grandios, beide können weit mehr ab als wir. So geht es zügig durch die Nacht und den Tag. Gegen Mittag ist dann Land in Sicht, wir werden wie geplant bei Tageslicht ankommen und unsere Entscheidung belohnt. Kurz vor unserem Ziel kommt dann der finale Brecher noch über das Schiff, in einem Bruchteil einer Sekunde kommen über 150 Liter ins Cockpit, zumindest wird der Dreck damit auch rausgespült. Jetzt heißt es auch schon Segel bergen und unter Maschine durch die Riffdurchfahrt zum Ankerplatz. Gegen 15 Uhr fällt der Anker auf Niuatoputapu (oder wie die Segler sagen: new potatoe) und wir können das Schiff aufklaren und zumindest unser Cockpit mit einer Süßwasserspülung vom Salz befreien. Wir machen noch einen Termin für morgen früh aus, um einzuchecken und lassen den Tag ausklingen. Jetzt haben wir Tonga erreicht!
Am nächsten Tag holen wir die Damen mit unserem Fred vom Steg ab. Zur Begrüßung an Bord reichen wir Cookies und Kaffee und die Einreiseformalitäten sind recht schnell erledigt, noch ein kurzer Blick durch unsere Vorräte. Alles bleibt an Bord, nichts wird konfisziert und wir bekommen gleich noch eine Einladung zum Kirchenfest am Samstag. Nachdem die Behördenvertreter wieder sicher an Land gebracht sind, machen wir uns auch gleich fertig, um der Insel einen Besuch abzustatten. Als erstes fallen uns sehr viele Schweine auf, die hier frei umherlaufen – das haben wir in so einer großen Menge auch noch nicht erlebt. Unser erster Weg führt uns zu einem Privathaus, in dem wir Geld tauschen können. Geldautomaten sind hier Fehlanzeige und die Behörden wollen noch ihre Gebühren bezahlt bekommen. Wir könnten zwar mit US-Dollar bezahlen, aber zu einem schlechten Kurs. Wir hoffen bei der Familie mit unseren NZ-Dollar, von denen wir noch einiges haben, tauschen zu können. Die Umtauschaktion wird schließlich von Erfolg gekrönt. Im Gegenzug werden wir die Kinder mal zu unserem Boot bringen, sie waren noch nie auf einem Segelboot und wollen sich das gerne einmal anschauen, aber nicht heute. Im Anschluss geht´s noch den kurzen Weg auf die andere Seite der Insel. Wir finden einen „eigentlich“ traumhaften Sandstrand, nur leider halt Müll, soweit das Auge reicht. Selbst auf dem Weg dahin, links und rechts des Weges, immer wieder Müllhalden. Zur Wiedergutmachung werden wir in der Ferne noch mit springenden Buckelwalen belohnt bevor es wieder zurück geht.
Am Samstag schmeißen wir uns in Schale für das Kirchenfest; es soll im Anschluss noch etwas zu essen geben, wurde uns mitgeteilt. Wir gehen bei Fehia vorbei, die uns auch angeschrieben hatte, um gemeinsam zum Fest zu gehen. Bis wir ankommen ist der Gottesdienst auch schon im vollen Gang – aber wir sind nicht die Letzten; es scheint hier wohl nicht so eng gesehen zu werden mit den Gottesdienstzeiten. Nach einer Rede vom Pfarrer kommen noch ein paar Zeilen von einem der Unterpfarrer (wir haben uns das System mal hinterher erklären lassen und es gibt fünf Stufen bis zum Oberhaupt), bis dann der Gesang einsetzt. Einer der Messdiener geht herum und sammelt die Spenden ein, auch wir geben einen Obolus dazu. Nur was dann folgt, war uns irgendwann auch zu viel. Der Gesang hörte gar nicht mehr auf und zu jedem Lied machte der Messdiener wieder seine Runde um zu sammeln, wir gaben aber nichts mehr. Das Ganze ging dann insgesamt drei Stunden lang so. Das Kirchenfest gibt es so von jeder Kirche (es gibt sechs auf der kleinen Insel) einmal im Jahr um Spenden zu sammeln, von dem das ganze Jahr dann alles instandgehalten wird. Wie wir erfahren, kommen heute 80.000 Top zusammen, das sind fast 30.000 Euro. Eine unglaubliche Zahl von den wenigen Leuten, die ja eigentlich selbst nicht viel haben. Der Oberhammer kommt aber nach der Kirche. Im Gebäude nebenan ist das Essen wortwörtlich aufgebaut, jede Familie der Kirchengemeinde füllt einen Tisch. Und es sind Unmengen an Essen, das auf den Tischen gestapelt ist. Vom ganzen Spanferkel über Hummer und vielen anderen Köstlichkeiten ist alles angerichtet. Dazu gibt es noch Kuchen, Getränke (alles außer Wasser und Alkohol), Süßigkeiten und Obst, das importiert worden ist und das wir hier so gar nicht zu kaufen bekommen haben. Der Tisch für die verschiedenen Pfarrer ist nochmal besonders kredenzt und hier hat auch jeder eine Flasche Wein stehen. Das große Essen beginnt und endet auch schon wieder nach einer halben Stunde, wir sind verdutzt. Jeder ist am Tüten verteilen und alle packen sich Essen ein soviel sie nur tragen können. Nach einer Stunde sind die Tische leergefegt und die Versammlung löst sich langsam auf. Auch wir haben ein paar Leckereien für uns eingepackt. Essen für den Abend, Obst und Knabbereien. Wir sollten noch mehr mitnehmen, unter anderem ein ganzes Spanferkel, was wir aber dankend abgelehnt haben. Uns ist aufgefallen, daß eigentlich nur Frauen und Kinder bei dem Essen waren. Die Männer waren draußen in einer separaten Runde gesessen und haben nur Kava getrunken, ab einer bestimmten Menge braucht man da wohl auch nichts mehr zu Essen😉. Letztendlich machen wir uns mit vollem Bauch und Taschen auf dem Rückweg zu unseren Booten mit den anderen Seglern.
Am Tag darauf umrunden wir den kleinen Berg der Insel mit einem kleinen Abstecher auf den Aussichtspunkt auf einer Anhöhe. Die letzten Meter dorthin waren dann auch etwas schwierig, der Weg kaum zu erkennen. Auf dem Weg zurück, der durch die kleinen Ortschaften führt, sind wieder kaum Leute zu sehen. Ist halt wieder Tag des Herrn und alle sind in ihren Häusern, um zu „entspannen“.
Für Montag haben wir auch leider schon wieder unsere Weiterfahrt geplant, das Wetter gibt auch hier wieder den Takt vor. Wir gehen am frühen Morgen mit den ersten Lichtstrahlen Anker auf. Wir müssen das erste Stück bis zur Nordspitze der Insel noch gegen den Wind motoren, bis wir die Segel setzen können. Auch ist es in Inselnähe noch etwas unruhig; die Wassermassen, die hier auf Land treffen erzeugen doch einiges an Wellengang. Aber was danach kommt ist mal wieder Segeln vom Feinsten, zumindest hier für pazifische Verhältnisse. Wenig Welle, ein leichter aber konstanter Wind, der uns gemächlich über das Wasser gleiten lässt. Nach etwa 30 Stunden heißt es dann: „Land in Sicht“. Wenn es so weiter geht, sollten wir gerade noch im Hellen ankommen, geht es aber natürlich nicht. Zuerst frischt der Wind auf, was ja eigentlich nicht verkehrt ist. Aber im nächsten Moment dreht er auch noch auf Süd, genau da wo wir hinwollen. Wir müssen das Kreuzen anfangen, das ist quasi die doppelte Strecke und kostet auch noch entsprechend Zeit. Zum anderen ist unser Genuaschlitten blockiert, das haben wir kurz nach der Abfahrt festgestellt. Bei den leichten Winden und von der Seite war das kein Problem, aber jetzt müssen wir die Segel nach dem Schlitten fahren und nicht umgekehrt. Wir beschließen dennoch bis nach Neiafu, der Hauptstadt der Vava’u-Inselgruppe zu fahren. Morgen soll der Wind noch kräftiger werden, mit dem auch die Wellen. Vom geschützten Ankerplatz auf der Nordseite der Insel bis dahin wäre es dann noch schwieriger zu Segeln oder zu Motoren. Die Zufahrt ist auch im Dunkeln gut zu machen, es gibt viel Platz und eine Engstelle ist betonnt. Bis wir zu der Einfahrt zwischen den ersten Inseln kommen ist es dann auch schon dunkel, bis wir die Segel bergen. Die restlichen zwei Stunden sind wir dann noch in ruhigen Gewässern unter Motor unterwegs, bis wir schließlich um 21 Uhr unseren Anker gegenüber von der Stadt in dessen Bucht fallen lassen. Direkt vor der Stadt gibt es nur Bojenplätze für die Boote. Hier in der Nacht eine Boje zu finden und aufzunehmen ist uns zu riskant. Schnell hat man in der Lichterspiegelung eine übersehen und die Leine in der Schraube, das will keiner. Wir nehmen noch Kontakt zu unseren Freunden von der Ounte Vas auf, die hier schon länger liegen. Sie teilen uns mit, daß zur Zeit alle Bojen belegt sind, naja alles richtig gemacht. Aber morgen früh wollen zwei Boote abfahren, das passt ja auch gut. So essen wir noch etwas und sind recht schnell im Bett.
Am nächsten Morgen sitzen wir beim Frühstück, als die Nachricht kommt, daß eine Boje frei ist. Schnell lassen wir alles stehen und liegen und lichten den Anker. Wir fahren über die Bucht zum Bojenfeld, an dem uns Jeff schon mit dem Dinghy erwartet, um uns beim Festmachen an der Boje zu unterstützen. Ein kurzes Hallo und wir frühstücken erst einmal fertig, bevor wir Fred klar machen und einen Besuch abstatten. Die beiden haben leider ein Motorenproblem und liegen hier schon seit 4 Wochen an der Boje und warten täglich wieder auf den Monteur. Wir verabreden uns für später und fahren erst einmal an Land, um uns bei der Behörde anzumelden. Hier in Tonga müssen wir uns bei jedem Wechsel der Inselgruppe an- und wieder abmelden. Daher war es auch erst einmal wichtig, einen Plan im Internet zu finden, welche Inselgruppen es eigentlich gibt und welche Insel wozu gehört….
Beim ersten Gang durch das „Städtchen“ finden wir einen Markt, der viel frisches Obst und Gemüse in reichlich Auswahl anbietet. Juhu!!!! Darüber hinaus gibt es sehr gute Restaurants und viele kleine Geschäfte. Die meisten jedoch fest in chinesischer Hand. So genießen wir hier die Zeit mit unseren ganzen befreundeten Booten, die sich hier versammelt haben. (Ein jeder kommt jetzt irgendwie hier an, um sich für die bevorstehende Zyklonsaison Richtung Neuseeland, Australien oder den Norden absprungbereit zu machen). Wir genießen es, in wirklich guten Restaurants gemeinsam zu Abend zu essen und nehmen an einem dieser Essen auch an einem Quizduell teil. Wir wurden nur vorletzter, aber es war dennoch ein lustiger Abend. Der Liegeplatz hier ist wirklich angenehm und sehr geschützt. Keinerlei Wasserbewegung, kaum ein Windchen zu spüren. Lediglich ein ständiges Kommen und Gehen anderer Boote an den Mooringbojen. Ja – hier kann man es definitiv aushalten, die Menschen sind superfreundlich und das Preisverhältnis moderat.
Dennoch zieht es uns doch mal weg, wir wollen schließlich auch die umliegenden Inseln und Riffe erkunden. Wir müssen ja auch nochmal zurückkommen, bevor wir die Inselgruppe verlassen, der Papiere wegen. Zunächst besuchen wir aber noch ein anderes deutsches Schiff. Dieser hatte in einer der hiesigen WhatsApp-Gruppe ein Inserat aufgegeben, daß er seine Drohne verkaufen möchte. Ich liebäugele ja schon lange mit solch einem „Spielzeug“. Kurzum: wir können nun selber tolle Bilder und Filme unseres schwimmenden Zuhauses von Oben machen. Das nächste deutsche Schiff treffen wir dann an unserem ersten Ankerplatz hier. Elke und Dietrich von der Macarena hatten wir schon lange „im Auge“. Die beiden haben auch den Heimathafen Kiel und sind ein Jahr vor uns gestartet; wir hatten sie mehrfach kontaktiert, wenn wir zu einem Ort, an dem sie bereits waren, eine Frage hatten. Und nun lernen wir uns endlich persönlich kennen.
Leider ist das Wetter hier eher so naja: viele Wolken, windig und häufiger Regenschauer. Nichts, wo ich spontan unbedingt ins Wasser hüpfen möchte: ohne Sonne ist die Sicht nicht so gut, im Wind wird es schnell recht kühl – somit nutzen wir hier die Zeit, uns intensiv mit dem Papierkram für Neuseeland und allen dazugehörigen Nebenarbeiten zu beschäftigen. Das heißt zum Beispiel im Einzelnen: Visum beantragen, Zollnummer für das Boot beantragen, eine Biosicherheitsplan aufstellen, das Boot gründlich sauber machen, Lebensmittel nach Insektenbefall untersuchen, usw., usw. Neuseeland schützt seine Biodiversität und das spüren gerade wir Yachties extrem. So sind wir froh, daß wir uns für den letzten Reiseabschnitt von Tonga nach NZ der Pacific Rally angeschlossen haben. Hierüber haben wir Zugang zu wirklich allen nötigen Formularen und Hilfsmitteln. Und wenn etwas unklar ist, können wir jederzeit nachfragen und bekommen eine Hilfe. Alleine schon die vielen Informationsmaterialien sind Gold wert. Hier bekommen wir auch ein Gefühl für einen Zeitplan, was wir bis wann erledigt haben müssen und können uns gut vorbereiten. Bei manch anderem Yachtie bemerken wir, daß diese eher blauäugig an die Sache gehen. Man sollte gut vorbereitet in NZ ankommen, dann ist das Einreiseprozedere nicht so langwierig und die Behörden können genauso gut vorbereitet (diese bekommen im Vorfeld alles elektronisch von uns übermittelt) auf unser Boot kommen und die Inspektion rasch durchführen.
So wechseln wir hier den ein oder anderen Ankerplatz und orientieren uns gerne an den Informationen aus unserer Segler-App. Wir müssen leider feststellen, daß wir mit anderen Maßstäben einen Schnorchelplatz betrachten. Durch unsere langjährige Taucherei haben wir doch schon viel gesehen und finden dann die „hier ach so grandiosen Tauchplätze“ eher als trostlos oder ärmliches Korallenfeld mit viel Fisch vor. Wir sind da eher von der Überwasserlandschaft angetan als von der Unterwasserlandschaft.
An einem Ankerplatz nehmen wir an einem tongaischen Feast teil. Die Bewohnerfamilie dieser kleinen Insel veranstaltet zweimal wöchentlich ein Feast: es gibt ein frisches Spanferkel vom offenen Feuer und ganz viele einheimische Leckereien. Fisch, Huhn, Kochbanane, eine Art Spinat, diverse Salate und, und, und. Nach dem Essen führen die Töchter von David den tongaischen Tanz vor – dies sind eher ruhige Bewegungen, ganz viel wird über die Hände ausgedrückt. So hat jede Bewegung ihre eigene Bedeutung. Während die Töchter die ruhigen Bewegungen vorführen, hüpft ihr Vater oder die Mutter im Hintergrund fleißig mit und feuert an. Nach dieser Vorführung ist Disco-Time. Ab jetzt läuft westliche Musik und rumhopsen ist angesagt. Und was läuft vornehmlich bei jeder dieser Veranstaltungen für Musik??? Auf keinen Fall darf ABBA oder YMCA fehlen 😊 Es war ein sehr netter und geselliger Abend mit den Nachbarbooten bei einer sehr gastfreundlichen Familie. Im Gegensatz zu Französisch Polynesien wissen die Menschen hier, wie man Geld verdienen kann und wollen dies auch tun. So hilft die ganze Familie an diesen beiden Tagen in der Woche zusammen, um solch einen Grillabend zu veranstalten und nebenbei verkaufen sie ihre Produkte wie Bananen oder Tomaten, die sie auf dieser Insel erzeugen.
Am nächsten Tag machen wir noch einen Spaziergang über die Insel auf die andere Seite. Dort gibt es einen tollen Sandstrand, der Weg führt durch die Bananenplantage, vorbei an der neu angelegten Maniokplantage von David und durch das dichte Grün. Die Familie hat hier einen Pfad angelegt und diesen auch gut mit Bändern an den Bäumen gekennzeichnet. Ja – gewußt wie man die Segler bei Laune hält.
Und wieder wechseln wir den Ankerplatz und treffen die Macarena wieder. Leider haben wir bisher in Tonga noch keinen einzigen Wal zu Gesicht bekommen, obwohl sich hier gerade die Mütter mit ihren Kälbern aufhalten. Aber das wird vielleicht ja noch….









































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